mini|hochkant|Dieter Bellmann (2015) Dieter Bellmann (* 24. Juli 1940 in Dohna; † 20. November 2017 in Leipzig) war ein deutscher Schauspieler und Regisseur.

Leben Karriere Dieter Bellmann war Absolvent der Leipziger Theaterhochschule, die er von 1958 bis 1961 besuchte. Von 1961 bis 1967 war er am Theater Junge Generation in Dresden engagiert. Danach zog es ihn wieder zurück nach Leipzig. Er wirkte dort 30 Jahre lang bis 1997 am Schauspielhaus und war dort auch als Regisseur tätig. Von 1968 bis 1982 trat er in einem Dutzend Inszenierungen des Fernsehtheaters Moritzburg auf, beispielsweise in Alexander Nikolajewitsch Ostrowskis Dem Kater schmeckt zwar jede Maus … (1970), Frigyes Karinthys Der Zaubersessel (1975), Johann Friedrich Freiherr von Cronegks Der Mißtrauische (1976) und Helmut Grosz’ Reif für ’ne Kur (1982). Seine Liebe zum Kabarett zeigte er immer wieder durch Kabarettinszenierungen, z. B. mit einem Loriot-Abend in der Leipziger Funzel, der er bis zuletzt die Treue hielt.

Bellmanns markante und sonore Stimme wurde für Dokumentarfilme, Synchron- und Hörbuchproduktionen eingesetzt. Bereits in seiner Studienzeit hatte er als Sprecher gearbeitet. Für die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig sprach er literarische Werke auf Tonband. Als Synchronsprecher lieh er seine Stimme u. a. James Mason, Alain Delon, Donald Sutherland, Jonathan Pryce, David Suchet, Maurice Roëves und Ennio Fantastichini. mini|hochkant|Seine Grabstätte auf dem Leipziger Südfriedhof

In den 1960er-Jahren begann Bellmanns Filmkarriere. DEFA-Produktionen von Kinder- und Märchenfilmen, bei denen er Regie führte, waren z. B. Dornröschen, Hase und Igel sowie Die verzauberten Brüder. In den 1970er und 1980er Jahren stand er für den DFF bzw. das Fernsehen der DDR in vielen Episoden des Polizeiruf 110 vor der Kamera. Von Oktober 1998 (Folge 1) bis Dezember 2014 (Folge 669) spielte Bellmann den Ärztlichen Direktor der fiktiven Sachsenklinik in Leipzig, Professor Gernot Simoni, in der ARD-Serie In aller Freundschaft und hatte auch später noch vereinzelte Gastauftritte in dieser Reihe sowie 2015 einen Gastauftritt in der Fernsehserie In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte. In der Jugendserie Endlich Samstag spielte Bellmann den Bauern Lindemann. Auch als Fernsehregisseur begleitete Bellmann einige Produktionen.

Ehrenamtliches Engagement

Bellmann engagierte sich als ehrenamtlicher Botschafter der Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland Nordhausen e.V. in Tambach-Dietharz.

Privates

Bellmann war bis zu seinem Tod in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Astrid Höschel-Bellmann verheiratet und hatte mit ihr einen Sohn. Aus seiner ersten Ehe hatte er zwei weitere Söhne.

Bellmann starb am 20. November 2017 im Alter von 77 Jahren. Sein Anwalt Christian Schertz widersprach der Angabe mancher Medien, er sei an einer angeblichen Krankheit gestorben, sondern erklärte, Bellmann sei „friedlich eingeschlafen“.Dieter Bellmann tot: Das ist die wahre Todesursache von TV-Arzt Professor Simoni news.de, 23. November 2017, abgerufen am 23. November 2017. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Leipziger Südfriedhof.knerger.de: Das Grab von Dieter Bellmann

