Eberhard Frowein (* 24. Mai 1881 in Elberfeld, Deutsches Reich; † 15. Januar 1964 in Altaussee, Österreich) war ein deutscher Roman-, Drehbuchautor, Firmenmanager, Produktionsleiter und Filmregisseur.
Leben Er war Sohn des Fabrikanten Abraham Frowein (1847–1893) und dessen Frau Luise Frowein. Nach seinem Abitur arbeitete er zunächst als Schriftsteller und verfasste die Romane „Lexikon der Liebe“, „Zuerst die Ponys“ und „Die eiserne Ann“. Im April 1908 gründete er gemeinsam mit Artur Landsberger die Morgen-Verlag GmbH (1908–1913)Handelsregister Berlin HRB Nr. 5375 und 1910 den Eberhard Frowein Verlag in Berlin-WilmersdorfHandelsregister Berlin HRA Nr. 36205. Ab Januar 1919 leitete er die Geschäftsstelle des Verbandes deutscher FilmautorenHandelsregister Berlin HRB Nr. 16176 und gründete im Oktober 1920 die Geschäftsstelle Deutscher Erzähler GmbHHandelsregister Berlin HRB Nr. 19735. Von 1922 bis 1924 war er Co-Geschäftsführer der Comedia Film GmbH (1922–1926).Handelsregister Berlin HRB Nr. 28485 Gemeinsam mit Hans Winter gründete er die Export-Firma Internationales Filmbüro GmbH.Handelsregister Berlin HRB Nr. 30931 Im Februar 1923 wurde er Mitglied des Aufsichtsrats der Jüdisches Künstlertheater AGHandelsregister Berlin HRB Nr. 31228 und im Mai Geschäftsführer der Otto Gebühr Film GmbH.HRB Nr. 29257, Einträge im Berliner Handelsregister am 19. Februar 1924 und 19. März 1925 An der Gründung der Bruckmann-Film-Fabrikations-Gesellschaft m.b.H im Januar 1924 war er wiederum als Co-Geschäftsführer beteiligt.Handelsregister Berlin HRB Nr. 33404 Im gleichen Jahr betreute er auch als Produktionsleiter die Westi-Produktionen Die Perücke und Die Puppe vom Lunapark. Im Februar 1925 wurde er Geschäftsführer der Unterrichts-Film GmbH, Verlag wissenschaftlicher FilmeHRB Nr. 20590, Eintrag im Berliner Handelsregister am 3. April 1925 und im Oktober 1926 gründete Frowein gemeinsam mit Alexander von Rothe und Torben von Rothe die Produktions- und Vertriebsfirma Verlag wissenschaftlicher Filme GmbHHandelsregister Berlin HRB Nr. 39085.
Neben sozialkritischen bzw. sozio-historischen Filmen war in den 1920er Jahren der Aufklärungsfilm eine Spezialität von Eberhard Frowein und Filme zu bis dato tabuisierten Themen der Sexualität, wie die beiden nach dem Niederländer Theodoor Hendrik van de Velde produzierten Filme Die Ehe (1929) und Fruchtbarkeit (1930). Die Zulassung des Films Die Ehe wurde jedoch am 22. Januar 1930 von der Filmoberprüfstelle widerrufen und es wurden diverse Schnittauflagen verfügt.Amtliches in: Deutscher Reichsanzeiger Nr. 21, Ausgabe vom 25. Januar 1930 Neben seiner Tätigkeit als Autor und Regisseur trat Frowein auch als Produzent auf. Als er gemeinsam mit Manfred Liebenau die Comedia Tonfilm GmbH (1932–1936) gründete, ahnte er nicht, dass er sich schon bald von seinem Geschäftspartner trennen musste, weil der 'Volljude' bei den Nazis 'unerwünscht' war.Handelsregister Berlin HRB Nr. 46896 Mit seinen Drehbüchern und Regiearbeiten entstanden zur Zeit des Nationalsozialismus der antisemitische Propagandafilm Am seidenen Faden (1938)Werner Sollors: Von A Foreign Affait to Taxi – Zur Kulturgeschichte der Besatzungszeit. In: Amerika und Deutschland – ambivalente Begegnungen. Hrsg.: Frank Kelleter und Wolfgang Knöbl, Wallstein, 2006, ISBN 9783892449591, S. 141. und der eugenische Propagandafilm Ich klage an (1941), der Akzeptanz für die nationalsozialistische Rassenhygiene und die Tötung sogenannten „lebensunwerten Lebens“ in der Aktion T4 schaffen sollte. Der Film verfehlte schon im Dritten Reich seine Wirkung und ist heute Vorbehaltsfilm.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging Eberhard Frowein nach Österreich und arbeitete an Heimatfilmen.
Filmografie Drehbuch 1923: Das Fränkische Lied 1927: Sünde am Weibe 1930: Fruchtbarkeit (Das Problem der Mutterschaft) 1931: Das Kind und die Welt 1935: Der Dämon des Himalaya 1938: Du und ich (nach „Du selber bist das Rad“) 1938: Am seidenen Faden 1939: Ziel in den Wolken 1941: Ich klage an 1945: Die Schenke zur ewigen Liebe (unvollendet) 1953: Ewiger Gutenberg 1954: Der Loibnerbauer
Regie 1920: Die Frau ohne Dienstag 1920: Der Sklave seiner Leidenschaft 1921: Der Perlenmacher von Madrid 1921: Der Leidensweg eines Achtzehnjährigen 1926: Sünde am Weibe 1929: Die Ehe (nach „Die vollkommene Ehe“ von Theodoor van de Velde) 1930: Fruchtbarkeit 1931: Heilende Hände 1931: Das Kind und die Welt 1932: Goethe lebt…! 1932: Das Weltkonzert I. Ouvertüre zu der Oper Wilhelm Tell von G. Rossini 1932: Das Weltkonzert II. Oberon Ouvertüre
Schriften Mein eignes propres Geld. Roman. Cotta, Stuttgart/Berlin 1933. Zuerst die Ponys. Drei Masken Verlag, Berlin 1938. Lexikon der Liebe. Drei Masken Verlag, Berlin 1939. Das Haus zur göttlichen Vorsehung. Hesse & Becker Verlag, Leipzig 1940. Die eiserne Ann. Paul Zsolnay, Wien 1949. Wunderwaffe Falschgeld. Neptun Verlag, Kreuzlingen 1954.
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. John Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 129.
Weblinks
Eberhard Frowein beim Deutschen Filminstitut
Eberhard Frowein bei kinotv.com
Einzelnachweise
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