Der internationale Flughafen Sultan Hasanuddin (, ), auch Mandai genannt, liegt rund 20 Kilometer nordöstlich der indonesischen Millionenstadt Makassar, der Hauptstadt der Provinz Südsulawesi. Der Flughafen Makassar ist der flächenmäßig zweitgrößte Flughafen Indonesiens nach dem Flughafen Soekarno-Hatta und befindet sich täglich 24 Stunden in Betrieb.; Das Verkehrsministerium hat PT Angkasa Pura I und PT Angkasa Pura II gefordert, den 24-Stunden-Betrieb von Flughäfen zu realisieren, um Dienstleistungen für Kunden zu optimieren Dieser wichtigste Flughafen Ostindonesiens wird von fast allen indonesischen Fluggesellschaften angeflogen und ist für die staatliche Fluggesellschaft Garuda Indonesia das dritte Drehkreuz nach Jakarta/Soekarno Hatta und Ngurah Rai-Denpasar. Im internationalen Verkehr gilt der Flughafen Mandai-Makassar (UPG) als der offizielle zweite Eingangsflughafen Indonesiens nach Cengkareng-Jakarta (CGK), wobei der Flughafen Denpasar-Bali (DPS) wegen dessen touristischen Bedeutung als der dritte Sondereingangsflughafen gilt. Er ist einer von fünf großen Flughäfen, die von der indonesischen Regierung für das ab 2015 innerhalb ASEAN geltende Open-Skies-Abkommen bestimmt worden sind. (englisch)
Geschichte Betriebsphase in der Kolonialzeit Im Jahr 1935 beschloss die niederländische Kolonialregierung von Sulawesi die Errichtung eines Flugplatzes am Standort des heutigen alten Terminals. Der damalige Flugplatz mit einer 1600 m langen Graspiste (Startbahn 08/26) ging am 27. September 1937 in Betrieb und trug den Namen Flugplatz Kadieng (Lapangan Terbang Kadieng). Die niederländisch-indische Fluggesellschaft KNILM (Koninklijke Nederlandsch-Indische Luchtvaart Maatschappij), die Vorgängergesellschaft der heutigen Garuda Indonesia, führte den ersten kommerziellen Flug mit einer Douglas DC-2/F6 durch. Dieser führte von Makassar nach Surabaya auf der Insel Java.der Briefumschlag zur Erinnerung an der Eröffnung der Flugverbindung Surabaya – Makassar am 27. September 1937 (niederländisch)
Während des Zweiten Weltkrieges ließ die japanische Besatzungsregierung 1942 die Piste auf der vollen Länge betonieren, um den Flugplatz zu einem Fliegerhorst für die japanischen Luftstreitkräfte auszubauen. Diesen benannte man außerdem in Flugfeld Mandai (Mandai Airfield) um. Vom 7. November 1944 bis zum 3. Juli 1945 bombardierten alliierte Fliegerstaffeln das militärische Flugfeld.pacificwrecks.com – Luftangriffe gegen den Stützpunkt (englisch)
Im Jahr 1945 baute die niederländische Kolonialregierung mit 4000 Zwangsarbeitern, die ehemals von den Japanern ausgenutzt wurden (Romusha), eine zweite 1745 Meter lange Start- und Landebahn in einer anderen Ausrichtung (Startbahn 13/31).
Betriebsphase im unabhängigen Indonesien Nach der Unabhängigkeit Indonesiens verlängerte das Amt der zivilen Luftfahrt 1955 die neue Piste zunächst auf 2345 m und benannte ihn in Flughafen Mandai (Pelabuhan Udara Mandai) um. 25 Jahre später baute man sie auf die aktuellen Maße von 2500 Meter Länge und 45 Meter Breite aus und benannte den zivilen Flughafen in Flughafen Hasanuddin (Pelabuhan Udara Hasanuddin) um. Ein Jahr später, 1981, wurde der Flughafen als Ein-/Ausgangsflughafen für die muslimische Pilgerfahrt (Haddsch-Saison) erklärt.
Im Jahr 1985 wurde der Flughafen nach dem neuen indonesischen Begriff für Flughafen in Bandar Udara Hasanuddin oder abgekürzt Bandara Hasanuddin umbenannt.
Seit 1992 verfügt die Flughafenfeuerwehr über zwei moderne Löschfahrzeuge des österreichischen Herstellers Rosenbauer, zusätzlich zu zwei anderen Fahrzeugen.
Seit dem 1. Januar 1993 ist die staatliche Flughafenbetreibergesellschaft PT (Persero) Angkasa Pura I für den Betrieb des Flughafens zuständig.
