Hellbound – Hellraiser II ist die erste Fortsetzung von Hellraiser – Das Tor zur Hölle und kam 1988 in die Kinos. Regie führte Tony Randel.

In Deutschland erschien der Film am 6. Juli 1989, um 11 Minuten gekürzt.

Inhalt

Nach den Ereignissen des ersten Teils erwacht Kirsty Cotton in einer psychiatrischen Klinik, die von Dr. Philip Channard geführt wird. Dieser will die Geheimnisse des Würfels und der Zenobiten ergründen, denen er seit Jahren nachforscht. Aus diesem Grund opfert er einen seiner Patienten, der offenkundig an einem Dermatozoenwahn leidet und sich mit einem ausgehändigten Rasiermesser sowohl den Oberkörper als auch den eigenen Intimbereich aufschlitzt, an die Zenobiten. Dabei liegt der geistesgestörte Mr. Browning, so der Name des Patienten, auf jener Matratze, auf welcher einst Julia Cotton starb. Durch den daraus resultierenden Blutfluss auf der Matratze beginnt die gehäutete Julia, die aus der Hölle aufsteigt, sich einen neuen vor Blut triefenden Körper zu bilden, wobei sie von Channard in ihrer Materialisierung unterstützt wird. Mit ihrer Hilfe will der Gehirnchirurg die Hölle erforschen.

Im Untergeschoss der Nervenheilanstalt befinden sich im weitläufigen Heizungskeller, den man mit einem Aufzug erreicht, die Gummizellen für schwer geistesgestörte Patienten in Zwangsjacken, die dort, von der Gesellschaft verstoßen, weggesperrt werden. Für eine übersinnliche Hauttransplantation hält sich Doktor Channard für die hautlose Julia auf dem Dachboden seiner Villa lebende Opfer und entstellte Leichen, die mit Ketten gefesselt an der Zimmerdecke hängen. Kirsty möchte ihren getöteten Vater aus der Hölle befreien, von dem sie meint, einen Hilferuf erhalten zu haben. Als der Psychiater schließlich die Pforten der Hölle öffnet, macht sich Kirsty zusammen mit der begabten, jedoch anfangs stummen Tiffany, einer weiteren Patientin von Dr. Channard, die sich unentwegt mit komplizierten Puzzle-Spielen beschäftigt, auf den Weg, ihren Vater zu befreien. Als die zwei Damen durch sich aufschiebende Zimmerwände die dunkle Unterwelt betreten und die diesseitige Wirklichkeit hinter sich lassen, erstrecken sich vor ihnen unheimliche Dungeons und windige Labyrinthe, durch die sie irren. In einem Saal dieser rätselhaften Dimension lodern Flammen, es brennen Kerzen und nackte Frauen winden sich unter halbdurchsichtigen Tüchern. In der Ferne hört man ein kleines Kind weinen. Zwischendurch findet sich das Mädchen Tiffany in einem Spiegelkabinett wieder. Dabei geraten die beiden jungen Frauen in einen Albtraum, währenddessen sie von den Bewohnern der Hölle genarrt und von ihren Gegnern und den Zenobiten verfolgt werden. Zusammen erforschen die grausamen Zenobiten, die mit meterlangen Eisenketten, an deren Enden spitze Haken hängen, um sich werfen, Gegensatz und Einheit von süßer Lust und schrecklichem Leid, von Freude und Schmerz, ob körperlich oder seelisch, wie ein bizarres Ensemble des Sadomasochismus. Als Doktor Channard in einer Folterkammer zu einem Zenobiten transformiert wird, als blaugesichtiges Wesen mit glitschigen Tentakeln und zerschnittenem Schädel, nähert sich das Unheil seinem Finale.

Synchronisation

Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Cinephon, Berlin. Arne Elsholtz schrieb das Dialogbuch und Peter Baumgartner führte Regie. Da die ursprüngliche Kinofassung stark gekürzt war, wurden 2017 die fehlenden Teile nachsynchronisiert. Dafür war das CSC-Studio in Hamburg zuständig. Dr. Gerd Naumann übernahm Buch und Regie.

