Ulrich Rebstock (* 18. Mai 1951 in Kirchheim/N.) ist ein deutscher Orientalist und Professor für Islamwissenschaft und Arabistik in Freiburg im Breisgau.

Leben Von 1973 bis 1978 studierte Rebstock Völkerkunde, Orientalistik und Indogermanistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen und der School of Oriental and African Studies (SOAS) in London. Anschließend absolvierte er von 1979 bis 1980 ein kurzes Studium der Geologie.

Er promovierte 1983 mit der Arbeit Die Ibadiya im Magrib und habilitierte sich 1990 mit Rechnen im islamischen Orient. Danach lehrte er 1991 an der Universität zu Köln und 1992 an der Freien Universität Berlin. Von 1993 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2017 war er als ordentlicher Professor für Islamwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg tätig, wo er seitdem als Professor emeritus wirkt.

Seine Forschungsschwerpunkte sind Usul al-fiqh (Grundlagen der islamischen Rechtswissenschaft – Koran, Hadith, Qiyas, Idschma) Mauretanien Arabische Mathematikgeschichte

Er beschäftigt sich mit folgenden Forschungsprojekten: Kritische Textedition des 4., 5. und 6. Teils des Kitab al-A’dad des maurischen Historikers Ahmad b. Ahbayyib Maurische Rechtsgutachten. In Zusammenarbeit mit Yahya Ould El Bara (Nouakchott) und David Powers (Cornell University, Ithaca NY). Edition und Drucklegung von ca. 5000 mauretanischen Fatawa (16.–20. Jh.) in 9 Bänden.

Maurische Literaturgeschichte Rebstock hat in einer rund 20-jährigen Forschungsarbeit 5000 Autoren und 10.000 Werktitel zusammengetragen und in einer Datenbank gesammelt, die 2002 auch in Buchform unter dem Titel Maurische Literaturgeschichte erschienen ist. Das dreibändige Werk ermöglicht erstmals Einblicke in eine Literatur des maurischen Kulturerbes, deren Existenz bislang weitgehend unbekannt war.

Publikationen (Auswahl) Die Lampe der Brüder. (Siraj al-ikhwan) von ’Uthman b. Fudi 1985. ISBN 3-936687-31-5 Die Ibaditen im Magrib. (2./8.–4./10. Jh.) 1983 Sammlung arabischer Handschriften in Mauretanien. Kurzbeschreibungen von 2239 Handschrifteneinheiten mit Indices. Harrassowitz, Wiesbaden 1989, ISBN 3-447-02922-6. Rechnen im islamischen Orient. 1992. ISBN 3-534-11317-9 Die Reichtümer der Rechner. (Gunyat al-Hussab) von Ahmad b. Tabat. Die Araber – Vorläufer der Rechenkunst. 1993, ISBN 3-936687-32-3 Maurische Literaturgeschichte., 2001, 3 Bände. ISBN 3-935556-73-X At-Tadkira bi-usul al-hisab wa l-fara'id. (Buch über die Grundlagen der Arithmetik und der Erbteilung) von’Ali ibn al-Hidr al-Qurasi (st. 459/1067) 2001, ISBN 3-8298-4116-7 Der Einzelne und die Gemeinschaft. Ein islamisches Dilemma der Moderne. Vortrag gehalten im Sommersemester 2002 an der Universität Freiburg Die »Brücke des Rechnens« von Abū Marwān. Ein Gedicht über die arabische Kalenderrechnung und Astrologie. (PDF; 1,8 MB) 2007

Weblinks

orient.uni-freiburg.de

Einzelnachweise

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