mini|300px|Manfred Schüler (rechts) mit dem früheren Bundespräsidenten Walter Scheel im Jahr 1980 Manfred Schüler (* 7. März 1932 in Jessen, Kreis Sorau, Provinz Brandenburg;Manfred Schüler: Lebenslauf. In: Carl Dietzel und die Theorie des Staatskredits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1961. † 8. April 2025 in DarmstadtTraueranzeige im General-Anzeiger Bonn vom 12. April 2025, abgerufen am 12. April 2025.) war ein deutscher Finanz- und Verwaltungsfachmann und Politiker (SPD). Er war von Mai 1974 bis Dezember 1980 Chef des Bundeskanzleramtes.

Lebenslauf Schüler wurde in der Niederlausitz geboren, wo sein Vater Landwirt war. Zum Kriegsende flüchtete die Familie ins Rheinland und ließ sich dort nieder. In der Stadtverwaltung Düsseldorf absolvierte er zunächst eine Verwaltungslehre und holte das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach. Das folgende Studium der Wirtschaftswissenschaften absolviert Schüler an der Universität zu Köln, zunächst mit dem Abschluss als Diplomvolkswirt und anschließend 1961 mit einer Promotion zum Dr. rer. pol. über die Theorie des Staatskredits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, welche von Günter Schmölders betreut wurde. Während und nach der Promotion war er von 1959 bis 1963 wissenschaftlicher Assistent im Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstitut an der Universität Köln, wissenschaftlicher Hilfsarbeiter beim Deutschen Städtetag in Köln und Referent im Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn sowie von 1963 bis 1967 Vorstandsassistent bei Hoesch in Dortmund.

1967 wurde Schüler, durch Alex Möller (SPD) gefördert, zunächst Referent für Fragen der Finanzreform im Arbeitskreis V bei der SPD-Bundestagsfraktion und kurzzeitig Stadtkämmerer der Stadt Gelsenkirchen von Januar bis Dezember 1969. Nach dem Regierungswechsel 1969 wurde Schüler im Bundesministerium der Finanzen unter Alex Möller als Ministerialdirektor Leiter der Abteilung Grundsatzfragen der Finanzpolitik, Finanzbeziehungen zu den Ländern und Gemeinden und ab November 1972 unter Helmut Schmidt (SPD) beamteter Staatssekretär im selben Ministerium. Als Schmidt 1974 Bundeskanzler wurde, berief er den fachlich anerkannten Verwaltungsexperten Schüler als beamteten Staatssekretär zum Chef des Bundeskanzleramtes, wo er ab 1975 auch die Geheimdienstkoordinierung übernahm.

1981 wechselte Schüler auf eigenen Wunsch in den Vorstand der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Ab 1999 war Schüler letzter Vorsitzender des Verwaltungsrates der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) und anschließend von 2000 bis 2003 Aufsichtsratsvorsitzender der TLG.

Im April 2025 starb Manfred Schüler im Alter von 93 Jahren in Darmstadt.

Politisches Wirken Während der Zeit im Bundeskanzleramt war Schüler maßgeblich an der Umsetzung der Regierungspolitik Schmidts beteiligt und genehmigte unter anderem die verfassungswidrige Abhöroperationen in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart zur Kontrolle von Gesprächen zwischen Strafverteidigern und Häftlingen der Rote Armee Fraktion (RAF).

Schüler war außerdem als Kanzleramtschef nach dem Sturz der rechten Diktaturen in Spanien und Portugal mit der Verteilung von circa 40 Millionen DM an Vertreter der CDU/CSU, SPD und FDP zur Weitergabe an die demokratischen Parteien in den beiden Ländern beauftragt. Mit den Zahlungen sollte verhindert werden, dass in den beiden Ländern kommunistische Kräfte die Macht übernahmen. Das Geld in Form von „gebrauchten 20-Dollar-Scheinen“Der Spiegel Heft 20/2025 vom 10. Mai 2025, S. 117, "Nachrufe: Manfred Schüler" stammte aus der BND-Zentrale in Pullach, und Schüler übergab immer wieder Geldkoffer an die Vertreter der Parteien. Die ganze Aktion war von Bundeskanzler Schmidt mit den USA abgesprochen.Details in: Der Spiegel Heft 20/2025 vom 10. Mai 2025, S. 117, "Nachrufe: Manfred Schüler"

Ehrungen 1978: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1990: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen 2000: Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland

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Einzelnachweise

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