Větřní (deutsch Wettern) ist eine Stadt im Okres Český Krumlov in Tschechien. Sie liegt fünf Kilometer südwestlich von Český Krumlov.

Geographie Der Ort liegt in 607 m ü. M. linksseitig der Moldau am Westhang des 789 m hohen Větrník. Nachbarorte sind Slavkov und Mezipotočí im Westen, Jezvinec, Němče und Nové Spolí im Norden, Spolí im Osten und Lužná im Süden.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Větřní besteht aus den Ortsteilen Dobrné (Zistl), Hašlovice (Hoschlowitz), Lužná (Luschne), Nahořany (Hochdorf), Němče (Niemsching), Větřní, Zátoň (Ottau) und Zátoňské Dvory (Ebenau) sowie den Ansiedlungen Dolní Němče (Unter Niemsching) und U Jakubců. Auf den Gemeindefluren liegen die Wüstungen Dolní Světlá (Unter Zwiedlern), Horní Světlá (Ober Zwiedlern), Lštín (Alsching), Metlín (Mödling), Tisovka (Distlowitz) und Záhoří (Sahorz). Grundsiedlungseinheiten sind Dobrné, Dolní Němče, Hašlovice, Lužná, Nahořany, Němče, U lípy, Větřní, Zátoň und Zátoňské Dvory.http://www.uir.cz/zsj-obec/545830/Obec-Vetrni

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Hašlovice, Větřní, Všeměry-Zátoň, Záhoří u Větřní und Zátoňské Dvory.http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/545830/Obec-Vetrni

Nachbargemeinden

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung von Wetern stammt vom 7. September 1347, als Peter I. von Rosenberg seinem Kämmerer Višna verlieh. 1380 erhielt der Hof Wetern den Status eines freien Erblehns und die Rosenberger überließen den Višna von Wetern zugleich noch die Pötschmühle (Pečka). Die Višna, die sich bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts nachweisen lassen, bekleideten hohe Ämter am Hof der Rosenberger. 1603 musste Jan Višna seinen verschuldeten Besitz Wettern mit Gollitsch (Kaliště), Mödling (Metlín) und Niemsching (Němče) an die Stadt Krummau verkaufen. Nach der Niederlage in der Schlacht am Weißen Berg verließ Višna Böhmen. Er war vermutlich der letzte dieses Adelsgeschlechts, das seitdem nie wieder erwähnt wurde.

Bis zur Aufhebung der Grundherrschaften im Jahre 1850 gehörte Wettern zu den Besitztümern der Stadt Krummau. 1870 erwarb Ignaz Spiro die Pötschmühle und baute die alte Mahlmühle zu einer Holzschleiferei um. Aus dieser entstand eine Papierfabrik, die zum größten Arbeitgeber im Ort wurde. 1880 lebten in Wettern 231 Menschen, 1910 waren es bereits 1005. Der Ort erweiterte sich und es entstanden Wohnsiedlungen für die Arbeiter. Dieser Trend setzte sich auch im 20. Jahrhundert fort und 1930 hatte Wettern, dass sich zu einer Siedlung städtischen Typs entwickelt hatte – ohne aber jemals Stadtrechte zu besitzen, 2082 Einwohner. 1892 erfolgte der Umbau der mittelalterlichen Veste zu einer Schule. In den 1920er Jahren bestanden in der Spiro-Papier- und Zellulosefabrik über 1000 Arbeitsplätze. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen verstaatlicht.

Die inzwischen zu einer Aktiengesellschaft privatisierte Papierfabrik JIP – Papírny Větřní, a. s. ist nach wie vor das bedeutendste Unternehmen am Ort. Seit 2017 ist Větřní eine Stadt.

Die Geschichte der Pötschmühle Am 24. März 1316 erscheint Peczka als Edelgut im Besitze des Friedrich, eines Sohnes des Dominik bei Passern und Bruders des Nikolaus bei Passern. Sie gehörten dem weitverzweigten Edelgeschlechte der von Teindles und Hörschlag an. Danach besaß das Gut Johann Sadlo bei Riemsching; nach dessen Tod fiel es 1383 an Peter Weichsel bei Wettern, der am 24. Juli 1361 vom Abte von Ostrov eine Wiese oberhalb der Pötschmühle und am 10. Jänner 1368 von den Herrn bei Rosenberg je eine Wiese unter- und oberhalb der Pötschmühle erworben hatte. Während die Pötschmühle den Rosenbergern gehörte, gehörte der frühere Edelhof den Weichsel b. Wettern.

