Der 303 Mosquito der Firma Glasflügel ist ein einsitziges Segelflugzeug der FAI-Klasse (Rennklasse). Es wurde von der Firma Glasflügel zwischen 1976 und 1980 hergestellt. Der Segelflug-Index beträgt 107 nach DMSt-Index 2012 sowie IGC-Indexliste 2010.
Geschichte Für die 15-Meter-Rennklasse entworfen, ersetzte der Mosquito die Libelle in der Glasflügel-Produktion. Dazu wurde der Rumpf des Standard-Klasse-Flugzeugs Hornet übernommen. Hinzu kamen Flächen mit Wölbklappen, die das FX 67-K-150-Profil besaßen. Die zu diesem Zeitpunkt innovativen Flächen hatten Hinterkanten-Drehbremsklappen und Wölbklappen. Zudem besaß der Mosquito automatische Anschlüsse für alle Ruder, Steuerflächen, ein Spornrad und den Ballasttank. Die Flugzeuge waren wahlweise mit einem Hauptrad von 4" oder 5" ausrüstbar.
Der Erstflug fand 1976 statt. Nach der Überlieferung der Piloten hatte sie ein gutes Handling und flog gutmütig, kam aber nicht ganz an die Leistungen des Schempp-Hirth Mini-Nimbus, der LS3 von Rolladen Schneider oder der ASW 20 von Schleicher heran. Daher blieb dem Mosquito der kommerzielle Erfolg seines Vorgänger-Flugzeuges, der Libelle, verwehrt.
Nach 101 gebauten Mosquitos wurden mit der Mosquito B einige Optimierungen eingeführtFlug- und Betriebshandbuch Glasflügel „Mosquito“. Ausgabe Januar 1977Flug- und Betriebshandbuch Glasflügel „Mosquito B“. Ausgabe Oktober 1977The Mosquito B, Graham Thomson LTD, Verkaufsbroschüre USA.: Änderung des Rumpf-Flügel-Übergangs durch Verlängerung der Wölbklappen bis zum Rumpf Verkleinerung der Spannweite des Höhenruders von 2,5 m auf 2,1 m Überarbeitete Flügelstruktur mit ca. 13 kg Gewichtsreduktion Integraltanks für den Wasserballast in den Flügeln Hackenbremse anstatt eines Bremshebels unterhalb des Knüppels. Standardmäßiger Einbau eines 4"-Rads und optionaler Einbau eines 5"-Rads (ca. 1 kg schwerer)
Der Preis für einen Mosquito B wurde vom Hersteller mit 39.380 DM angegeben.
Bei 5 Mosquitos wurde, ähnlich wie bei der LS3-17, die Spannweite nachträglich auf 17,4 m verlängert. Die Gleitzahl beträgt Schätzungen zufolge 45 bis 46.
Mit der TM303-27 wurden vom Musterbetreuer Glasfaser Flugzeugservice GmbH 2024 nachrüstbare Winglets für den Mosquito zugelassen. Die Winglets sind vom Glasflügel 304 übernommen und wurden an den Flügel des Mosquito angepasst. Es ergeben sich dadurch Verbesserungen in der Leistung, der Richtungsstabilität und im Strömungsabrissverhalten 'aerokurier, Ausgabe 10/2024, S. 40ff'.
Der Mosquito wurde 1980 vom Glasflügel 304 abgelöst.
Namenskonvention Der 303 Mosquito wird oft fälschlich als H303 oder H-303 bezeichnet. Der Buchstabe „H“ bezeichnete jedoch lediglich Flugzeuge, die von den Brüdern Wolfgang und Ulrich Hütter für Glasflügel entwickelt wurden.
Technische Daten Kenngröße MosquitoFlug- und Betriebshandbuch Glasflügel „Mosquito“. Ausgabe Januar 1977 Mosquito BFlug- und Betriebshandbuch Glasflügel „Mosquito B“. Ausgabe Oktober 1977The Mosquito B, Graham Thomson LTD, Verkaufsbroschüre USA. Flügelspannweite 15,00 m Flügelfläche 9,86 m² Streckung22,8 Profil FX 67-K-150 Spannweite Höhenleitwerk 2,5 m 2,1 m Länge 6,40 m Fahrwerk einziehbar, ungefedert Höchstgeschwindigkeit 250 km/h Leermasse ca. 250 kg ca. 235 kg max. Startmasse 450 kg Gleitzahl 42 bei 100 km/h Geringstes Sinken ca. 0,61 m/s bei 83 km/h Konstrukteur Eugen Hänle Herstellungszeitraum 1976–1977 1977–1980 Stückzahl 101 100
Literatur Dietmar Geistmann: Die Entwicklung der Kunststoffsegelflugzeuge. Motorbuchverlag, ISBN 3-87943-483-2.
Weblinks Musterzulassung der Glasflügel Mosquito – EASA-TCDS-A.241 (PDF; 353 kB) Der Nachfolger von Glasflügel sailplane directory http://www.streifly.de/Polare_Mosquito-g.jpg
Einzelnachweise
Kategorie:Segelflugzeug Kategorie:Erstflug 1976 Kategorie:Flugzeug mit T-Leitwerk