Braunlage [] ist eine niedersächsische Stadt im Landkreis Goslar (Deutschland). Sie ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und Wintersportplatz. Bis 1972 war Braunlage Kreisstadt des zu Niedersachsen gehörenden Landkreises Blankenburg.

Geographie Lage Braunlage befindet sich im Harz südlich des Brockens umrahmt vom Nationalpark Harz in einer Höhenlage von im Ort und bis auf dem Wurmberg. Östlich des Orts befindet sich die Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt (ehemalige Innerdeutsche Grenze, jetzt Grünes Band Deutschland).

Stadtgliederung Die Stadt Braunlage ist eine Einheitsgemeinde und gliedert sich nach dem NKomVG in folgende Ortschaften:

Ortschaft Einwohnerzahlen(31. Dezember 2025) 1. Braunlage mit seinen OrtsteilenBrunnenbachsmühle undKönigskrug 3031 2. Hohegeiß 835 3. Bergstadt Sankt Andreasberg mit seinen OrtsteilenOderberg,Oderbrück,Oderhaus,Odertaler Sägemühle,Silberhütte undSonnenberg 1387 Stadt Braunlage 5253

Klima

Geschichte mini|Eisenhütte und Dorf Braunlage mit Kirche 1654 mini|Braunlage um 1900 mini|Wurmberg um 1900

mini|links|Der Raum Braunschweig-Harz mit Vorkriegsgrenzen und der späteren Zonengrenze mini|Mahnmal zum Gedenken an die deutsche Teilung und Wiedervereinigung Braunlage entstand als Siedlung im Wald wohl im 13. Jahrhundert. Zwischen 1253 und 1260 taucht im Güterverzeichnis der Grafschaft Regenstein erstmals die „holtmarke to deme brunenlo“ auf. Ab 1518 entstand der eigentliche Berg- und Hüttenort Braunlage. 1531 tauchte erstmals der Name „huete to dem brunlohe“ auf.

1561 wurden vom gräflich-blankenburgischen Rat Hieronimus Pathe die Hüttenwerke wieder aufgebaut. Der Merian-Stich von 1654 zeigt das Eisenhüttenwerk „Braunlah auff dem Hartz gelegen in der Kolli“ und stellt die mittelalterliche Bergwerksgemeinde Braunlage dar. 1658 errichtete der Faktor der Eisenhütten zu Braunlage, Christian Walter, die herzoglich-braunschweigisch-lüneburgische Faktorei der Braunlager Eisenhüttenwerke. Dieses Gebäude ist bis heute in weiten Teilen erhalten. Es gehört zu den ältesten Gebäuden Braunlages, steht seit 1958 unter Denkmalschutz und ist seit 1963 das „Harz Hotel Altes Forsthaus“.

Im 17. Jahrhundert war Braunlage ein Marktflecken, 1934 erhielt es als Kurort Stadtrechte. Der Ort gehörte zur Grafschaft Blankenburg, die ab 1731 dauernd mit dem Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel in Personalunion verbunden war. Von 1807 bis 1813 gehörte Braunlage (benannt als „Braunlageburg“) zum Königreich Westphalen. Der Ort lag im Kanton Elbingerode, welcher zum Distrikt Blankenburg des Departements der Saale gehörte. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde im Jahr 1814 das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel unter dem Namen Herzogtum Braunschweig wiedererrichtet. Braunlage gehörte seitdem zum Distrikt Blankenburg, welcher am 1. Januar 1833 in Kreisdirektion Blankenburg und am 1. Januar 1939 in Landkreis Blankenburg umbenannt wurde.

Der Tourismus entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunächst zögerlich. Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1899 über die schmalspurigen Strecken Braunlage–Walkenried und Braunlage–Tanne der Südharz-Eisenbahn beschleunigte sich die Entwicklung. Ganze Villenviertel mit Sanatorien und Hotels entstanden zunächst am Hütteberg, im Ortszentrum und schließlich im Jermerstein-Viertel. Während im Jahr 1905 die von Carl Röhrig im Norden Braunlages betriebene Glashütte schließen musste, entwickelte sich durch den Bahnanschluss besonders die Holzindustrie. Die Sägewerke Fuchs (Ortsmitte) und Buchholz (nördlich des Bahnhofs) waren die wichtigsten Erwerbsquellen. Zudem prägte ein großer Steinbruch am Wurmberg, in dem Werk- und Rohsteine gewonnen wurden, mit einem Schotterwerk an der Warmen Bode das Gewerbeleben der Stadt. Dieser Steinbruch, in dem der Wurmberg-Granit gebrochen wurde, ist so mächtig, dass er selbst von der Hochfläche bei Sankt Andreasberg gut sichtbar ist. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erreichte auch der Omnibus den Harz mit der Linie Bad Harzburg–Braunlage. Der Name Büssing spielt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle: Er betrieb die Linie von Bad Harzburg und errichtete ein Erholungsheim für Werksangehörige in Braunlage. Die Buslinie wurde 1962/1963 eingestellt.

