Zurück in die Zukunft (Originaltitel ) ist eine Science-Fiction-Filmkomödie des Regisseurs Robert Zemeckis, die am 3. Juli 1985 in die amerikanischen und am 3. Oktober 1985 in die deutschen Kinos kam. Das Drehbuch schrieben Robert Zemeckis und Bob Gale. Der Film stellt den ersten Teil der Zurück-in-die-Zukunft-Trilogie dar. Der zweite Teil Zurück in die Zukunft II erschien 1989, der dritte Teil Zurück in die Zukunft III wurde 1990 veröffentlicht.
Der Film erzählt die Geschichte des Schülers Marty McFly, der per Zeitreise aus dem Jahr 1985 in das Jahr 1955 gerät. Er erhält Einblick in die Vergangenheit seines Umfelds und verändert durch sein Eingreifen seine eigene Zukunft zunächst negativ. Mithilfe der jüngeren Version seines Freundes Doc Brown schafft er es nicht nur, seine Fehler zu beheben, sondern auch in die durch seinen Einfluss positiv veränderte Gegenwart zurückzukehren.
Handlung Der Jugendliche Marty McFly lebt im Jahr 1985 in seiner kalifornischen Heimatstadt Hill Valley zusammen mit seinen Geschwistern und seinen Eltern George und Lorraine. Sein Vater George ist ein unsicherer Mann, der von seinem Vorgesetzten Biff unterdrückt wird.
Marty trifft sich mit dem befreundeten Wissenschaftler Dr. Brown, der ihm eine in einen DeLorean-Sportwagen eingebaute Zeitmaschine vorführt. Die für das Zeitreisen nötige Energie liefert ein mit Plutonium betriebener Kernreaktor. Dr. Brown hatte libysche Terroristen um das Plutonium betrogen. Diese haben den Betrug inzwischen bemerkt und erschießen Dr. Brown. Als sie sich auch gegen Marty wenden, flieht dieser und aktiviert versehentlich die Zeitmaschine, die ihn in das Jahr 1955 bringt. Dr. Brown hatte zuvor die Zeitmaschine zu Demonstrationszwecken auf den 5. November 1955 eingestellt, da er genau an diesem Tag die richtige Idee für die Erfindung der Zeitmaschine gehabt hatte.
In der Vergangenheit trifft Marty auf seinen Vater George sowie auf Biff, der seinen Vater auch im Jahr 1955 unterdrückt und mobbt. Marty rettet George vor einem herannahenden Auto und wird selbst angefahren. Aufgrund des Eingreifens von Marty wird er nun an Georges Stelle in das Haus seiner Mutter Lorraine gebracht, wo diese sich um ihn kümmert und sich in ihn verliebt. Damit gerät auch Martys Existenz in Gefahr.
Marty sucht den Dr. Brown des Jahres 1955 auf und überzeugt ihn davon, dass er aus der Zukunft kommt und mit einer von ihm gefertigten Zeitmaschine hergereist ist. Dr. Brown erklärt sich bereit, Marty bei seiner Rückkehr ins Jahr 1985 zu helfen. Das Plutonium der Zeitmaschine ist verbraucht und kann im Jahr 1955 nicht beschafft werden. Marty weiß zufällig, dass am folgenden Samstag um 22:04 Uhr ein Blitz in das Rathaus von Hill Valley einschlagen wird. Dessen Energie soll genutzt werden, die Rückreise ins Jahr 1985 zu ermöglichen.
Vor seiner Rückkehr muss Marty jedoch noch seine Eltern dazu bringen, sich ineinander zu verlieben. Dieses Vorhaben stellt sich als schwierig heraus, da George ein schüchterner Außenseiter ist. Von Lorraine erfährt Marty, dass diese eine Vorliebe für starke Männer hat, die eine Frau beschützen können.
Marty lässt sich daher von Lorraine zu einer Tanzveranstaltung der Schule einladen, plant allerdings, sie zu belästigen, um George die Möglichkeit zu bieten, sie vor ihm zu retten und als Held dazustehen. Der Plan misslingt, da Biffs Freunde Marty in den Kofferraum des Autos der auftretenden Musiker einsperren und Biff seinerseits Lorraine im Auto belästigt. Wie ursprünglich vereinbart, kommt George hinzu, um Lorraine zu retten. Zunächst verblüfft darüber, dass Lorraine nicht wie geplant von Marty bedrängt wird, schlägt er Biff nieder. Lorraine ist begeistert und verliebt sich in George. Durch ihren ersten Kuss während des Tanzballes wird Martys Existenz gesichert.
Marty übergibt Dr. Brown einen verschlossenen Brief, der ihn vor seiner Erschießung 1985 warnen soll. Brown weigert sich, ihn zu lesen und zerreißt ihn aus Angst vor Konsequenzen „für das Raum-Zeit-Kontinuum“.
