Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Stuttgart Fläche: km² Gliederung: 19 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: 37.213 (31. Dezember 2018) Adresse desDekanatamtes: Uhlandstr. 971672 Marbach am Neckar Dekan: Ekkehard Graf Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Marbach innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Marbach ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Marbach.
Geographie Der Kirchenbezirk Marbach liegt in der nördlichen Mitte der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst den Nordosten des Landkreises Ludwigsburg, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Affalterbach, Benningen am Neckar, Erdmannhausen, Großbottwar, Marbach am Neckar, Mundelsheim, Murr, Oberstenfeld, Pleidelsheim und Steinheim an der Murr, ferner die Gemeinde Abstatt, die Stadt Beilstein und den Ortsteil Auenstein der Gemeinde Ilsfeld (alle Landkreis Heilbronn) und die Gemeinde Kirchberg an der Murr im Rems-Murr-Kreis.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Marbach grenzt an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten): Kirchenbezirk Heilbronn-Brackenheim, Kirchenbezirk Weinsberg-Neuenstadt, Backnang und Waiblingen (alle Prälatur Heilbronn) sowie Ludwigsburg und Besigheim (beide Prälatur Stuttgart).
Geschichte mini|hochkant|Stadtkirche Marbach am Neckar Das Dekanat Marbach (damalige Bezeichnung Spezialsuperintendentur) wurde 1547, wenige Jahre nach Einführung der Reformation in Württemberg gegründet. Es gehört damit zu den ältesten Dekanaten der württembergischen Landeskirche. Ab 1577 gehörte es zum Generalat Adelberg und seit 1810 zum Generalat Heilbronn, aus dem die heutige Prälatur Heilbronn hervorging. Von 1992 bis 2003 gehörte das Dekanat Marbach zur Prälatur Ludwigsburg, seither zur Prälatur Stuttgart. Das Gebiet des Dekanats Marbach war im Wesentlichen deckungsgleich mit dem Oberamt Marbach, das 1938 aufgehoben wurde.
Infolge dieser Auflösung, welche mit der Auflösung weiterer Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 einherging, wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinden Erbstetten und Kleinaspach in den Kirchenbezirk Backnang umgegliedert. Bis 1954 gehörte auch die Kirchengemeinde Burgstall und bis 1989 die Kirchengemeinde Weiler zum Stein zum Kirchenbezirk Marbach. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. April 1954 wurde die Kirchengemeinde Burgstall ebenfalls in den Kirchenbezirk Backnang und mit Wirkung vom 1. Januar 1990 die Kirchengemeinde Weiler zum Stein in den Kirchenbezirk Waiblingen umgegliedert.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Derzeitiger Dekan ist seit 2018 Ekkehard Graf, der zugleich einer der Pfarrer in Marbach am Neckar ist. Vorsitzender der Bezirkssynode des Kirchenbezirks Marbach ist seit 2014 Reiner Knödler aus Auenstein.
Dekane des Kirchenbezirks Marbach 1804–1828 Johann Friedrich Roos 1829–1851 August Ludwig Schelling 1851–1862 Christian Friedrich Kling (1800–1862) 1862–1863 Karl Friedrich Schelling 1863–1869 Georg Heinrich von Merz (1816–1893) 1869–1894 Reinhard Friedrich Härlin 1895–1904 Richard Georg Albert Färber 1904–1911 Karl Wunderlich 1911–1924 Reinhold Vollmer (1866–1946) 1925–1933 Emil Mildenberger 1933–1947 Heinrich Pfisterer (1877–1947) 1947–1960 Otto Gruber (1896–1970) 1960–1972 Heinz Dauber (1911–1997) 1972–1980 Gerhard Müller (1923–1980) 1981–1991 Friedrich Necker (1928–2015) 1991–2005 Otto Ziegler (* 1941) 2005–2018 Heinz-Werner Neudorfer (* 1952) seit 2018 Ekkehard Graf (* 1967)
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Marbach gibt es insgesamt 19 Kirchengemeinden. Gesamtkirchengemeinden gibt es hier nicht mehr. Bis 2005 gab es noch 21 Kirchengemeinden, seither gab es Fusionen. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2018 und sind gerundet.
Das Gebiet des Kirchenbezirks Marbach gehört zum alten Kernland Württemberg, wo ab 1534 die Reformation eingeführt wurde. Daher ist das gesamte Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Infolgedessen gibt es auch in jedem Dorf eine evangelische Kirchengemeinde und meist auch eine alte Kirche. Katholiken zogen in allen Orten überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.
