Eine Mengenabweichung (oder Verbrauchsabweichung) liegt in der Abweichungsanalyse und Kostenrechnung vor, wenn die Istmenge von der Sollmenge abweicht.

Allgemeines Sollmengen sind Planungsgrößen, Istmengen dagegen die tatsächlich vorkommenden Größen. Mengenabweichungen gehören wie die Preisabweichungen und Sekundärabweichungen zu den Kostenabweichungen, bei denen Sollwerte den Istwerten in Form eines Soll-Ist-Vergleichs gegenübergestellt werden.Hans-Ulrich Küpper, Analyse der Kostenabweichungen, in: Wolfgang Lück (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 2004, S. 395 Während Preisabweichungen die Sollkosten und Istkosten vergleichen, befasst sich die Mengenabweichung mit Verbrauchsmengen.

Ermittlung Bei der Mengenabweichung wird der Planpreis der Differenz aus Planmenge und Istmenge gegenübergestellt:Carl-Christian Freidank/Laurenz Lachnit (Hrsg.), Vahlens großes Auditing-Lexikon, 2007, S. 1043 . Eine Multiplikation von Preisen mit Verbrauchsmengen ergibt die Kosten, so dass die Unterschiede zwischen Soll- und Istwerten die Kostenabweichung darstellen.

Die Kombination von Mengen- und Preisabweichung ergibt schließlich die Sekundärabweichung : . Sie entspricht der multiplikativen Verknüpfung von Preis- und Mengenänderungen.Wolfgang Becker/Stefan Lutz, Gabler Kompakt-Lexikon Modernes Rechnungswesen, 2007, S. 205

Beispiel Die Planbeschäftigung (= Vollbeschäftigung) einer Kostenstelle beträgt: 3.400 Stück Die Plankosten belaufen sich dabei auf: 6.710 €

Der Fixkostenanteil beträgt 60 % der Plankosten (also Fixkosten = 4026) Berechnung: 6710 – 4026 = 2684 (variable Kosten)

Die Ist-Beschäftigung beträgt: 2.920 Stück Dabei sind Ist-Kosten angefallen in Höhe von: 4.320 €

(Istkosten – Sollkosten) Berechnung: 4320-(4026+2684 2920) / 3400 = −2011,08 (Sollkosten = 6331,08)

Wirtschaftliche Aspekte Um die Ursache und Verantwortung für Kostenabweichungen zu bestimmen, werden die Mengenabweichungen der Kostenstellen weiter aufgegliedert, wobei lineare Kostenfunktionen

unterstellt werden.Hans-Ulrich Küpper, Analyse der Kostenabweichungen, in: Wolfgang Lück (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 2004, S. 395 Dabei ist die Beschäftigung () eine Handlungsvariable und die Auftragsanzahl () ein Einflussfaktor, wobei Fixkosten () und variable Kosten zu berücksichtigen sind. In einer Plankostenrechnung (Vollkostenrechnung) werden die Gesamtkosten auf die Kostenträger verrechnet.

Einzelnachweise

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