Der Hochmoorgelbling oder Zitronengelbe Heufalter (Colias palaeno) ist ein Schmetterling aus der Familie der Weißlinge (Pieridae) in der Unterfamilie der Gelblinge. Er kommt in den gemäßigten und subarktischen Zonen Europas, Asiens und Nordamerikas vor. Palaeno ist der Name einer Nymphe, die anmutig in Mooren und Wiesen tanzt und spielt.

Merkmale Imagines Der Hochmoorgelbling hat eine Flügelspannweite von 50–56 Millimetern. Die Flügeloberseiten der Männchen sind weißlich, schwach gelb gefärbt mit einem dunklen, scharf begrenzten Rand, der nicht bestäubt ist und roten Flügelfransen. Der dunkle Rand ist auf den Hinterflügeln schmaler. Ein kleiner dunkler Fleck sitzt am Rand der Diskoidalquerader der Zelle auf dem Vorderflügel. Die Unterseite der Vorderflügel ist gelblich, die der Hinterflügel ist graugrün bestäubt und zum Rand hin gelblich. Die Hinterflügel haben einen kleinen, dunkel umrandeten weißen Fleck in der Zelle. Die Flügel reflektieren kein ultraviolettes Licht.

Das Weibchen ist weiß, manchmal auch gelb und der dunkle Rand auf der Flügeloberseite ist weniger scharf begrenzt und ähnelt sonst dem Männchen. Die Tiere werden mit der Verbreitung nach Norden weißer.

In Skandinavien ist der Hochmoorgelbling variabler als in Mitteleuropa und teilweise mehr goldgelb als blond, teilweise auch deutlich blasser und im hohen Norden kleiner.

Präimaginalstadien Die Eier sind anfangs gelb, sie werden später rot und kurz vor dem Schlupf der Raupen dunkelblaugrau. Die junge Raupe ist bräunlich gefärbt und hat einen dunklen Kopf. Im späteren Stadium ist sie grün mit einem kräftigen, gelben Seitenstreifen und kurzen schwarzen Haaren. Die Raupe verpuppt sich normalerweise an einem Zweig an der Futterpflanze in einer grünen Gürtelpuppe.

Ähnliche Arten Goldene Acht (Colias hyale (, 1758)) Hufeisenklee-Gelbling (Colias alfacariensis , 1905) Hellorangegrüner Heufalter (Colias chrysotheme (, 1781)) Colias erate (, 1805) Colias interior , 1862 (Nordamerika)

Vorkommen mini|Verbreitungsgebiet des Hoochmoorgelblings Der Hochmoorgelbling ist in Hochmooren und sonstigen feuchten Gebieten mit der Futterpflanze der Raupe anzutreffen.

Das ist in Europa im Jura, in den Vogesen, im Schwarzwald, in Oberschwaben, im Westallgäuer Hügelland, im nördlichen Alpenvorland, im Bayerischen- und im angrenzenden Böhmerwald. In der Schweiz in den Zentral- und Südalpen, in Österreich, der Tschechischen Republik, in Polen außer Zentralpolen, der Slowakei, den Karpaten in Rumänien, Belarus und in den baltischen Staaten, Skandinavien, Dänemark, Russland durch Sibirien bis zum Amur und Sachalin, Nordkorea, Nordost-China und Mittel-Japan.

In Nordamerika kommt der Hochmoorgelbling vom Westen Alaskas über die kanadischen Provinzen Yukon, Nordwest-Territorien und Nunavut bis zur Hudson Bay vor. Nach Norden reicht die Verbreitung bis zur Victoria-Insel. Östlich der Hudson Bay im Süden der zu Nunavut gehörenden Baffininsel und am gegenüberliegenden Festland im nördlichen Québec und Neufundland. Nach Süden erstreckt sich das Vorkommen in den nördlichen bis zentralen Teil der Provinzen British Columbia, Alberta, Saskatchewan, Manitoba und Ontario, wobei im Westen Albertas und in Ontario die südlichste Verbreitung erreicht wird.

Lebensraum Die Raupe des Hochmoorgelblings lebt nur an der Rauschbeere (Vaccinium uliginosum) und ist damit an Lebensräume gebunden, in der die Pflanze wächst. In Nordamerika könnte sie auch noch an Vaccinium cespitosum fressen. Die Falter benötigen viel Nektar und brauchen daher blütenreiche Biotope in der Nähe. Sie entfernen sich selten deutlich mehr als einen Kilometer von ihrem Lebensraum, es wurden aber schon Distanzen von über sechs Kilometern beobachtet.

