Ulldart ist der Titel einer Serie von Fantasy-Romanen des deutschen Schriftstellers Markus Heitz, deren Bände seit 2002 erscheinen.

Markus Heitz erschuf eine umfangreiche fiktive Welt, die an den Hintergrund des 17. und 18. Jahrhunderts angelehnt isthttp://www.mahet.de/?page_id=68. Zentrum dieser Welt ist der Kontinent Ulldart, der zugleich den Titel der Serie stellt. Den Kern der Handlung bildet eine Prophezeiung, die besagt, dass im Falle des Todes des Prinzen von Tarpol die sogenannte Dunkle Zeit zurückkehre. Noch lebt die Welt in Frieden, doch gibt es Interpretationsprobleme, ob gemeint sei „beim Tod des Prinzen“ oder „wenn der Tod des Prinzen nicht eintritt“.

Hieraus wird ein verwobener Handlungsstrang mit zahlreichen modifizierten Anspielungen auf Motive klassischer Romane und moderner Fantasy-Literatur sowie entsprechender Computer-Rollenspiele entwickelt, der sich zunehmend verzweigt und stetig weitere Nebenschauplätze und neue Personen vielfältiger Art einführt. Die Hauptfigur Lodrik Bardri¢ entwickelt sich im Laufe der ersten sechs Bände von einem verwöhnten, pummeligen Prinzen, der Kekse über alles liebt, zum gutmütigen, geliebten Herrscher des ganzen Kontinents. Er repräsentiert nach Aussage des Autors „das Motiv des dicken, jugendlichen Versagers, der nach und nach heranreift und alles versucht, um bestehendes Unrecht abzuschaffen und Gerechtigkeit zu erschaffen“ und „das Motiv des schuldlos Schuldigwerdens, weil sich die Hauptfigur irgendwann wegen des äußeren Drucks nicht mehr zu helfen weiß und nach dem Dunklen greift, ihn andere regelrecht in die Arme des Bösen treiben“, „das einmal in brachialer Gestalt, ein anderes Mal mit perfekter Freundlichkeit und gewissenloser Hinterlist auftritt“.siehe 1.

Der erste Roman der Reihe, Ulldart – Die dunkle Zeit 1, erhielt den Deutschen Phantastik Preis 2003 in der Kategorie Bestes Roman-Debüt National.

Editionsgeschichte Die ersten fünf aufeinander aufbauenden Bände der Reihe wurden unter dem Titel „Ulldart - Die dunkle Zeit“ im Heyne Verlag publiziert. Aufgrund umfangreicher Textkürzungen und der Zusammenlegung des fünften und sechsten Bandes durch den Heyne Verlag wechselte Heitz zum Münchener Piper Verlag, wo inzwischen alle sechs Bände in neuer Gestaltung und voller Länge erschienen sind.

Eine zweite Reihe, „Ulldart – Die Zeit des Neuen“, erscheint ebenfalls im Piper Verlag und führt die Geschichte um Ulldart fort. In dieser Reihe sind bislang drei Romane mit den Titeln „Ulldart – Trügerischer Friede“, „Ulldart – Brennende Kontinente“ und „Ulldart – Fatales Vermächtnis“ veröffentlicht worden. Der Autor behält sich eine Fortführung bisher vor.

Ebenfalls bei Piper sind vier Sammelbände erschienen. Die Bände eins bis drei enthalten jeweils zwei Bände der ersten Reihe „Die Dunkle Zeit“. Der vierte Band beinhaltet die drei Bände der zweiten Reihe „Die Zeit des Neuen“.

Seit dem Jahr 2006 sind außerdem bislang drei Spielbücher im Verlag Pegasus Press erschienen, in denen der Leser interaktiv die Rolle des Helden übernehmen kann. Sie tragen die Titel „Todesbote“, „Flucht aus Rogogard“ und „Perdors Untergang“.Die Ulldart-Reihe bei txtbank.de

