Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 14. Wiener Gemeindebezirks Penzing sowie Erklärung deren Bedeutung.
Die Benennung einiger Straßen erfolgte thematisch. So wurde um 1929 der Achtundvierzigerplatz zur Erinnerung an die Opfer der Märzrevolution 1848 geschaffen und die Gassen im umliegenden Viertel namentlich nach einigen der Gefallenen benannt.
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A mini|hochkant|Alfons Mucha Abbegasse (Breitensee), 1930 benannt nach dem deutschen Physiker, Statistiker, Optiker, Unternehmer und Sozialreformer Ernst Abbe (1840–1905); er schuf zusammen mit Carl Zeiss und Otto Schott die Grundlagen der modernen Optik, entwickelte viele optische Instrumente und verhalf der Firma Carl Zeiss zu Weltruhm. Nach ihm ist die Abbe-Zahl benannt sowie die Abbesche Invariante, die Abbesche Sinusbedingung, das Abbe-Refraktometer, das Abbesche Komparatorprinzip und das Abbe-Verfahren. Abraham-a-Sancta-Clara-Straße (Hadersdorf), benannt (nach 1930, Datum unbekannt) nach dem Geistlichen, Prediger und Schriftsteller Abraham a Sancta Clara (eigentlich Johann Ulrich Megerle, 1644–1709); er gilt mit rund 600 Einzelschriften als bedeutendster deutscher katholischer Prediger und Poet der Barockzeit mit ungewöhnlicher Sprachkraft und Sprachfantasie. Ab 1662 war er Ordensbruder der Augustiner-Barfüßer im Kloster Maria Brunn in Hadersdorf. Nach ihm ist auch die Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse im 1. Bezirk Innere Stadt benannt. Im Historikerbericht Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ aus dem Jahr 2013 ist die Straße Gruppe C (demokratiepolitisch relevante biographische Lücken) zugeordnet. Abtsbergengasse (Baumgarten), 1962 benannt nach einer Weinried in Oberbaumgarten, die sich im Besitz des Stifts Formbach befand. Der Name verweist auf den Klosterbesitz und leitet sich wahrscheinlich von „des Abtes Berg“ ab. Siehe auch die Absberggasse im 10. Bezirk Favoriten. Achtundvierzigerplatz (Breitensee), 1929 benannt zur Erinnerung an die Opfer der Revolution vom März 1848; die Verkehrsflächen rund um den Platz sind nach diesen Opfern benannt. Siehe auch Märzstraße. Albert-Schweitzer-Gasse (Weidlingau), 1969 benannt nach dem elsässischen Theologen, Organisten, Philosophen und Arzt Albert Schweitzer (1875–1965); er veröffentlichte theologische und philosophische Schriften, Arbeiten zur Musik, insbesondere zu Johann Sebastian Bach, sowie autobiographische Schriften in zahlreichen und viel beachteten Werken. Schweitzer gründete ein Krankenhaus in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun. 1953 wurde ihm der Friedensnobelpreis für das Jahr 1952 verliehen. Alfons-Mucha-Weg (Hütteldorf), 1977 benannt nach dem tschechischen Plakatkünstler, Grafiker, Illustrator, Maler und Kunstgewerbler Alfons Mucha (1860–1939); er erhielt seine Ausbildung 1879–1881 in Wien, danach wirkte er zunächst in Paris, ab 1918 in seiner Heimat Tschechoslowakei. Vor allem durch seine Plakate gilt er als einer der herausragenden Repräsentanten des Jugendstils. Alois-Behr-Straße (Auhof), benannt (Datum unbekannt) nach Alois Behr (1883–1949), Obmann des Kleingartenvereins „Am Bierhäuselberg“. Sein Vorgänger als Obmann war Rudolf Henke; siehe die Rudolf-Henke-Straße. Die Straße hieß vorher Vereinshausstraße. Alois-Czedik-Gasse (Weidlingau), benannt (Datum unbekannt) nach dem Lehrer, Eisenbahndirektor und Politiker Alois Czedik von Bründlsberg und Eysenberg (1830–1924), Leiter der Wiener Handelsakademie (1871–1873), Generaldirektor der Kaiserin Elisabeth-Bahn (1873–1884) und der österreichischen Staatsbahnen (ab 1884), Mitglied des Herrenhauses (1883–1918). Die Gasse hieß davor Czedikgasse. Alois-Grandl-Weg (Hütteldorf), 2006 benannt nach dem Erfinder Alois Grandl (1887–1969); er erfand eine elektrische Zigarettenstopfmaschine für Filterzigaretten. auf zigarettenstopfmaschinen.com, abgerufen am 4. August 2010. Alpengartenstraße (Auhof), benannt (Datum unbekannt) nach den bei Kleingärtnern früher beliebten Alpengärten; dies sind spezielle Steingärten mit Schwerpunkt auf Alpenflora und Pflanzen aus anderen hochalpinen Regionen. Ein Alpengarten besteht zum größten Teil aus Steinen oder Felsen und soll die Situation im Hochgebirge nachbilden. Um 1930 Steingartenstraße (außerhalb Wiens). Altebergenstraße (Breitensee), 1901 benannt nach einem Riednamen, der schon 1338 urkundlich erwähnt worden war. Ameisbachzeile (Breitensee), 1925 benannt nach dem Ameisbach; er entspringt am Steinhof und mündet in den Wienfluss. 