Peter Weichsel b. Wettern kaufte auch am 26. Februar 1386 vom Abt Mstislaus bei Ostrov eine Wiese unterm Hradisch oberhalb der Pötschmühle; die Wiese, die wie die 1361 erworbene zum Ottauer Gute gehörte, besaß früher Peschek (Peter) Holka. Auf Peter Weichsel bei Wettern folgte sein Sohn Matthias Weichsel von Wettern, dann dessen Sohn Waniek (Wenzel), der am 4. November 1500 dem Laurenz Haluzna, Bürger in Krummau, seine unterhalb der Pötschmühle gelegene Wiese verkaufte. Haluzna übergab sie am gleichen Tage den Minoriten in Krummau, daher erhielt sie den Namen „Mönchwiese“. Am 20. Januar 1524 gab Wenzel Weichsel bei Wettern, der Sohn Wanieks den Minoriten (und Klarissinnen) eine Au bei der Pötschmühle neben der Mönchswiese. Am 20. September verkauften die Minoriten die Mönchswiese pfandweise dem rosenbergischen Kanzler Wenzel Albin bei Helfenburg, der den nahen Schwalbenhof besaß. Am 28. Juni 1600 gab Abraham Albin bei Helfenburg diese Wiese wieder dem Kloster zurück. 1738 erscheint diese Wiese unter dem Namen „Schwesterwiese“ im Besitze der Krummauer Klarissinnen.

Auf Wettern und im Besitze des Gutes bei der Pötschmühle erscheint dann der Sohn Wenzels Johann Weichsel auf Passern († 1577), dann dessen Sohn Adam Weichsel bei Wettern auf Passern. Dieser tauscht 1580 vom Pötschmüller Leonhard die Mühle für sein (Adams) Haus am Ringplatz ein. Schuldenhalber musste er aber bald die Mühle der Stadt Krummau verpfänden. Am 6. April 1590 überließ die Stadtgemeinde Krummau dem Wilhelm von Rosenberg die Pötschmühle. Die Pötschmühle wurde dadurch eine herrschaftliche Mühle (Herrenmühle). So erschien sie noch 1728; später wurde sie in Erbpacht gegeben und schließlich verkauft. Von Müllern wurden erwähnt: 1521 Kaspar Müller von der Pötschmühle, der dem Johann Müller aus Prachatitz die Mühle unterhalb der Krummauer Kirche verkaufte; 1566 die Pötschmüllerin Magdalene; 1580 Leonhard Pötschmüller.

In Wettern westlich der Pötschmühle war die Stammfeste der Herren Weichsel von Wettern, ein Edelhof mit Schutzmauern umgeben. Als erster urkundlicher Besitzer wird 1347 Peter Weichsel von Wettern genannt, der im Laufe der Zeit viele Grundstücke in Gollitsch, Mödling und Wettern selbst zukaufte, dann 1380 der Kirche in Krummau Zehenteinkünfte für Seelenmessen schenkte und 1386 dem Kloster Ostrow bei Prag als Besitzer von Ottau Wiesen oberhalb der Pötschmühle zum Geschenk machte. Die Herren von Wettern versahen bei den Rosenbergern verschiedene Ehrenämter. Peters Sohn Matthias war 1407 Burggraf auf Przibenitz, 1412 Burggraf auf Maidstein. Die Herren von Wettern kauften später noch das Gut Passern mit dem Dorf Wuretschlag und einem Teil von Kirchschlag, dann den Meierhof Ebenau (Ottau), Nespoding und kleine Besitze. 1603 verkaufte Johann Weichsel das Gut Wettern der Stadt Krummau und zog sich auf das Gut Passern zurück. Er war Protestant, hielt zum Winterkönig und nach der Schlacht am Weißen Berge flüchtete er. Das Gut Passern fiel dem Kaiser zu, und 1624 erwarb es ebenfalls die Stadt Krummau. Das Gut Wettern wurde mit Gubernialbewilligung vom 11. April 1795 in fünf Ansiedlungen aufgeteilt, Die Papierfabrik Krummau, welche als Papiermühle im Besitze der Familie Pachner von Eggersdorf ein altrenommiertes Unternehmen war, ging im Jahre 1861 in den Besitz des Herrn Ignaz Spiro, dem Großvater der späteren Besitzer, über.