Inhalt Dunkle Zeit Der Romanzyklus beginnt mit einer Reise des verwöhnten, dicklichen „Keksprinzen“ Lodrik Bardri¢, der von seinem Vater, dem Herrscher, genannt Kabcar von Tarpol, in eine entfernte Provinz geschickt wird, um dort als Gouverneur politische Erfahrungen zu sammeln. Dabei wird seine wahre Identität geheim gehalten, nur seine Begleiter, der Diener Stoiko Gijuschka und sein Leibwächter Waljakov kennen sie. Während seines Aufenthaltes in der Provinz entwickelt sich der Prinz mit Hilfe seiner beiden Vertrauten zu einem schlanken und politisch gebildeten jungen Mann. Er erleichtert durch seine Anordnungen der Provinz-Bevölkerung das Leben, schafft sich dadurch jedoch Feinde beim Adel. In dieser Zeit wendet sich Lodrik von Ulldrael dem Gerechten, dem Hauptgott Ulldarts, ab und Tzulan, dem Gebrannten Gott, zu. Dadurch erhält er magische Fähigkeiten, ohne dass ihm dies sogleich bewusst wird. In der Provinz lernt Lodrik seinen Freund Ijuscha Miklanowo kennen und über diesen seine zukünftige Geliebte Norina Miklanowo.

Nach dem Tod seines Vaters nimmt Lodrik dessen Platz als Kabcar von Tarpol ein und reformiert das Land mit dem Ziel, die Lebensbedingungen des einfachen Volkes zu verbessern. Seine Freunde Stoiko, Waljakov und Norina helfen ihm dabei. Seine Maßnahmen verärgern den Adel und den Bevölkerungsteil der Brojaken, die durch sie Machtverluste erleiden. Zugleich provoziert er unwillentlich die Völker seiner Nachbarländer. Er überlebt ein Attentat und lernt dadurch unter anderem Nerestro von Kuraschka und Bruder Matuc, einen Mönch des Gottes Ulldrael, kennen. Wegen einer Klausel im Testament seines Vaters ist Lodrik gezwungen, seine verhasste Cousine Aljascha Radka Bardri¢ zu heiraten. Obwohl diese seine rechtmäßige Gemahlin wird, liebt Lodrik nur Norina, mit der er gemeinsam sein Reich verändern will. In Tarpol bahnt sich eine Art Bürgerkrieg an, als Mortva Nesreca erscheint, ein seltsamer Mann, der sich als Vetter Lodriks ausgibt und ihm angeblich beistehen will. Als Berater an Lodriks Seite verdrängt er Stoikos Platz und unterrichtet den Kabcar im Umgang mit Magie, derer er sich nun bewusst wird. In der Schlacht bei Dujulev erhält Lodrik unverhofft Hilfe vom Gebrannten Gott persönlich, der ihm seinen treuen Diener Sinured das Tier schickt. Diese allgemein verhasste Gestalt ist nach über 400 Jahren aus dem Meer zurückgekehrt, um Lodrik im Kampf gegen die Borasgotaner zu unterstützen. Durch seinen neuen Streiter verfeindet sich Lodrik mit dem gesamten Kontinent. Er beachtet die Ratschläge seiner engsten Freunde nicht mehr. Sein Berater Nesreca vertreibt oder vernichtet nacheinander die loyalen Freunde Lodriks und redet ihm ein, seine Geliebte Norina sei mit dem Kind des Leibwächters schwanger, welches eigentlich von Lodrik selbst stammt. Sie flieht mit diesem und gebiert ihren Sohn mit Hilfe der Schicksalsseherin Fatja auf stürmischer See, wird jedoch schon bald von ihm getrennt. Auf dem fernen Kontinent Kalisstron wird sie von Piraten als Sklavin verkauft und verliert ihr Gedächtnis. Lodriks intriganter Berater schließt sich hingegen mit der Kabcara, der Gemahlin Lodriks, zusammen. Er erzieht die Drillinge des Paares nach seinem Ermessen und hetzt sie gegen den Vater auf. Währenddessen dehnt Lodrik sein Reich immer weiter aus, beabsichtigt nun jedoch, dem Kontinent damit zu einer Demokratie zu verhelfen.

Unterdessen wächst auf Kalisstron der Sohn Lodriks und Norinas heran. Er wird von Bruder Matuc und der Schicksalsseherin Fatja erzogen, welche vor vielen Jahren das Schicksal des einstigen Tadc Lodrik vorhersah und auch voraussagte, dass Lorin, der Sohn, einmal das Schicksal Ulldarts retten würde. Lodriks ehemaliger Leibwächter Waljakov findet zu ihnen und unterrichtet fortan den Sohn seines einstigen Schützlings ebenso wie früher den Vater.

