Die Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa (bis Dezember 2009 Heinz-Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa) ist eine 1971 im Gedenken an Heinz Schwarzkopf, den Sohn des Haarkosmetikindustriellen Hans Schwarzkopf, gegründete Stiftung. Ihr Zweck ist es, „junge Menschen auf ihrem Weg zu politisch bewussten und verantwortungsbereiten Persönlichkeiten zu fördern und den europäischen Einigungsprozess zu stärken“.

Seit April 2026 ist die Stiftung Teil der überparteilichen, paneuropäischen Bewegung von We are Europe.

Geschichte Die Stiftung wurde 1971 in Hamburg von Heinz Schwarzkopfs Witwe Pauline Schwarzkopf gegründet. Die Stiftung führt seitdem zahlreiche politische Bildungsveranstaltungen zu europapolitischen Themen durch. Als eine der ersten überparteilichen Institutionen hat die Stiftung darüber hinaus Jugendreisen in die DDR und nach Polen veranstaltet.

Nachdem ein von der Stiftung in Auftrag gegebenes historisches Gutachten die Mitgliedschaft von Heinz Schwarzkopf in der NSDAP, der SA und der SS dokumentierte, beschloss der Stiftungsvorstand Ende 2008, den Namen der Stiftung von „Heinz Schwarzkopf Stiftung Junges Europa“ in „Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa“ zu ändern. Die Satzung wurde im Zuge dessen um das Ziel der Bekämpfung von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus erweitert.

Aktivitäten Veranstaltungen und Seminare Eine Hauptaktivität ist die Organisation von politischen Bildungsveranstaltungen für Jugendliche. Dazu gehören Diskussionen und Workshops mit Fachleuten aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Anschließend erarbeiten die Jugendlichen eigene Ideen, Fragen und Forderungen zu ihrem jeweiligen Themengebiet.

Understanding Europe Im Rahmen des „Understanding Europe“-Programms bietet die Stiftung digitale und analoge Workshop-Formate für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren an:

Dabei gehen junge, eigens geschulte Trainer in Teams in die Schulen und führen den EU-Kompakt-Kurs nach dem Peer-Education-Ansatz durch. Die Jugendlichen arbeiten in Kleingruppen, haben Raum, ihre Fragen zu stellen und gemeinsam zu überlegen, wo und wie die EU Einfluss auf ihr tägliches Leben hat.

Ziel des Projekts ist, den Jugendlichen ein grundlegendes Verständnis von Europa und Partizipationsmöglichkeiten zu vermitteln. Außerdem sollen die Jugendlichen digital medienkompetent werden, über soziale Gerechtigkeit nachdenken und/oder die Sustainable Development Goals (SDG) kennenlernen.

Reisestipendien Seit ihrer Gründung vergibt die Stiftung außerdem jährlich Reisestipendien in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn in Form von Global Interrail-Pässen für einen festgelegten Zeitraum. Sie fördert damit junge Menschen bis zu 28 Jahren, die eine Reise durch Europa planen. Voraussetzung ist, dass die Reise unter ein aktuelles Thema von europäischer Relevanz gestellt und über dieses Thema ein Bericht geschrieben wird.

Preise

Seit 1997 zeichnet die Stiftung einmal jährlich eine Person (oder mehrere Personen) als „Young European of the Year“ aus. Der Preis ist ein Startkapital für die Finanzierung eines eigenen Projekts, wie beispielsweise die Gründung eines Social Entrepeneurships. Das Projekt soll die europäische Integration unterstützen und europäische Werte im Zentrum haben.

Der „Schwarzkopf-Europa-Preis“ wurde anlässlich des dreißigjährigen Stiftungsjubiläums 2001 ausgelobt. Die Jury wird aus den „Jungen Europäern“ der vergangenen Jahre ausgewählt. Erste Preisträgerin im Jahr 2003 war Carla del Ponte, damals Chefanklägerin des Jugoslawientribunals. 2016 zeichnete die Stiftung die Aktivisten der SOS Méditerranée, die InterEuropean Human Aid Association Germany und die Initiative Flüchtlinge Willkommen mit dem Preis aus."SOS MEDITERRANEE erhält Schwarzkopf-Europa-Preis für Rettungseinsatz im Mittelmeer" 14. November 2016

Von 2014 bis 2023 wurde der Margot-Friedländer-Preis durch die Stiftung in Berlin und Brandenburg verliehen, seit 2018 bundesweit. Der Preis und der dazugehörige Wettbewerb sollten Schüler und Lehrer motivieren, sich mit dem Holocaust und heutiger Erinnerungskultur auseinanderzusetzen und sich mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen im Kampf gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus und Ausgrenzung zu engagieren. Das Preisgeld diente zur Finanzierung des mit dem Preis ausgezeichneten Projekts. Seit 2024 wird der Margot Friedländer Preis von der Margot Friedländer Stiftung vergeben.

European Youth Parliament Seit November 2004 leitet die Stiftung die internationale Ebene des Europäischen Jugendparlaments. Damit ist sie die Dachorganisation der 40 nationalen Verbände und unterstützt diese bei der Durchführung von Veranstaltungen und bei zusätzlichen Aktivitäten. Nach eigener Auskunft finden europaweit jährlich etwa 500 Veranstaltungen und nationale Wettbewerbe statt, an denen etwa 30.000 Jugendliche teilnehmen.

Weblinks Offizielle Website

Einzelnachweise

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