Geeignete Lebensräume sind in Mitteleuropa Übergangsmoore, Moorränder, Hochmoore mit Moorkiefern, einer Unterart der Bergkiefer und lichte Moorkiefer-Wälder mit blütenreichen Berg- oder Streuobstwiesen in der Nähe, da es in den Mooren selbst fast keine Blüten gibt. In Mittelskandinavien kamen die Falter zu Linnés Zeiten auch in Wäldern, in denen die Rauschbeere wächst, vor.

Lebensweise Die Männchen fliegen die Moore und die Umgebung bei Sonne auf der Suche nach Weibchen nahezu ununterbrochen ab, die etwa eine Woche nach den Männchen schlüpfen. Dabei werden oft Geländemarkierungen abgeflogen und Hindernisse wie hohe Baumgruppen vermieden. Trifft ein Männchen auf ein Weibchen, so umkreisen sie einander und steigen bis zu 30 Meter auf. Gegen Ende kehren sie zum Boden zurück und das Männchen drückt das Weibchen durch häufiges Anstoßen immer tiefer bis anschließend die Kopulation in der Vegetation erfolgt.

Die Weibchen legen an feuchten und besonnten Stellen mit bevorzugt lichten Beständen der Rauschbeere ihre Eier einzeln auf den Blattoberseiten ab. Die Raupen schlüpfen meist nach etwa ein bis zwei Wochen, je nach Witterung auch erst nach vier Wochen. Nach dem Schlüpfen spinnt sich die Raupe Haltefäden an das Blatt und beginnt mit einem Fensterfraß nahe der Blattspitze, bei dem nur die Epidermis abgenagt wird. Die jungen Raupen überwintern nach der zweiten Häutung an der Pflanze und beginnen im folgenden Jahr wieder zu fressen, wenn die Pflanzen austreiben. Jetzt werden die Blattknospen und dann die Blätter gefressen und nicht mehr nur die Epidermis. Ende Mai bis Anfang Juni erfolgt in Mitteleuropa die Verpuppung.

Flug- und Raupenzeiten Der Falter fliegt in Mitteleuropa von Juni bis Juli und in Nordamerika von Ende Juni bis Ende August in einer Generation.

Systematik Linné beschrieb den Hochmoorgelbling 1760 als Papilio [Helicunius] Palaeno anhand zweier Männchen und eines Weibchen aus der Region Uppsala und aus Südfinnland, wo die Falter sehr selten bzw. sehr häufig waren. Der Hochmoorgelbling ist die einzige Art der Gattung in der Alten Welt, die an Heidelbeeren (Vaccinium) frisst. In Nordamerika fressen noch die Raupen von C. behrii, C. pelidne, C. skinneri und C. interior an Heidelbeeren, was darauf hindeutet, dass der Ursprung der Arten in Nordamerika liegt.

Zusammen mit C. aias, C. pelidne und C. skinneri bildet der Hochmoorgelbling den Colias palaeno-Artkomplex. C. aias wird von manchen Autoren als Unterart betrachtet.

Unterarten palaeno ist die Nominatform. Sie ist oft blasser als die mitteleuropäische Unterart europome und kommt in Skandinavien (Norwegen, Schweden, Finnland), den baltischen Staaten, Belarus und Russland über den Ural bis in die Umgebung von Nowosibirsk vor. Funde liegen dort aus Nowosibirsk, Omsk und Tscheljabinsk vor. Die Form lapponica kommt in nördlichen Skandinavien und im polaren Ural vor und ist durchschnittlich kleiner und etwas dunkler auf der Hinterflügelunterseite, wahrscheinlich aufgrund der klimatischen Bedingungen. In Belarus, den baltischen Staaten und Nordost-Polen gibt es auch häufig gelbe Falter.

arctica , 1927 wird vorläufig als Unterart betrachtet und kommt im arktischen, nördlichen und nordöstlichen Sibirien vor. Es könnte aber auch ein Synonym für die nordamerikanische Unterart chippewa sein. orientalis wandert in die südlichen Gebiete von arctica ein, wo es Übergangsformen gibt. Nördlich von Bilibino gibt es keine Übergangsformen mehr und es fliegen nur die durchschnittlich blasseren arctica. Die Falter fliegen im Juli und unterscheiden sich von orientalis in der geringeren Größe (38–40 mm). Der marginale Rand auf der Oberseite ist beim Männchen sehr schwarz und gräulich beim Weibchen. Die Unterseite der Hinterflügel ist beim Männchen stark grün bestäubt und beim Weibchen braun. Der runde silbrige Fleck ist sehr groß und unmerklich schwarz umrandet, er ist kleiner als bei orientalis, bei der das marginale Band schmaler und beim Männchen sehr schwarz und beim Weibchen grau ist. Der Name arctica wurde 1908 von Ruggero Verity benutzt, allerdings an der vierten Stelle, entgegen den Regeln der Internationalen Regeln für zoologische Nomenklatur. Nordström benutzte ihn dann 1927 für die Unterart, weshalb er heute als Autor gesehen werden muss.