1908 wurde der Bach eingewölbt. Siehe auch Ameisgasse. Ameisgasse (Penzing), 1859 benannt nach dem schon 1366 als Amaispach erwähnten Bach. Siehe auch Ameisbachzeile. Ammerweg (Hütteldorf), 1953 benannt nach der Vogelfamilie der Ammern. Amortgasse (Penzing), 1904 benannt nach dem Wirtschaftsbesitzer und Milchmeier Johann Amort (1826–1903), Bürgermeister von Breitensee (1877–1887). Amundsenstraße (Hadersdorf, Hütteldorf), 1930 benannt nach dem norwegischen Polarforscher Roald Amundsen (1872–1928); er ist der mit Abstand erfolgreichste Entdeckungsreisende in Arktis und Antarktis. Er durchfuhr als erster die Nordwest- und nach Adolf Erik Nordenskiöld auch die Nordostpassage. Er erreichte 1911 mit vier Begleitern als erster Mensch den Südpol. Da weder Robert Peary noch Frederick Cook oder Richard Byrd ihre Ansprüche eindeutig geltend machen konnten, ist wahrscheinlich, dass Amundsen während des Fluges im Luftschiff „Norge“ zusammen mit 15 weiteren Expeditionsteilnehmern 1926 auch der erste war, der den Nordpol erreichte. Die Straße hieß vorher Franz-Karl-Straße, bis 1930 Cranachstraße. An der Grenze (Auhof, Hütteldorf), Benennungsdatum unbekannt; bis zur Eingemeindung von Hadersdorf-Weidlingau im Jahr 1938 verlief hier die Stadtgrenze. An der Niederhaid (Hütteldorf), 1920 benannt nach einem Flurnamen, der sich auf eine tief gelegene Heide bezieht. Die Flur war Teil des einstigen Heidegürtels an den Hängen der gegen den Wienfluss abfallenden Sandsteinzone. Andayweg (Hütteldorf), 1980 benannt nach der ungarischen Mezzosopranistin Rosette Anday (1903–1977); sie wirkte von 1921 bis 1961 an der Wiener Staatsoper. Daneben hatte sie zahlreiche Auftritte bei den Salzburger Festspielen und an ausländischen Opernhäusern. In ihrem Wohnort Pressbaum ist die Rosette Anday Straße nach ihr benannt. Andreas-Lechner-Straße (Hadersdorf), benannt (Datum unbekannt) nach dem Bahnwärter Andreas Lechner (1878–1920), Gemeinderat in Hadersdorf. Anschlußgasse (Hadersdorf), 1927 benannt nach dem Anschluss, den die Gasse zur Nachbarsiedlung herstellte. Die Benennung steht in keinem Zusammenhang mit dem Anschluss Österreichs im Jahr 1938. Im Historikerbericht Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ aus dem Jahr 2013 ist die Straße aus diesem Grund den Sonderfällen zugeordnet. Antaeusgasse (Hütteldorf), 1924 benannt nach der Siedlungsgenossenschaft „Antaeus“, in deren Areal sich diese Gasse befindet. Antaeus ist ein Riese aus der griechischen Mythologie, der durch die Berührung der Erde, die seine Mutter war, stets neue Kraft gewann. Antonie-Platzer-Gasse (Hadersdorf), 1991 benannt nach der Hausgehilfin Antonia Platzer (sic, 1890–1981), Gemeinderätin (1932–1934 und 1945–1957), stellvertretende Vorsitzende der SPÖ Penzing (1945–1959). Anzbachgasse (Hütteldorf), 1923 benannt nach der Flur Anzbach, die sich zwischen Hüttelbergstraße, Linzer Straße und der alten Stadtgrenze erstreckte. Anzengruberstraße (Hadersdorf), benannt (Datum unbekannt, nach 1925) nach dem Schriftsteller Ludwig Anzengruber (1839–1889); sein Werk ist dem ausgehenden Realismus zuzurechnen. Er gestaltete eine Dorfwelt, die ihre natürliche Unmittelbarkeit bewahrt hatte, und vollendete so das österreichische Volksstück in der Tradition Johann Nestroys und Ferdinand Raimunds. Die österreichische Arbeiterbewegung sah Anzengruber wegen der sozialkritischen Tendenz seiner Stücke als einen der bedeutendsten Volksdichter neben Peter Rosegger und Marie von Ebner-Eschenbach an. Die Anzengrubergasse im 5. Bezirk Margareten ist ebenfalls nach ihm benannt; ebenso waren es bis 1955 bzw. 1956 fünf weitere Verkehrsflächen in den Bezirken 13, 16, 22 und 23. Apfelrosenweg (Hadersdorf), 1966 benannt nach der Wildrosenart Apfel-Rose. Astgasse (Baumgarten), 1907 benannt nach Kilian Ast (1749–1851), Mitglied des Äußeren Rates, Hausbesitzer, Armenrat von Gumpendorf. Ausjagdweg (Hadersdorf), 1956 benannt nach der Flurbezeichnung Ausjagdboden; diese Flur grenzte jenseits des Halterbaches an die Siedlung an.