Kirchengemeinde Abstatt mini|hochkant|Stephanuskirche Abstatt Die Kirchengemeinde AbstattWebsite der Kirchengemeinde Abstatt umfasst den Hauptort der Gemeinde Abstatt im Landkreis Heilbronn. Die zu Abstatt gehörigen Weiler Happenbach und Vohenlohe gehören zu den Nachbarkirchengemeinden Untergruppenbach und Unterheinriet (beide Kirchenbezirk Heilbronn). Abstatt war bis zur Reformation eine Filiale von Ilsfeld, dann von Auenstein. Die heutige evangelische Stephanuskirche wurde 1766 im barocken Stil erbaut und nach einem Brand 1899 erneuert. Im Kern ist die Kirche aber älteren Datums. Der Ort erhielt später eine eigene Pfarrei und bildet wohl seit Ende des 19. Jahrhunderts eine eigene Kirchengemeinde.
Kirchengemeinde Affalterbach mini|links|Martinskirche Affalterbach Die Kirchengemeinde AffalterbachWebsite der Kirchengemeinde Affalterbach umfasst die Gemeinde Affalterbach. Die dem Hl. Martin geweihte Kirche ist eine mittelalterliche Wehrkirche. Das Untergeschoss des Turms stammt aus dem 11./12. Jahrhundert, der Chor ist spätgotisch, das Schiff teilweise älter. Im Innern gibt es Wandmalereien. 1765 wurde die Kirche erweitert.
Kirchengemeinde Auenstein mini|hochkant|Evang. Kirche Ilsfeld-Auenstein Die Kirchengemeinde AuensteinWebsite der Kirchengemeinde Auenstein umfasst den Ortsteil Auenstein der Gemeinde Ilsfeld im Landkreis Heilbronn mit dem Weiler Abstetterhof, der bis 1935 zum Großbottwarer Stadtteil Winzerhausen gehörte und mit Wirkung vom 1. April 1936 von der Kirchengemeinde Winzerhausen losgelöst und der Kirchengemeinde Auenstein zugeordnet wurde.
Bis 1938 gehörte Auenstein zum Oberamt Marbach. Der Hauptort Ilsfeld bildet mit dem Ortsteil Schozach die Kirchengemeinde Ilsfeld im Kirchenbezirk Heilbronn. Diese beiden Orte gehörten bis 1938 zum Oberamt Besigheim. Auenstein war in früher Zeit eine Filiale von Ilsfeld. Eine Kapelle St. Jakob wurde 1453 erstmals erwähnt. Nach der Reformation erhielt Auenstein einen eigenen Pfarrer. Die heutige Jakobuskirche wurde 1832 anstelle eines älteren Vorgängerbauwerks als Querkirche im Kameralamtsstil mit Dreiseitenempore und Ausrichtung auf die Nordkanzel errichtet. Über dem Westportal erhebt sich ein Dachreiter. Für die Nordfenster beidseits der Kanzel schuf der Künstler Rudolf Yelin d. J. 1932/36 farbige Bleiglasfenster mit biblischen Szenen und Zitaten. Sie wurden Ende der 1960er Jahre durch Klarverglasung ersetzt. Kriegsschäden von 1945 konnten im Folgejahr beseitigt werden. 1948 wurde unter Verwendung des schmuckvollen Barockgehäuses des Rückpositivs der Vorgängerkirche eine neue Orgel der Ludwigsburger Orgelbaufirma Walcker eingebaut. Bei der Innenrenovierung 1968/69 wurde die historische Raumkonzeption einer Querkirche zur Längskirche mit Entfernen der Süd- und Ostempore, neuer Ausrichtung auf Altar und Kanzel vor der nun zugemauerten, fensterlosen Ostwand verändert: Der Stuttgarter Künstler Christian Oehler (1909–1986) schuf dort die beiden Betonglasfenster „Leid, Kreuz, Auferstehung“ und „Taufe“.
Bis 1971 gehörte auch Wüstenhausen (Gemeinde Ilsfeld) zur Kirchengemeinde Auenstein. Mit Wirkung vom 5. Dezember 1971 wurde Wüstenhausen in den Kirchenbezirk Heilbronn umgegliedert und der Kirchengemeinde Untergruppenbach zugeordnet.
