Choi Hong-man (* 30. Oktober 1980 in Jeju-si), im Westen häufig Hong-man Choi genannt, ist ein südkoreanischer MMA-Kämpfer, ehemaliger Ssireum-Ringer und K-1-Kämpfer. Mit 2,18 m Körperlänge und bis zu 175 kg KampfgewichtFernseheinblendung bei Liveübertragung im Ssireum Championship Finale 2004. KBS. Uijeongbu Gym, Uijeongbu. 14. Juni 2004. gilt er allerdings für viele Fans nur als Attraktion. Als Ssirum-Ringer konnte Choi dank seiner Körpergröße, der er auch seinen koreanischen Spitznamen „Techno Goliath“ verdankt (diesen Spitznamen bekam er auch aufgrund seiner bis Anfang 2008 stets hellblond gefärbten Haare), große Erfolge erringen. Auch seine Armspannweite von 2,35 mKämpfervergleich Choi Hong-man gegen Yi Long (November 2018, Foto) kamen ihm hier zugute. Die Japaner nennen ihn „Korean Colossus“ und „Korean Monster“, während er im Westen bzw. den USA häufiger „Che-Man“ (Anlehnung an He-Man) genannt wird. Er ist der im Gesamtpaket größte und schwerste professionelle Kampfsportler der Welt.

Ssireum-Karriere (bis 2004) Bei den Ssireum Meisterschaften 2003 konnte er den Titel gegen seinen Dauerrivalen Kim Young-hyun gewinnen. Ein Jahr später erreichte er erneut das Finale, in welchem er sich Kim geschlagen geben musste. Kampfsportübergreifend gab es bisher nirgendwo einen Kampf zweier Athleten solcher physischer Ausmaße. Choi brachte bei 2,18 m Körpergröße ein Gewicht von 175,5 kg auf die Waage, Kim bei 2,17 m 167,8 kgSsireum Meisterschaften 2004 - Finale Kim Young-hyun gegen Choi Hong-man. Selbst die WBA-Schwergewichtsweltmeisterschaft zwischen Nikolai Walujew (2,13 m bei 146,2 kg) und Jameel McCline (1,98 m bei 121,7 kg)http://www.boxrec.com/media/index.php?title=Fight:1142723, welche im Boxsport auf die Physis bezogen als Rekord gilt, konnte nicht mithalten. Walujew und McCline brachten zusammen 267,9 kg und 4,11 m in den Ring, Choi und Kim 343,3 kg und 4,35 m.

K-1-Karriere (2005–2008) Sein K-1-Debüt gab er im März 2005 beim World-GP-2005 Turnier in Seoul, in welchem er mit 162 kg Körpergewicht teilnahm. In der ersten Runde besiegte er den japanischen Sumoringer Wakashoyo durch technischen K. o. in Runde 1, im Halbfinale Akebono ebenfalls durch technischen K. o. in Runde 1, und im Finale den Titelverteidiger Kaoklai Kaennorsing nach Punkten.

Seinen nächsten Kampf bestritt er im Juni 2005 beim World Grand Prix in Japan gegen den Catcher Tom Howard aus den USA, den er in der ersten Runde mit einem Kniestoß zum Kopf schwer ausknockte. Howard erlitt eine tiefe Risswunde an der Stirn.

Beim World Grand Prix auf Hawaii kämpfte er erneut gegen Akebono, den er wieder durch K. o. in Runde 1 für sich entscheiden konnte.

Bei den Final Eliminations 2005 traf er auf Bob Sapp, den er nach drei Runden mit einer Mehrheitsentscheidung besiegte. Nach zwei Runden war der Kampf relativ ausgeglichen. In der dritten Runde wurde Sapp angezählt, nachdem er einen Kniestoß von Choi gegen den Kopf bekam, und sich von diesem abdrehte.

Im Finalturnier der K-1 World Grand Prix Serie 2005 im Tokyo Dome traf er auf den damals zweifachen, mittlerweile dreifachen K-1-Weltmeister Remy Bonjasky, gegen den er nach Punkten verlor. Nach sechs Siegen in Folge war es seine erste Niederlage im K-1.

Seinen ersten Auftritt im Jahr 2006 gab er Ende April beim World Grand Prix in Las Vegas. Sein Gegner war der 1,97 m große und 130 kg schwere Catcher Sylvester „The Predator“ Terkay, der sowohl im K-1 als auch MMA ein paar Kämpfe bestritten hatte. Nach drei Runden siegte Choi durch eine einstimmige Punktentscheidung. Er wurde von Terkay in der dritten Runde häufig getroffen aber konnte alles wegstecken. Ihm selbst gelangen insgesamt zwei Niederschläge.

