mini|Bundesliga-Spiel gegen den THW Kiel am 16. März 2008 in der Porsche-Arena

Die Spielgemeinschaft HBW Handball Balingen – Weilstetten 2000 e. V., kurz HBW Balingen-Weilstetten oder HBW, ist ein Handballclub aus Balingen, der Kreisstadt des Zollernalbkreises im südlichen Baden-Württemberg, der in der Saison 2026/27 in der Bundesliga spielt. Der Spielbetrieb wird von der HBW Balingen-Weilstetten Bundesliga GmbH & Co. KG durchgeführt.

Geschichte

Vorgeschichte Der TV Weilstetten und die TSG Balingen waren beide bereits etablierte Handballvereine. Der TV Weilstetten stieg erstmals 1978 in die 2. Handball-Bundesliga auf und wurde 1983, 1984 und 1989 württembergischer Pokalsieger. 1986 und 1989 nahm die Mannschaft jeweils am DHB-Pokal teil.

Die Handballabteilung der TSG Balingen, welche unter dem Namen TSG Balingen Handball 2000 auftrat, stieg 1994 und 2000 jeweils in die Oberliga Württemberg auf. Mit einem 2. Platz 2002 sogar in die Baden-Württemberg Oberliga. Ab 1991 war die TSG Balingen Handball Ausrichter des Volksbank Cups, an dem u. a. der SC Magdeburg, die SG Wallau/Massenheim und der VfL Gummersbach sowie auch die Nationalmannschaften aus z. B. aus Deutschland, der Schweiz und Ägypten teilnahmen.

Fusion und Aufstiege (2002–2006) Der heutige HBW entstand 2002 durch die Fusion der Handballmannschaften der TSG Balingen und des TV Weilstetten, wobei man den Platz des TV Weilstetten in der Regionalliga übernahm. Die Spielgemeinschaft stieg nach der ersten Saison als Meister mit 47:13 Punkten von der Regionalliga in die 2. Handball-Bundesliga Süd auf. Als Vorstand fungierte bis 2013 Arne Stumpp.

Nach dem Aufstieg belegte der HBW in der ersten Zweitliga-Saison 2003/04 mit 27:41 Punkten den 12. Platz. Rolf Brack übernahm 2004 für die nächsten neun Jahre das Traineramt. In der zweiten Saison steigerten sich die Leistungen erneut und der HBW beendete die Saison 2004/05 mit 35:33 Punkten auf dem 7. Platz. Die dritte Zweitliga-Saison 2005/06 sollte vorerst die letzte sein und es gelang als Tabellenerster der Aufstieg in die Handball-Bundesliga. Am 13. April 2006 begann der Bau der Sparkassen-Arena in Balingen.

Bundesliga (2006–2017) Zu Beginn der ersten Bundesliga-Saison 2006/07 musste der HBW seine Heimspiele in der TüArena in Tübingen austragen. Am 3. Dezember 2006 wurde mit der Sparkassen-Arena die neue Heimspielstätte des HBW eröffnet und wird seither für den Spielbetrieb genutzt. Am Ende der Saison fand sich der HBW mit 18:50 Punkten auf dem 13. Platz wieder.

Seit der Saison 2007/08 trägt der HBW einzelne Heimspiele in der Porsche-Arena in Stuttgart aus. Die zweite Saison beendete der HBW mit 24:44 Punkten erneut auf dem 13. Tabellenplatz. In den kommenden drei Saisons belegte der HBW jeweils den 15. Platz mit 23:45 (2008/09), 18:50 (2009/10) und 19:49 Punkten (2010/11). Auch in den kommenden beiden Saisons spielte der HBW häufig um den Abstieg und belegte die Plätze 14 (24:44 Punkte; 2011/12) und 13 (25:43 Punkte; 2012/13). 2013 trat Dietmar Foth die Nachfolge von Arne Stumpp als Präsident an.