Kirchengemeinde Beilstein-Billensbach mini|links|Evang. Annakirche Beilstein Die Kirchengemeinde Beilstein-BillensbachWebsite der Kirchengemeinde Beilstein-Billensbach umfasst die Stadt Beilstein mit allen zugehörigen Weilern im Landkreis Heilbronn, wobei der Stadtteil Schmidhausen erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 26. Mai 1983 von der Kirchengemeinde Gronau in die seinerzeit bestehende Kirchengemeinde Beilstein umgegliedert wurde. Die älteste Kirche Beilsteins dürfte wohl die 1300 an die Johanniter gelangte Kirche auf dem Wunnenstein gewesen sein. Die erste Pfarrkirche war bis nach 1600 die unterhalb der Beilsteiner Burg im frühgotischen Stil erbaute Magdalenenkirche. Diese wurde 1742 erneuert, jedoch 1803 profaniert, und dient heute als Pfadfinderheim. Die heutige Pfarrkirche Beilsteins ist die aus der Nikolauskapelle hervorgegangene spätgotische St.-Anna-Kirche, die ehemals außerhalb der Stadt lag.
Obwohl Beilstein bis 1810 Sitz eines württembergischen Oberamtes war, gab es hier keinen Dekanatssitz. Vielmehr gehörte die Stadt ab 1547 zum Dekanat Marbach. Von 1747 bis 1810 war die Stadt dem Dekanat Lauffen zugeordnet, danach gelangte sie wieder an das Dekanat Marbach.
Bis 1928 gehörten auch die Parzellen Obere und Untere Ölmühle zur Kirchengemeinde Beilstein. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 10. Mai 1928 wurde die Obere Ölmühle der Kirchengemeinde Prevorst und die Untere Ölmühle der Kirchengemeinde Gronau zugeordnet.
In den 1970er-Jahren wurde das Gemeindehaus Beilstein erbaut, das nach dem Beilsteiner Reformator Valentin-Wanner-Haus heißt. 2007 wurde das Gemeindehaus komplett renoviert und erweitert.
mini|Evang. Johanneskirche Beilstein-Billensbach Für die Weiler Etzlenswenden, Kaisersbach, Billensbach, Klingen, Maad, Jettenbach und Gagernberg, die teilweise zur ehemaligen Gemeinde Schmidhausen (heute nach Beilstein eingemeindet) gehörten, wurde 1956 in Billensbach eine eigene Kirche, die Johanneskirche, erbaut und eine eigene Pfarrverweserei errichtet. Die sieben Weiler wurden durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 16. November 1962 zur eigenständigen Filialkirchengemeinde Billensbach der Muttergemeinde Beilstein zusammengeschlossen, nachdem das Kultusministerium mit Schreiben vom 19. März 1962 die Filialkirchengemeinde Billensbach als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt hatte. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 15. Juli 1965 wurde die Filialkirchengemeinde Billensbach dann von der Muttergemeinde Beilstein gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Die Kirchengemeinde Billensbach erbaute sich auch ein eigenes Pfarrhaus in Billensbach. Bis 1992 bestand zwar auf dem Papier noch eine Gesamtkirchengemeinde aus Beilstein und Billensbach, diese hatte aber keinerlei Funktionen und beeinflusste die vollständige Selbstständigkeit beider Einzelgemeinden nicht. Nachdem der Oberkirchenrat Einsparungen vorgeschrieben hatte, erfolgte zum 1. Januar 2006 wieder eine Fusion beider Kirchengemeinden zur heutigen Kirchengemeinde Beilstein-Billensbach. Die landesweite Kürzung von Pfarrstellen betraf im Jahr 2018 die Pfarrstelle Billensbach, die nicht wieder besetzt wurde. Der Beilsteiner Pfarrer ist seither für das ganze Gemeindegebiet Beilstein-Billensbach zuständig.
Kirchengemeinde Benningen/Neckar mini|links|Annakirche in Benningen Die Kirchengemeinde Benningen/NeckarWebsite der Kirchengemeinde Benningen/Neckar (ca. 2.300) umfasst die Gemeinde Benningen am Neckar. Die der Hl. Anna geweihte Kirche gelangte von Gräfin Katharina von Veringen an die Grafen von Württemberg und 1473 an das Stift Backnang. Die Kirche hat ein spätgotisches Schiff und einen romanischen Chorturm.
Bis 1989 gehörte die Kirchengemeinden Benningen/Neckar zum Kirchenbezirk Ludwigsburg. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 20. März 1989 wurde die Kirchengemeinde Benningen/Neckar in den Kirchenbezirk Marbach umgegliedert.
Kirchengemeinde Erdmannhausen mini|Januariuskirche in Erdmannhausen