Im World-GP-2006 in Seoul errang er, wenn auch umstritten, seinen bisher erstaunlichsten Sieg: Er schlug den amtierenden K-1-Weltmeister Semmy Schilt mit einer 2:1-Punktentscheidung, die allerdings viele dem Heimbonus Chois zusprechen. Schilt brachte bei 2,12 m 128 kg auf die Waage, Choi bei 2,18 m 161 kg. Im K-1 ist dies bis heute der Rekord wenn es um das Gesamtpaket aus Größe und Gewicht geht. Beide Kämpfer waren zusammen 4,30 m groß und wogen 289 kg.

Beim World-GP-2006 in Yokohama kämpfte er ein drittes und letztes Mal gegen Akebono. Choi gewann durch K. o. in Runde zwei.

Am 30. September 2006 verlor Choi sehr umstritten bei der Finalausscheidung zum World Grand Prix Finale gegen den Franzosen Jérôme Le Banner. Der Kampf wurde nach drei Runden unentschieden gewertet, und nach einer Verlängerungsrunde sprachen die Punktrichter den Sieg Le Banner zu. Dieser sagte auf der folgenden Pressekonferenz: „Er ist gefährlich, seine Knie sind schon fast auf Höhe meines Kopfes, er ist nicht menschlich! Aber er ist ein guter Kerl und ich mag ihn, er ist sehr stark, vielleicht der stärkste K-1-Kämpfer, und er hat harte Knochen – wenn ich ihn kickte, tat mir mein Bein weh! Ich bin mir sicher, dass er mit mehr Erfahrung in zwei Jahren von niemandem ausgeknockt werden kann!“ Le Banner, der zu diesem Zeitpunkt mit Dreharbeiten zu Asterix bei den Olympischen Spielen beschäftigt war, wirkte im Kampf nicht austrainiert. So umstritten Chois Sieg gegen Schilt drei Monate zuvor war, in dem viele den Holländer als Sieger sahen, sahen ihn viele als Sieger gegen den unaustrainierten Le Banner.

Beim World Grand Prix in Yokohama am 4. März 2007 kassierte Choi seine erste K. o.-Niederlage gegen den Amerikaner Mighty Mo. In einem Interview ein knappes halbes Jahr später räumte der Koreaner ein, er sei bei diesem Kampf nicht in Form gewesen und habe überhaupt nicht trainiert.k-1sport.de: Choi: Mir geht es gut, September 2007

Am 28. April 2007 gewann er beim World Grand Prix auf Hawaii einen Superkampf gegen Mike Malone durch technischen K. o. in der zweiten Runde.

Am 5. August 2007 beim Asia Grand Prix in Hongkong besiegte er Gary Goodridge mit einer überzeugenden Leistung durch technischen K. o. in Runde 1.K-1sport.de: K-1 World Grand Prix 2007 in Hongkong Beachtenswert in diesem Kampf war sein Stil. Bisher kämpfte er stets in der Linksauslage (Normalauslage), diesmal in der Rechtsauslage. Dies war eine Strategie seines ihn seit Anfang 2006 betreuenden Trainers, der ehemalige K-1-Kämpfer Kin Taiei, um in einem möglichen Re-Match mit Mighty Mo dessen starke rechte Schlaghand besser blocken zu können.

Bei den Final Eliminations 2007 am 29. September besiegte er in Rechtsauslage kämpfend Mighty Mo, der ihm bis zum damaligen Zeitpunkt die einzige K. o.-Niederlage beibrachte, mit einer 2:0-Entscheidung nach Punkten. Aber die Entscheidung war sehr umstritten, denn Choi kickte Mo in der zweiten Runde in die Genitalien. Der Schiedsrichter sah dies jedoch nicht und zählte Mo an. Ohne diese grobe Fehlentscheidung hätte der Amerikaner sehr wahrscheinlich klar nach Punkten gewonnen, da er sehr viele harte Hände an Chois Kopf unterbringen konnte, während dieser nur wenige Treffer anbrachte. Nach dem Kampf im Interview sagte Mighty Mo: „Er schien ein bisschen stärker zu sein. Ich traf ihn mit ein paar harten Schlägen, wirklich härteren als bei unserem ersten Kampf, aber diesmal ging er nicht zu Boden, was mich überrascht hat.“K-1 Official Website: , (englisch) Im Gegensatz zum ersten Aufeinandertreffen, für das Choi einräumte, nicht trainiert zu haben, wirkte er diesmal austrainiert und in Form.

