mini|hochkant|Topsy Küppers (2020) Topsy Küppers (geb. 17. August 1931 in Aachen als Johanna Maria Lore Küppers; gest. 14. Juni 2025 in Wien) war eine deutsch-österreichische Buchautorin, Sängerin, Soubrette, Schauspielerin und Theaterleiterin.

Leben Topsy Küppers wurde am 17. August 1931 in Aachen geboren. Sie behauptete öffentlich, „Topsy“ bedeute „spitze“ – jedenfalls bekam sie als Kind von der amerikanischen Besatzung diesen Spitznamen, nach „topsy-turvy“, also in etwa „herumkugelnd“ oder „verdreht“ – sie war sehr lebendig. Ihren richtigen Namen hat sie öffentlich nie genannt. „Topsy“ wird teilweise auch als friesische weibliche Form von Tobias erklärt, was etwa von Österreich 1 übernommen wurde. Offiziell wurde „Topsy“ 1956 als ihr Vorname eingetragen. Ihr Vater, ein jüdischer Gastwirt, verließ die Familie, als sie ein Jahr alt war. Während des Zweiten Weltkriegs lebte sie versteckt mit ihrer Mutter, einer Buchhalterin, und ihrer Großmutter in den Niederlanden.Details zum Leben von Topsy Küppers sind einem kurzen Artikel entnommen, der anlässlich ihres 90. Geburtstags in der jüdischen Kulturzeitschrift "David" erschienen ist: Alfred Gerstl: Ein Leben für die Bühne. Topsy Küppers zum 90. Geburtstag. In: Nr. 131/2021, S. 30.

Den Grundstein für Topsy Küppers’ Karriere als Schauspielerin legte Ursula Staudte, die sie nach dem Stanislawski-Prinzip unterrichtete. Den größten Einfluss hatte aber nach eigener Aussage Trude Hesterberg, die ihr das Chanson und dessen Interpretation beibrachte. Ihre anschließende Prüfung legte Küppers bei der damaligen Bühnengenossenschaft ab, in deren Prüfungskommission Gustaf Gründgens saß.

Nach ihrer Gesangs-, Ballett- und Schauspielausbildung trat Küppers ab 1950 in verschiedenen Revuen im deutschsprachigen Raum auf. Ihr Film-Debüt gab sie 1954 in Gitarren der Liebe; bis 1972 folgten viele weitere Filmrollen. Sie arbeitete an deutschen Bühnen und für das deutsche und österreichische Fernsehen und trat ab 1958 mit ihrem damaligen Ehemann Georg Kreisler unter anderem in München auf. Anfang der 1960er Jahre zog Küppers mit Georg Kreisler nach Wien.

Am 17. Dezember 1976 eröffnete sie mit vier Kabarettprogrammen die Freie Bühne Wieden in Wien, die sich „dem Erhalt jüdischer Literatur und jüdischer Autoren – verstorbener wie zeitgenössischer – widmete“. (Vormittagsmatinee … aber ich hab’ dich geliebt; am Nachmittag: Kabarettbilanz Schön war die Zeit in Memoriam Karl Farkas; am Abend: Küppers 300. Vorstellung ihres Programmes Heute abend: Lola Blau; sog. „Mitternachtskabarett“: Oh frivol ist uns am Abend…) In den 25 Jahren, die sie das Theater bis Jänner 2001 ehrenamtlich leitete, wurde die . In dieser Zeit kämpfte sie mit musikalisch-literarischen Programmen wie Gehackte Zores, Weit von wo und Amoureuses, Scandaleuses, Heiteres und so Weiteres gegen Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus und Faschismus.

Privates Im Jahre 1965 nahm Topsy Küppers die österreichische Staatsbürgerschaft an.

Aus ihrer Ehe mit Georg Kreisler stammen die Tochter Sandra Kreisler (* 1961), die ebenfalls als Sängerin, Sprecherin und Schauspielerin arbeitet,Sandra Kreisler. In: Andrea von Treuenfeld: Erben des Holocaust. Leben zwischen Schweigen und Erinnerung. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2017, ISBN 978-3-579-08670-5, S. 134 ff. sowie der Sohn Alexander.Georg Kreisler: Doch gefunden hat man mich nicht. Postume Ausgabe zuvor unveröffentlichter Texte und Fotos. Atrium-Verlag, Zürich 2014, ISBN 978-3-85535-367-5. 1975 trennten sich Kreisler und Topsy Küppers.

Küppers war in zweiter Ehe mit Karlheinz „Carlos“ Springer († 2013) verheiratet.

Anfang August 2013 wurde bei Küppers Darmkrebs diagnostiziert, den sie als bezeichnete und mit dem sie sich im 2014 erschienenen gleichnamigen Buch auseinandersetzte. Am 14. Juni 2025 starb sie zwei Monate vor ihrem 94. Geburtstag in Wien. Sie wurde zusammen mit ihrem Ehemann Karlheinz „Carlos“ Springer in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof (Grabdaten: Gruppe:33 G, Nummer:53) bestattet.

