mini|hochkant=1.6|Eröffnung der Wiener Festwochen 2014 Die Wiener Festwochen sind ein Kultur-Festival in Wien, das jedes Jahr während fünf Wochen im Mai und Juni stattfindet. Die Wiener Festwochen zeigen Theater-, Opern- und Tanzproduktionen aus allen Teilen der Welt und treten auch als Produzenten internationaler Produktionen auf.

Geschichte mini|Eröffnung der Festwochen 2008 mini|Die Festwochen sind mit ihrem Logo auch im Stadtbild präsent mini|Plakat der Festwochen 2010 mit utopischer Wiener Hochhauslandschaft Während fünf bis sechs Wochen im Mai und Juni ist es den Wiener Festwochen alljährlich ein besonderes Anliegen, Kulturereignisse selbst zu schaffen oder mitzugestalten, die höchstes künstlerisches Niveau mit gesellschaftsrelevanten Inhalten und Zielen verbinden. Die Wiener Festwochen als ein innovatives und internationales Großstadtfestival sind Fenster zur internationalen Theaterwelt und bieten ein breites Spektrum zeitgenössischer Kunstformen und -sprachen.

Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Zeitgenossenschaft zeigt das Programm Produktionen in allen Sparten: Opern, Konzerte, Theater, Performances, Installationen, Lesungen, Filme. Neben Neuinszenierungen geschätzter Klassiker und Premieren zeitgenössischer Stücke mit internationalen Regisseuren präsentieren Künstler sowie Ensembles aus der ganzen Welt gefeierte Arbeiten, oft in Originalsprache.

Das Programmangebot umfasst durchschnittlich 40 Produktionen sowie zahlreiche Angebote bei freiem Eintritt.

Erste Festwochen-Veranstaltungen fanden bereits 1927 statt. Die Neugründung der Wiener Festwochen erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg 1951 in der noch von den Alliierten besetzten Stadt Wien. Im Jahr 1952 zählten die Festwochen zu den Gründungsorganisationen der European Festivals Association. 1954 wurde erstmals das von Otto Liewehr entworfene, aus einem rot-weißen „W“ bestehende Logo verwendet. Seit 1962 dient das Theater an der Wien als eine der Hauptspielstätten neben den Hallen E und G im MuseumsQuartier. Auch an zahlreichen anderen variierenden Spielorten in der ganzen Stadt finden Aufführungen statt.

Ab 2002 war Luc Bondy Intendant der Wiener Festwochen, nachdem er bereits ab 1998 deren Schauspieldirektor gewesen war. Von 2014 bis 2016 hatte Intendant Markus Hinterhäuser die künstlerische Leitung inne, dem für die Jahre 2017 und 2018 Tomas Zierhofer-Kin folgte.

Beim Österreichischen Musiktheaterpreis 2015 wurden die Festwochen mit dem Goldenen Schikaneder in der Kategorie Bestes Festival ausgezeichnet.derStandard.at - Musiktheaterpreis: Sweeney Todd der Volksoper beste Produktion. APA-Meldung vom 8. Juni 2015, abgerufen am 8. Juni 2015.

Während der intendanz von Christophe Slagmuylder (2019–2023) fanden die Wiener Festwochen im ersten Jahr der COVID-19-Pandemie unter dem Titel Festwochen 2020 reframed im Mai und Juni digital und vom 26. August bis zum 26. September 2020 mit 15 Produktionen live statt.

2024 rief Intendant Milo Rau die Freie Republik Wien als Gesamtkunstwerk aus – von der Eröffnung, über diverse Produktionen, Themensetzungen bis hin zur Wiener Erklärung (Verfassung der Freien Republik Wien). In den verschiedensten partizipativen Formaten wie dem Rat der RepublikMilo Raus Tribunal zur Politik der Pandemie, auf topos.orf.at, abgerufen am 31. Juli 2024 und durch den Ausbau von lokalen und internationalen Partnerschaften wurde über das Festival der Zukunft diskutiert. In drei Wiener Prozessen – als Justizprozesse angelegte Aufführungen – traten reale Akteure der Zeitgeschichte auf. Die neu gegründete Akademie Zweite Moderne ist die globale Komponistinnen-Plattform der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Werkanteil von Komponistinnen im weltweiten Konzert-, Festival- und Opernprogramm deutlich zu erhöhen. Schirmherrin ist Nuria Nono-Schoenberg.

2025 wurden die Wiener Festwochen am 16. Mai 2025 mit dem traditionellen Fest am Rathausplatz eröffnet. Bis zum Ende der Festwochen am 22. Juni möchte Intendant Milo Rau 50 Projekte realisieren, darunter die erste Wiener Aufführung von Elfriede Jelineks Stück Burgtheater im Burgtheater, eine Premiere der Performancegruppe Signa unter dem Titel Das letzte Jahr, ein „Tribut an Gisèle Pelicot“ sowie mehrere Debattenformate, etwa mit Farahnaz Sharifi.Wiener Festwochen werden am Freitag eröffnet, Salzburger Nachrichten, 16. Mai 2025.

