Wesenberg ist eine Landstadt im Süden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie gehört dem Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte an. Historisch gehört Wesenberg zur Kulturregion Mecklenburg-Strelitz.

Das wasserreiche und touristisch geprägte Wesenberg ist ein staatlich anerkannter ErholungsortBäderverband Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 20. März 2014. und bildet für seine Umgebung ein Grundzentrum.Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015. Es ist einer der Hauptorte im Urlaubsgebiet Neustrelitzer Kleinseenland der Mecklenburgischen Seenplatte.

Geografie Geografische Lage Wesenberg liegt im oberen Havelgebiet, am Woblitzsee und unweit des Großen und des Kleinen Weißen Sees sowie des Großen Labussees (Ortsteil Klein Quassow). Naturräumlich ist es Teil des Neustrelitzer Kleinseenlandes in der Mecklenburgischen Seenplatte. In der Nähe befinden sich Neustrelitz und die Müritz (der größte innerhalb Deutschlands gelegene See) mit dem gleichnamigen Nationalpark. Im Südteil des Gemeindegebiets an der Grenze zu Brandenburg liegen der Große Pälitzsee und der Ellbogensee als Kreuzungspunkt der Müritz-Havel-Wasserstraße mit der Oberen Havelwasserstraße. Die Seen sind über die Schleuse Strasen miteinander verbunden.

Stadtgliederung Zur Stadt Wesenberg gehören folgende Ortsteile:Hauptsatzung § 1 (PDF).

Geschichte 13. bis 19. Jahrhundert Dokumente aus dem 13. Jahrhundert berichten, dass der Ort Wesenberg 1252 durch Fürst Nikolaus I. von Werle gegründet wurde. Bereits 1276 ging er nach einer Schlacht bei Groß Trebbow in den Besitz des Markgrafen Otto IV. von Brandenburg über, nur zwei Jahre später wurde das Schweriner Stadtrecht bestätigt und 1282 eine Burg errichtet. 1292 gelangte der Ort als Teil der Herrschaft Stargard und damit des Wittums der brandenburgischen Markgrafentochter Beatrix in die Hände der Mecklenburger, als sie Fürst Heinrich II. (den Löwen) zu Mecklenburg heiratete. Wesenberg wurde Landstadt in Mecklenburg und Teil der Städte im Stargardischen Kreis, die bis 1918 auf mecklenburgischen Landtagen der 1523 vereinten Landstände vertreten waren. 1326 kam Wesenberg in den Besitz von Ritter von Plote. Wenige Jahre später erlitt die Stadt Rückschläge in der wirtschaftlichen Entwicklung und Bevölkerungsverluste durch die Pest und Seuchen. Im 14. Jahrhundert fand die Wüstung Buristsorpe Erwähnung. mini|links|hochkant|St.-Marien-Kirche Die Reformation erreichte Wesenberg spätestens 1529, als Herzog Heinrich der Friedfertige den Prediger Laurentius Cassube auf die Wesenberger Pfarrei berief. Im Jahre 1610 beschrieb der Chronist Latomus den Ort als „ein ziemlich wohlgelegenes Städtlein reich an Wasser und Holz, aber der Ackerbau ist etwas gering, … auch ist daselbst ein Herrenhaus, darauf ein Amtmann gehalten wird, die Havel treibt eine zweigliedrige Korn- und Walkmühle.“ Nach dem Dreißigjährigen Krieg stand Wesenberg 1648 wie viele andere Städte am Rande des Ruins, ohne dass sich über viele Jahrzehnte die Situation verbesserte. Mehrere Brände wüteten dort. Daher wurde vorgeschrieben, die Wohnhäuser zukünftig mit einem größeren Abstand zueinander zu errichten, was noch heute vielfach zu sehen ist. Auch Plünderungen im 18. Jahrhundert erschwerten den wirtschaftlichen Aufschwung. Im Jahre 1806 besetzten französische Truppen die Stadt und quartierten sich für einige Jahre dort ein.

Die Landschulordnung von 1825 führte, zumindest im Domanium, die ganzjährige Schulpflicht ein. Als Folge wurde 1832/33 von Friedrich Wilhelm Buttel eine neue Schule in der Hohen Straße erbaut. Im folgenden Jahr entstand das Postgebäude. Die Gründung des ersten Turn- und Sportvereins in der Stadt erfolgte 1886. mini|Marktplatz Wesenberg

Im Jahre 1890 erhielt die Stadt Anschluss an die Strecke Buschhof–Neustrelitz der Neustrelitz-Wesenberg-Mirower Eisenbahngesellschaft (der späteren Friedrich-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft). Am 17. Mai fuhr auf der neuen Strecke der erste Zug von Neustrelitz nach Mirow.Werner Lexow: Eisenbahn in Mecklenburg-Strelitz. S. 74.

