Rohrberg ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg im thüringischen Landkreis Eichsfeld.
Geographie Rohrberg liegt etwa 8 Kilometer nordwestlich des Heilbades Heiligenstadt am Rande des westlichen Eichsfeldes an der Landesgrenze nach Niedersachsen. Nachbargemeinden sind Gleichen mit der Ortschaft Ischenrode im Norden, Freienhagen und Schachtebich im Osten, Rustenfelde im Süden und Friedland mit den Ortschaften Ludolfshausen und Lichtenhagen im Nordwesten.
Der Ort liegt am Fuße des gleichnamigen Rohrberges (415,5 m), einem Zeugenberg aus Muschelkalk der die Buntsandsteinhügellandschaft des mittleren Eichsfeldes nach Westen begrenzt. Östlich der Ortslage verläuft der Eulenbach, ein Zufluss zum Rustebach, welcher bei Arenshausen in die Leine mündet. Unmittelbar südlich verläuft die Bundesautobahn 38 mit einer Anschlussstelle und dem Heidkopftunnel.
Geschichte Einen Kilometer nordwestlich des Dorfes liegt auf der nördlichen Spitze des Rohrberges eine vormittelalterliche Wallanlage. Eine etwa 25 × 15 Meter große Fläche ist noch mit einem Graben umgeben. Innerhalb dieser Fläche befindet sich eine Grube als Rest eines Gebäudes. Man schließt dabei auf die hochmittelalterliche Burg Schnellecke.Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze, Jenzig-Verlag;2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 228.
Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes war vor dem 1. September 1055Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer, Verlag-Rockstuhl, Bad-Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 236. im Rahmen einer Übertragung von 4½ Hufen Land und einer Mühle in Roriberch durch Erzbischof Luitpold an das Stift Nörten. Ein weiteres Mal wurde der Ort 1189 mit Hartmann und Konrad von Rohrberghe genannt. Seit 1209 ist Rohrberg Sitz einer Pfarrei. Im 15. Jahrhundert wurde der Ort aus unbekannten Gründen eine Wüstung. Um 1500 erfolgte der Wiederaufbau. Der Ort gehörte von 1055 bis zur Säkularisation zu Kurmainz, das ihn denen von Rusteberg als Lehen übertrug. Nach dem Aussterben der Rusteberger fiel der Ort an das Geschlecht von Bodenhausen. Von 1815 bis 1945 war er Teil der preußischen Provinz Sachsen, kam 1945 zur Sowjetischen Besatzungszone und war ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Rohrberg von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Seit 1990 gehört der Ort zu Thüringen.
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 250 1995: 247 1996: 249 1997: 255 1998: 255 1999: 252 2000: 251 2001: 256 2002: 257 2003: 251 2004: 250 2005: 250 2006: 252 2007: 244 2008: 248 2009: 244 2010: 240 2011: 240 2012: 237 2013: 233 2014: 233 2015: 234 2016: 243 2017: 237 2018: 235 2019: 243 2020: 234 2021: 226 2022: 225 2023: 223 2024: 230 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Rohrberg setzt sich aus sechs Gemeinderatsmitgliedern zusammen. CDU: 4 Sitze Wahlvorschlag Gesangsverein/Feuerwehr: 2 Sitze (Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2019) Bürgermeister Der ehrenamtliche Bürgermeister Markus Kulle (CDU) wurde am 12. Juni 2022 gewählt.
Wappen Blasonierung: „Von Silber und Gold schrägrechts geteilt; vorn drei schwarze Rohrkolben mit grünem Stiel und mit je zwei grünen Blättern figurweise; hinten am Spalt ein grüner, links angeschnittener Berg, belegt mit einem silbernen sechsspeichigen Rad.“
zentriert|miniatur|hochkant=3.5|Blick von Osten auf Rohrberg am Fuße des gleichnamigen Rohrberges
Sehenswertes miniatur|Die Kirche von Rohrberg Sehenswürdigkeiten von Rohrberg sind: die Kirche „St. Pankratius“ der Dorfanger das Naturschutzgebiet am Heinebrink (348,2 m) mit seinen Kalk- und Halbtrockenrasen
Literatur
Weblinks
Website der Gemeinde Rohrberg Präsenz bei der Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg
Einzelnachweise
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