Eröffnungsveranstaltungen seit 2013 mini|Eröffnung der Festwochen 2013 u. a. mit Fatima Spar, Willi Resetarits, Michael Schade und den Strottern mini|Tomas Zierhofer-Kin, Der Nino aus Wien, Mira Lu Kovacs, Ernst Molden, Martin Traxl (2018) mini|Katharina Straßer als Sängerin und Moderatorin mit den Fearleaders bei der Eröffnung 2019 mini|Eröffnungsveranstaltung der Wiener Festwochen 2022 mit illuminiertem Rathaus im Hintergrund Die Eröffnung der Wiener Festwochen fand traditionell bis 2014 auf dem Rathausplatz statt. Die Fanfare zur Eröffnung wurde von Werner Pirchner komponiert.

Bei der Eröffnungsveranstaltung der Wiener Festwochen 2014 am 9. Mai wirkten mit: Der Arnold Schoenberg Chor und das Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Cornelius Meister. An Gastchören nahmen teil: BNR Mixed Coir aus Bulgarien, Concordia Discors aus Kroatien, coro siamo aus Österreich, Euga aus Finnland, La Maîtrise de Paris aus Frankreich, Liepaites aus Litauen, Sola aus Lettland und Vox Bona aus Deutschland. Die Moderatoren Cornelius Obonya und Alice Tumler führten durch die Veranstaltung.

2015 fand die Eröffnung erstmals mit dem Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta im Schlosspark von Schönbrunn statt.. Abgerufen am 7. März 2015. Grund für die Verlegung vom Rathausplatz war der von 19. bis 23. Mai 2015 stattfindende Eurovision Song Contest 2015.diepresse.com - Wiener Festwochen 2015: Schönbrunn statt Rathausplatz. APA-Meldung vom 17. Dezember 2014, abgerufen am 11. Mai 2015.

2016 fand die Eröffnung wieder am Rathausplatz statt und wurde von Alma, Federspiel, Superar, dem Großmütterchen Hatz Salon Orkestar und dem Boban Marković Orkestar, Landstreich sowie Nikolaus Habjan gestaltet.. Abgerufen am 7. Mai 2016. 2017 wurde die Eröffnung von Conchita moderiert und von den Wiener Symphonikern, Harri Stojka, Lylit, Molden/Resetarits/Soyka/Wirth, MoZuluArt, Russkaja sowie Yasmo & die Klangkantine gestaltet.. Die Künstler der Eröffnung 2018 waren Ernst Molden, Alma, Voodoo Jürgens, Mira Lu Kovacs, Willi Resetarits, Esra Özmen, Gustav, Ursula Strauss, Gerald Votava und der Nino aus Wien.Kurier: Wiener Festwochen: So wird heuer die Eröffnung. Artikel vom 24. April 2018, abgerufen am 24. April 2018. Künstler der Eröffnung 2019 waren unter anderem Soap&Skin, Clara Luzia, Esra Özmen, Katharina Straßer, Birgit Denk, Skero und Slavko Ninic.orf.at: Festwochen: Eröffnung mit Soap&Skin und Skero. Artikel vom 23. April 2019, abgerufen am 23. April 2019.

2024 wurde bei der Eröffnung die Freie Republik Wien ausgerufen. Herwig Zamernik komponierte die Hymne der Republik.Wiener Festwochen Eröffnung 2024: Fuzzmans Hymne, auf fm4.orf.at, abgerufen am 31. Juli 2024 Bands wie Pussy Riot, Bipolar Feminin, Voodoo Jürgens & Die Ansa Panier, Gustav, Paula Carolina und Monobrother traten auf, außerdem trugen u. a. Elfriede Jelinek, Carola Rackete, KDM Königin der Macht, Kid Pex, Mateja Meded, Kim de l’Horizon, Stas Zhyrkov und Sibylle Berg Statements vor.

2025 stand die Eröffnung der Festwochen unter dem Motto V is for LoVe. Bei freiem Eintritt wurde ein musikalischer Reigen von Klassik bis Punk geboten. Dem Publikum präsentierten sich unter anderem Soap&Skin, Der Nino aus Wien, Nicole, Laurie Anderson und der Mozart Knabenchor Wien. Die Veranstaltung wurde live auf ORF 2 und 3sat übertragen.

Die Eröffnung der 75. Ausgabe im Mai 2026 fand erstmals auf dem Heldenplatz statt. Künstler waren unter anderem Patti Smith, Cari Cari, Lara Hulo und Nenda.