Ende 1994 erhielt UPG den Status eines internationalen Flughafens (Bandar Udara International Hasanuddin), und im Januar des folgenden Jahres führten Malaysia Airlines den ersten internationalen Linienflug durch. Bald darauf folgte die singapurische Silk Air mit Nonstop-Flügen nach Singapur. Im Zusammenhang mit den muslimischen Haddsch-Pilgerreisen führte man bereits 1990 den ersten Flug mit Ziel außerhalb Indonesiens durch. Seitdem fliegen in der Haddsch-Saison Großraumflugzeuge die Strecke nach Dschidda ohne Zwischenhalt. (indonesisch)
Betriebsphase im 21. Jahrhundert Alte Flughafenanlage 2004 betrieb die Flughafengesellschaft im Zuge der rasanten Entwicklung der Passagierzahlen seit Anfang des neuen Jahrtausends ein massives Ausbauprogramm. Inlandsflüge und internationale Flüge wurden damals in zwei getrennten Bereichen des Fluggastgebäudes abgefertigt. Die nur rund 900 Meter lange, parallel verlaufende Rollbahn stellte das größte Hindernis zur Kapazitätserhöhung der Flugbewegungen dar. Sie konnte nicht auf volle Länge der alten Hauptpiste erweitert werden, weil der alte Tower samt umliegender Gebäude dazu verlegt werden müsste. Im Regelbetrieb starteten alle Maschinen gen Westen, Richtung Küste, um die Kapazität der Flugbewegungen auf einem hohen Niveau zu halten, denn diese wurde ohnehin durch die zu kurze Rollbahn eingeschränkt. Deshalb mussten alle startenden Flugzeuge am östlichen Ende der Piste eine 180°-Drehung vollführen, um in Startposition zu kommen. Auch mussten einige landende Maschinen bis zum Ende der Start- und Landebahn ausrollen und kehrtmachen, um auf das Vorfeld zu gelangen. Der Anflug auf die alte Hauptpiste von Osten barg einige Schwierigkeiten und galt vielen Flugkapitänen sogar als berüchtigt, da man wegen mehrerer Hügel kurz vor dem Aufsetzen auf der Piste eine scharfe Linkskurve fliegen musste. Der Anflug von Norden, mit einer einschwenkenden Rechtskurve, barg wegen der dortigen Berge und Hügel viele Gefahren. Außerhalb des Regelbetriebs wurden von Westen her mehr sichere Anflüge unternommen.
2005 bekam die alte Hauptpiste auf fast voller Länge einen neuen Asphaltbelag. In dem Jahr kaufte die Betreibergesellschaft Angkasa Pura I alle nötigen Landrechte für die neue Start- und Landebahn; die wenigen Menschen, die dort lebten, wurden umgesiedelt. Im Juli 2005 wurde der bereits fertiggestellte neue Kontrollturm in Betrieb genommen. Dieser diente zugleich der indonesischen Flugsicherung als Makassar Advanced Air Traffic Services (MAATS) und kontrolliert das sogenannte Fluginformationsgebiet (FIR) Ujung Pandang, die eine Verschmelzung der vorherigen Fluginformationsgebiete von Makassar (Ujung Pandang) und Bali darstellt und den mittleren und östlichen Teil Indonesiens umfasst. Der Betrieb wurde bis 2013 von PT. Angkasa Pura II verwaltet.
Neue Flughafenanlage Im Frühjahr 2008 nahmen die indonesischen Luftstreitkräfte einen neuen Hangar in Betrieb. In diesem können bis zu sechs der zur Auslieferung anstehenden Suchoi Su-27-Kampfflugzeuge Platz finden. (englisch) Am 4. August desselben Jahres nahm das neue Abfertigungsgebäude den Betrieb auf. (indonesisch) Zu den ersten abgefertigten Flugzeugen am neuen Terminal zählten zwei Flüge der Lion Air und der Garuda Indonesia nach Jakarta. (englisch) Die Flugzeuge sollten zunächst die alte Start- und Landebahn verwenden, die über den neuen Rollweg und dessen Verlängerung mit dem neuen Fluggastgebäude verbunden wurde. Das neue Abfertigungsgebäude sollte ursprünglich Ende Juli 2007 eröffnet werden. Nach Verzögerungen speziell bei der Ausstattung des Terminals veranschlagte man die offizielle Eröffnung für den 17. August 2008, dem indonesischen Unabhängigkeitstag. Die Baukosten des kompletten Flughafenausbaus von Makassar betrugen rund 1,3 Billionen Rupiah. Der Ausbau wurde von einem indonesischen Konsortium mit ausschließlich indonesischen Arbeitskräften ausgeführt. Ein französisches Bauunternehmen veranschlagte für die Bauausführung den dreifachen Geldbetrag. (indonesisch) Auf Antrag der Provinzregierung von Süd-Sulawesi erhielt der Flughafen seinen heutigen, kompletten Namen Bandar Udara International Sultan Hasanuddin oder abgekürzt Bandara International Sultan Hasanuddin.