Filmografie Als Schauspieler 1963: Jetzt und in der Stunde meines Todes 1965: Die Abenteuer des Werner Holt 1966: Steinzeitlegende 1968: Rote Bergsteiger (Fernsehserie) 1968: Die Wolkenstürmer 1968: Der Mensch neben dir 1968: Die Dienstfahrt 1968: Hänschen in der Grube (Fernsehtheater Moritzburg) 1968: Die Toten bleiben jung 1969: Drei von der K (Fernsehserie, 1 Folge) 1969: Barents heißt unser Steuermann 1969: Aufregende Jahre 1971: Zollfahndung (Fernsehserie) 1973: Polizeiruf 110: Alarm am See (Fernsehreihe) 1973: Polizeiruf 110: Freitag gegen Mitternacht 1973: Die Zwillinge 1974: Wenn der Rosenkavalier kommt … (Fernsehtheater Moritzburg) 1974: Tschüß, bis Freitag (Fernsehtheater Moritzburg) 1975: Spätpodium: Als ich auf dem Wacholder saß (Fernsehtheater Moritzburg) 1975: Spätpodium: Tingel-Tangel oder Die Kunst zu unterhalten (Fernsehtheater Moritzburg) 1975: Liebe ist nicht immer blind (Fernsehtheater Moritzburg) 1975: Polizeiruf 110: Der Spezialist 1976: Unglück im Spiel (Fernsehtheater Moritzburg) 1976: Was kostet Martin die Welt 1978: Man kann nie wissen (Fernsehtheater Moritzburg) 1978: Polizeiruf 110: In Maske und Kostüm 1978: Ich zwing dich zu leben 1979: Lachtauben weinen nicht 1980: Polizeiruf 110: In einer Sekunde 1980: Dornröschen 1981: Besuch eines Herren 1981: Meschkas Enkel 1981/1988: Jadup und Boel 1982: Berlin, hier bin ich 1982: Polizeiruf 110: Petra 1983: Alfons Köhler 1984: Polizeiruf 110: Schwere Jahre Teil 1 und 2 1984: Wo andere schweigen 1985: Die Leute von Züderow (Fernsehserie) 1987: Bebel und Bismarck (TV-Dreiteiler) 1989: Die gläserne Fackel (TV-Mehrteiler) 1991: Heute sterben immer nur die andern 1998–2017: In aller Freundschaft (Fernsehserie) 2000–2001: Der Wunschpunsch (Sprecher) 2001: Die Braut meines Feindes 2001: Tatort – Verhängnisvolle Begierde (Fernsehreihe) 2002: Das Geheimnis meiner Mutter 2003: Tage des Sturms 2004: Geschichte Mitteldeutschlands – Das Magazin (Sprecher/Erzähler) 2006: Das unreine Mal 2007: Die Liebe ist ein Haus 2007: Endlich Samstag (Fernsehserie, 2 Folgen) 2007: SOKO Leipzig (Fernsehserie, 1 Folge) 2007: Alarm für Cobra 11 (Fernsehserie, 1 Folge) 2008: Zwischen Licht und Schatten 2011: In aller Freundschaft: Was wirklich zählt (Spielfilm) 2013: In aller Freundschaft: Bis zur letzten Sekunde (Spielfilm) 2015: In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte (Fernsehserie, 1 Folge) 2016: Herzensbrecher – Vater von vier Söhnen (Fernsehserie, 1 Folge)

Als Regisseur 1980: Dornröschen 1982: Der Hase und der Igel 1987: Gavroche 1988: Die verzauberten Brüder (Inszenierung)Die verzauberten Brüder Fernsehen der DDR (Memento)

Hörspiele 1970: Hans-Ulrich Lüdemann: Prozeß ohne Urteil (Moderator) – Regie: Helmut Hellstorff (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1990: Hans Siebe: Leichensache Gröninger Forst – Regie: Walter Niklaus (Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR) 1993: Andreas Berger: Bankraub (Filialleiter) – Regie: Joachim Staritz (Kriminalhörspiel – MDR) 1999: Isaak Babel: Die Reiterarmee (Quartiermeister) – Regie: Joachim Staritz (Hörspiel (3 Teile) – MDR/DLR)

Hörbücher (Auswahl) Bellmann liest Anton Tschechow, CD, 54 Min., Hörwerk Leipzig 2004, ISBN 978-3-86189-901-3. Dieter Bellmann liest: Das Weihnachtslied von Charles Dickens, 2 CDs, 124 Min., Hörwerk Leipzig 2004, ISBN 978-3-86189-914-3. Dieter Bellmann & Frank Fröhlich: Märchenhaft – Sagen und Legenden aus Thüringen, Fröhlich, Dresden 2009, ISBN 978-3-939669-13-5.

Literatur Günter Helmes, Steffi Schültzke (Hrsg.): Das Fernsehtheater Moritzburg. Institution und Spielplan. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2003, ISBN 3-936522-99-5. Claudia Kusebauch (unter Mitarbeit von Michael Grisko): Das Fernsehtheater Moritzburg – Programmchronologie. In: Claudia Kusebauch (Hrsg.): Fernsehtheater Moritzburg II. Programmgeschichte. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2005, ISBN 3-86583-015-3, S. 15–208.

Weblinks

Einzelnachweise

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