Nach der Saison 2013/14 erreichte der HBW mit 19:49 Punkten nur den 16. Platz und war sportlich abgestiegen. Da der HSV Hamburg aufgrund des fehlenden Nachweises einer gesicherten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit keine Lizenz für die kommende Saison erhielt, verblieb der HBW in der Bundesliga. Vor dem Schiedsgericht der HBL wurde dem HSV die Lizenz doch noch erteilt, der HBW konnte sein Startrecht für die Handball-Bundesliga jedoch vor dem Landgericht Dortmund einklagen. Während der Saison hatte man sich wegen der sportlichen Situation bereits vom langjährigen Trainer Rolf Brack getrennt.

Am 1. Juli 2014 trat der ehemalige HBW-Spieler Wolfgang Strobel die Nachfolge als Geschäftsführer von Bernd Karrer an. Die beste Bundesliga-Saison spielte der HBW in der folgenden Saison 2014/15 und erreichte mit 31:41 Punkten den 11. Tabellenplatz. In der Saison 2015/16 belegt der HBW mit dem bis dahin schlechtesten Punkteverhältnis von 16:48 den 14. Platz. Trotz einem Pluspunkt mehr reichte es in der Saison 2016/17 mit 17:51 Punkten lediglich zu Platz 17 und der erste Abstieg aus der Bundesliga war besiegelt. Trotz des schlechten Abschneidens in der Bundesliga erreicht der HBW erstmals das Viertelfinale des DHB-Pokals.

Auf- und Abstiege (2017–2026) In der Saison 2017/18 verpasste der HBW den direkten Wiederaufstieg und belegte mit 47:29 Punkten den 5. Platz. In der darauffolgenden Saison 2018/19 wurde der HBW Zweitliga-Meister und stieg mit 61:15 Punkten erneut in die Bundesliga auf.

Es folgten drei weitere Jahre in der Handball-Bundesliga: In der Saison 2019/20 erspielte sich der HBW mit 16:38 Punkten seine bisher schlechteste Bundesliga-Bilanz, erreichte jedoch trotzdem Platz 16 und stieg nicht erneut ab. Die Saison wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie vorzeitig abgebrochen. In der folgenden Saison 2020/21 erreichte der HBW seine zweitbeste Punkteausbeute in der Bundesliga, belegte jedoch mit 29:47 Punkten lediglich den 15. Tabellenplatz. Am Ende der Saison 2021/22 stand mit Platz 17 und einem Punkteverhältnis von 16:52 der zweite Abstieg in die 2. Bundesliga fest. Das Amt des Vorstandes wechselte im März 2022 von Dietmar Foth auf Axel Kästle. mini|Mey-Generalbau-Arena Mit 56:16 Punkten wurde der HBW in der Saison 2022/23 erneut Meister in der 2. Bundesliga und stieg in die Handball-Bundesliga auf. In dieser spielte der HBW in der Saison 2023/24, stieg jedoch als Tabellenletzter direkt wieder in die 2. Bundesliga ab. Zu Saisonbeginn 2023/24 übernahm der bisherige Leiter Spielbetrieb Felix König den Posten des Geschäftsführers von Wolfgang Strobel.

Zur Saison 2024/25 übernahm der ehemalige HBW-Spieler Matthias Flohr das Traineramt von Jens Bürkle. Seit 1. Februar 2025 gibt es mit Axel Kromer einen zweiten Geschäftsführer beim HBW. Der HBW belegte in der Abschlusstabelle der 2. Handball-Bundesliga den 3. Platz. Mit einem Sieg gegen den HSC 2000 Coburg konnte der HBW erstmals in der Vereinsgeschichte in das Final Four des DHB-Pokals einziehen. Dort verlor die Mannschaft im Halbfinale mit 31:27 gegen MT Melsungen, konnte das Spiel um Platz 3 am Folgetag aber mit 32:31 überraschend gegen die Rhein-Neckar Löwen gewinnen.

