Der Deutsch-Französische Journalistenpreis (DFJP) wurde 1983 zum 20. Jubiläum des Élysée-Vertrages zwischen Deutschland und Frankreich durch Hubert Rohde, den damaligen Intendanten des Saarländischen Rundfunks, ins Leben gerufen. Er gehört heute zu den wichtigsten Medienpreisen in Europa. Mitglieder sind der Saarländische Rundfunk (SR) als Federführer, Deutschlandradio, Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), France Télévisions, ARTE, Deutsche Welle, Radio France, France Médias Monde, Saarbrücker Zeitung, Google, SaarLB, Kalodion GmbH, Deutsches Städte-Network, Gustav-Stresemann-Institut, Deutsch-Französisches Jugendwerk, Deutsch-Französische Hochschule, Fondation Robert Schuman, Union des Français de Sarre, Stiftung Genshagen und ASKO Europa-Stiftung.

Funktion Seit 2022 wird der Preis in den medienübergreifenden Kategorien Newsformate, Dokumentation, Investigation, Jeunes Talents und Spezialpreis vergeben. Die Preisträger des mit jeweils 6.000 Euro dotierten Preises werden von einer deutsch-französischen Jury ausgewählt. Daneben wird der undotierte Große Deutsch-Französische Medienpreis vergeben. Neben den Hauptpreisen gab es bis 2002 auch Sonderpreise wie z. B. den der Asko Europa-Stiftung oder des Deutsch-Französischen Kulturrats. Auch die Kategorien haben sich seit der Gründung gewandelt.

Der DFJP zeichnet Autorinnen und Autoren aus, die sich mit den deutsch-französischen Beziehungen oder mit Themen des anderen Landes oder Europas befassen und so zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beitragen. Seit 2010 können auch Artikel oder Reportagen teilnehmen, die sich mit deutsch-französischen Themen aus der Sicht eines Drittlandes befassen. In jeder Kategorie entscheidet eine deutsch-französische Jury über die Preisträger. Der Deutsch-Französische Journalistenpreis wird jährlich vergeben, die Preisverleihung findet abwechselnd in Berlin und Paris statt.

Die Ausschreibung beginnt jeweils zu Beginn des Jahres, Einsendeschluss ist der 1. März des Vergabejahres. Zum Wettbewerb zugelassen sind alle Beiträge, die zwischen dem ersten Tag nach Abschluss des Wettbewerbs im Vorjahr und dem Tag des Abschlusses des Wettbewerbs im Vergabejahr einschließlich erstmals gesendet oder veröffentlicht wurden.

Preisträger 1983 · 1984 · 1985 · 1989 · 1990 · 1993 · 1994 · 1995 · 1996 · 1997 · 1998 · 1999 · 2000 · 2001 · 2002 · 2003 · 2004 · 2005 · 2006 · 2007 · 2008 · 2009 · 2010 · 2011 · 2012 · 2013 · 2014 · 2015 · 2016 · 2017 · 2018 · 2019 · 2020 · 2021 · 2022 · 2023 · 2024 · 2025 ·

1983–1990 1983: Fernsehen, 1. Preis: Ernst Weisenfeld für Nur das Rot im Blau-Weiss-Rot – aus der Geschichte der kommunistischen Partei Frankreichs, SR Fernsehen, 2. Preis: Thomas Reimer, Elke Bauer für Zu Gast zwischen Haguenau und Pfingsten – ein Gespräch zwischen Thomas Reimer und André Weckmann, SWF Fernsehen, 3. Preis: Jaqueline Perard, Lorenz Knauer, Bernd Becker für Die Zehn: Atomkraft – nein danke. Atomkraft – ja bitte, ZDF Hörfunk, 1. Preis: Jean-Paul Picaper für Beobachtung und Aphorismen zum dt.-franz. Verhältnis – Die Gegensätze ziehen sich an, Le Figaro Hörfunk, 2. Preis: Wolfgang Aigner für Mehr Rechte für Frankreichs Provinz – Thionville zum Beispiel, BR Hörfunk, 3. Preis: Dieter Mayer-Simeth für Pulverfass Korsika – Bericht einer explosiven Insel, BR