„Rede an Europa“

Rednerinnen und Redner Im Vorfeld der Festwochen wird seit 2019 am Wiener Judenplatz die „Rede an Europa“ gehalten. Bisherige Rednerinnen und Redner waren:

2019: Timothy Snyder: Judenplatz 1010 2023: Olexandra Matwijtschuk: Ohne Freiheit kein Frieden, ohne Recht keine Gerechtigkeit 2024: Omri Boehm: Shadows of History, Spectres of the Present: The Middle East War and Europe’s Challenge 2025: Lea Ypi: Speech to Europe 2025 on Migration 2026: Anne Applebaum: The European Moment

Die Rede von Omri Boehm 2024 In seiner Rede „Shadows of History, Spectres of the Present: The Middle East War and Europe’s Challenge“ forderte der deutsch-israelische Philosoph Omri Boehm im Jahr 2024 die Abkehr vom Konzept der nationalen Souveränität Seine Einladung wurde von der jüdischen Gemeinde heftig kritisiert. Auf Druck der IKG und den Präsidenten des Europäischen Jüdischen Kongresses, Ariel Muzicant, zog sich die Erste Stiftung als Sponsor zurück, das Jüdische Museum zog sich einen Monat davor von einer Kooperation zurück. Muzicant sagte, dass er – wäre er 30 Jahre jünger – Eier auf Boehm geworfen hätte. Der Schriftsteller Daniel Kehlmann wertete diese Aussagen als Gewaltaufruf und Cancel-Culture. IKG-Präsident Oskar Deutsch kritisierte die Stadt Wien, Sponsor der Veranstaltung, für die Einladung Boehms. Dass dieser selbst jüdisch ist, spielte für Deutsch keine Rolle. Verfassungsministerin Karoline Edtstadler unterstelle Boehm Antisemitismus. Boehm entgegnete, dass er kritisiert werde, da er die Menschenwürde unterstützt. Ariel Muzicant stört, dass er den Universalismus der Aufklärung unterstützt.

Künstlerische Leitung Intendanten mini|Milo Rau (2025) 1951–1958: Adolf ArioChristoph Trimmel: Zwischen Tradition und Spiegelung wirtschaftlicher und politischer Tendenzen – die Wiener Festwochen. Diplomarbeit, abgerufen am 19. November 2014. 1958: Rudolf Gamsjäger 1960–1964: Egon Hilbert 1964–1977: Ulrich Baumgartner 1978–1979: Gerhard Freund 1980–1984: Programmdirektorium (Zusammensetzung variierend u. a. Helmut Zilk) 1984–1991: Ursula Pasterk (bis 1987 hauptamtlich, dann ehrenamtlich als Kulturstadträtin und Festwochenpräsidentin) 1991–1996: Klaus Bachler 1997: Wolfgang Wais (interimistisch) 1998–2001: Programmdirektorium: Luc Bondy (Schauspiel), Klaus-Peter Kehr (Musik), Hortensia Völckers (Tanz und Crossover-Projekte) 2002–2013: Luc Bondy 2014–2016: Markus Hinterhäuser 2017–2018: Tomas Zierhofer-KinderStandard.at – Tomas Zierhofer-Kin wird Intendant der Wiener Festwochen. Artikel vom 19. November 2014, abgerufen am 19. November 2014.orf.at: Vertrag mit Wiener-Festwochen-Chef aufgelöst. Artikel vom 19. Juni 2018, abgerufen am 19. Juni 2018. 2019–2023: Christophe Slagmuylderorf.at: Slagmuylder bleibt bis 2024. Artikel vom 15. Oktober 2018, abgerufen am 15. Oktober 2018. Ab 2024: Milo Rau

Schauspieldirektion 1997–2001: Luc Bondy 2002–2007: Marie Zimmermann 2008–2013: Stefanie Carp (auch Karenzvertretung 2005) 2014: Frie Leysen 2015: Stefan Schmidtke 2016: Marina Davydova

Musikdirektion 1997–2001: Klaus-Peter Kehr 2002–2004: Hans Landesmann 2005–2013: Stéphane Lissner 2016–2018: Marlene Engel (für Hyperreality)

Präsidenten 1951–1965: Johann Mandl 1965–1979: Gertrude Fröhlich-Sandner 1979–1983: Helmut Zilk 1983–1987: Franz Mrkvicka 1987–1997: Ursula Pasterk 1997–1998: Leonie Rysanek

Höhepunkte der Wiener Festwochen 1951 „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart, Inszenierung: Oscar Fritz Schuh, Musikalische Leitung: Karl Böhm 1976 „Proletenpassion“ der Schmetterlinge 1981 das poetische Variete „Flic Flac“ von André Heller 1983 „Maskerade“, Operette, Libretto und Liedertexte: Walter Reisch (nach seinem gleichnamigen Filmdrehbuch), Musik und Musikalische Leitung: Georg Kreisler, Inszenierung: Heinz Marecek 1985 „Die Riesen vom Berge“ von Luigi Pirandello, Inszenierung: Hans Gratzer 1985 „Besuchszeit“ von Felix Mitterer 1986 „Anima“ von Erwin Piplits 1987 „Ajax“ von Sophokles, Inszenierung: Peter Sellars