Oberbüchlein (fränkisch: BejglaW. Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth, S. 18. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „beigla“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Stein im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Oberbüchlein liegt in der Gemarkung Gutzberg.

Geographie Durch das Dorf fließt der Grundbach, der ein linker Zufluss der Rednitz ist. Im Norden grenzt das Ansbacher Wegfeld an, im Süden das Waldgebiet Im Loch. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Sichersdorf (0,9 km westlich) jeweils zur Kreisstraße FÜ 14 bzw. nach Unterbüchlein (0,7 km östlich). An Oberbüchlein verläuft der Fränkische Marienweg vorbei.

Geschichte Im Würzburger Lehenbuch von 1303 wurde „Büchelein“ erstmals urkundlich erwähnt, womit wohl Oberbüchlein gemeint war. 1316 wurden im Gültbuch des Nürnberger Klarissenklosters beide Orte als „Bvchelin, Nidernbuch“ erwähnt. Im Jahr 1413 wurde der Ort erstmals als „Obernpuchleins“ bezeichnet. Dem Ortsnamen liegt ein gleichlautender Flurname zugrunde, der sich vom mittelhochdeutschen Wort „buoch“ (=Buche) mit Diminutivsuffix ableitet und demnach kleiner Buchenwald bedeutet.W. Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth, S. 18 f. Der Ort gehörte zum burggräflichen Amt Roßtal, mit grundherrschaftlichen Rechten Nürnberger Bürger. Im Jahr 1418 bestand das Dorf aus drei Höfen, dem Nürnberger Spitalhof Nr. 1/2, dem Schwabacher Spitalhof Nr. 3/4 und dem Hallerhof Nr. 4/5.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberbüchlein 6 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal aus. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (1 Hof, 1 Halbhof, Hirtenhaus), das Spital Schwabach (1 Hof), das Spitalamt Heilig Geist (1 Hof) und der Nürnberger Eigenherr von Haller (1 Hof).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 153 f.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Oberbüchlein dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Großweismannsdorf zugeordnet. Es gehörte der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Gutzberg an. 1 Anwesen unterstand in der freiwilligen Gerichtsbarkeit von 1823 bis 1835 dem Patrimonialgericht Nemsdorf.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 229.

Am 1. Juli 1972 kam Oberbüchlein mit der Gemeinde Gutzberg zu Stein.

Baudenkmäler Haus Nr. 1: erdgeschossiges, breit lagerndes Wohnstallhaus aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts; Traufseite zum Hof mit Rundbogentüre sowie dreigeschossiger Ostgiebel mit stattlichem Fachwerk (geschweifte Andreaskreuze, Mannfigur mit geschweiften Kopfbändern); direkt zu vergleichen mit dem Fachwerk von Haus Nr. 1 im nahe gelegenen Sichersdorf; im übrigen SandsteinquaderA. Gebeßler: Stadt und Landkreis Fürth, S. 134 f. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 3: Wohnstallhaus mit Nebengebäude und Scheunenanbau Haus Nr. 5: im Hof ehemaliges Hofhaus, einfaches Fachwerk, vermutlich noch 17. Jahrhundert; Türsturz verkröpft; Sandsteinpfeiler an der Straße bezeichnet „1770“. Haus Nr. 7: Wohnstallhaus mit Scheune

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 34 57 50 48 29 36 33 51 51 51 54HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 8 8 9 7 7 8 9 17Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Laurentius (Roßtal) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Sebald (Schwabach) gepfarrt, jetzt ist die Pfarrei St. Albertus Magnus (Stein) zuständig.

Literatur

Werner Sprung: Rund um Stein – Die Geschichte der eingemeindeten Ortschaften, Schriftenreihe der Altnürnberger Landschaft Nr. 31. Nürnberg: Korn & Berg, 1983, 262 S., ISBN 3-87432-093-6

Weblinks oberbuechlein.de

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Ortsteil von Stein (Mittelfranken) Kategorie:Ersterwähnung 1303