20. Jahrhundert bis heute Im Jahre 1897 wurde eine Brennerei am Bahnhof errichtet, in der bis in die 1970er Jahre aus Kartoffeln Schnaps gebrannt wurde. Im Jahre 1908 erhielt der Ort elektrischen Strom. In den 1920er und 1930er Jahren entstanden eine Freiwillige Feuerwehr, ein neuer Bahnhof und 1937 ein jetzt wieder in Betrieb befindliches Kino.

Am 10. März 2026 wurden drei Stolpersteine für verfolgte Zeugen Jehovas (Ehepaar Winks) und einen Kommunisten (Paul Kracht) als Opfer des Nationalsozialismus verlegt.

Zu DDR-Zeiten gehörte Wesenberg ab 1952 zum Kreis Neustrelitz und bis 1990 zum Bezirk Neubrandenburg. In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre entstanden am Woblitzsee zahlreiche Arbeitsplätze durch die holzverarbeitende Industrie, hervorgegangen aus einem kleineren Sägewerk. Nach 1990 konnte der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden. Am Labus-See wurde eine Jugendherberge gebaut, die auch als Kinderferienlager genutzt wurde und heute als Familienhotel geführt wird.

Ab 1992 begann eine umfangreiche Sanierung der Stadt und der Burg u. a. im Rahmen der Städtebauförderung.

Seit 1990 gehört der Ort zum Land Mecklenburg-Vorpommern. 1994 wurde die Stadt in den Landkreis Mecklenburg-Strelitz eingegliedert. Seit der Kreisgebietsreform 2011 liegt Wesenberg im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Ahrensberg

Der jetzige Ortsteil Ahrensberg blieb nach der Mecklenburgischen Hauptlandesteilung 1701 bis zur Vereinigung im Jahr 1934 eine Exklave Mecklenburg-Schwerins im Strelitzer Landesteil.

Eingemeindungen Strasen wurde am 1. Januar 2000 aus der damaligen Gemeinde Strasen-Piepert ausgegliedert und nach Wesenberg eingemeindet.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 3094 1995 3041 2000 3378 2005 3289 2010 3051 2015 3078 Jahr Einwohner 2020 3057 2021 3057 2022 3031 2023 3003 2024 2992

Stand: 31. Dezember des jeweiligen JahresStatistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Statistischer Bericht. Bevölkerungsstand. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Der Anstieg der Einwohnerzahl im Jahr 2000 ist auf die Eingemeindung von Strasen zurückzuführen.

Politik mini|Marktplatz Stadtvertretung Die Stadtvertretung von Wesenberg besteht aus 14 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,8 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 41,8 % 6 48,5 % 7 Bündnis für Wesenberg (BfW) 28,3 % 4 26,1 % 4 Gemeinsam für Wesenberg (GfW) – – 16,1 % 2 Für unser Wesenberg (FuW) – – 6,4 % 1 diebasis – – 2,9 % – Die Linke 16,3 % 2 – – AfD 8,2 % 1 – – SPD 5,4 % 1 – – Insgesamt 100 % 14 100 % 14

Bürgermeister 2001–2019: Helmut Hamp (Bürger für Wesenberg)Bürgermeister mit Rathaus-Torte verabschiedet. In: Nordkurier, 19. Mai 2019. seit 2019: Steffen Rißmann (CDU)

Rißmann wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 20. Oktober 2019 mit 50,1 % der gültigen Stimmen (zwei Stimmen Vorsprung gegenüber seinem Mitbewerber) gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 20. Oktober 2019 Er wurde am 9. Juni 2024 mit 58,1 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtsdauer beträgt fünf Jahre.Kommunalverfassung für das Land Mecklenburg-Vorpommern § 37 (3)

Wappen

Flagge Die Flagge wurde von dem Wesenberger Helmut Rumich gestaltet und am 14. September 2001 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Die Flagge ist grün-weiß-rot (1:1:1) längs gestreift. In der Mitte des weißen Streifens liegt, auf jeweils die Hälfte der Höhe des grünen und des roten Streifens übergreifend, das Stadtwappen. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Stadt mit der Umschrift .

Städtepartnerschaften Quakenbrück (Niedersachsen) ist Partnerstadt von Wesenberg. Die Partnerschaft wurde am 21. September 1990 begründet.