1984: Fernsehen, 1. Preis: Martin Graff für Ich Kommunist – Du CDU, WDR Fernsehen, 2. Preis: Alfred Gulden für den Film Grenzfall Leidingen, SR Fernsehen, 3. Preis: Jochen Schweizer, Günter Ederer für die Reportage Die Ehe mit Marianne, ZDF Hörfunk, 1. Preis: Peter Stefan für Der Korrespondent und seine Stadt – mein Paris, SWF Hörfunk, 2. Preis: Kathrin Rousseau, Jürgen Gandela für Sunday-Express – 20 Jahre Dt.-Franz. Freundschaftsvertrag, HR, RFI Hörfunk, 3. Preis: Michael Graf Westarp für Zur wirtschaftlichen Situation Frankreichs, RIAS

1985: Fernsehen, 1. Preis: Angelika Lipp-Krüll, Jean-Claude Ziegler für Vis-à-Vis – dt. franz. Regionalprogramm, SWF, France 3 Fernsehen, 2. Preis: Eberhard Büssem für 40 Jahre nach dem Massaker – Münchens Schüler besuchen Oradour-sur-Glane, BR Fernsehen, 3. Preis: Martin Graff für D’Narrehewler – ein elsässisches Dorf spielt seine Geschichte, SR Hörfunk, 1. Preis: Dieter Mayer-Simeth für Die Bundesrepublik, der ungeliebte Freund – über das Deutschlandbild der Franzosen, BR, SFB, SDR Hörfunk, 2. Preis: Hans Peter Tönsgöke für Bilder vom Nachbarn – Hörfunk-Magazin zwischen Berlin und Paris, SFB Hörfunk, 3. Preis: Norbert Carius für Die ungleichen Brüter – Kernkraft in Deutschland und Frankreich, SR

1986–1988: keine Preisvergabe

1989: Fernsehbeiträge bis 20 Minuten: 1. Preis: Philippe Rochot für In den Tiefen der Apokalypse, Antenne 2, Bonn 2. Preis: Georg Mischo für Die Kunst, Kunst zu exportieren, SR 3. Preis: Laurent Andrès für Heidegger – Der Versuch einer Annäherung, France 3 Alsace Fernsehbeiträge ab 20 Minuten: 1. Preis: Dagmar Christman, Arndt Breustadt, Eberhard Schneider für Eine schwierige Nachbarschaft – Franzosen und Deutsche, SWF, HR, WDR 2. Preis: Redaktion Innenpolitik Fernsehen für Schlaglicht: Die neue Macht am Rhein – deutsch-französische Brigade, SDR 3. Preis: Claire Doutriaux für Ich sage nichts, WDR, La Sept Hörfunk, 1. Preis: Florian Schwinn, Kathrin Rousseau für Sunday-Express, HR, RFI Hörfunk, 2. Preis: Dieter Mayer-Simeth, Martin Geiling für Die toten Dörfer von Verdun, BR, SR Hörfunk, 3. Preis: Claus Vogelgesang für Dt.-Franz. Gymnasium – Michel lernt mit Marianne, SFB

1990: Fernsehen, 1. Preis: Redaktion Vis-à-Vis für Panzermark, Blitzkrieg, Großdeutschland – neue und alte Ängste bei Franzosen und Deutschen, SWF, France 3 Alsace Fernsehen, 2. Preis: Chris Marker für Berliner Ballade, Antenne 2 Fernsehen, 3. Preis: Ulrich Wickert, Klaus-Peter Schmid, Heide Supper für Champagner-Clans – Deutsche Geschichten um eine französische Erfindung, ARD/SR Hörfunk, 1. Preis: Gerd Heger, Stefanie Hoster für F.R.A.D.I.O. – Relativ angenehme dramatische Inszenierung fürs Ohr – eine Enquète, SR Hörfunk, 2. Preis: Günter Bayer für Hein Mück’s normannische Schwester – Cherbourg, Partnerstadt von Bremen, Radio Bremen