Es gelingt Dr. Brown, die Energie des Blitzes im richtigen Moment in die Zeitmaschine zu leiten, was Marty ermöglicht, in das Jahr 1985 zurückzukehren. Der Ankunftsort heißt jetzt allerdings „Lone Pine Mall“ statt „Twin Pines Mall“, da Marty bei der Ankunft im Jahr 1955 eine der beiden Kiefern des Farmers Peabody umgefahren hatte. Obwohl Marty den Rückkehrzeitpunkt auf ein paar Minuten früher eingestellt hatte, kann er erneut nicht verhindern, dass die Terroristen auf Dr. Brown schießen. Der hatte jedoch inzwischen Martys Brief zusammengeklebt und doch gelesen und überlebt den Anschlag jetzt dank einer schusssicheren Weste. Er macht sich mit der Zeitmaschine dreißig Jahre in die Zukunft auf, um die Zeit dort zu erforschen.
Durch Martys Einfluss auf die Vergangenheit hat es sein Vater im Jahr 1985 zu einem selbstbewussten und erfolgreichen Buchautor gebracht, und aus Biff wurde ein unterwürfiger Dienstleister für Autopflege. Zum Abschluss erscheint Dr. Brown mit der weiterentwickelten Zeitmaschine aus der Zukunft und fordert Marty und dessen Freundin auf, zusammen mit ihm dorthin zu reisen, da man ihren Kindern helfen müsse.
Hintergrund mini|hochkant|US-Version des Filmlogos mini|hochkant|Michael J. Fox, 1988 Zurück in die Zukunft wurde in Zusammenarbeit von Universal Pictures und Amblin Entertainment produziert. Die Dreharbeiten begannen am 26. November 1984 und endeten am 20. April 1985. Bis zur geplanten Veröffentlichung des Films am 3. Juli 1985 standen somit nur neun Wochen für die Postproduktion zur Verfügung. Die Produktionskosten wurden auf rund 19 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 381 Millionen US-Dollar ein, davon rund 210 Millionen US-Dollar in den USA – dort war er der erfolgreichste Film des Jahres 1985.
Drehbuch Die Arbeiten am Drehbuch begannen bereits im September des Jahres 1980, Robert Zemeckis und Bob Gale waren daran gleichermaßen beteiligt. Die Idee dafür lag Bob Gale zufolge allerdings schon länger vor. Als Inspiration für den Entwurf des Drehbuches habe ihm die Frage gedient, wie es wohl wäre, in die Vergangenheit zu reisen und dort zu prüfen, wie seine Eltern als Jugendliche waren.Making Of: Back to the Future; DVD Zurück in die Zukunft (Collector’s Set, 4 DVDs) Gale hatte im High-School-Jahrbuch seines Vaters geblättert und festgestellt, dass dieser damals stellvertretender Klassensprecher gewesen war. Er fragte sich, ob er mit ihm damals hätte befreundet sein können, und verneinte diese Frage für sich.Kagan: S. 67
Ursprünglich wurde das Drehbuch für Columbia Pictures entworfen, später jedoch von diesem und anderen Studios zunächst abgelehnt. Amerikanische Jugendfilme wie Ich glaub’, ich steh’ im Wald enthielten zu dieser Zeit als zentrale Elemente oft Alkohol, Drogen oder Sex, was als Garant für kommerziellen Erfolg galt. Daher bemängelten viele Studios das Fehlen jener Elemente. Auch die Verantwortlichen der Walt Disney Company lehnten das Projekt ab, begründeten es allerdings anders: Nach ihrer Meinung sei der Film für ihre üblichen Zielgruppen zu obszön, was sie vor allem daran festmachten, dass sich darin die Mutter in ihren Sohn verliebt.Das Entstehen der Trilogie: Kapitel 1; DVD Zurück in die Zukunft (Collector’s Set, 4 DVDs)
Steven Spielberg erklärte sich als einziger bereit, das Drehbuch zu produzieren. Zemeckis ließ das Projekt allerdings vorerst fallen. Seine vorausgegangenen Filmkomödien I Wanna Hold Your Hand und Mit einem Bein im Kittchen, ebenfalls von Spielberg produziert, hatten eher wenig Erfolg. Er befürchtete deshalb, ein abermals erfolgloser Film könnte ihn als Regisseur diskreditieren. Nachdem aber Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten, wofür er von Michael Douglas engagiert worden war, relativ erfolgreich war, zeigten einige Studios Interesse an Zemeckis Idee, und dieser beschloss, den Film nun doch zu realisieren. Als Produzent sollte Steven Spielberg fungieren, da dieser das Drehbuch schon früher befürwortet hatte.