Mit einem 42:34-Sieg bei der HSG Krefeld Niederrhein am 31. Spieltag der Saison 2025/26 konnte der HBW den Wiederaufstieg in die Handball-Bundesliga vorzeitig sichern. Am 34. und letzten Spieltag kam es zum direkten Duell zwischen dem Erstplatzierten, der SG BBM Bietigheim und dem HBW als Zweitplatzierten in Balingen, welches der HBW deutlich mit 36:22 für sich entscheiden und die Meisterschaft der 2. Handball-Bundesliga sichern konnte. Durch das Erreichen des 3. Platzes im DHB-Pokal der Vorsaison war der HBW direkt für das Achtelfinale des DHB-Pokals 2025/26 qualifiziert, wo er sich dem THW Kiel mit 36:41 geschlagen geben musste.

Rückkehr in die Bundesliga (seit 2026) Der HBW spielt in der Saison 2026/27 nach dem vierten Aufstieg erneut in der Handball-Bundesliga.

Profimannschaft Kader 2026/27 (Stand: 13. August 2026) Nr.NationNamePositionGeburtstagGrößeim Verein seitletzter Verein12Daniel RebmannTW16. Januar 19941,90 m2025TVB Stuttgart16Vladimir CuparaTW19. Februar 19941,98 m2026Dinamo Bukarest72Magnus BierfreundTW17. Januar 20041,90 m2024THW Kiel4Tim MatthesLA5. Mai 19991,81 m2024SC DHfK Leipzig6Mex RaguseRL7. Dezember 19991,96 m2025Eulen Ludwigshafen7Elias HuberRM12. März 20021,85 m2017TV Spaichingen8Magnus GrupeRL, RM12. November 20041,91 m2025Rhein-Neckar Löwen11Bennet StrobelKM6. April 20061,93 m13Merlin FußRR2. Februar 20001,84 m2025HSC 2000 Coburg20Mischa LocherLA1. April 200420262. Mannschaft21Till WenteKM21. Januar 20022,02 m2020SV Fellbach24Elias FügelRA16. Juni 20021,80 m2015SV Hausen28Tobias HeinzelmannKM26. August 19991,90 m2012TSV Burladingen30Sascha PfattheicherRA28. August 19971,83 m2024TVB 1898 Stuttgart34Yonatan DayanRM6. Januar 20001,88 m2025ASV Hamm-Westfalen50Lion ZachariasLA20. Juni 20031,85 m2026HSG Wetzlar55Csaba LeimeterRR15. Dezember 19941,95 m2023RK Zagreb94Georg PöhleRM28. September 19941,94 m2025HSG Nordhorn-Lingen99Stefan BauerKM7. Mai 19972,02 m2025HSG Nordhorn-LingenMatthias FlohrTrainer29. März 19821,87 m2024TSV Bayer DormagenTobias HotzCo-Trainer6. Februar 19852002

Transfers zur Saison 2026/27 ZugängeNationNameabgebender Verein Mischa Locher 2. Mannschaft Vladimir Cupara Dinamo Bukarest Lion Zacharias HSG Wetzlar Stand: 13. August 2026 AbgängeNationNameaufnehmender Verein Tim Grüner Dessau-Roßlauer HV Benedek Nagy Recoletas Atlético Valladolid Stand: 4. Februar 2026

