Swiss International Air Lines, im Aussenauftritt SWISS, ist die nationale Fluggesellschaft der Schweiz, mit Hauptquartier und Drehkreuz auf dem Flughafen Zürich-Kloten. Sie ist Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance. Die Swiss International Air Lines gehört zu den 500 grössten Unternehmen in der Schweiz.

Geschichte mini|Hauptquartier der Swiss am Flughafen Basel-Mulhouse mini|Swiss-Flugzeuge in Zürich mini|Swiss House (), Vertretung in Tokio mini|Mehrere Swiss-Maschinen auf ihrer Heimatbasis in Zürich

Gründung Infolge der Insolvenz der Swissair, der damaligen nationalen Schweizer Fluggesellschaft, im Oktober 2001 wurde die Crossair mit Statutenänderung vom 13. Mai 2002 in Swiss International Air Lines umbenannt.Publikation der Namensänderung (PDF; 29 kB) im Schweizerischen Handelsamtsblatt vom 4. Juli 2002.

In der Zeit zwischen dem Swissair-Grounding am 2. Oktober 2001 und dem Start der Swiss am 1. März 2002 wurde die Swissair vom Schweizer Staat mit den notwendigen liquiden Mitteln unterstützt, um den Flugbetrieb aufrechterhalten zu können und die Gründung der Swiss zu ermöglichen. Entwicklung und Einführung der Marke «Swiss» wurden dabei vom Unternehmen von Tyler Brûlé durchgeführt.

Gesellschaftsrechtliche Ausgangsgrundlage der Swiss bildete die Basler Regionalfluggesellschaft Crossair, deren Strukturen mit finanzieller Unterstützung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, einiger Kantone sowie der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse für den Aufbau einer neuen, international tätigen Schweizer Linienfluggesellschaft genutzt wurden. Die Crossair änderte ihren Namen in Swiss und übernahm je 26 Lang- und Kurzstreckenflugzeuge der ehemaligen Swissair sowie zu einem grossen Teil deren Flugverbindungen. Das Projekt trug den Namen «Phönix+».

Swiss führte neben Linienflügen auch Charterflüge zu europäischen und nordafrikanischen Ferienzielen durch. Bis einschliesslich Sommerflugplan 2004 wurden die Charterflüge unter der Marke Swiss Sun durchgeführt. Ihre Airbusflotte wurde bis Ende 2016 durch SR Technics Switzerland gewartet. Seit 2017 wird die Wartung der Swiss-Flotte von der eigenen Swiss Maintenance in Zürich (A220/A320fam/A330/A340/B777) und in Genf (A220 und A320fam) übernommen.

Drehkreuz Basel Am 31. Mai 2015 flog die Swiss mit dem Flug LX486 zum letzten Mal vom Flughafen Basel-Mulhouse aus nach London City. Die Swiss stellte den Flugbetrieb ab Basel ein und gab damit ihr drittes Drehkreuz neben Zürich und Genf auf. Zuletzt waren neben London noch Hamburg, Prag, Barcelona und Mallorca angeflogen worden. Der Betrieb war auf dem sich zu einem Low-Cost-Carrier-Markt entwickelnden Flughafen für die Swiss nie rentabel gewesen.Swiss kehrt ihrer Geburtsstadt den Rücken. In: aerotelegraph.com 1. Juni 2015.Letzter Swiss-Flug in Basel abgehoben. In: Neue Zürcher Zeitung. 31. Mai 2015.

Übernahme durch Lufthansa Nachdem frühere Übernahmeangebote der Lufthansa seitens der Schweizer Eigentümer gescheitert waren, einigte sich Swiss im Herbst 2003 mit Oneworld unter der Führung von British Airways auf eine baldige Mitgliedschaft. Anfang Juni 2004 wurden die Beitrittsverhandlungen jedoch ergebnislos abgebrochen.

Für 2003 wies Swiss einen Verlust von 687 Millionen Schweizer Franken (Vorjahr 980 Millionen) bei einem Umsatz von 4,126 Milliarden (Vorjahr 4,395 Milliarden) Franken aus. Für 2004 hatte Swiss ursprünglich ein ausgeglichenes Ergebnis prognostiziert, kündigte aber im Juni 2004 einen erneuten Jahresverlust an, der mit hohen Treibstoffkosten begründet wurde.

Die Führungsetagen von Swiss und Lufthansa führten währenddessen monatelang geheime Verhandlungen über eine Übernahme. Am 22. März 2005 einigte sich der Lufthansa-Konzern mit den Swiss-Grossaktionären, zu denen insbesondere Credit Suisse, UBS, die Eidgenossenschaft und der Kanton Zürich gehörten. Vereinbart wurden im Ergebnis für einen niedrigen Kaufpreis von 310 Millionen Euro eine schrittweise Übernahme der Swiss durch den Lufthansa-Konzern, der Fortbestand der Marke Swiss und der Erhalt des Drehkreuzes Zürich neben den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München. Die Klauseln der Vereinbarung zur Eigenständigkeit wurden durch die Swiss Luftfahrtstiftung über einen Zeitraum von 10 Jahren bis 2015 überwacht.

Im Februar 2005 rapportierte der im April 2004 ernannte neue Swiss-Konzernchef, der Deutsche Christoph Franz, einen Nettoverlust von 140 Millionen Franken. Der konsolidierte Betriebsertrag im Geschäftsjahr 2005 stieg auf 3,732 Milliarden Schweizer Franken (Vorjahr: 3,642 Milliarden). Das Betriebsergebnis (EBIT) vor Restrukturierungskosten verbesserte sich auf −14 Millionen (Vorjahr: −122 Millionen) Franken. Aus währungsbedingten Wertanpassungen in Höhe von 65 Millionen Franken auf Verbindlichkeiten in US-Dollar sowie Restrukturierungskosten in Höhe von 41 Millionen Franken resultierte ein im Vorjahresvergleich von 140 deutlich auf 178 Millionen Franken gestiegener Nettoverlust. Im Geschäftsjahr 2006 erzielte Swiss mit einem Plus von 263 Millionen Schweizer Franken bei einem Umsatz von 4,153 Milliarden Franken zum ersten Mal einen Jahresgewinn.Die Swiss erstmals mit Gewinn. In: Neue Zürcher Zeitung online. 8. März 2007.

Am 2. Juni 2005 beschloss die von Lufthansa, United Airlines und weiteren Fluggesellschaften gegründete Luftfahrtallianz Star Alliance die Aufnahme der Swiss im Jahr 2006. Der Beitritt erfolgte am 1. April 2006. Schon ab Herbst 2005 waren alle Flugverbindungen zwischen Deutschland und der Schweiz von Lufthansa und Swiss im Codesharing und ab denselben Terminals betrieben worden. Zum Winterflugplan 2005 traten auch Kooperations­vereinbarungen mit Austrian Airlines, TAP Portugal, United Airlines und Air Canada als Vorbereitung des Beitritts der Swiss zur Star Alliance in Kraft.

Im Oktober 2005 teilte die Swiss-Führung mit, man werde die Regionalflotte in die neue Gesellschaft Swiss European Air Lines auslagern mit Betriebsgenehmigung zum Winterflugplan 2005.

Entwicklung seit 2007 Am 21. Juni 2007 verkündete die Deutsche Lufthansa AG die komplette Übernahme der Swiss zum 1. Juli 2007.. In: Handelsblatt. 21. Juli 2007. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Lufthansa 100 Prozent der Anteile des Schweizer Unternehmens. Zuvor gehörte aus rechtlichen Gründen die Swiss bis zur Neuaushandlung von Landerechten mit vielen aussereuropäischen Ländern nur zu 49 Prozent der Lufthansa. Die restlichen 51 Prozent verblieben bei der eigens zu diesem Zweck gegründeten Schweizer Stiftung Almea. Almea und Lufthansa waren in diesem Verhältnis (51:49) Eigentümer der Firma AirTrust AG, die wiederum Alleineigentümerin der Swiss war. Somit galt die Swiss als Schweizer Firma und konnte so die vorhandenen Verkehrsrechte in den Ländern ausserhalb der Europäischen Union beibehalten, die seit je weltweit zwischenstaatlich geregelt und nicht an andere Staaten veräussert werden. Das Delisting der Swiss-Aktie an der Schweizer Börse war bereits am 27. Januar 2006 erfolgt.Squeeze-Out Verfahren erfolgreich abgeschlossen. Website der Swiss, 20. Januar 2006 (Medienmitteilung).

Am 8. Februar 2008 wurde die Übernahme der Gesellschaft Edelweiss Air, die im Zuge einer strategischen Partnerschaft zwischen dem bisherigen Besitzer Kuoni und Swiss den Besitzer wechselte, durch die Swiss bekanntgegeben. Die Chartergesellschaft wird mit eigener Geschäftsleitung, eigener Flotte und eigener Crew weiterbetrieben. Die Marke «Edelweiss» wird beibehalten.

Am 18. Juli 2008 gab Swiss die Übernahme der in der Geschäftsluftfahrt tätigen Servair Private Charter AG bekannt. Sie wird unter dem Namen Swiss Private Aviation und mit dem bisherigen Management und den bisherigen Mitarbeitern weitergeführt. Mit der Übernahme schuf Swiss eine Plattform für den Betrieb der Lufthansa-Private-Jet-Flotte (LPJ), die 2007 in Kooperation mit NetJets durch Lufthansa gegründet worden ist und vorübergehend bis zu diesem Zeitpunkt von Swiss European Air Lines betrieben wurde.. Website der Swiss, 18. Juli 2008 (Medienmitteilung). Allerdings war das Vorhaben nicht erfolgreich, und so wurde 2011 Konkurs angemeldet und Lufthansa Private Jet wieder zurück in die Lufthansa Passage verlagert.