Bevor das Drehbuch verwirklicht wurde, verlangte Sid Sheinberg, der Vorsitzende von Universal Pictures, noch einige Änderungen. Beispielsweise änderte er den Vornamen von Martys Mutter von Eileen auf den seiner Frau Lorraine Gary. Auf wenig Zustimmung stieß sein Versuch, den Titel in Spaceman From Pluto („Der Raumfahrer vom Pluto“) zu ändern. Dies konnte Steven Spielberg verhindern, indem er Sheinberg schrieb und sich für dessen gelungenen Scherz bedankte, über den alle hätten wunderbar lachen können. Sheinberg war es dann zu peinlich zu antworten, dass sein Vorschlag ernst gemeint war.
Die größte Schwierigkeit bereitete Gale und Zemeckis bei der Drehbucherstellung der ödipale Aspekt des Films. Die beginnende Affäre zwischen Marty und seiner Mutter musste aufgelöst werden, ohne grotesk auszusehen. Zemeckis erinnert sich: „Wir waren in einer Sackgasse, weil wir dachten, dass Marty die ödipale Geschichte beenden muss, weil er ja weiß, dass sie seine Mutter ist. […] Dann kam die große Inspiration: Es war die Mutter, die es beenden würde. Irgendetwas Komisches passiert, weil sie ihren eigenen Sohn küsst und es sich einfach nicht richtig anfühlt. Das war die perfekte Lösung.“zitiert in: Kagan: S. 69 f
Bis kurz vor Drehbeginn sollte der Höhepunkt des Films auf einem Atomtestgelände stattfinden, wo die Zeitmaschine durch die Zündung einer Atombombe die Energie für die Zeitreise zugeführt bekommen sollte. Wegen finanzieller Schwierigkeiten verwarfen sie diesen Gedanken und entwickelten die Idee, dass die benötigte Energie von einem Blitz kommen sollte.Fragen und Antworten mit Regisseur Robert Zemeckis und Produzent Bob Gale; aufgenommen in der University of Southern California, veröffentlicht auf Zurück in die Zukunft (Collector’s Set, 4 DVDs)
Trotz des offenen Endes war ursprünglich keine Fortsetzung geplant. Erst nach dem großen kommerziellen Erfolg begannen Gale und Zemeckis mit der Entwicklung der beiden Fortsetzungen.
Besetzung und Synchronisation
Marty McFly Michael J. Fox Sven Hasper Dr. Emmett „Doc“ Brown Christopher Lloyd Ernst Jacobi Lorraine Baines/McFly Lea Thompson Liane Rudolph George McFly Crispin Glover Stephan Schwartz Biff Tannen Thomas F. Wilson Thomas Petruo Jennifer Parker Claudia Wells Bettina Spier Dave McFly Marc McClure Stefan Krause Linda McFly Wendie Jo Sperber Hansi Jochmann Mr. Strickland James Tolkan Robert Dietl Sam Baines George DiCenzo Claus Jurichs Stella Baines Frances Lee McCain Corinna Genest Milton Baines Jason Hervey Dennis Schmidt-Foß Marvin Berry Harry Waters Jr. Manfred Lehmann Cafébesitzer Lou Caruthers Norman Alden Otto Czarski Goldie Wilson Donald Fullilove Michael Nowka Skinhead, Biffs Freund J. J. Cohen Manuel Vaessen Farmer Peabody Will Hare Alexander Herzog High-School-Musikwettbewerb-Juror Huey Lewis Norbert Gescher Turmuhr-Spendensammlerin Elsa Raven Christel Merian
Ernst Jacobi übernahm die Rolle des Doc Brown nur in diesem Film; in den Fortsetzungen wurde Doc Brown von Lutz Mackensy gesprochen.
Für einige Figuren fand Zemeckis recht schnell Schauspieler, die seiner Meinung nach in die Rollen passten. Crispin Glover, der George McFly spielte, und Lea Thompson, die Lorraine Baines spielte, erhielten so schon eine Zusage, nachdem sie nur wenige Male vorgesprochen hatten. Glover und Thompson, die beide etwa zwanzig Jahre alt waren, übernahmen auch die Rollen ihrer älter gewordenen Figuren aus dem Jahr 1985, was damals noch unüblich war. Die beiden mussten daher für einige Szenen zeitaufwendig mit Make-up und Kostümen auf ein höheres Alter getrimmt werden.
Auch Christopher Lloyd wurde für die Rolle des Doc Brown schon nach kurzer Zeit verpflichtet. Bei der Darstellung seiner Rolle ließ er sich eigenen Aussagen zufolge von dem Dirigenten Leopold Stokowski inspirieren, was sich vornehmlich in seiner überschwänglichen Gestik widerspiegelt. Weitere Inspirationen habe ihm Albert Einstein geliefert.