mini|Siegelmarke der 28. Division Die 28. Division, für die Dauer des mobilen Verhältnisses auch als 28. Infanterie-Division bezeichnet, war ein Großverband der Preußischen Armee.

Gliederung Das Kommando stand in Karlsruhe und die Division war Teil des XIV. Armee-Korps.

Friedensgliederung 1914 55. Infanterie-Brigade in Karlsruhe 1. Badisches Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109 in Karlsruhe Grenadier-Regiment „Kaiser Wilhelm I.“ (2. Badisches) Nr. 110 in Mannheim und Heidelberg 56. Infanterie-Brigade in Rastatt Füsilier-Regiment „Fürst Karl-Anton von Hohenzollern“ (Hohenzollernsches) Nr. 40 in Rastatt Infanterie-Regiment „Markgraf Ludwig Wilhelm“ (3. Badisches) Nr. 111 in Rastatt 28. Kavallerie-Brigade in Karlsruhe 1. Badisches Leib-Dragoner-Regiment Nr. 20 in Karlsruhe 2. Badisches Dragoner-Regiment Nr. 21 in Bruchsal und Schwetzingen 28. Feldartillerie-Brigade in Karlsruhe Feldartillerie-Regiment „Großherzog“ (1. Badisches) Nr. 14 3. Badisches Feldartillerie-Regiment Nr. 50 Landwehr-Inspektion Karlsruhe

Kriegsgliederung bei Mobilmachung 1914 55. Infanterie-Brigade 1. Badisches Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109 Grenadier-Regiment „Kaiser Wilhelm I.“ (2. Badisches) Nr. 110 56. Infanterie-Brigade Füsilier-Regiment „Fürst Karl-Anton von Hohenzollern“ (Hohenzollernsches) Nr. 40 Infanterie-Regiment „Markgraf Ludwig Wilhelm“ (3. Badisches) Nr. 111 Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 5 28. Feldartillerie-Brigade Feldartillerie-Regiment „Großherzog“ (1. Badisches) Nr. 14 3. Badisches Feldartillerie-Regiment Nr. 50 2. und 3. Kompanie/Pionier-Bataillon Nr. 14

Kriegsgliederung vom 26. Mai 1918 55. Infanterie-Brigade Füsilier-Regiment „Fürst Karl-Anton von Hohenzollern“ (Hohenzollernsches) Nr. 40 Infanterie-Regiment „Markgraf Ludwig Wilhelm“ (3. Badisches) Nr. 111 MG-Scharfschützenabteilung Nr. 37 2. Eskadron/Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 5 Artillerie-Kommandeur Nr. 28 Feldartillerie-Regiment „Großherzog“ (1. Badisches) Nr. 14 Fußartillerie-Bataillon Nr. 55 Pionier-Bataillon Nr. 14 Divisions-Nachrichten-Kommandeur Nr. 28

Erster Weltkrieg Die Division wurde während des Ersten Weltkriegs ausschließlich an der Westfront eingesetzt. Im August 1914 stand sie zunächst im Verband des XIV. Armee-Korps (General von Huene-Hoiningen) im Abschnitt der 7. Armee in den Vogesen und im Elsass. Nach den Kämpfen bei Mülhausen nach Norden gezogen, kämpfte sie ab 20. August in der Schlacht in Lothringen. Ab 16. September 1914 lag sie zwei Wochen im Priesterwald; danach wurde sie Im Zuge des Wettlaufes zum Meer Anfang Oktober mit dem Generalkommando XIV. nach Nordfrankreich abtransportiert.

Das XIV. Armeekorps (General Theodor von Watter) versuchte nach Norden über Lille die gegnerischen Linien zu überflügeln. Der Kommandierende General von Watter trieb die bei Douai ausgeladene 28. Division an, auf Lille vorzugehen, das von der Heereskavallerie unter General von der Marwitz als feindfrei gemeldet worden war.Reichsarchiv: Der Weltkrieg 1914 bis 1918, Band V: Der Herbst-Feldzug 1914. E. S. Mittler, Berlin, 1929, S. 203 f.

Der folgende, fast neunmonatige Einsatz bei der 6. Armee im Raum La Bassée nördlich von Arras brachte der Division in den Schlachten im Artois schwere Kämpfe mit den englischen und französischen Truppen. Vom 9. bis zum 13. Mai 1915 lag die Division unter Führung von Generalmajor Franz von Trotta-Treyden im Großkampf um die Lorettohöhe. Am 20. Juni 1915 abgelöst, bezog die Division Stellungen in der Champagne. Zunächst bis Mitte September an einem ruhigeren Abschnitt vor Reims verwendet, kämpfte sie danach in der Herbstschlacht in der Champagne. Anfang November aus den Großkampf herausgezogen übernahm die Division dann den Abschnitt südlich Vouziers bei Ripont und am Kanonenberg. Hier verblieb sie, eine dreimonatige Versetzung an die Somme ausgenommen, bis Januar 1917 im Stellungskrieg.