1991–2000 1991–1992: keine Preisvergabe

1993: Fernsehen, 1. Preis: Agence CAPA für 24 Heures: Görlitz – Le pont de la rivière Neisse, Canal+ Fernsehen, 2. Preis: Fritz Breuer für Rückblende: Vor 110 Jahren geboren – René Schickele, WDR Hörfunk, 1. Preis: Gabi Mayr für Tanz der Schienbeine – Der Architekt Hector Guimard und das 16. Arrondissement, Radio Bremen

1994: Fernsehen, 1. Preis: Patrice Barad, Kim Spencer, Pascal Vasselin für Vis-à-Vis Verlin-Marseille – Politique: Que dire à nos enfants?, France 3 Fernsehen, 2. Preis: Chantal Lasbats, Agence CAPA für Lebensborn – Les Enfants de la honte, France 2 Hörfunk, 1. Preis: Bärbel Moser, Kathrin Rousseau für Beobachtung und Aphorismen zum dt.-franz. Verhältnis – Die Gegensätze ziehen sich an, RFI Hörfunk, 2. Preis: Michel Besnier, Karl-Heinz Tesch für ihr Radio-Feature Leipzig. Portrait einer Liebe, MDR

1995: Fernsehbeiträge über 20 Minuten: 1. Preis: Werner Doyé, Jean Vermeil für Die Befreiung – Frankreich nach dem längsten Tag, ZDF Fernsehbeiträge bis 20 Minuten: 1. Preis: Jutta Krug, Hugues Jardel, Vladimir Vasak für 8 1/2 – Nachrichtensendung: „Chausseestraße Berlin – Eine Serie zu den Bundestagswahlen 1994“, Arte Hörfunk, 1. Preis: Karl Lippegaus für Samstagabend in West 3: Rap, Rai, Ramadhan – Arabische und westliche Kultur in Marseille und Paris, WDR

1996: Fernsehen, 1. Preis: Isabelle Bourgeois für Heinrich Böll, France 3, Pro.Dis.Tél. Hörfunk, 1. Preis: Teilnehmer des dt.-frz. Radioseminars in St. Affrique 1995, Leiter: Gilles Margerand und Sven Rech für Absence de marquage – Erfahrungen an der Grenze, Deutsch-Französisches Jugendwerk und SR

1997: Fernsehen, 1. Preis: Ulrike Becker, Sophie Rosenzweig für Eine Bleibe in der Fremde / A chacun son étranger (Beitrag zur Sendereihe Passe Partout) SWF, La Cinquième Hörfunk, 1. Preis: Feature-Werkstatt Redaktion Interregionale Kultur des SR für Saar-Lor-Luxus

1998: Fernsehen, 1. Preis: Asiem El Difraoui für Toulon, vitrine du Front National, Arte Hörfunk, 1. Preis: Blandine Milcent für Ça a changé – Franzosen in Ostdeutschland, SDR Printmedien, 1. Preis Thomas Fricke für Ohne Komma Manager Magazin

1999: Fernsehen, 1. Preis: François Ponchelet, Pascal Stelletta für "Le voyage de Nina, France 2 Hörfunk, 1. Preis: Natalie Weber für Die letzten Sänger von Klein-Warschau – Polnische Spuren an der deutsch-französischen Grenze, SR