In der NS-Zeit gab es in Braunlage eine Reihe von Betrieben, die für die Rüstung arbeiteten, viele auch mit Zwangsarbeitern. Letzterer wird auf dem Bergfriedhof Braunlage gedacht. Eine Stele auf dem Gelände der evangelischen Trinitatisgemeinde erinnert seit 2001 an Todesmärsche, die im April 1945 Braunlage passierten.

Bei der Einteilung Deutschlands in Besatzungszonen 1945 wurde der Landkreis Blankenburg zwar nach dem Londoner Protokoll von 1944 zunächst der Britischen Besatzungszone zugeordnet. Da der größere Ostteil des Kreises aber nur durch eine Straße (die heutige B 242) und eine Bahnstrecke der Südharz-Eisenbahn mit dem Rest der Britischen Zone verbunden war, wurde im Juli 1945 die Grenzziehung korrigiert und der Kreis an seiner schmalsten Stelle westlich von Sorge geteilt: Der größere Ostteil des Kreises mit der Kreisstadt Blankenburg wurde der Sowjetischen Besatzungszone, später der DDR und dem Land Sachsen-Anhalt zugeordnet, der kleinere Westteil mit der Stadt Braunlage und den Gemeinden Hohegeiß, Neuhof, Walkenried, Wieda und Zorge kam zur Britischen Zone und damit zu Niedersachsen. Dadurch war Braunlage von 1946 bis 1972 Kreisstadt des niedersächsischen Landkreises Blankenburg, bis dieser durch die niedersächsische Gebietsreform im Jahr 1972 aufgelöst wurde. Die Stadt Braunlage, in welche der Nachbarort Hohegeiß eingemeindet wurde, gehört seitdem zum Landkreis Goslar.

1963 wurde die Wurmbergseilbahn, zunächst von der Mittelstation nahe dem „Rodelhaus“, mit einer Länge von 1362 m und einer Höhendifferenz von 250 m bis zur Bergstation auf den Wurmberg eröffnet. Der zweite Bauabschnitt von der Talstation am Großparkplatz bis zur Mittelstation wurde im Sommer 1965 fertiggestellt, weitere 150 m Höhendifferenz wurden somit überwunden und 1500 m Länge zur Seilbahn zugefügt, wodurch die längste Seilbahn Norddeutschlands entstand. In Richtung Brocken, dem höchsten Berg im Harz, befand sich auf dem Wurmberg die Wurmbergschanze.

Am 7. Mai 1964 veranstaltete Gerhard Zucker auf dem Hasselkopf eine Vorführung von Postraketen. Einer dieser Flugkörper explodierte und zwei Personen wurden von herumfliegenden Trümmern getötet (→ siehe: Unglück bei der Raketenvorführung in Braunlage 1964).

Herausragendes Ereignis für Braunlage war die Grenzöffnung 1989. Der Ort, der bisher an der Grenze zur DDR gelegen hatte, rückte nun inmitten des Harzes. An die deutsche Teilung und Wiedervereinigung erinnert ein Mahnmal an der innerdeutschen Grenze, die hier zugleich die Gemeindegrenze zwischen Braunlage und Elend bildet, unmittelbar neben der B 27. Die an die deutsche Einheit geknüpften wirtschaftlichen Erwartungen erfüllten sich jedoch nicht. War Braunlage noch bis zur deutschen Einheit ein gut besuchter Ferienort, so geriet es in den Folgejahren durch den Wegfall der Zonenrandförderung und die zunehmende Konkurrenz aus dem Ostharz in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten – so verringerte sich die Zahl der Übernachtungen im Zeitraum 1991 bis 2006 um beinahe die Hälfte.

Seit der Aufwertung des Skigebiets am Wurmberg sind die Übernachtungszahlen in Braunlage gestiegen. Im Jahr 2016 hatte der Ort rund 894.000 Übernachtungen gezählt. In 2017 waren es knapp 1,3 Millionen Übernachtungen.

Die ehemals freie Bergstadt St. Andreasberg fusionierte am 1. November 2011 mit der Stadt Braunlage.

Zur Darstellung der Postgeschichte siehe: Postgeschichte von Braunlage, Postgeschichte von Hohegeiß und Postroute Braunschweig-Blankenburg.

