Das Museum für sächsische Fahrzeuge, teilweise auch als Fahrzeugmuseum Chemnitz bezeichnet, ist ein Museum für Fahrräder, Motorräder und Automobile in Chemnitz. Die Ausstellung in den historischen Stern-Garagen, einer der ältesten erhaltenen Hochgaragen in Deutschland, befasst sich mit ihren rund 200 Exponaten speziell mit der Geschichte des sächsischen Fahrzeugbaus.

Geschichte Vorgeschichte Bereits zu DDR-Zeiten gab es in der Region Chemnitz – damals im Bezirk Karl-Marx-Stadt –, bedingt durch die Bedeutung der Industrieregion Karl-Marx-Stadt-Zwickau für den deutschen Fahrzeugbau zahlreiche Sammler historischer Fahrzeuge. Der Versuch, ein Museum aufzubauen, scheiterte trotz konkreter Konzepte und ausgewählter Räumlichkeiten an der behördlichen Genehmigung. Marken wie die Auto Union wurden in der DDR als faschistische Rüstungsbetriebe angesehen, eine Darstellung selbiger in einem anderen Licht stieß auf politische Ablehnung.

Gründung eines Museumsvereins und erste Exposition mini|links|Wasserschloss Klaffenbach, Museumsstandort 1995–2008, in den Nebengebäuden links neben dem Schloss Nach der Wende und der Neugründung des Freistaats Sachsen, im Jahr 1993 wurde der Verein Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz e. V. durch den Fahrzeugrestaurator und Buchautor Frieder Bach gegründet. Geeignete Ausstellungsräume fanden sich in den ehemaligen Pferdeställen des zwischen 1991 und 1995 aufwändig restaurierten Wasserschlosses Klaffenbach. Wesentliche Unterstützung erhielten die Sammler dabei auch von der damaligen selbstständigen Gemeinde Klaffenbach, welche über 100 historische Fahrzeuge und andere Exponate organisierte und erwarb und dem Verein für die Ausstellung zur Verfügung stellte. So konnte 1995 mit der Fertigstellung des Wasserschlosses auch das Museum für Sächsische Fahrzeuge eröffnen. Auf zwei Etagen mit insgesamt etwa 800 m² Ausstellungsfläche dokumentierten über 120 Exponate die Geschichte des sächsischen Fahrzeugbaus. Mit der Eingemeindung von Klaffenbach nach Chemnitz am 1. Januar 1997 gingen die Exponate in den Besitz der Stadt Chemnitz über. Die hochwertige Sammlung sowie zahlreiche Sonderausstellungen machten das Museum über die Grenzen der Region hin bekannt. Durch die Lage des Wasserschlosses an der Würschnitz war das Museum jedoch einer Hochwassergefahr ausgesetzt. Bei der Jahrhundertflut 2002 drangen die Wassermassen ins Wasserschloss ein und die untere Etage des Museums stand bis zu 70 cm unter Wasser. Zahlreiche Exponate sowie große Teile der Einrichtung wurden schwer beschädigt. Sogar eine Schließung des Museums wurde in Betracht gezogen. Zusätzlich zur Reinigung und Instandsetzung der Exponate mussten die Ausstellungsräume hochwassersicher umgestaltet werden, wodurch unter anderem die Ausstellungsfläche für Sonderausstellungen entfiel. Im Jahr 2007 erforderten geänderte Brandschutzauflagen einen Umbau des Museums, welcher die Museumsfläche nochmals verkleinert hätte. Den ursprünglich vorgesehenen Umbau der Räumlichkeiten ohne Auslagerung der Exponate lehnte der Verein jedoch aufgrund der schädigenden Wirkung des entstehenden Steinstaubs ab. So kam ein zeitweiliger Umzug der Sammlung für die Dauer der Umbauarbeiten in Betracht, schließlich entschieden sich die Verantwortlichen jedoch für einen dauerhaft neuen Standort für das Museum. Die Suche nach neuen Ausstellungsräumen durch die Stadt Chemnitz dauerte über ein Jahr.