2000: Fernsehen: Mitja Rietbrock und Michel Anglade für Un mur dans les têtes (dt.: Eine Mauer in den Köpfen), France 3 Fernsehen (Kurzreportage): Véronique Barondeau und Andrea Fies für RU 468 – die Abtreibungspille, Arte Hörfunk: Benoît Collombat für die Reportage Allemagne: le mur dans les têtes (dt.: Die Mauer in den Köpfen), France Inter Printmedien: Jochen Hehn für den Artikel Das Ende von ‚Weiter so‘, Die Welt Förderpreis: Bernhard Hentschel für den Bericht Kommando Völkerfreundschaft, SWR Ehrenpreis: Daniel Vernet in Anerkennung seines ständigen Engagements zur Verbesserung und Vertiefung der deutsch-französischen Beziehungen, Le Monde

Sonderpreise ASKO Europa-Stiftung: Günter Ederer für Fernseh-Reportage Schocktherapie. Wie die Hoechst-Manager ihren Konzern zerschlagen, ARD/HR Harald Schultz für Print-Artikel Angriff der Nukleokraten. Der französische Stromriese EdF will den deutschen Markt knacken, Woche Axel Bornkessel für Fernsehbeitrag Napoleon und die Deutschen – ein Volk befreit sich, NDR Sven Rech für Fernseh-Feature Lothringen eine Sinfonie, SR Ann-Catherine Cavalli für Hörfunkbeitrag Tandem oder ‚ménage à trois‘? bei Radio France Internationale

2001–2010 2001: Fernsehen: Patrice Romedenne für Pour en finir avec l’extrémisme, France 2 Fernsehen (Kurzreportage): Jörg Krause für Wer war Omar Ben Noui? – von Algier nach Guben und zurück, Arte Hörfunk: Lisa Huth für Mir gehen nur niwwer kaafe (Wir gehen nur rüber einkaufen) – darüber, was Saarländer und Lothringer wirklich voneinander wissen, SR Print: Dorothea Hahn für Mörderisches Milieu, Frankreich von einer anderen Seite, taz

Sonderpreise ASKO Europa-Stiftung: Fernsehen: Dirk Heinemann für Schwarze Brandung, über Frankreichs Umgang mit der Ölpest nach der Havarie des Tankers Erika an der bretonischen Küste, Arte Hörfunk: Ruth Jung für Die Welt ist keine Ware – José Bové und der Bauernprotest in Südfrankreich, Deutschlandfunk, SR, WDR Print: Matthias Beermann für Bauernland ist abgebrannt, Weser-Kurier

Sonderpreise Deutsch-Französischer Kulturrat: Fernsehen: Pierre-Olivier François für Der große Rückschritt, Arte Hörfunk: Emmanuel Laurentin für Porträt einer deutsch-französischen jüdischen Familie Le poids de la mémoire allemande, Radio France Print: Jean-Christophe Ploquin für Porträt der neuen deutschen Literatur-Generation Bouillon de Culture en Allemagne, La Croix

2002: Fernsehen: Frédéric Chignac für L’orchestre des chômeurs (Das Orchester der Arbeitslosen), France 3 Fernsehen/Kurzreportage: Sabine Willkop für Jacques und Lotka, Kurzfilm für die Reihe „Nachtkultur“, SWR Hörfunk: Günter Liehr und Alexander Musik für Der dritte Flughafen für Paris stört die Ruhe der Lebenden – und Toten, Radio France Internationale Print: Michael Neubauer für Wer fackelt am besten, über Ursachen und Abläufe der gewalttätigen Ausschreitungen von Jugendlichen in Straßburg, Badische Zeitung Ehrenpreis: Georg Stefan Troller, langjähriger Fernseh-Korrespondent von ARD und ZDF in Paris, für sein Engagement für die deutsch-französische Verständigung

Sonderpreise Deutsch-Französischer Kulturrat: Hörfunk: Patrice Gelinet für La résistance allemande à Hitler, France Inter Print: Jacqueline Hénard für Viel gelobt, wenig gesehen anlässlich des 10. Jahrestages der Gründung von ARTE, Die Zeit

Preis des Deutsch-Französischen Jugendwerks: