Die Bankleitzahl (BLZ) war in Deutschland und Österreich eine Kennziffer zur eindeutigen Identifizierung eines Kreditinstituts. Die Bankleitzahl bestand in Deutschland immer aus acht Ziffern, in Österreich aus fünf Ziffern. In der Schweiz und in Liechtenstein hatte die Bankclearing-Nummer (BC-Nummer) dieselbe Bedeutung. Die Bankleitzahl war bei vielen Geschäftsvorfällen im Zahlungsverkehr anzugeben (z. B. Überweisung).

Mit der Errichtung des Europäischen Zahlungsraumes (SEPA), der die nationalen Zahlungssysteme ab dem 1. Februar 2014 vollständig ersetzt hat, wurden die Bankleitzahlen in den beteiligten Staaten durch BIC (Business Identifier Code), auch SWIFT-Code genannt, ersetzt. Gleichzeitig wurden die Bankleitzahlen in einigen Staaten, so auch in Deutschland, zusammen mit der Kontonummer zum Bestandteil der Internationalen Bankkontonummer (IBAN).

Deutschland Die Bankleitzahl wurde in Deutschland 1970 eingeführt und ist in der Regel gleichzeitig die Kontonummer des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank (bankleitzahlgebundenes Bundesbank-Girokonto). Bei diesen Girokonten weist die Ortsnummer im Regelfall auf die kontoführende Filiale der Deutschen Bundesbank hin. Die Bundesbank veröffentlicht Aktualisierungen des Verzeichnisses deutscher Banken im vierteljährlichen Zyklus sowie darüber hinaus auch die Bankleitzahlen-Dateistruktur.Merkblatt Bankleitzahlendatei Deutsche Bundesbank, vom 13. August 2018

Aufbau Die erste Stelle der Bankleitzahl bezeichnet grundsätzlich das Clearing-Gebiet, in dem das Kreditinstitut seinen Sitz hat: 1 Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern 200px|Clearing-Gebiete (1. Stelle) der deutschen Bankleitzahlen (BLZ) 2 Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein 3 Nordrhein-Westfalen, Landesteil Rheinland (Regierungsbezirke Düsseldorf, Köln) 4 Nordrhein-Westfalen, Landesteile Westfalen und Lippe 5 Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland 6 Baden-Württemberg 7 Bayern 8 Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Die Stellen eins bis drei der Bankleitzahl bilden die Ortsnummer, die einen Bankplatz (Ort der Filiale der Deutschen Bundesbank) sowie den zugehörigen Bankbezirk (Bankplatz und das angrenzende Gebiet) kennzeichnet (früher LZB-Platz genannt).

Bankplätze der Deutschen Bundesbank

Die vierte Stelle der Bankleitzahl bezeichnet das Netz (Bankengruppe): 0 Deutsche-Bundesbank-Filialen 1 Kreditinstitute, soweit nicht in einer anderen Gruppe erfasst, und Niederlassung Postbank 2 Kreditinstitute, soweit nicht in einer anderen Gruppe erfasst (früher: Regional-, Lokal-, Spezial-, Haus- und Branchenbanken – z. B. Unicredit Bank) 3 Kreditinstitute, soweit nicht in einer anderen Gruppe erfasst (früher Privatbankiers – z. B. Consorsbank) 4 Commerzbank und Tochterinstitute 5 Sparkassen und Landesbanken 6 Genossenschaftliche Zentralbanken und Raiffeisenbanken 7 Deutsche Bank und Tochterinstitute 8 Commerzbank, früher: Dresdner Bank und ihre Tochterinstitute 9 Volksbanken

Die ersten vier Stellen einer neuen Bankleitzahl werden von der Deutschen Bundesbank festgelegt. Das Kreditinstitut legt die institutseigene Nummerierung (Stellen fünf bis acht der Bankleitzahl) – in Absprache mit der Deutschen Bundesbank – grundsätzlich selbst fest. Zusätzliche Bankleitzahlen für Kreditinstitute zur getrennten Abwicklung des Zahlungsverkehrs bestimmter Geschäftsfelder mit bedeutendem Zahlungsverkehr erhalten eine von der Bankleitzahl in den Stellen sieben und acht abweichende Nummerierung.

Beispiel

640 901 00 (Volksbank Reutlingen e. G.): 640 = die Bank liegt im Bundesbank-Bereich Reutlingen 9 = es handelt sich um eine Volksbank 0100 = individuell

Die 01 – oftmals auch 00 – lässt darauf schließen, dass die Bank am selben Ort ihren Sitz hat wie die Filiale der Deutschen Bundesbank, welche für diesen zuständig ist. Wenn also die fünfte Stelle – von links gelesen – eine Null zeigt, ist (oder war, nachdem viele Bundesbank-Filialen geschlossen sind) die betreffende Bank an einem sogenannten „Bankplatz“ ansässig.

Sonderregelungen

Für die Deutsche Postbank AG sind in den Stellen vier bis sechs ihrer Bankleitzahl stets die Ziffern „100“ vorgesehen, die für andere Kreditinstitute nicht vergeben werden. Die letzten beiden Stellen ihrer Bankleitzahlen entsprechen den ersten beiden Stellen der alten (!) Postleitzahlen der jeweiligen Niederlassungen (z. B. 46 für Dortmund oder 67 für Ludwigshafen).

Kreditgenossenschaften ohne bankleitzahlgebundenes Bundesbank-Girokonto führen in ihrer Bankleitzahl die gleiche Orts- und Bankengruppennummer wie die für sie zuständige genossenschaftliche Zentralbankniederlassung. Zur Unterscheidung ist in diesen Fällen als einheitliches Kennzeichen an der fünften Stelle die Ziffer neun reserviert. Diese Sonderregelung gilt jedoch nur in den Clearing-Gebieten zwei bis sieben.

Wiedervereinigung Nach der Wiedervereinigung wurden den in den fünf neuen Bundesländern ansässigen Kreditinstituten die Bankleitzahl nach einem modifizierten Schema zugeteilt. Grund hierfür war, dass in der DDR die Kontonummer schon eine Form der Bankleitzahl enthielt.

Die Systematik der Kontonummern war in der DDR einheitlich für alle Kreditinstitute definiert: xxxx-xx-xxxxxx (Beispiel 5121-10-123456): Die ersten drei Stellen definierten den Ort (z. B. 512 = Radebeul), die vierte Stelle das Kreditinstitut (z. B. 1 = Staatsbank der DDR), die fünfte Stelle kennzeichnete die Kontoart (z. B. 1 = Kontokorrentkonto), die sechste Stelle die Prüfziffer, die siebte bis zwölfte Stelle die eigentliche Kontonummer (ein- bis sechsstellig). Beispiel: Eine Kontonummer der Form 4962–4x-xxxxxx sagte aus, dass das Girokonto bei der Kreissparkasse Bautzen (4962) geführt wurde.

Nach der Wiedervereinigung wurden nach dem oben beschriebenen Schema (Clearing-Gebiet, Bankengruppe) die Stellen 1–4 der bundesdeutschen BLZ gebildet, daran wurde die DDR-BLZ angehängt. Es entstand also beispielsweise für die Kreissparkasse Bautzen die BLZ 85054962, wurde jedoch in 855 500 00 geändert.

Schreibweise Die Bankleitzahl wird in zwei Dreierblöcken und einem Zweierblock (z. B. 390 601 90) geschrieben.

Österreich Die österreichischen Bankleitzahlen genannten Clearingnummern sind fünfstellig. Eine Ausnahme bildet die Republik selbst; die Zahlungsverkehrsstelle der Republik Österreich, deren Konten von der BAWAG P.S.K. verwaltet werden, erhielt mit der BLZ 1000 eine vierstellige Clearingnummer. Die Österreichische Nationalbank verfügt über diverse Bankleitzahlen mit lediglich drei Stellen.Staatskonten: Republik erhält eigene Bankleitzahl. APA-Artikel auf DiePresse.com, 24. April 2012, abgerufen am 12. November 2016. bankkonditionen.at, abgerufen am 12. November 2016. Auf der Internetseite der Oesterreichischen Nationalbank können die Bankleitzahlen im Kreditinstitutsverzeichnis gesucht werden.

Schreibweise Die Bankleitzahl wird meist mit einem vorangestellten BLZ und – anders als die IBAN – nicht gruppiert geschrieben.

Andere Länder

Frankreich Die Clearingnummern sind zweiteilig. Sie bestehen aus einer fünfstelligen Institutsnummer, dem „Code Banque“, der vom Clearinghaus vergeben wird, und einer folgenden fünfstelligen Filialnummer, dem „Code Guichet“. Diese beiden Nummern sind gemeinsam mit der folgenden Kontonummer und der folgenden zweistelligen Prüfziffer „Code RIB“ Bestandteil der kompletten französischen Kontonummer.

Italien Die Clearingnummern sind zweiteilig. Sie bestehen aus einer fünfstelligen Institutsnummer, dem „Codice ABI“, der vom italienischen Bankenverband vergeben wird, und einer folgenden fünfstelligen Filialnummer „CAB“, dem Codice di Avviamento Bancario. Diese beiden Nummern sind gemeinsam mit dem einstelligen alphanumerischen Prüffeld „CIN“ und der folgenden Kontonummer Bestandteil der kompletten italienischen Kontonummer. Mexiko

Schweden Die Clearingnummern sind in Schweden Bestandteil der Kontonummer, deren vorderen Teil sie bilden. Sie sind meist vierstellig, lediglich bei der Swedbank haben die Clearingnummern fünf Ziffern.