B mini|hochkant|Franz Bujatti (1813–1897) Badgasse (Hadersdorf), benannt (Datum unbekannt) nach einer Badeanlage, die sich hier befindet (Städtisches Sommerbad Hadersdorf-Weidlingau). Bahnhofstraße (Hütteldorf), 1873 benannt nach dem damaligen Bahnhof Hütteldorf-Hacking, der mit der Westbahn 1858 in Betrieb genommen wurde. Er befindet sich seit 1892 auf Wiener Stadtgebiet. Die heutigen Aufnahmegebäude beidseits der Bahnstrecke wurde nach Plänen von Otto Wagner erbaut und 1898 mit der Wiener Stadtbahn eröffnet. Der Bahnhof Wien Hütteldorf ist Knotenpunkt für die Züge dreier Bahnstrecken, nämlich jene der Westbahn, der Verbindungsbahn nach Wien Meidling und zur Donauländebahn sowie der Vorortelinie. Bahnstraße (Hadersdorf, Weidlingau), Benennungsdatum unbekannt; die Straße ist die Zufahrt zum Bahnhof Hadersdorf-Weidlingau (heute: Wien Hadersdorf). Bahnweg (Hadersdorf), benannt (Datum unbekannt) nach der Nähe zur Trasse der Westbahn. Balsaminengasse (Hütteldorf), 1953 benannt nach der Zierpflanzenfamilie der Balsaminengewächse. Baumgartenstraße (Baumgarten), 1894 benannt zur Erinnerung an die bis 1892 selbstständige Gemeinde Baumgarten, die erstmals um das Jahr 1195 unter dem Namen Pomerio erwähnt wurde. Die Straße hieß vorher Bahngasse. Baumgartner Höhe (Hütteldorf), 1910 benannt; der Höhenweg ist der höchste Teil Baumgartens, ursprünglich mit Aussicht auf Wien. „Baumgartner Höhe“ ist – unabhängig von dieser Straßenbenennung – ein Synonym für den nunmehr Otto-Wagner-Areal genannten Gebäudekomplex bzw. ein volkstümlicher Ausdruck für die ehemalige Lungenheilanstalt am durch die seinerzeitige „Irrenanstalt“ bekannt gewordenen Steinhof. Beckmanngasse (Penzing), 1894 benannt nach dem deutschen Komiker Friedrich Beckmann (1803–1866); er spielte zunächst am Königsstädtischen Theater in Berlin und schuf dort eine Berliner Variante der zuvor von Wien dominierten Posse. 1846 kam er ans Wiener Hofburgtheater; auch hier machte er sich rasch beliebt und erhob sich vom Lokal- zum Charakterkomiker. Die Gasse hieß vorher Schmiedgasse. Bensasteig (Baumgarten), 1930 benannt nach dem Maler Alexander von Bensa dem Jüngeren (1820–1902); er studierte an der Wiener Akademie und wurde vor allem von August von Pettenkofen beeinflusst. Bensa stellte insbesondere das ungarische Volksleben sowie Leben und Milieu der vornehmen Gesellschaft dar, weiters war er ein bekannter Schlachtenmaler.Bensa, Alexander Ritter von, der Jüngere auf www.aeiou.at, abgerufen am 5. August 2010. mini|Bergmillergasse 3: Gastgarten der Hütteldorfer Brauhaus-Restauration, 1902 Bergmillergasse (Hütteldorf), 1911 benannt nach dem Brauhausbesitzer Anton Bergmiller (1821–1870), Bürgermeister von Hütteldorf (1861–1867). Die Gasse hieß ursprünglich Brauhausgasse und dann ab 1894 in falscher Schreibweise Bergmüllergasse; 1911 wurde der Fehler korrigiert. In der Gasse war (bis 1937) unter Orientierungsnummer 5 die Hütteldorfer Brauerei gelegen, unter ON 3 die Hütteldorfer Brauhaus-Restauration, deren saisonaler Gartenbetrieb durch die Verbindungsbahn sowie die Wiener Dampfstadtbahn beziehungsweise die Wiener Elektrische Stadtbahn für aus der Innenstadt Anreisende attraktives Ziel war. Bierhäuselberggasse (Hütteldorf, Siedlung „Wolfersberg“), 1923 benannt; die Gasse führt zum 271 m hohen Bierhäuselberg, an dessen Fuß die ausgedehnten Kellereien der Hütteldorfer Brauerei lagen.