Helbedündorf ist eine Gemeinde im thüringischen Kyffhäuserkreis. In Helbedündorf leben etwa 2100 Einwohner.

Geografie Gelegen ist die Gemeinde im westlichen Teil des Kyffhäuserkreises am Südhang des östlichen Dün. Im Osten reicht die Gemarkung bis zum oberen Helbetal mit der angrenzenden Hainleite und im Südosten bis zum Thüringer Becken. Die Höhenlage reicht von 522 m auf dem Kamm des Dün im Keulaer Wald bis etwa 260 m bei Toba in der Beckenlandschaft.

Bis in die östlich gelegene Kreisstadt Sondershausen und das südwestlich gelegene Mühlhausen sind es jeweils ungefähr 16 Kilometer.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den beiden westlich gelegenen Ortsteilen Holzthaleben und Keula mit je 1000 und 700 Einwohnern, Friedrichsrode, Groß- und Kleinbrüchter im Zentrum sowie dem Ortsteil Toba und dem kleineren Ortsteil Peukendorf.

Die Dörfer der Gemeinde wurden wie folgt erstmals urkundlich erwähnt:Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer, Verlag Rockstuhl, Bad-Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 128,141, 80, 100, 143, 287, 217. Friedrichsrode: Ostern 1706, Großbrüchter: 1251, Holzthaleben: 20. März 1143, Keula: 18. Januar 967, Kleinbrüchter: 30. März 1302, Peukendorf: 4. September 1178. Toba: 20. März 1143.

Geschichte Aus der Eisenzeit belegen Scherbenreste die Nutzung des Umlandes der späteren Burganlage im oberen Helbetal. Diese mehrteilige Burganlage bei Großbrüchter war mit Steilhängen und Wällen sowie Gräben geschützt. Sie wurde zum Schutz des Klosterhofes Helbe gebaut.

An der Westseite des Ortes Keula befinden sich Reste einer Burg. Sie hatte wohl die Aufgabe, die damalige Straße über den Dün in Richtung Mühlhausen zu kontrollieren und zu schützen. Zudem wird 967 ein ottonisches Königsgut erwähnt, das Kaiser Otto II. dem Kloster Fulda schenkte. Auch das war zu schützen. Im Mittelalter war die Burg Keula Amtssitz der Honsteiner, dann der Schwarzburger. 1772 und 1811 wurden Teile der Burg abgetragen. Von der Anlage sind der Südflügel, Teile des Wassergrabens, Keller und Reste der Außenmauer erhalten.Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 133, 155/156.

Die Gründung der Gemeinde erfolgte am 25. November 1993 durch Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Holzthaleben, Keula, Friedrichsrode und Großbrüchter.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt Am 22. Juli 1995 kam auch Toba hinzu.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995. Am 2. September 1995 wurde zudem noch Kleinbrüchter (mit Peukendorf) eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 2428 1995: 3039 1996: 3024 1997: 3026 1998: 3036 1999: 3007 2000: 2993 2001: 2974 2002: 2928 2003: 2889 2004: 2847 2005: 2827 2006: 2811 2007: 2747 2008: 2721 2009: 2636 2010: 2611 2011: 2530 2012: 2471 2013: 2471 2014: 2376 2015: 2347 2016: 2314 2017: 2301 2018: 2235 2019: 2219 2020: 2180 2021: 2158 2022: 2174 2023: 2124 2024: 2113 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Helbedündorf besteht aus 14 Mitgliedern. Seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2024 setzt er sich wie folgt zusammen (mit Vergleichszahlen voriger Wahlen):Thüringer Landesamt für Statistik: Gemeinderatswahl 2019 in Thüringen – endgültiges Ergebnis für Helbedündorf.Thüringer Landesamt für Statistik: Gemeinderatswahl 2024 in Helbedündorf – endgültiges Ergebnis

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Ergebnis 2019 Ergebnis 2014 Ergebnis 2009 CDU 46,5 % 7 48,4 %, 7 53,2 %, 8 49,1 %, 7 SPD/Die Linke (2009 nur SPD) 32,1 % 4 33,6 %, 5 33,0 %, 4 25,5 %, 3 Freie Wähler 9,9 % 1 10,5 %, 1 7,1 %, 1 8,0 %, 1 Freiwillige Feuerwehr Kleinbrüchter 5,6 % 1 7,4 %, 1 6,7 %, 1 5,9 %, 1 Heimat-Helbetal e. V. 6,0 % 1 – – – Die Linke – – – – 11,5 %,1/(2)1 Wahlbeteiligung 71,6 % 64,1 % 61,5 % 59,5 % 1 Der Partei Die Linke standen entsprechend dem Wahlergebnis zwei Sitze zu. Da sie aber nur eine Kandidatin aufgestellt hatte, blieb der zweite Sitz unbesetzt.