Von Mitte Juli bis Anfang Oktober 1916 wurde die Division während der Schlacht an der Somme zunächst im Abschnitt der Gruppe Liebert, nach deren Ablösung beim IX. Armee-Korps (Quast) im Raum Peronne eingesetzt. Von Ende Januar bis September 1917 lag die 28. Division im verlustreichen Stellungskrieg im Raum Ornes östlich Verdun, danach lag sie kurzfristig bis zum 22. Oktober im Oberelsaß. Im Juni 1916 wurde das bisher zur Division gehörende Feldartillerie-Regiment Nr. 50 herausgelöst und als Heeresartillerie abgezogen.

Nach dem Verlust der Lauffaux-Ecke wurde die Division über Laon der 7. Armee an die Aisnefront zugeführt. Nach Nachhutkämpfen südlich der Ailette verblieb sie bis 21. November 1917 in Stellungskämpfen nördlich des Flusses.

Nach dem englischen Tankangriff bei Cambrai zur 2. Armee versetzt, beteiligte sich die Division im Abschnitt der Gruppe „Caudry“ (Generalkommando XIII. Armee-Korps) an der deutschen Gegenoffensive im Raum nördlich von Banteux.Reichsarchiv Band 31: Die Tankschlacht von Cambrai. Berlin 1929, Gegenangriffe, S. 174f. Vom 9. Dezember 1917 bis zum 20. Januar 1918 fungierte die Division in Mézières als Reserve der Obersten Heeresleitung.

Nach neuerlichen Stellungskämpfen im Raum Reims wurde die Division im Hinterland der neugebildeten 18. Armee für die Frühjahrsoffensive 1918 vorbereitet. Am 21. März beteiligte sich die Division im Rahmen des III. Armee-Korps an der Durchbruchsschlacht zwischen St. Quentin und La Fère. Nach dem Erreichen des Avre-Abschnittes wurde sie im Raum nördlich Montdidier gestoppt und Ende April herausgezogen. Vom 25. April bis zum 27. Mai 1918 diente sie im Raum Avesnes als OHL-Reserve.

Während der Angriffsoperation „Blücher“ wieder zur 7. Armee überstellt, wurde die Division vom 27. Mai bis zum 13. Juni im Rahmen des IV. Reserve-Korps (Conta) in der Dritten Aisneschlacht eingesetzt. Darauf folgten bis Mitte Juli Stellungskämpfe zwischen Oise, Aisne und Marne. Nach der französischen Gegenoffensive vom 18. Juli stand die Division in schweren Abwehrkämpfen zwischen Soissons und Aisne. Ende Juli aus den Kampf genommen erholte sie sich bis 18. August im Raum Vouziers. Danach folgten Stellungskämpfe in der östlichen Champagne, zunächst bei Tahure und bis zum 13. September bei Reims. Vom 15. bis zum 25. September in der Woevre-Ebene und westlich der Mosel als Heeresreserve eingesetzt stand die Division die letzten Kriegswochen an der Maas.

Nach Kriegsende räumte die Division ab 12. November das besetzte Gebiet und marschierte in die Heimat zurück, wo der Verband demobilisiert und am 30. September 1919 schließlich aufgelöst wurde.

Gefechtskalender 1914 5. bis 9. August – Gefechte in den Vogesen 9. bis 10. August – Gefecht bei Sennheim-Mülhausen 20. bis 22. August – Schlacht in Lothringen 22. August bis 14. September – Schlacht vor Nancy-Epinal 1. bis 13. Oktober – Schlacht bei Arras 13. Oktober bis 13. Dezember – Stellungskämpfe in Flandern und Artois 15. bis 28. Oktober – Schlacht bei Lille 14. bis 24. Dezember – Dezemberschlacht in Französisch-Flandern ab 25. Dezember – Stellungskämpfe in Flandern und Artois

1915 bis 8. Mai – Stellungskämpfe in Flandern und Artois 9. Mai bis 20. Juni – Schlacht bei La Bassée und Arras 21. Juni bis 21. September – Stellungskämpfe in der Champagne 22. September bis 3. November – Herbstschlacht in der Champagne ab 4. November – Stellungskämpfe in der Champagne

1916 bis 17. Juli – Stellungskämpfe in der Champagne 20. Juli bis 4. Oktober – Schlacht an der Somme ab 5. Oktober – Stellungskämpfe in der Champagne

