RoboCop ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1987. Die Idee, einen Cyborg-Polizisten zum Thema seines ersten Drehbuchs zu machen, hatte Edward Neumeier am Set des Science-Fiction-Films Blade Runner (1982), wo er während der Dreharbeiten als Hilfskraft tätig war.How ‘Blade Runner’ Inspired ‘Robocop’, aufgerufen am 18. November 2021. Die satirische Dystopie ist die erste Regiearbeit Paul Verhoevens in den USA.

Der Polizist Alex Murphy, verkörpert von Peter Weller, wird bei einem Einsatz brutal ermordet und erwacht im Körper eines Roboters zu neuem Leben. Als nahezu unzerstörbarer „RoboCop“ versieht er den Polizeidienst, ehe er seine frühere Identität entdeckt und sich auf die Suche nach seinen Mördern macht. Der Anführer der Bande, die Teile der Unterwelt kontrolliert, steckt jedoch mit einem korrupten Vizepräsidenten des Konzerns unter einer Decke, der RoboCop erbaut hat. Um sich selbst zu schützen, hat OCP-Vize Dick Jones die Programmierung des Cop-Roboters manipuliert.

Aufgrund der Gewaltdarstellungen lief RoboCop am 7. Januar 1988 in einer zensierten Version in den deutschen Kinos an. Der Film wurde erst Ende 2013 vom Index genommen, wodurch auch der deutlich härtere Director’s Cut erst seit Januar 2014 im Handel angeboten werden durfte.Robocop wurde vom Index gestrichen, aufgerufen am 18. November 2021.

Nach dem Erfolg der Produktion an den Kinokassen entstanden zwei weitere Fortsetzungen sowie zwei Zeichentrickserien (1988/1998), eine Fernsehserie (1994) und eine Miniserie. Einen Monat nach der Freigabe der Urversion erschien José Padilhas Neuverfilmung RoboCop im Februar 2014.

Handlung Im Detroit der nahen Zukunft ist die Polizei privatisiert worden und wird, wie die gesamte Stadt, von dem mächtigen Konzern OCP (Omni Consumer Products) kontrolliert. Um während des geplanten Umbaus der Stadt (Projektname: „Delta City“) mit Effizienz gegen Kriminelle vorgehen zu können, entwickelt OCP unter Federführung ihres Vizepräsidenten Richard „Dick“ Jones den Kampfroboter ED-209. Bei dessen Präsentation kommt es aber zu einer tödlichen Fehlfunktion, worauf das Konzept des ehrgeizigen Robert Morton den Vorzug bekommt: Ein Cyborg-Polizeibeamter soll die Vorteile von Mensch und Technik miteinander verbinden.

Der Polizeibeamte Alex J. Murphy wird brutal ermordet, als er allein mit seiner Kollegin Anne Lewis einen waghalsigen Einsatz gegen den Unterweltboss Clarence Boddicker und seine Gefolgsleute unternimmt. Nachdem die Wiederbelebungsmaßnahmen scheitern, erhebt Morton Anspruch auf den Leichnam, um aus ihm den Prototyp eines Polizei-Cyborgs zu kreieren. Murphys Gehirn, Gesicht und weitere Teile seines Körpers werden in einen Roboter eingebaut. Ohne bewusste Erinnerung an seine Vergangenheit, ohne Persönlichkeit und mit einem „computergestützten Gedächtnis“ erwacht Murphy als Maschinenmensch zu neuem Leben. Bald etabliert sich dieser sogenannte „RoboCop“ als praktisch unbesiegbare und bei der Bevölkerung beliebte Universalwaffe gegen die Kriminellen der Stadt.

Nur Murphys ehemalige Kollegin Anne Lewis ist skeptisch und erkennt im unpersönlichen Polizeiroboter ihren ermordeten Kollegen wieder. Durch Träume erhält auch der RoboCop Zugang zu Erinnerungsfragmenten aus seinem früheren Leben. Er beginnt nach seiner Identität zu forschen und macht schließlich Clarence Boddicker als Murphys Mörder aus. Bei dessen brutaler Festnahme legt Boddicker seine Verbindung zum OCP-Vize Richard Jones offen und wird tatsächlich durch dessen Hilfe am selben Tag wieder freigelassen. RoboCop sucht Richard Jones allein im Büro auf, um ihn zu verhaften. Jones hat jedoch Vorkehrungen getroffen und weiß um die Manipulation des RoboCop-Programms um eine 4., geheime, Direktive (neben den drei nicht-geheimen Direktiven als Gesetzeshüter: 1. Diene dem Gemeinwohl; 2. Schütze die Unschuldigen; 3. Halte das Gesetz aufrecht): Jeder Versuch ein Vorstandsmitglied zu verhaften führt zur unmittelbaren Abschaltung.RoboCop . Prime Directives (engl.), aufgerufen am 18. November 2021.