Saisonbilanzen seit Gründung SaisonLiga Rang Sp. S U N Tore Punkte Diff. DHB-Pokal 2002/03 Regionalliga 1. 30 22 3 5 875:739 47:13 +136 2. Runde 2003/04 2. Bundesliga 12. 34 12 3 19 888:912 27:41 −24 3. Runde 2004/05 2. Bundesliga 7. 34 15 5 14 987:962 35:33 +25 1. Runde 2005/06 2. Bundesliga 1. 36 30 1 5 1113:912 61:11 +201 3. Runde 2006/07 Bundesliga 13. 34 7 4 23 899:1024 18:50 −125 3. Runde 2007/08 Bundesliga 13. 34 11 2 21 938:1027 24:44 −89 2. Runde 2008/09 Bundesliga 15. 34 10 3 21 949:1006 23:45 −57 2. Runde 2009/10 Bundesliga 15. 34 9 0 25 889:971 18:50 −82 Achtelfinale 2010/11 Bundesliga 15. 34 7 5 22 894:1013 19:49 −119 3. Runde 2011/12 Bundesliga 14. 34 11 2 21 857:936 24:44 −79 3. Runde 2012/13 Bundesliga 13. 34 11 3 20 956:1019 25:43 −63 Achtelfinale 2013/14 Bundesliga 16. 34 5 9 20 905:980 19:49 −75 Achtelfinale 2014/15 Bundesliga 11. 36 14 3 19 900:990 31:41 −90 Achtelfinale 2015/16 Bundesliga 14. 32 6 4 22 850:934 16:48 −84 Achtelfinale 2016/17 Bundesliga 17. 34 7 3 24 819:933 17:51 −114 Viertelfinale 2017/18 2. Bundesliga 5. 38 22 3 13 1066:961 47:29 +105 1. Runde 2018/19 2. Bundesliga 1. 38 29 3 6 1105:941 61:15 +164 2. Runde 2019/20 Bundesliga 16. 27 6 4 17 741:818 16:38 −77 1. Runde 2020/21 Bundesliga 15. 38 14 4 20 1023:1100 29:47 −77 – 2021/22 Bundesliga 17. 34 6 4 24 847:987 16:52 −140 2. Runde 2022/23 2. Bundesliga 1. 36 25 6 5 1074:962 56:16 +112 2. Runde 2023/24 Bundesliga 18. 34 5 3 26 903:1031 13:55 −128 3. Runde 2024/25 2. Bundesliga 4. 34 20 4 10 1041:972 44:24 +69 Platz 3 2025/26 2. Bundesliga 1. 34 28 1 5 1141:945 57:11 +196 Achtelfinale 2026/27 Bundesliga

Aufstieg Abstieg

Bekannte ehemalige Spieler

Fabian Böhm (2013–2016, Rückraum links), deutscher Nationalspieler Jens Bürkle (2005–2012, Kreisläufer), späterer Trainer des HBW Frank Ettwein (2002–2014, davor von 1994 bis 2002 beim TV Weilstetten, Linksaußen) Rock Feliho (2007–2010, Rückraum links), kongolesischer Nationalspieler Matthias Flohr (2016–2019, Linksaußen, Kreisläufer), deutscher Nationalspieler Lars Friedrich (2016–2022, Rückraum rechts) Kai Häfner (2011–2014, Rückraum rechts, Rechtsaußen), deutscher Nationalspieler Pascal Hens (2016–2017, Rückraum links), deutscher Nationalspieler Sascha Illitsch (2002–2013, bis 2002 beim TV Weilstetten, Linksaußen, Rückraum links) Mike Jensen (2019–2021, Torwart) Felix König (2009–2017, davor von 1995 bis 2009 bei der JSG Balingen-Weilstetten, Rückraum links, Rückraum Mitte), heutiger Geschäftsführer des HBW Vladan Lipovina (2019–2022, Rückraum rechts), montenegrinischer Nationalspieler Olivier Nyokas (2014–2016, Rückraum links), französischer und kongolesischer Nationalspieler Martin Strobel (2005–2008, 2013–2020, davor bis 2005 bei der JSG Balingen-Weilstetten, Rückraum Mitte), deutscher Nationalspieler Wolfgang Strobel (2002–2015, davor seit 2001 beim TV Weilstetten, Kreisläufer), Geschäftsführer des HBW von 2014 bis 2023 Christoph Theuerkauf (2012–2016, Kreisläufer), deutscher Nationalspieler Dennis Wilke (2006–2012, 2014–2017, Rechtsaußen)

Zweite Mannschaft