Auszeichnungen (Auswahl)

1967: Trude-Hesterberg-Ring als beste deutschsprachige Chansonette 1976: Goldmedaille beim internationalen Konzertfestival Immer wieder Widerstand in Wiesbaden 1977: Kulturpreis der Stadt Wien 1984: Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien 1991: Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Silber 1992: Berufstitel Professor 1992: Bundesverdienstkreuz I. Klasse der Bundesrepublik Deutschland 1998: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2003: Goldene Emmerich-Kálmán-Medaille in Budapest für die ungarische Übersetzung ihres „Tatsachenromans“ Alle Wege führen nach Wien über Vera Kálmán (Minden álom Béscbe vezet) 2011: Österreichisches Ehrenkreuz Wissenschaft und Kunst 1. Klasse 2012: Ehrenbotschafterin der Stadt Aachen 2012: Goldenes Verdienstkreuz des Landes Niederösterreich

Buchveröffentlichungen Freie Bühne Wieden. Einführung Topsy Küppers. Graphische Gestaltung Johann Hofmann. Freie Bühne Wieden, Wien 1977. Erwin Brecher: Jedes Wort Gedankensport. Bearbeitet von Topsy Küppers und Elke Browne. htp, Wien 1995, ISBN 3-7004-0684-3. Lauter liebe Leute. Ein dicker Brief an mein Publikum. Kremayr & Scheriau, Wien 1996, ISBN 3-218-00621-X. Alle Träume führen nach Wien. Ein Tatsachenroman. Ibera, Wien 2001, ISBN 3-85052-105-2. Wolf Messing. Hellseher und Magier. Langen Müller, München 2002, ISBN 3-7844-2880-0. Wenn dein Leben trist ist – erleuchte es mit Humor! Erlebtes – Erhörtes – Erdachtes … Ibera, Wien 2009, ISBN 978-3-85052-273-1. Mein Ungustl. Ein widerlicher Gast. Langen Müller, München 2014, ISBN 978-3-7844-3366-0. Die Brüder Saphir. Ein Tatsachenroman. Verlag Der Apfel, Wien 2018, ISBN 978-3-85450-779-6. Nix wie Zores. Jüdisches Leben und Lieben. Edition a, Wien 2020, ISBN 978-3-99001-494-3.

Diskografie Frivolitäten, LP (1963) Gehn ma Tauben vergiften, mit Georg Kreisler, LP (1964) Die heiße Viertelstunde, mit Georg Kreisler, LP (1968) Der Tod, das muß ein Wiener sein, mit Georg Kreisler, LP/CD (1969/1994) Anders als die andern, mit Georg Kreisler, LP (1969) Heute Abend: Lola Blau, Musical für eine Frau und zwei Klaviere von Georg Kreisler, Doppel-LP/CD (1971/1997) Komm… 12 schicke Schlager, LP (1971) Immer wieder Widerstand, LP (1973) Das Ungeheuer Zärtlichkeit, LP/CD (1974/2001) Spiegelbilder, LP (1980) Anny macht Moneye, (1987) Lieder nach Lust und Laune, LP (1989) Die Zunge der Kultur reicht weit. Lieder und Texte von Erich Kästner, CD (2007) Signale aus dem Jenseits, Gastrolle bei den drei ???, CD (2017)

Filmografie 1954: Gitarren der Liebe 1955: Drei Mädels vom Rhein 1955: La Gondola (Fernsehen) 1956: Die wilde Auguste 1956: Küß mich noch einmal 1956: Uns gefällt die Welt 1956: Hotel Allotria / Alternativtitel: Saison in Oberbayern 1960: Der Liebesonkel (Fernseh-Aufzeichnung aus dem Millowitsch-Theater) 1961: Paganini (Fernsehen) 1962: Gasparone (Fernsehen) 1963: Berlin-Melodie (Fernsehen) 1969: Ein Abend zu zweit (Fernsehen) 1972: Außenseiter (Fernsehen)

Literatur

Topsy Küppers. Schauspielerin und Autorin im Gespräch mit Christoph Lindenmeyer. Transkript aus der TV-Sendereihe alpha-Forum: Prominente Persönlichkeiten im Gespräch. BR-alpha, 16. Mai 2003. (Stand: 20. Dezember 2011: Volltext online; PDF, 53,63 KB.)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Sänger Kategorie:Theaterintendant Kategorie:Autor Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Silber Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse Kategorie:Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien Kategorie:Träger eines Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich (Ausprägung unbekannt) Kategorie:Professor (Berufstitelträger) Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) Kategorie:Deutscher Kategorie:Preuße Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Frau