Schweiz

Die Schweizer Clearingnummern heißen „BC-Nummern“ und sind bis zu fünf Ziffern lang. Sie werden im Auftrag der Schweizerischen Nationalbank durch die Firma SIX Interbank Clearing vergeben.

Spanien In Spanien ist die Bankleitzahl der erste Teil der Kontonummer. Die ersten 4 Ziffern bestimmen dabei die Bank, gefolgt von 4 Ziffern für die Filiale; diese 8 Ziffern entsprechen gemeinsam der Bankleitzahl. Die folgenden zwei Ziffern sind eine Prüfnummer und die letzten zehn Ziffern die Kontonummer. Im IBAN Format werden zusätzlich die Buchstaben ES sowie zwei Prüfziffern vorne angestellt.

Vereinigtes Königreich Die Clearingnummern nennen sich „Sort Code“ und sind sechsstellig. Sie werden vom Bankenverband British Bankers’ Association vergeben und im Industry Sorting Code Directory veröffentlicht. Jede Filiale einer Bank erhält eine eigene Nummer. Das Layout entspricht dem Schema 00-00-00.

Vereinigte Staaten In den USA wird eine Routing Transit Number (kurz RTN oder ABA genannt) benutzt, die auf allen Überweisern genutzt wird. Die Clearing-Nummer besteht aus neun Ziffern im Format XXXXYYYYC. Die ersten vier Ziffern sind ein Clearingcode, der durch die Notenbank festgelegt wird, wobei die ersten zwei Ziffern eine feste Klassifikation der Transaktion festlegen. Die mittleren vier Ziffern bezeichnen das Kreditinstitut entsprechend den Festlegungen der American Bankers Association, wobei die ersten Ziffern die Metropole oder den Bundesstaat beschreiben – dabei werden mit 1 bis 49 den bevölkerungsreichen Großstädten eigene Nummern zugewiesen (1 = New York) und mit den Nummern 50 bis 99 die Bundesstaaten mit den verbliebenen Territorien (99 = Wyoming). Die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer.

Kanada In Kanada wird die Clearing-Nummer kurz transit number genannt, in Abgrenzung zu den USA oft auch als Canadian transit number bezeichnet. Die Clearing-Nummer wird von der Canadian Payments Association vergeben und hat in der Papierform das Format XXXXX-YYY. Der erste Teil ist eine fünfstellige Filialnummer gefolgt von einer dreistelligen Banknummer. Der Bindestrich ist in der Papierversion integraler Bestandteil der Nummer. Für das elektronische Format wird das Layout umgedreht, der Bindestrich weggelassen und eine Null vorangestellt: 0YYYXXXXX.

Folgende generelle Regeln gelten:

Die erste Stelle der Banknummer beginnt für normale Banken mit 0, 2, 3 oder 6, bei Genossenschafts- und Volksbanken (Credit Union oder Caisse Populaire) mit der Ziffer 8 und bei den Trust Company mit 5. Beispiele:Canadian Payments Association: XXXXX-001 Bank of Montreal XXXXX-002 Bank of Nova Scotia XXXXX-003 Royal Bank of Canada XXXXX-004 Toronto-Dominion Bank (operiert heute unter dem Logo TD Canada Trust) XXXXX-006 National Bank of Canada XXXXX-010 Canadian Imperial Bank of Commerce (inklusive President’s Choice Financial) XXXXX-016 HSBC Canada XXXXX-039 Laurentian Bank of Canada XXXXX-117 Government of Canada XXXXX-127 Canada Post (money orders) XXXXX-177 Bank of Canada (Zentralbank) XXXXX-219 ATB Financial XXXXX-260 Citibank Canada XXXXX-290 UBS Bank (Canada) XXXXX-308 Bank of China (Canada) XXXXX-309 Citizens Bank of Canada (Canada) XXXXX-326 President’s Choice Financial(no longer assigned) XXXXX-338 Canadian Tire Bank XXXXX-340 ICICI Bank Canada XXXXX-509 Canada Trust (prior to the merger of TD & Canada Trust) XXXXX-540 Manulife Bank XXXXX-614 ING Direct Canada XXXXX-809 Credit Union Central of British Columbia XXXXX-815 Caisses Desjardins du Québec XXXXX-819 Caisses populaires Desjardins du Manitoba XXXXX-828 Credit Union Central of Ontario XXXXX-829 Caisses populaires Desjardins de l'Ontario XXXXX-837 Meridian Credit Union (formerly Hepco) XXXXX-839 Credit Union Heritage (Nova Scotia) XXXXX-865 Caisses populaires Desjardins acadiennes XXXXX-879 Credit Union Central of Manitoba XXXXX-889 Credit Union Central of Saskatchewan XXXXX-899 Credit Union Central Alberta