Sehenswürdigkeiten mini|Burg Wesenberg Marktplatz mit dem Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Gefallenen von 1870/71 St.-Marien-Kirche, gotischer Bau aus dem 14. Jahrhundert Burg Wesenberg, Wahrzeichen der Stadt Museum für Blechspielzeug in der Villa Pusteblume, Burgweg 1 Kino, als Filmtheater mit vorderer typologischer Theaterschaufassade (Backsteinvorbauten mit Putzflächen) und angegliedertem Zweckbau, dem Kinosaal, 1936/37 errichtet. Bereits vor 1990 schloss das denkmalgeschützte Haus seine Türen, bis es von einer privaten Investorin nach vollständiger Sanierung und Modernisierung 2001 wiedereröffnet wurde. Es ist nun das dienstälteste Lichtspielhaus der Region. Thälmannpark von 1970 mit Gedenkstein für den Vorsitzenden der KPD Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde Stele zur Erinnerung an die KZ-Häftlinge des Todesmarsches Anfang 1945, auf dem Gelände des Thälmannparks 1997 durch Jugendliche unter Anleitung des Künstlers Wolf Leo errichtet Gutsanlage und Dorfkirche Ahrensberg

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Bahnhof Wesenberg Wesenberg liegt an der Bundesstraße B 198 zwischen Mirow und Neustrelitz und an der B 122, die in Wesenberg beginnt und nach Neuruppin führt.

Der Bahnhof Wesenberg an der Bahnstrecke Mirow – Neustrelitz (Kleinseenbahn) wird durch die Ostdeutsche Eisenbahn tagsüber im Zweistundentakt bedient.Fahrplan der Strecke Neustrelitz–Mirow Weitere Verbindungen in umliegende Ortschaften bestehen an Wochentagen mit Linienbussen der MVVG.

Wesenberg ist an nationale und internationale Radwanderwege angeschlossen, so an den Radweg Berlin-Kopenhagen (verbindet Wesenberg mit Rostock und Berlin) und an die Sonnen-Route des Radroutennetzes EuroVelo (EuroVelo 7), die vom Nordkap in Norwegen bis nach Malta verläuft.

Sport Größter Sportverein der Stadt ist der SV Union Wesenberg.Website des SV Union Wesenberg Er umfasst die Abteilungen Boxen, Fußball, Kanu und Leichtathletik sowie Sportgruppen für Kegeln, Kraftsport, Radwandern, Seniorensport und Tennis.

Im Jahre 1886 begann in Wesenberg der organisierte Sport. Die Gründung des Sportvereins Union Wesenberg erfolgte 1925 mit einem ersten offiziellen und siegreichen Fußballspiel gegen Mirow. Der Verein hieß dann Arbeitersportverein Wesenberg, Sportclub Wesenberg, Turnsportverein Wesenberg, Sportgemeinschaft Freundschaft Wesenberg, BSG Traktor Wesenberg und BSG Union Wesenberg. Den heutigen Namen SV Union Wesenberg trägt der Verein seit 1990.

Die Abteilung Volleyball hat sich 1990 aus dem Verein herausgelöst und unter dem Vereinsnamen FS Wesenberg neu organisiert. Die Herren-Wettkampfmannschaft wurde 2009 als Team Wesenberg in die Volleyballabteilung des PSV Neustrelitz integriert.

Der ortsansässige Angelverein ist seit 1990 unter dem Namen Sportfischerverein Wesenberg aktiv.

Bildung Regionale Schule mit Grundschule Wesenberg, In den Wällen 9a

Vereine Burgverein Wesenberg, gegründet 1995 De Wesenbager Burgsängers, Männerchor, gegründet 1997

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Heinrich Plütschau (um 1676–1752), Missionar Otto Bollhagen (1861–1924), Maler Paul Wustrow (1890–1945), Professor für Zahnmedizin Christian Berg (1908–1990), Pastor, Mitbegründer von Brot für die Welt Heinz Musculus (1917–1976), Karikaturist und Buchillustrator Hildegard Zenser (1947–2003), Kunsthistorikerin

Mit Wesenberg verbundene Persönlichkeiten Ernst Theodor Johann Brückner (1746–1805), Theologe, Hilfsprediger in Wesenberg Adolf Goetze (1792–1868), Pädagoge, Rektor in Wesenberg Karl Petermann (1807–1866), Jurist, Demokratenführer in Mecklenburg-Strelitz, Bürgermeister in Wesenberg Friedrich Genzken (1817–1875), Stadtrichter in Wesenberg Helmut Sakowski (1924–2005), Schriftsteller, lebte in Wesenberg