Im Jahr 2008 erwirtschaftete Swiss einen Umsatz von 5,267 Milliarden Schweizer Franken (2007: 4,895 Milliarden Franken) und einen Betriebsgewinn von 507 Millionen Franken (2007: 542 Millionen Franken). Der Personalbestand lag per Ende 2008 bei 7'337 Mitarbeitern bzw. 6'026 Vollzeitstellen (Ende 2007: 7'277 Mitarbeiter bzw. 6'022 Vollzeitstellen). Website der Swiss (Medienmitteilung; PDF; 175 kB).

mini|Bis Oktober 2011 genutztes Logo der Swiss Swiss beförderte im Jahr 2010 – bei einem durchschnittlichen Sitzladefaktor für das gesamte Streckennetz von 82,3 Prozent – 14,1 Millionen Passagiere (2009: 13,8 Millionen; 2008: 13,5 Millionen; 2007: 12,2 Millionen) und war damit die grösste Fluggesellschaft der Schweiz.

Im August 2011 veröffentlichte Swiss ihr neues Logo, das dem der Swissair sehr ähnelt. Der Schriftzug SWISS wird durch eine Heckflosse mit Schweizerkreuz ergänzt. Dieses Logo ersetzte im Oktober 2011 das vorherige Logo, den Swiss Cube. Auch ein neues Motto wurde bekannt gegeben, Our sign is a promise, zur Betonung der Schweizer Werte der Swiss.Lucienne-Camille Vaudan, Simon Eppenberger: Widerstand gegen das Ende des Swiss-Würfels. In: Tages-Anzeiger. 20. August 2011.

Im Juli 2014 kündigte die Eurowings, eine Lufthansa-Tochter, für das nächste Jahr die Gründung einer Basis auf dem Flughafen Basel an. Die Swiss zog sich dafür von Basel-Mulhouse zurück und setzte ihr Personal auf anderen Strecken und Standorten ein. Der Firmensitz auf demselben Flughafen ist von dieser Veränderung nicht betroffen.Swiss muss Basel-Mulhouse aufgeben – Lufthansa-Airline Eurowings übernimmt. In: Neue Zürcher Zeitung. 9. Juli 2014, abgerufen am 9. Juli 2014.

Per 1. Januar 2018 wurde der ehemalige Armeechef André Blattmann in den Verwaltungsrat der Swiss berufen,André Blattmann. Website der Swiss, abgerufen am 6. Januar 2021. der 2024 zusammen mit Ashwin Bhat und Remco Steembergen bei der Verkleinerung des Verwaltungsrats auf drei Personen ausschied, während der vormalige CEO Dieter Vranckx in das Gremium nachrückte.Swiss stellt nach Restrukturierung Verwaltungsrat neu auf, Hotelrevue, 24. Mai 2024

Entwicklung seit 2020 Ab März 2020 wurde der reguläre Flugbetrieb infolge der Covid-19-Pandemie eingestellt und nur noch eine Rumpfflotte betrieben.Swiss will nächste Woche nur noch fünf Flugzeuge betreiben. In: Sky News. 19. März 2020.Soll der Staat der Swiss helfen? Und falls ja: Wie soll das geschehen? In: Neue Zürcher Zeitung. 24. März 2020. Auf dem Militärflugplatz Dübendorf wurden 14 Flugzeuge abgestellt, um ein Abstellen im Ausland zu vermeiden, was die Wartung der abgestellten Maschinen verkompliziert hätte, weshalb auch 5 Flugzeuge der Edelweiss und 4 Embraer-Jets von Helvetic dort standen. Mindestens ein Langstreckenflugzeug wurde für Repatriierungsflüge bereitgehalten;Schweizer Luftbrücke. In: Cockpit. 23. März 2020. bis Ostern wurden insgesamt 30 Flüge im Auftrag des Bundes durchgeführt, um Schweizer aus dem Ausland zurückzubringen. Zudem wurden erstmals Swiss-Flugzeuge für reine Frachtflüge eingesetzt.Swiss: Rückholaktion und Frachtflüge mit Passagierflugzeugen. In: Sky News. 24. März 2020.Swiss nutzt Passagierflugzeuge für den Transport von medizinischem Schutzmaterial. In: Luzerner Zeitung. 6. April 2020.Grösste Rückholaktion in der Schweizer Geschichte. In: Swissinfo. 9. April 2020. Im Mai 2020 bot die Swiss nur noch 3 Prozent ihres ursprünglichen Angebots an.Benjamin Weinmann: Volles Cockpit, leere Kabine: Trotz Corona finden nach wie vor Passagierflüge statt – aber wieso eigentlich? In: Luzerner Zeitung. 16. Mai 2020. Für das zweite Quartal 2021 rechnete Swiss mit einem Angebot, das durchschnittlich etwa 37 Prozent des Niveaus von 2019 erreichen sollte.