Ortsname Frühere Bezeichnungen des Ortes waren: 1227 Brunla, 1234 Brunenla, 1235 Brunenlo, 1260 Brunenlo, 1518 Brunlohe, 1518 Braunlohe, 1531 Brunlohe, 1594 Braunenlaw, 1595 Brunlawe, 1595 Braunlag, 1610 Braunla, Braunlahe, 1621 Braun Lohe, 1622 Braunlohe, 1643 Braunlahe, 1650 Braunlah, 1679 Braunlage und 1690 Braunlahe. Daraus lässt sich Folgendes schließen: Es liegt kein Name mit dem Bestandteil -lage vor, wie die heutige Form zu verraten scheint, sondern das ursprüngliche -la-. Im zweiten Teil steckt das ostfälische -la, dem in vielen anderen Ortsnamen das -lo(h) für Wald entspricht. Im ersten Teil könnte das niederdeutsche brūn für „braun“ enthalten sein. Da aber der Bezug einer Bedeutung „Braunwald, brauner Wald“ unklar ist, muss auch damit gerechnet werden, dass ein anderes Wort zugrunde liegen könnte, das im altisländischen als brūn für „Braue, Kante, hervorstehender Rand (zum Beispiel eines Gebirges)“ belegt ist.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Hohegeiß eingegliedert.

Am 1. November 2011 fusionierten die Stadt Braunlage und die Bergstadt Sankt Andreasberg mit dem vorrangigen Ziel, durch eine gemeinsame Verwaltung Kosten zu senken. Die Fusion zur neuen Stadt Braunlage war am 16. März 2011 vom Niedersächsischen Landtag beschlossen worden.

Einwohnerentwicklung mini|Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1821 1691 1848 2473 1871 2288 1885 2489 1905 3408 1910 2811 1925 3576 1933 3875 1939 4049 1946 9489 1950 7454 Jahr Einwohner Quelle 1956 5969 1961 7163 1968 7716 ¹ 1970 7249 ¹ 1973 7321 1975 7259 ¹ 1980 7140 ¹ 1985 6776 ¹ 1990 6148 ¹ 1995 5998 ¹ 2000 5476 ¹ Jahr Einwohner Quelle 2005 5142 ¹ 2010 4595 ¹ 2013 6082 ¹ 2015 6803 ¹ 2016 6049 ¹ 2017 5941 ¹ 2018 5854 ¹ 2021 5561 ¹ Die Stadt in Zahlen auf braunlage.city.de, abgerufen am 14. Oktober 202220245314 ¹20255235 ¹ ¹ jeweils zum 31. Dezember

Am 31. Dezember 2021 verteilten sich die Einwohner Braunlages mit 3175 Einwohnern auf die Kernstadt, 1489 Einwohner auf St. Andreasberg und 897 Einwohner auf den Stadtteil Hohegeiß.Die Stadt in Zahlen auf braunlage.city.de, abgerufen am 8. August 2025

Religion mini|Kirche Heilige Familie Im Zentrum Braunlages befindet sich die 1889 erbaute evangelisch-lutherische Trinitatiskirche, ihre Kirchengemeinde gehört zur Propstei Bad Harzburg. Die katholische Kirche Heilige Familie, oberhalb der Stadtmitte an der Von-Langen-Straße gelegen, wurde 1965 errichtet. Bereits seit 1937 befand sich dort eine kleine katholische Kirche. Heute gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Benno in Bad Lauterberg, die ehemalige Filialkirche Heilig Geist in Hohegeiß wurde bereits 2008 profaniert. Zwei Kilometer außerhalb der Stadt befindet sich an der Mutter-Kind-Klinik Haus Waldmühle die 1965 errichtete katholische Kapelle St. Maria Von der erfrischenden Quelle. Die Neuapostolische Kirche wurde 2011 entwidmet. Von 1921 an fanden zunächst neuapostolische Gottesdienste in profanen Räumen Braunlages statt. 1965 wurde die Kirche in der Lauterberger Straße 39 geweiht, am 19. Juni 2011 fand dort der letzte Gottesdienst statt. Heute befinden sich die nächstliegenden neuapostolischen Kirchen in Elbingerode und Bad Lauterberg.

Politik

Stadtrat Der Stadtrat besteht aus 16 Ratsmitgliedern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 5.001 und 6.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Bürgermeister Seit dem 1. November 2019 ist Wolfgang Langer (Bürgerliste) hauptamtlicher Bürgermeister. Sein Stellvertreter ist Karl-Heinz Plosteiner (CDU).

Bisherige Bürgermeister: 1927–1932: Robert Roloff (1886–1953) (SPD) 1956–1961: Alfred Wickenhagen 1968–1981: Alfred Wickenhagen 1986–2006: Albert Baumann (CDU) (1986–1999 ehrenamtlich, ab 1999 hauptamtlich) 2006–2019: Stefan Grote (SPD) 2019–Dato: Wolfgang Langer (Bürgerliste)

Ortsvorsteher Der gleichnamige Ortsteil Braunlage wird von einem Ortsvorsteher vertreten. Seit dem 10. November 2016 ist Albert Baumann (CDU) Ortsvorsteher.

(Stand: Kommunalwahl 2021)

Wappen

Banner 63px Banner:„Das Banner ist grün-weiß längsgestreift.“Banner der Stadt Braunlage