Janssen Pharmaceutica-Gebäude in Leiden|270px|thumb Janssen Pharmaceutica N.V. ist ein belgisches pharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Beerse.

Allgemeines Janssen Pharmaceutica N. V. wurde 1953 von Paul Janssen (1926–2003) gegründet und ist Teil des amerikanischen Konzerns Johnson & Johnson. Ursprünglicher Unternehmenszweck war ausschließlich pharmazeutische Forschung.

1961 wurde Janssen Pharmaceutica die Pharmasparte von Johnson & Johnson (einer von drei Sektoren neben Medical Devices & Diagnostics, Consumer)Daten & Fakten, Website von Janssen, abgerufen am 14. August 2017, nachdem sich Paul Janssen wieder vermehrt der Forschung widmen wollte und seine Firma zunächst in Europa vergeblich zum Kauf angeboten hatte. Bis heute beherbergt Janssen Pharmaceutica die weltweite Forschung und Entwicklung neuer Arzneimittel für Johnson & Johnson (Johnson & Johnson Pharmaceutical Research Development (JJPRD)), z. B. im Bereich der Neurologie, Anästhesie, Analgesie, Allergologie, Krebserkrankungen usw. Die deutsche Niederlassung (gegründet 1959) firmiert unter Janssen-Cilag GmbH in Neuss.Das Unternehmen Janssen, Website von Janssen, abgerufen am 14. August 2017

1985 etablierte Janssen Pharmaceutica als erstes westliches Pharmaunternehmen eine pharmazeutische Fabrik in der VR China. Die erste Fabrik wurde von Joos Horsten in Hanzhong aufgebaut und geleitet. Später folgte eine zweite und größere Fabrik in Xi’an.

2007 wurde Janssen Pharmaceutica zum dritten Mal als attraktivster Arbeitgeber Belgiens ausgezeichnet. Diese Erhebung wird von Randstad in Belgien seit 2001 durchgeführt.

2014 wurde das Präparat Xeplion®, das zur Behandlung von Schizophrenie verwendet wird, mit zahlreichen Todesfällen in Verbindung gebracht.

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie hat Janssen Pharmaceutica den Impfstoff Ad26.COV2.S entwickelt.

Im September 2023 kündigte Johnson & Johnson an, die Sparten Pharmazie und Medizintechnik stärker unter der Dachmarke J&J vereinen zu wollen. Im Zuge dessen firmiert Janssen seit Herbst 2024 unter dem Namen Johnson & Johnson Innovative Medicine.

Medikamente von Janssen Pharmaceutica R-code Name Markenname Synthetisiert Vermarktet R5 Ambucetamid Neomeritine 1953 1955 R79 Isopropamid iodid Priamide-Janssen 1954 1955 R253 Diisopromin Bilagol 1955 1956 R516 Cinnarizin Stugeron 1955 1958 R875 Dextromoramid Palfium 1955 1957 R1132 Diphenoxylat Reasec 1956 1960 R1625 Haloperidol Haldol 1958 1959 R2498 Trifluperidol Triperidol 1959 1961 R3345 Pipamperon Dipiperon 1960 1961 R3365 Piritramid Dipidolor 1960 1967 R4263 Fentanyl Fentanyl 1960 1963 R4584 Benperidol Glianimon 1961 1965 R4749 Droperidol Dehydrobenzperidol 1961 1963 R4845 Bezitramid Burgodin 1961 1971 R6218 Fluspirilen Imap 1963 1971 R6238 Pimozid Orap 1963 1970 R7904 Lidoflazin Clinium 1964 1969 R11333 Bromperidol Impromen 1966 1981 R12564 Levamisol Ergamisol 1966 1969 R13672 Haloperidol decanoat Haldol decanoas 1967 1981 R14889 Miconazol Daktarin 1967 1971 R14950 Flunarizin Sibelium 1967 1977 R15889 Lorcainid Remivox 1968 1983 R16341 Penfluridol Semap 1968 1973 R16470 Dexetimid Tremblex 1968 1972 R16659 Etomidat Hypnomidate 1964 1977 R17635 Mebendazol Vermox 1968 1972 R18553 Loperamid Imodium 1969 1973 R33800 Sufentanil Sufenta 1974 1979 R33812 Domperidon Motilium 1974 1978 R35443 Oxatomid Tinset 1975 1981 R39209 Alfentanil Rapifen 1976 1983 R41400 Ketoconazol Nizoral 1976 1981 R43512 Astemizol Hismanal 1977 1983 R46541 Bromperidol Impromen 1978 1984 R49945 Ketanserin Sufrexal 1980 1987 R50547 Levocabastin Livostin 1979 1989 R51211 Itraconazol Sporanox 1980 1986 R51619 Cisaprid Prepulsid 1980 1989 R64766 Risperidon Risperdal 1984 1993 R Paliperidon Invega 2007

Janssen Pharmaceutica hat im Laufe der Zeit etwa 70 neue Substanzen auf den Markt gebracht. Die bekanntesten unter ihnen sind:

Handelsname Freiname IndikationImodiumLoperamidMotilitätshemmerMotiliumDomperidonAntiemetikumReminylGalantaminAntidementivumDaktarinMiconazolAntimykotikumNizoralKetoconazolAntimykotikumVermoxMebendazolAnthelminthikumRisperdalRisperidonAtypisches NeuroleptikumDurogesicFentanylOpioid-Analgetikum

Sieben Janssen-Medikamente sind auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation: Haldol (Haloperidol) Ergamisol (Levamisol) Daktarin (Miconazol) Vermox (Mebendazol) Nizoral (Ketoconazol) (WHO-gelistet seit 2005) Risperdal (Risperidon) Loperamid (Imodium)

Kontroversen 2012 verurteilte ein Gericht im US-Bundesstaat Arkansas den Mutterkonzern von Janssen, Johnson & Johnson, zu einer Strafzahlung von 1,2 Milliarden US-Dollar. Dem Konzern war vorgeworfen worden, bei der Vermarktung seines Neuroleptikums Risperdal Gefahren verharmlost und verschwiegen zu haben. So gab es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Infarkte bei älteren Menschen, denen Risperdal verabreicht wurde. Zuvor war Janssen bereits in ähnlichen Urteilen in South Carolina und Louisiana zu Strafzahlungen von 327 Millionen bzw. 258 Millionen US-Dollar verpflichtet worden. Auch hatte sich das Unternehmen in Texas auf einen Vergleich in Höhe von 158 Millionen US-Dollar geeinigt.

Weblinks

Offizielle Website von Janssen Global (englisch) Offizielle Website von Janssen Deutschland

Einzelnachweise

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