1917 bis 31. Januar – Stellungskämpfe in der Champagne 30. Januar bis 12. August – Stellungskämpfe vor Verdun 12. August bis 18. September – Abwehrschlacht bei Verdun 18. September bis 22. Oktober – Stellungskampf im Oberelsaß 24. Oktober bis 2. November – Nachhutkämpfe an und südlich der Ailette 3. bis 21. November – Stellungskämpfe nördlich der Ailette 21. November bis 5. Dezember – Kämpfe in der Siegfriedstellung 21. bis 29. November – Tankschlacht von Cambrai 30. November bis 5. Dezember – Angriffsschlacht bei Cambrai ab 5. Dezember – Reserve der OHL bei Mézières

1918 bis 20. Januar – Reserve der OHL bei Mézières 20. Januar bis 15. Februar – Stellungskämpfe bei Reims 16. Februar bis 20. März – Ruhezeit hinter der 18. Armee 21. März bis 6. April – Große Schlacht in Frankreich 21. bis 22. März – Durchbruchsschlacht bei St. Quentin-La Fère 7. bis 25. April – Kämpfe an der Avre und bei Montdidier und Noyon 25. April bis 27. Mai – Reserve der OHL bei Avesnes 27. Mai bis 13. Juni – Schlacht bei Soissons und Reims 14. Juni bis 4. Juli – Stellungskämpfe zwischen Oise, Aisne und Marne 5. bis 14. Juli – Stellungskämpfe zwischen Aisne und Marne 15. bis 17. Juli – Stellungskämpfe westlich Soissons 18. bis 27. Juli – Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims 30. Juli bis 30. August – Stellungskämpfe in der Champagne 31. August bis 13. September – Stellungskämpfe bei Reims 15. bis 25. September – Stellungskämpfe in der Woevre-Ebene und westlich der Mosel 26. September bis 11. November – Abwehrschlacht in der Champagne und an der Maas ab 12. November – Räumung des besetzten Gebietes und Marsch in die Heimat

Kommandeure Dienstgrad Name DatumDermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 124–125.GeneralleutnantGustav von Pritzelwitz3. Juni 1871 bis 29. November 1875GeneralmajorKarl von Willisen7. Dezember 1875 bis 20. November 1876 (mit der Führung beauftragt)GeneralleutnantKarl von Willisen21. November 1876 bis 22. November 1882GeneralleutnantOskar von Meerscheidt-Hüllessem23. November 1882 bis 14. Mai 1886Generalmajor/GeneralleutnantAlfred von Keßler15. Mai bis 3. Dezember 1886 (mit der Führung beauftragt)GeneralleutnantAlfred von Keßler4. Dezember 1886 bis 23. März 1890GeneralleutnantEmil Weinberger24. März 1890 bis 22. Februar 1892GeneralleutnantWilhelm von Rößing23. Februar 1892 bis 10. August 1895GeneralleutnantOtto von Grone11. August 1895 bis 28. November 1898GeneralleutnantWilhelm von Oertzen29. November 1898 bis 19. Mai 1900GeneralmajorEmil von Lessel20. Mai bis 8. Juli 1900 (mit der Führung beauftragt)GeneralleutnantPaul von Hindenburg9. Juli 1900 bis 26. Januar 1903GeneralleutnantCurt von Pfuel27. Januar 1903 bis 9. April 1906GeneralleutnantMax von Fabeck10. April 1906 bis 26. Januar 1910GeneralleutnantGeorg von Krosigk27. Januar 1910 bis 1. April 1912GeneralleutnantHans Gustav von der Goltz2. April 1912 bis 28. Februar 1914GeneralleutnantKurt von Kehler1. März 1914 bis 10. Januar 1915GeneralmajorFranz von Trotta gen. von Treyden11. Januar 1915 bis 7. Juli 1916GeneralleutnantHermann Heidborn8. Juli 1916 bis 19. August 1916GeneralleutnantFelix Langer20. August 1916 bis 18. Februar 1918GeneralleutnantHans von Wolff18. Februar 1918 bis 28. Februar 1918GeneralmajorKurt Prinz von Buchau28. Februar bis 29. Mai 1918GeneralmajorOtto von Arnim30. Mai bis 3. Juni 1918 (Führer)GeneralmajorEmil Hell3. Juni bis 7. September 1918GeneralmajorRudolf von der Osten7. September 1918 bis 25. März 1919GeneralmajorOtto von Deimling26. März bis 30. September 1919

Literatur Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs, Militär-Verlag, Berlin 1927, S. 68, 128. Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army Which Participated in the War (1914–1918). United States War Office as War Department Dokument Nr. 905, Office of the Adjutant, 1920, S. 723–724.

Einzelnachweise

Division #::28 Kategorie:Geschichte (Karlsruhe) Division #::28 Kategorie:Gegründet 1871 Kategorie:Aufgelöst 1919