Anfang 2010 wurde die neue Start- und Landebahn (Startbahn 03/21) fertiggestellt. Damit ist Sultan Hasanuddin der zweite Flughafen Indonesiens mit zwei Pisten und der einzige mit gekreuzten Pisten, jedoch wird die kürzere alte Piste außer zu militärischen Zwecken nur noch selten genutzt. Mitte 2011 beantragte die Provinzregierung von Süd-Sulawesi die Start- und Landeerlaubnis von Boeing B-747 auf den Flughafen. Im Jahr 2011 betrug die Passagieranzahl 7.455.408; somit ist die gestellte Kapazität des neuen Fluggastgebäudes schon fünf Jahre nach seiner Fertigstellung überschritten worden.
Lage und Verkehrsanbindung Das Flughafenareal befindet sich rund 20 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Makassar, im Grenzgebiet zu dem Nachbarbezirk Maros. In etwa 15 Minuten (17 km) erreicht man ihn über die Schnellstraße und in etwa 25 Minuten (23 km) über die Landstraße. Reisfelder und vereinzelte Siedlungen prägen die Umgebung. Nur 10 Kilometer östlich der Flughafenbegrenzung enden die Ausläufer eines Gebirgszugs. Der Flughafen selbst liegt in einer Tiefebene auf einer Höhe von 14 Metern über Meereshöhe, weniger als acht Kilometer von der Küste zur Straße von Makassar entfernt.
Die vielspurige Landstraße führt vom Stadtzentrum Makassars später gebündelt zur Stadt Maros nördlich des Flughafens und passiert dabei den nordwestlichen Flughafenzaun. Eine Flughafenzubringerstraße führt von dieser Verkehrsachse zum Fluggastgebäude. Das Terminal selbst ist nur mit Taxis und Kleinbussen an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Ein Pendelbus verbindet es außerdem mit der Landstraße, auf der Linienbusse verkehren.
Die mautpflichtige, autobahnähnliche Schnellstraße vom Stadtzentrum Makassars zum Flughafen wurde von einer Tochtergesellschaft (PT Jalan Tol Seksi Empat – JTSE) des lokalen Großunternehmens Bosowa gebaut und danach betrieben. Die vielspurige 11,5 Kilometer lange Straße führt an einer Ausfahrt der bereits bestehenden Umgehungsautobahn Makassars in einem Industriegebiet in der Nähe des Hafens vorbei bis zum Flughafen. In der späteren Endausbaustufe soll sie bis zur nördlich liegenden Großstadt Maros führen. Die neue Verkehrsverbindung hat die Fahrzeit zwischen der Stadt und dem Flughafen deutlich verringert, da die vierspurige Landstraße als bis dahin einzige Verkehrsverbindung überlastet war.
Da der Verkehrsknotenpunkt am Eingang der Flughafenzufahrtstraße sehr dicht war und der Flugplan dadurch beeinträchtigt wurde, ist es dort von der Regierung, in 2017 eine Verbindungsrampe beziehungsweise ein Autobahnkreuz errichtet worden. Die in der anfänglichen Bauphase befindliche Bahnverbindung zwischen Makassar und Pare-Pare soll hier eine Haltestelle haben.
Name und Abkürzung Der Flughafen bekommt mit der Fertigstellung des neuen Fluggastgebäudes den vollständigen Namen „Sultan Hasanuddin“. Der Sultan war der bekannte Herrscher der Stadt Makassar im 17. Jahrhundert. Der Flughafen wird häufig in anderen Flughäfen als Ujung Pandang statt Makassar auf den Bildschirmen angezeigt, da die Stadt Makassar von 1971 bis 1999 Ujung Pandang hieß.Christoph Antweiler: Strand, Bar, Internet: neue Orte der Globalisierung. LIT Verlag Münster, 2006, ISBN 3-8258-9294-8, Seite 53 Auch der IATA-Code des Flughafens lautet noch immer UPG. Eine Umbenennung nach Makassar ist aber schwierig, weil mögliche Abkürzungen vergeben sind, wie beispielsweise MAK für Malakal in Sudan, MAR für Maracaibo in Venezuela, MAS für Manus in Papua-Neuguinea, MKA für Marianske Lazne in Tschechien, MKR für Meekatharra in Australien, MKS für Mekane Salem in Äthiopien.
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