+RolleDarstellerSynchronsprecherJulia CottonClare HigginsAlexandra LangeKirsty CottonAshley LaurenceMaud AckermannNachsynchro: Melanie IsakowitzTiffanyImogen BoormanDorette HugoNachsynchro: Josephine SchmidtFrank CottonSean ChapmanThomas WolffNachsynchro: Thomas SchmuckertDr. Philip Channard /Channard CenobiteKenneth CranhamLothar BlumhagenPinheadDoug BradleyHelmut KraussKyle MacRaeWilliam HopeUdo Schenk

Hintergrund Der Film spielte in den USA über 11 Millionen Dollar ein. Hellraiser II wurde in den britischen Pinewood Studios westlich von London gedreht.Videointerview mit Schauspieler Doug Bradley im Dokumentarfilm Under the Skin, Regie: Jake West, 11 Minuten, 2004, produziert von Nucleus Films und Arrow Video, enthalten im Bonusmaterial der fünf Discs umfassenden Blu-ray-Box Clive Barker’s Hellraiser Trilogy, (Disc 2), 2018, Turbine Medien GmbH, Münster + Lakeshore International, Beverly Hills (USA) Direkt nach Erscheinen des ersten Hellraiser-Films 1987 stand die Filmcrew unter dem Druck, umgehend eine Fortsetzung zu drehen, die den Qualitätsansprüchen des ersten Teils genügt und schließlich ein Jahr später, an Weihnachten 1988, in den amerikanischen Kinos startete. In Hellraiser II kommen mehr Spezialeffekte zum Einsatz als im ersten Film, zur Darstellung der dunklen Unterwelt rund um die Zenobiten. Pinhead erscheint in diesem Teil kurz in seiner einst menschlichen Gestalt des Captain Elliot Spencer, einem britischen Armee-Offizier und Vertreter der Lost Generation, dem aus unklaren Gründen der golden verzierte Spielwürfel in die Hände fällt. Wurde die Figur des Pinhead, gespielt von Schauspieler Doug Bradley, im ersten Hellraiser-Teil erst gegen Ende des Films eingeführt, nimmt der bleiche Nagelkopf mit seinem grotesken Gefolge, den Zenobiten, im zweiten Film deutlich mehr Spielraum ein. Dabei erfährt der Zuschauer andeutungsweise, wie sich der Mensch Elliot Spencer ehemals in das Schauerwesen Pinhead verwandelte, indem eine Szene zeigt, wie Elliot Spencer von bösen Mächten die charakteristischen Nägel in seinen Schädel getrieben bekommt. In Hellraiser III werden die biographischen Hintergründe von Pinhead noch tiefer ausgeführt. Auf kunstvolle Art verwendet Hellraiser II, genau wie der erste Teil, etliche für sich stehende morbide Motive, zum Beispiel sieht man medizinische OP-Eingriffe mit Skalpell und einen Säugling mit zugenähten Lippen. An anderer Stelle jongliert ein weiß geschminkter Harlekin, der aus den leeren Augenhöhlen blutet, mit seinen Augäpfeln. Dabei berichtet die Filmhandlung lose von der Mythologie des Leviathan, in Gestalt einer spitzen diamantförmigen Skulptur, die zum Schluss in der labyrinthartigen Hölle überdimensional am bleiern bewölkten Himmel schwebt, als Ausformung der Puzzle-Box Lament Configuration (auf Deutsch ungefähr: Ausgestaltung des Wehklagens). Da Doug Bradley früher Theaterschauspieler gewesen war, verfügt er über eine sprachgewandte Eleganz, die Bradley in die Figur Pinhead, die sich häufig in kryptischen und halb philosophischen Sätzen ausdrückt, einfließen lassen konnte.Dokumentarfilm Hellbound – Ein Blick zurück, Regie: Christian Levatino und Victor Mendoza, 18 Minuten, 2000, enthalten im Bonusmaterial der fünf Discs umfassenden Blu-ray-Box Clive Barker’s Hellraiser Trilogy, (Disc 2), 2018, Turbine Medien GmbH, Münster + Lakeshore International, Beverly Hills (USA) Wegen des Börsenkrachs am Schwarzen Montag im Oktober 1987 verlor die Produktionsfirma New World Pictures ein Viertel des geplanten Budgets, weshalb die Filmcrew aus Kostengründen zwei ursprünglich im Drehbuch vorgesehene Szenen nicht drehen konnte, zum Beispiel der Besuch von Offizier Elliot Spencer, der später zur Schreckgestalt Pinhead wird, auf einem indischen Straßenbasar, wo Spencer