Neuer Standort des Museums mini|Garagenhof Chemnitz – Standort des Fahrzeugmuseums 2008 erfolgte der Umzug in die Stern-Garagen an der Zwickauer Straße im Chemnitzer Stadtteil Kapellenberg. Hier stehen dem Museum etwa 1000 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung. Der Transport aller Fahrzeuge wurde binnen 10 Tagen realisiert, zwischen endgültiger Schließung in Klaffenbach und Eröffnung in den Stern-Garagen vergingen nur zwei Monate. Der Umzug wurde genutzt, um die Ausstellung von Grund auf neu zu strukturieren. Auch Sonderausstellungen sind wieder möglich. 2010 bekam das Museum von Jørgen Skafte Rasmussen, dem Enkel des gleichnamigen Gründers der Zschopauer Automobil- und Motorradmarke DKW, die private Rasmussen-Sammlung bestehend aus 24 Automobilen und knapp 30 Motorrädern und stationären Motoren der Marke DKW, angeboten. Aus Platzgründen musste das jedoch abgelehnt werden. Daher wurde die Rasmussen-Sammlung aufgeteilt. Die Automobile gingen an das benachbarte Industriemuseum Chemnitz, die Motorräder sind in der Ausstellung „MotorradTräume“ auf Schloss Wildeck in Zschopau zu sehen.

Gefährdung der Museumsfortführung Anfang Januar 2013 wurde bekannt, dass die Stadtverwaltung den Verkauf von Exponaten aus dem 115 Exponate umfassenden stadteigenen Teil der Sammlung prüfte. Neben Kleinexponaten sollten auch drei Automobile, 21 Motorräder und 12 Fahrräder vom Verkauf betroffen sein. Anlass dafür war die Kündigung des Leihvertrages für die Exponate durch den Museumsverein. Damit wollte der Verein vor allem deutlich machen, . Das Museum erhält jährlich Fördermittel der Stadt Chemnitz aus dem Bereich kommunale Kunst- und Kulturförderung. Gestiegene Ausgaben und die Haushaltssperre der Stadt Chemnitz gefährdeten inzwischen jedoch die Finanzierung des Museums. Statt die Mittel für das Museum zu erhöhen, suchte die Stadt nach einem Alternativstandort für die Exponate. Angefragt wurden unter anderem das Industriemuseum Chemnitz, das Schloßbergmuseum Chemnitz und die Kunstsammlungen Chemnitz. Da keines der Chemnitzer Museen die Exponate aufnehmen konnte, wurde eine Unterbringung der Exponate außerhalb von Chemnitz sowie der Verkauf geprüft. Als möglicher Unterstellort für einige Exponate wurde das August-Horch-Museum in Zwickau in Betracht gezogen. Nach massivem Protest von Stadträten und Bürgern lehnte die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig am 7. Januar 2013 den Verkauf ab.

Mitgliedschaften Das Museum ist Mitglied im Freundeskreis Technikhistorischer Museen der Region Chemnitz, zu dem neben dem Industriemuseum Chemnitz auch das Bergbaumuseum Oelsnitz, das Deutsche Spielemuseum, das Ebersdorfer Schulmuseum, die Motorradausstellung im Schloss Wildeck in Zschopau, das Sächsische Eisenbahnmuseum, das Sächsische Nutzfahrzeugmuseum in Hartmannsdorf und das Technikmuseum Seilablaufanlage (Schauplatz Eisenbahn) gehören.

Sammlung/Ausstellung Die Sammlung umfasst über 200 Exponate von mehr als 50 Herstellern, davon 150 Automobile, Motorräder und Fahrräder (Stand Ende 2014). Einige der Exponate befinden sich im Besitz von Vereinsmitgliedern, 115 Exponate gehören der Stadt Chemnitz. 45 Prozent der Exponate sind private Leihgaben, größtenteils Dauerleihgaben. Die Sammlung zeichnet sich durch zahlreiche Unikate aus, zu denen beispielsweise ein Motorrad der Marke Seidel & Naumann zählt, das das älteste Motorrad Deutschlands sein könnte, und erwiesenermaßen zu den drei ältesten Motorrädern Deutschlands zählt. Auch mehrere einzigartige Nutzfahrzeuge gehören zur Sammlung. Eine Besonderheit, da diese üblicherweise nicht erhalten bleiben. Ein Großteil der Fahrzeuge befindet sich im fahrtüchtigen Zustand. Die Ausstellung erstreckt sich über die 1000 m² des Erdgeschosses der Stern-Garagen. Die Parkboxen der Garage werden dabei zur chronologischen Unterteilung der Ausstellung genutzt, ihre Wände wurden mit teilweise unveröffentlichtem Bildmaterial behangen.