Die Ruine Heriboldesburg ist die Ruine einer hochmittelalterlichen Spornburg oberhalb des Jagsttales auf einem Bergsporn in Herbolzheim, einem Stadtteil von Neudenau im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg.
Geschichte Der ursprüngliche Siedlungskern von Herbolzheim liegt auf dem rechten Jagstufer. Wohl in Folge der Ungarneinfälle im frühen 10. Jahrhundert wurde der Herrenhof des Ortes auf den Höhenzug am linken Jagstufer verlegt.Unser 1956, S. 21. Aus ihm entstand wohl im 12. Jahrhundert die Burg Herbolzheim.Unser 1956, S. 22. Sie war Stammsitz der 1268 erstmals erwähnten Ritter von Herbolzheim.Unser 1956, S. 19.
Burg und Ort Herbolzheim kamen um 1330 an das Hochstift Worms und über mehrere Verpfändungen und Verkäufe 1362 schließlich an Kurmainz.Unser 1956, S. 27.
Wann und warum die Burg zerstört wurde, ist unbekannt. Die in Herbolzheim lange nicht mehr begüterten Ritter von Herbolzheim starben wohl im späten 15. Jahrhundert aus, die Burg dürfte zu jener Zeit auch schon zerstört gewesen sein.Unser 1956, S. 20/21. Steine der Burg wurden gemäß dem Rathausprotokoll von 1790 beim Bau der Jagstbrücke verwendet und wurden wohl auch zum Bau der Kirche genutzt.Unser 1956, S. 23.
Der heute gebräuchliche Name Heriboldesburg rührt von einer Fehldeutung des Ortsnamens als Heriboldesheim in einem Schulbuch von 1902 her. Dieser Name ist jedoch nicht historisch belegt. Die Burg hatte vielmehr wohl keinen besonderen Namen, sondern wurde nur als Burg oder Schloss zu Herbolzheim erwähnt,Unser 1956, S. 23/24. wobei die Bezeichnung Schloss meist nur im Zusammenhang mit den alten Herrschaftsrechten verwendet wird und keinen repräsentativen Gebäudebestand bezeichnet.Unser 1956, S. 23.
Die Anlage kam 1907 von den Grafen von Leiningen-Neudenau in Privatbesitz.Unser 1956, S. 23. Der einsturzgefährdete Bergfried wurde durch jüngst erfolgte Sanierungsmaßnahmen gesichert und begehbar gemacht. Die Anlage befindet sich weiterhin in Privatbesitz und ist nicht zugänglich.
Anlage
Bis auf den rekonstruierten etwa 25 Meter hohen und knapp 9 Meter im Durchmesser betragenden runden Bergfried und wenige Zwinger- und Mauerreste ist heute nichts mehr von der Anlage erhalten. An den im Norden der Kernburg befindlichen Bergfried schlossen sich einst Wohngebäude und Stallungen an, das Ensemble war mit einer Ringmauer umgeben. Hinter der Ringmauer befand sich ein halbkreisförmiger Halsgraben. Unterhalb der Anlage befand sich einst auch noch eine Vorburg.Unser 1956, S. 22/23. An ihrer Stelle wurde im 16. Jahrhundert ein kurmainzisches Verwaltungsgebäude, das spätere Pfarrhaus, errichtet.Unser 1956, S. 29.
Galerie
Einzelnachweise
Literatur Rudolf Unser: Herbolzheim an der Jagst, Geschichte des Dorfes, Mosbach 1956
Weblinks
Heriboldesburg Kategorie:Bauwerk in Neudenau Kategorie:Bauwerk der Romanik in Baden-Württemberg Kategorie:Kulturdenkmal in Neudenau