Nachdem aus der Papiermühle in Krummau eine Papierfabrik geworden war, wurde es möglich, an eine weitere Ausdehnung des Unternehmens zu denken, wozu im Jahre 1870 die Mahlmühle Pötschmühle erworben und dort eine Holzschleiferei eingerichtet wurde. Die zur Verfügung stehenden Wasserkräfte von 120 PS waren für die damalige Zeit so bedeutend, dass Bedenken wach wurden, was denn mit einer so großen Kraft anzufangen sei und wie man den Holzstoff, den man mit 120 PS erzeugte, verwerten könne. Die Überproduktion an Holzstoff führte im Jahre 1880 zur Aufstellung einer Papiermaschine in der Pötschmühle, und somit war der Grund zur weiteren Entwicklung dieser Anlage gelegt.

Inzwischen war es immer schwieriger geworden, die für die Papiererzeugung notwendigen Lumpen zu verschaffen, weshalb man sich eingehend mit der Frage eines vollwertigen Ersatzproduktes beschäftigen musste. Den Bemühungen des deutschen Chemikers Dr. Eilhard Mitscherlich gelang es gegen Ende der 60er Jahre, durch chemische Ausschließung des Holzes die reine Zellulosefaser zu erhalten, welche den gewünschten Hadernersatz darzustellen versprach. Die maßgebenden Leiter des Unternehmens entschlossen sich im Jahre 1883 als erste Papierfabrik in der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie, einen Zellulosekocher aufzustellen, dem im Laufe der Jahre fünf weitere solcher Kocher folgten. Im Jahre 1889 kam die zweite Papiermaschine in der Pötschmühle zur Aufstellung, im Jahre 1893 folgte die dritte und im Jahre 1898 die vierte. Durch den Anschluss des Werkes Pötschmühle an die Budweis-Salnauer Lokalbahn bei Gojau wurde ebenfalls ein großer Schritt in der Weiterentwicklung getan, und erst dieser Bahnanschluss machte es möglich, daran zu denken, die Pötschmühle zu einem Unternehmen der Großindustrie auszugestalten. Da die Krummauer Stammfabrik wegen mangelndem Bahnanschlusses und Raummangel nicht entwicklungsfähig war, wurde sie nach dem Ersten Weltkrieg stillgelegt. Die Krummauer Papiermaschine wurde auf die Pötschmühle verlegt.

Die Wasserkräfte der Pötschmühle betrugen 11.500 Pferdekräfte. Es waren 6 Papiermaschinen, 7 Schleifapparate, 19 Pappenmaschinen und 6 Zellulosekocher im Betrieb. Erzeugt wurden jährlich 110.000 Zentner Sulfit-Zellulose. Beschäftigt waren in der Pötschmühle bis zu 1400 Leute. Um 1900 hatte Wettern 17 Häuser mit 415 Einwohnern. Um 1930 betrug die Einwohnerzahl etwa 1300, die Häuserzahl 32.Zs. „Waldheimat“ 2. Jg. 1925 Nr. 12, Seite 184

Im Jahre 1938 nannte sich die Firma „Böhmisch-Krummauer Maschinenpapierfabriken Ignaz Spiro und Söhne, Aktiengesellschaft“. Ende 1938 nach dem Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich wurde die Firma unter die Verwaltung eines Treuhänders gestellt und die Fusion mit der Steyrermühl in Österreich angeordnet. Nach Kriegsende 1945 wurden die Inhaber vom tschechoslowakischen Staat entschädigungslos enteignet.Unsere Heimat - Die Stadt Krummau an der Moldau im Böhmerwald, hrsg. Deutscher Böhmerwaldbund e. V., Waldkirchen 1992, S. 365ff.

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Hl. Johannes von Nepomuk Veste Wettern, 1892 zur Schule umgebaut Pfarrkirche hl. Johannes Nepomuk, von 1936 bis 1938 errichtet nach Plänen des Architekten Hans Foschum Kirche Johannes des Täufers in Zátoň, spätgotischer Bau aus der Zeit um 1500

Partnergemeinden Lotzwil, Schweiz

Töchter und Söhne Walther Zifreund (1928–2005), deutscher Erziehungswissenschaftler und Hochschullehrer

Weblinks

Website der Gemeinde auf obecvetrni.cz

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1347