in den 1920er Jahren den goldenen Zauberwürfel entdeckt. Für diese Szene hätte die Crew kostspielige Kulissen bauen müssen. Das Fehlen dieser Handlungselemente erschwert es dem Zuschauer, die ohnehin komplexe Geschichte in Hellraiser II näher zu verstehen.Videointerview mit Schauspieler Doug Bradley im Dokumentarfilm Under the Skin, Regie: Jake West, 11 Minuten, 2004, produziert von Nucleus Films und Arrow Video, enthalten im Bonusmaterial der fünf Discs umfassenden Blu-ray-Box Clive Barker’s Hellraiser Trilogy, (Disc 2), 2018, Turbine Medien GmbH, Münster + Lakeshore International, Beverly Hills (USA)In Search of Darkness Vierteiliger Dokumentarfilm über Horrorfilme der 1980er Jahre, Staffel 1, 2019. Regie: David A. Weiner. Ausführender Produzent: Robin Block. In Folge 4 (82 Minuten) über die Jahrgänge 1987 bis 1989 äußert sich Schauspieler Doug Bradley über die Dreharbeiten zum Horrorfilm Hellraiser II. Deutsche Ausstrahlung: 26. Juli 2023 auf Tele 5. Eine Produktion von CreatorVC Studios, USA/Großbritannien Während der Dreharbeiten erlitt der im Mai 1958 in West-Deutschland geborene Schauspieler Nicholas Vince, der den Zenobit mit den klappernden Zähnen namens Chatterer spielt, eine Verletzung, als hinter ihm eine schwarze Säule stand, die sich um die eigene Achse drehte, mit Eisenketten bestückt war und an der später der tote Zenobit Chatterer hängt. Als Darsteller Vince zum Schreien, wie es das Drehbuch für diese Szene vorschrieb, den Mund weit öffnete, verfing sich ein 30 Zentimeter langer Metallhaken der drehenden Säule in seinem Mundwinkel. Bei diesem Unfall lief keine Kamera mit, sonst hätte das Team, wie Schauspieler Nicholas Vince in einem Videointerview versicherte, das im Bonusmaterial der Blu-ray-Box der Hellraiser-Trilogie enthalten ist, diese Aufnahmen für den Film spontan verwendet.Videointerview mit Schauspieler Nicholas Vince, Dokumentarfilm Hellbound – Ein Blick zurück, Regie: Christian Levatino und Victor Mendoza, 18 Minuten, 2000, enthalten im Bonusmaterial der fünf Discs umfassenden Blu-ray-Box Clive Barker’s Hellraiser Trilogy, (Disc 2), 2018, Turbine Medien GmbH, Münster + Lakeshore International, Beverly Hills (USA)Dokumentarfilm The Soul Patrol, Regie: Michael Felsher, 23 Minuten, 2008, produziert von Anchor Bay Entertainment + Red Shirt Pictures, enthalten im Bonusmaterial der fünf Discs umfassenden Blu-ray-Box Clive Barker’s Hellraiser Trilogy, (Disc 2), 2018, Turbine Medien GmbH, Münster + Lakeshore International, Beverly Hills (USA) Im Gegensatz zum Masken-Design des ersten Films besitzt die Figur Chatterer im zweiten Hellraiser-Film zwei verkniffene Augen. Im ersten Hellraiser-Film spielte Grace Kirby, die Cousine von Schöpfer Clive Barker, den weiblichen Zenobit. Wegen der aufwendigen Masken, die jedes Mal in einer mehrstündigen Prozedur den Schauspielern angelegt werden mussten, war Grace Kirby nicht bereit, diese Rolle erneut zu verkörpern, weshalb im zweiten Hellraiser-Film die Schauspielerin Barbie Wilde für sie einsprang, die ungefähr dieselbe Statur besaß wie Kirby. Da Barbie Wilde beim ersten Anblick der Zenobiten-Figur Chatterer sehr verängstigt war, wollte sich die Darstellerin anfangs nicht verpflichten lassen. Erst nach gutem Zureden ihres Agenten willigte Wilde ein, die Rolle zu übernehmen. Im Gegensatz zu ihrer hohlwangigen Vorgängerin Grace Kirby, die ausgeprägte Wangenknochen hatte, besaß Wilde ein eher rundes pausbackiges Gesicht.Dokumentarfilm The Soul Patrol, Regie: Michael Felsher, 23 Minuten, 2008, produziert von Anchor Bay Entertainment + Red Shirt Pictures, enthalten im Bonusmaterial der fünf Discs umfassenden Blu-ray-Box Clive Barker’s Hellraiser Trilogy, (Disc 2), 2018, Turbine Medien GmbH, Münster + Lakeshore International, Beverly Hills (USA)