europome (, ), ist die gelbe Unterart in West und Mitteleuropa. Falter aus den Alpen sind etwas kleiner als die vom Tiefland. Sie wird von manchen Autoren nur als Form betrachtet. Die Form illgneri in den Zentralalpen hat zitronengelbe Weibchen. Esper beschrieb in seinem Werk erneut C. paleano, die Beschreibung und die Abbildung ist jedoch die Goldene Acht (C. hyale) und seine Beschreibung und Abbildung von C. hyale ist in Wirklichkeit der Postillon (C. croceus). Europome ist eine der Danaiden, den 50 Töchtern des Danaos.

orientalis , 1892, ist östlich des Jenissei und des Altai-Gebirges bis zur russischen Pazifikküste verbreitet. Im südlichen Teil des Verbreitungsgebietes kommt sie nur im Hochgebirge vor.

poktussani , 1935, ist orientalis und sugitanii sehr ähnlich und kommt im Changbai-Gebirge im Grenzland zwischen China und Nordkorea vor. Die Falter haben eine Spannweite von 40–42 mm beim Männchen und 42–46 mm beim Weibchen. Die Saumbinde der Vorderflügel ist tiefschwarz und breiter als bei orientalis und schmaler als bei Colias aias, bei den Männchen ist der Vorderflügelinnenrand bis zur Hälfte schwarz. Sie fliegen im Juli. Der Name leitet sich vom alten Namen Poktussan des Bergs Paektusan im Changbai-Gebirge ab, wo die Falter, die Bang-Haas für seine Beschreibung nutzte, auf 2500 Meter Höhe gefunden wurden.Bei Verhulst findet sich die Falschschreibung poktusani mit nur einem s.

sugitanii , 1929, ist poktussani und orientalis sehr ähnlich und fliegt im Hida-Gebirge in den nördlichen japanischen Alpen im Grenzgebiet der Präfekturen Nagano und Toyama unter anderem am Mida-ga-hara, Chou-ga-take, Gaki, Higashizawa, Johnen, Johnen-nokkoshi-Pass, Taro-dake (Taro-daira-Plateau), Tateyama, Tsubakuro, Yari-ga-take, Yakusi-dake und Taroudaira. Die andere in Japan vorkommende Art aus dem C. palaeno-Artkomplex Colias aias fliegt dagegen beim Asama-Vulkan im Grenzgebiet der Präfekturen Nagano und Gunma. Sugitanii fliegt über steilen Grashängen oder sumpfigen Hochebenen. Das Verbreitungsgebiet ist klein, die Art ist aber nicht gefährdet, da es unzugänglich ist. Die Unterart ist nach Iwahiko Sugitani benannt, der den Holotyp, ein Männchen, am 20. Juli 1922 am Berg Johnen-dake bei der Stadt Shinano fing. Ein Paratyp wurde von Tadao Kano am Berg Tsubakuro-dake in der Präfektur Nagano gefangen.

chippewa , 1807, kommt in Nordamerika bis auf die Baffininsel vor und ist kaum von nordsibirischen Tieren der Unterarten arctia und orientalis zu unterscheiden. Die Männchen sind blass gelb mit breitem schwarzem Rand. Der zentrale Fleck auf der Hinterflügeloberseite ist meist blass gelb und selten orange und fehlt nur ganz selten. Auf der grünlichen Hinterflügelunterseite fehlt dem zentralen Fleck der Rand. Die weiße Form alba der Weibchen kommt häufig vor. Sie wird manchmal als eigene Art betrachtet.

baffinensis , 1977 gleicht chippewa, ist aber dunkler und kommt nur auf der Baffininsel vor.

Synonyme Synonyme von C. palaeno palaeno: cretacea , 1888. Der Name cretacea, von lateinisch creta (Kalk), wurde 1884 von Schilde für blasse Männchen und Weibchen benutzt. Aurivillius erhob sie 1888 zur Unterart, obwohl Schilde damit nur Aberrationen beschreiben wollte. Der Typenfundort ist im Norden Finnlands, in der Nähe der russischen Grenze. lapponica , 1861 ist eine blasse und kleinere Form aus Lappland. philomene , wurde wahrscheinlich anhand nur eines Falters beschrieben, der später bei einem Brand vernichtet wurde. Der Typenfundort ist nicht bekannt, wahrscheinlich stammte das Tier aus dem zentralen oder nördlichen Schweden. pruefferi , 1967 eine etwas gelbere Form in Nordost-Polen. synonyma , 1923 kommt im selben Gebiet wie die Nominatform vor. Als Bryk die Art beschrieb, war der Typenfundort der Nominatform fälschlicherweise 1000 km nach Norden verschoben. Nur so konnte in diesem Gebiet eine neue Unterart beschrieben werden.