Bürgermeister Seit 2006 ist Jörg Steinmetz (CDU) Bürgermeister von Helbedündorf. Zuletzt wurde er am 26. Mai 2024 mit 54,3 Prozent der gültigen Stimmen im Amt bestätigt. Sein Mitbewerber Thomas Haustein (SPD/DIE LINKE) erhielt 45,7 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,7 %.Thüringer Landesamt für Statistik: Bürgermeisterwahl 2024 in Helbedündorf.

Wappen Das Wappen wurde am 28. Februar 1995 durch das Thüringer Landesverwaltungsamt genehmigt.

Blasonierung: „In Grün über goldenem Wellenschildfuß, darin über einem roten Roßkamm eine rote liegende Streugabel, eine goldene wachsende Buche.“

Die stilisierte Buche steht stellvertretend für den typischen Baumbestand der Gemeinde und die grüne Farbe des Schildgrundes für die natürliche Umgebung bzw. die Hainleite. Der Wellenschnitt symbolisiert das Flüsschen Helbe. Die langjährige Zugehörigkeit der Ortsteile Großbrüchter, Holzthaleben und Keula zum früheren Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen wird ähnlich dem Regalienfeld im Fürstenwappen durch die rote Streugabel und den roten Rosskamm im goldenen Feld versinnbildlicht.Neues Thüringer Wappenbuch Band 2 Seite 27; Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Thüringen e. V. 1998, ISBN 3-9804487-2-X.

Das Wappen wurde von dem Heraldiker Frank Jung gestaltet.

Sehenswürdigkeiten mini|Blick auf den Ortsteil und Sender Keula

Sehenswert ist das sanierte Fachwerkhaus-Ensemble im Gemeindeteil Großbrüchter mit ihrer 1989 vor dem Verfall geretteten St. Spiritus-Kirche. Das Backhaus im Ortsteil Holzthaleben beherbergt das Heimatmuseum, dort steht auch eine über 300 Jahre alte Pestlinde. Im Helbetal liegen historische Grenzsteine, die damals das preußische Gebiet vom schwarzburgischen getrennt hatten. Auch ein steinernes Sühnekreuz, die „Steinerne Jungfrau“ steht dort. Über dem Hebetal finden sich die Ruinen der Helbeburg, deren Bau auf die Bronzezeit zurückgeht. Sehenswert ist auch die Wasserburg Keula im Gemeindeteil Keula. In dem Schloss mit Hofgarten und Turm residierte Graf Anton Günther II. Im Ortsteil Kleinbrüchter steht ein Kriegerdenkmal in Gedenken an Gefallene im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Bedeutend ist die historische Kirche im Ortsteil Toba.

Wirtschaft und Verkehr Schwerpunkte der Wirtschaft sind das Handwerk und die Land- und Forstwirtschaft. Überregionale Bedeutung erlangte der Kunsthof Friedrichsrode. In Keula betreibt die Deutsche Telekom AG eine Sendeanlage für UKW-Rundfunk.

Die etwas abseits gelegene Gemeinde ist über mehrere Landesstraßen mit den benachbarten Städten verbunden. Die von Ebeleben aus durch das Gemeindegebiet führende Bahnstrecke Greußen–Keula wurde mit dem Ende der Kaliindustrie auf dem Dün stillgelegt.

Persönlichkeiten Johann Christian Ernesti (* 13. Februar 1695 in Großbrüchter; † 12. Oktober 1769 in Langensalza), Theologe Johann Christoph Ernesti (* 11. Januar 1662 in Keula/Schwarzburg; † 11. August 1722 in Bad Tennstedt) Theologe.

Weblinks

Internetpräsenz der Gemeinde Helbedündorf

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 1993 Kategorie:Ersterwähnung 967