Am 8. Dezember beim K-1 World Grand Prix 2007 Finale in Tokio traf er erneut auf Jérôme Le Banner. Verlief das erste Duell noch sehr ausgeglichen, vermochte er den zweiten Kampf nicht offen zu gestalten. Der Franzose wirkte diesmal top austrainiert, und Choi verlor einstimmig mit einer 3:0-Entscheidung. Vor dem Kampf brachte er ein neues Gewicht von 166,6 kg auf die Waage, dem höchsten seiner K-1 Zeit (2005–2008). Choi lobte Le Banner nach dem Kampf: „Jérôme war mein härtester Gegner, der in der Lage war, meinen kraftvollen Schlägen zu widerstehen und mit Schnelligkeit zu kontern, ich bewundere seine physische Stärke und bin sicher, dass ich ihn mit mehr Erfahrung besiegen kann.“

Nachdem er an Silvester 2007 seinen vorerst letzten Kampf bestritten hatte (dieser war nach MMA-Regelwerk), gab Choi bei den K-1 Final Eliminations am 27. September 2008 sein Comeback. Gegner war der amtierende Schwergewichtschampion Badr Hari aus Marokko.K-1 Official Website: , (englisch) Der Koreaner verlor den Kampf durch technischen K. o., da er aufgrund einer Rippenverletzung, die durch Körpertreffer des Gegners zustande kam, nicht mehr zur Extrarunde antreten konnte. Nach drei Runden hatten zwei der drei Punktrichter ein Unentschieden, der dritte den Koreaner vorn. In der zweiten Runde gelang Choi, der mit 149 kg ein neues Minimalgewicht auf die Waage brachte, und nach eigener Aussage zum ersten Mal seit acht Jahren ohne gefärbte Haare auftrat, der einzige Niederschlag des Kampfes, als er den Marokkaner mit einem linken Konter niederstreckte und dieser angezählt wurde.k-1sport.de: K-1 World Grand Prix 2008 Final Elimination Erwähnenswert: In den Jahren 2008 und 2009 bestritt Hari 14 Kämpfe und verlor nur drei. Einen durch Disqualifikation gegen Remy Bonjasky, zwei durch K. o. gegen Alistair Overeem und Semmy Schilt. Von seinen 11 Siegen gewann er acht Mal durch K. o. in der ersten Runde, gegen Ray Sefo, Glaube Feitosa, Domagoj Ostojic, Frédéric Sinistra, Semmy Schilt, Zabit Samedov, Ruslan Karaev und Alistair Overeem. Nur Peter Aerts und Errol Zimmerman überstanden die erste Runde, Aerts verlor durch K. o. in der zweiten, Zimmerman in der dritten Runde. Choi erklärte vor seinem Kampf gegen Hari: „Er ist ein großartiger Kämpfer, aber ich werde mich von denen unterscheiden, die in der ersten Runde gefallen sind.“Goliath Confident About Hari Bout. Choi war der einzige von Haris 11 besiegten Gegnern in den Jahren 2008 und 2009, der dessen beste Schläge und Tritte zum Kopf, Körper und zu den Beinen einstecken konnte, ohne einmal zu Boden zu gehen. Hari sagte nach dem Kampf: „Ich habe versucht, ihn in der ersten Runde auszuknocken, aber er hat ein wirklich starkes Kinn.“Hari: Ich habe die beste Ausgangsposition

Beim K-1-Finalturnier am 6. Dezember 2008 bestritt Choi den ersten Reservekampf gegen Ray Sefo, den er klar nach Punkten verlor.k-1sport.de: K-1 World Grand Prix 2008 Final, 6. Dezember 2008 Die englische Version des Kampfes vom Rundfunkveranstalter HDNet Fights wurde von Michael Schiavello und Mike Kogan kommentiert, Co-Kommentator war Kimbo Slice. Slice erklärte, dass er Choi am Vortag beim Frühstück gesehen hat, und wies darauf hin, wie groß und riesig er ist. Slice: „Hong-man ist ein wirklich riesiger Kerl, er ist enorm groß. Gegen ihn zu kämpfen, wäre für jeden Kämpfer eine echte Herausforderung.“ In den letzten 23 Sekunden des Kampfes landete Sefo eine sehr harte Rechte an Chois Kiefer, aber der Koreaner überstand sie unbeschadet. Sefo hat viele Gegner mit der gleichen Rechten K. o. geschlagen, darunter Jérôme Le Banner, Gary Goodridge und Ruslan Karaev. Schiavello wies darauf hin, wie derselbe Schlag den Kiefer von Le Banner an vier Stellen brach, und Kogan erklärte: „Zu Chois Anerkennung, ich glaube nicht, dass die Leute die Kraft in Sefo's Schlägen erkennen. Der Schlag landete direkt auf seinem Kiefer, und Choi hat ihn einfach abgeschüttelt und sich weiter vorwärts bewegt, das ist verrückt.“

Nach drei Niederlagen in Folge im K-1 äußerte sich der K-1-Organisator Tanikawa nach dem Finalturnier Anfang Dezember 2008 zu Chois Zukunft im Kampfsport: „K-1 ist schneller geworden, was es für große Leute wie Hong-man Choi immer schwieriger macht, mithalten zu können. Wir sehen, ob es nicht besser ist, ihn zukünftig im MMA unterzubringen.“ Seit dieser Aussage hat Choi keinen K-1-Kampf mehr bestritten.

MMA-Karriere (2006–2009)