Im Süden des Kontinents Ulldart ziehen sich die letzten Feinde des Kabcar zusammen und kämpfen als Staatenbund gegen Lodrik. Einer der Gegner, König Perdór von Ilfaris, zieht sich mit seinem Hofnarr Fiorell nach Kensustria, dem letzten Standpunkt gegen Lodrik, zurück. Eine Wassersperre verhindert jeden Kontakt mit dem Reich. Die Armeen Lodriks schließen sich immer enger um die geheimnisvollen Kensustrianer und Lodrik, inzwischen endgültig wieder zur Vernunft gekommen, will sich der Störenfriede auf Ulldart entledigen und schickt seine Frau Aljascha ins Exil. Als er daraufhin Nesreca und andere Gegner beseitigen will, wird er stattdessen von seinem Sohn Govan, einem der Drillinge, hinterhältig ermordet. Dieser besteigt anschließend den Thron und wird damit Herrscher über ganz Ulldart. Er beschließt einen letzten Kriegszug gegen Kensustria mit dem Ziel, die ganze Welt zu erobern. Sein letzter Gegner, sein Halbbruder Lorin, sitzt auf dem Kontinent Kalisstron fest.

Nach und nach widerruft Govan alle Reformen seines beim Volk beliebten Vaters und legt Tzulan an Stelle Ulldraels als offiziellen Gott seines Reiches fest. Von Größenwahn getrieben, will er sich zum Carije, zum Kaiser Ulldarts, krönen lassen. Das Volk, wieder zur Leibeigenschaft gezwungen, hasst ihn dafür. Die Eroberung Kensustrias erweist sich als schwierig, doch gelingt es Govan, sich seiner letzten Feinde innerhalb seines Reiches zu entledigen. Dazu gehört vor allem der Orden der Hohen Schwerter unter Nerestro von Kuraschka. Nesreca, welcher seinen jungen Schüler im Griff zu haben glaubte, stellt bald fest, dass dieser ihm überlegen ist, und mimt daher den gehorsamen Berater, während er gegen ihn intrigiert. Govan will unterdessen nicht nur noch mehr Macht erlangen, sondern begehrt auch seine Schwester, auf deren Besitz er als Gott ein Recht zu haben glaubt.

Nach einigen Verzweigungen im weiteren Handlungsverlauf stellt sich heraus, dass Govans Vater Lodrik trotz seiner Ermordung dem Totenreich entkam und zum Nekromanten wurde. Mit einer Armee von Geistern zieht er nach Kensustria, wo ihm all seine früheren Taten verziehen werden. Er schafft es außerdem, dass sich die tarpolischen Truppen, dessen Kabcar er einst war, von Govan abwenden. Gemeinsam mit ihm schließen sich die letzten Gegner seines Sohnes zusammen, um ihn anzugreifen und das Böse von Ulldart zu tilgen. In der Ebene, in der einst auch Sinureds Heer besiegt wurde, stellen sie sich dem scheinbar übermächtigen Gegner. Zusammen können Kensustrianer, Ilfariten, Tarpoler, Lodrik mit seinen Geistern, Stoiko sowie die Überlebenden vom Kontinent Kalisstron den Gegner schwächen. Lodrik tötet Nesreca, Sinured stirbt, Govan wird von Lorin und Tokaro von Kuraschka – Adoptivsohn von Nerestro –, die sich im Handlungsverlauf als Halbbrüder herausstellen, besiegt und nur Zvatochna gelingt es zu fliehen, wobei sie jedoch von Lodriks Geistern verfolgt und getötet wird. Die tzulandrischen Truppen ergeben sich und es sieht letztlich so aus, als sei alles Böse von Ulldart getilgt.

Zeit des Neuen Nach der erfolgreichen Schlacht gegen den wahnsinnigen Carije Govan legt sich wieder der Alltag über Ulldart. Die Reiche haben gemeinsame Ziele und hoffen auf eine friedliche Zukunft. Norina wird Kabcara von Tarpol und auch in den anderen Reichen beginnen vernünftige und vom Krieg verschreckte Herrscher einen Neuanfang. König Perdór von Ilfaris hält als Vermittler die Reiche zusammen und kontrolliert weiterhin – doch nun noch genauer – mit seinen Spionen den Frieden auf dem Kontinent. Doch schon bald bahnen sich neue erschreckende Ereignisse an. Inmitten von Intrigen beginnt der neue Kabcar Raspot der Erste von Borasgotan sein Amt und in Granburg schmiedet die intrigante und bösartige ehemalige Kabcara Aljascha schon ihre Pläne zu einer erneuten Machtübernahme in Tarpol.