Das Givetium ist in der Erdgeschichte eine chronostratigraphische Stufe des Devons. Es bildet die obere Stufe der Mitteldevon-Serie, folgt also auf das Eifelium. Das Givetium begann geochronologisch vor rund Millionen Jahren und dauerte bis etwa Millionen Jahre. Auf das Givetium folgt das Frasnium, die untere Stufe des Oberdevons.
Namensgebung und Geschichte Die Stufe ist benannt nach der französischen Kleinstadt Givet in den französischen Ardennen. Der Name und die Stufe wurde 1839 von Jean Baptiste Julien d’Omalius d’Halloy vorgeschlagen.
Definition und GSSP Die untere Grenze der Stufe ist als GSSP („Global Stratotype Section and Point“ = „Grenzstratotyp-Punkt in einem Grenzstratotyp-Profil“) durch die Basis der Bank 123 im Profil Jebel Mech Irdane bei Tafilalt (Anti-Atlas, Marokko) definiert. Die Grenzdefinition korrespondiert in dem Profil mit dem Erstauftreten des Conodonten Polygnathus hemiansatus und liegt etwas oberhalb des Erstauftretens der Goniatitengattung Maenioceras. Die Obergrenze ist durch den GSSP des Frasniums definiert. Sie ist durch das Erstauftreten des Conodonten Ancyrodella rotundiloba in Sedimenten der neritischen Fazies bzw. durch das Erstauftreten des Conodonten Polygnathus asymmetricus in solchen der offen-marinen, pelagischen Fazies gekennzeichnet und daher auch auf andere Profile übertragbar.
Untergliederung Das Givetium wird in fünf Conodonten-Biozonen untergliedert: Palmatolepis norrisi-Zone Klapperina disparilis-Zone Schmidtognatus hermanni-Zone Polygnathus varcus-Zone Polygnathus hemiansatus-Zone
Sedimentationsbedingungen in Mitteleuropa während des Givetiums mini|Crinoidenkalk aus dem Givetium mit versteinerten Stielgliedern (Trochiten) von Laudonomphalus regularis (Fundort: Ferques, Département Pas-de-Calais) Im Verlaufe des Mitteldevons änderten sich die Sedimentationsbedingungen am Rande von Laurussia, dem Old-Red-Kontinent. Die vorwiegend sandigen, siltigen und mergeligen Sedimente des Eifeliums dokumentieren mit ihrem hohen Anteil terrigenen Detritus die Erosion des Old-Red-Kontinents. An ihre Stelle treten während des Givetiums Kalkablagerungen durch Riffe, die sich in den warmen Meeren zunehmend bilden konnten und die heute in den Massenkalken zu Tage treten. Daneben finden sich z. B. im Sauerland so genannte Flinze, das sind Schwarzschiefersedimente, die sich in tieferem Stillwasser gebildet haben.
Literatur Felix M. Gradstein, James G. Ogg und Alan G. Smith: A Geologic Time Scale 2004. Cambridge University Press, 2004, ISBN 978-0-521-78673-7. Otto Heinrich Walliser, Pierre Bultynck, Karsten Weddige, R. Thomas Becker und Michael R. House: Definition of the Eifelian-Givetian Stage Boundary. Episodes, 18(3): 107–115, Beijing 1995 PDF
Weblinks
Kommission für die paläontologische und stratigraphische Erforschung Österreichs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Die Stratigraphische Tabelle von Österreich (sedimentäre Schichtfolgen). Wien 2004 (PDF; 376 kB) International Chronostratigraphic Chart 2012 (PDF)
Kategorie:Zeitalter des Devon