Unfähig, Jones zu verhaften, und in Teilen abgeschaltet, muss RoboCop die Flucht antreten, während Jones noch einen ED-209 und eine ganze Polizei-Hundertschaft auf ihn hetzt, welche sofort bleigewaltig das Feuer eröffnen. Es ist Anne Lewis, die den nun schwer beschädigten RoboCop in ein Polizeifahrzeug zieht und ihm so die Flucht ermöglicht. Während die Polizei einen Streik beginnt und die Situation in der Stadt eskaliert, erhält Boddicker von Jones den Auftrag, RoboCop endgültig zu eliminieren. Um gegen die Panzerung des Polizeiroboters etwas ausrichten zu können, erhält er eigens dafür einen Satz tragbarer Granatwerfer, auf die normalerweise nur das Militär Zugriff hat.

In einer verlassenen Stahlfabrik, in der sich Murphy/RoboCop und Lewis versteckt halten, kommt es zum dramatischen Showdown, als der schwer bewaffnete Boddicker und seine Bandenmitglieder anrücken. Nur mit knapper Not und Hilfe von Lewis kann RoboCop die Kriminellen einzeln ausschalten. Sofort fährt er zu OCP und kann die von Jones beauftragte Ermordung Mortons durch Boddicker per Videoaufzeichnung beweisen. Jones nimmt den Seniorchef als Geisel und Schutzschild. Um Direktive 4 außer Kraft zu setzen, spricht der Firmenchef Jones’ Entlassung aus. Damit ist RoboCop nun in der Lage, auf Jones das Feuer zu eröffnen, der rücklings durch das Fenster des Hochhauses bricht und in die Tiefe stürzt. Der Firmenchef bedankt sich und fragt RoboCop in der Schlussszene noch nach seinem Namen, woraufhin dieser leicht lächelnd mit „Murphy“ antwortet.

Produktionsgeschichte Drehbuch und Vorproduktion Das Konzept zu RoboCop entstand durch den Zusammenschluss zweier Konzepte, die Edward Neumeier und Michael Miner getrennt voneinander entwickelten: Neumeier, unzufrieden mit seiner Arbeit bei Universal Pictures, arbeitete an einem Drehbuch über einen Polizisten-Roboter, während der Drehbuchautor Miner (auch Regisseur und Drehbuchautor von Killer Kid, im Original Deadly Weapon, von 1989Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction Films. 2000 Filme von 1902 bis heute. Heyne, München 1997, ISBN 3-453-11860-X, S. 507–508.) an einen Polizisten dachte, der nach einem Unfall an Maschinen angeschlossen wird und so zu Superkräften kommt. Orion Pictures, die mit Terminator einen großen Erfolg verbucht hatten, kauften den Stoff sofort. Nur die Suche nach einem Regisseur gestaltete sich schwierig: Jeder, der von dem Produzenten Jon Davison angefragt wurde, lehnte es ab, RoboCop zu realisieren. „Alle stießen sich an dem Titel, der zugegeben albern war.“Jon Davison in: Flesh & Steel: The Making of RoboCop. etwa 0:04:40. Auch der niederländische Regisseur Paul Verhoeven, der für Orion gerade Flesh and Blood gedreht hatte, schlug das Projekt aus. Nach eigener Aussage warf er es nach Lesen des Titels sofort in den Müll. Erst als seine Frau dieses im Mülleimer fand, es las und ihn auf die Vielschichtigkeit des Skripts aufmerksam machte, ließ er sich umstimmen.„Die SciFiStory“, gesendet am 30. Juli 2015. Auch die exzessiven Gewaltszenen sollen den Regisseur, der für seine Gewaltdarstellungen bekannt war, gereizt haben. Verhoeven hatte sich zu diesem Zeitpunkt von den Niederlanden abgewandt, nachdem die Förderung seiner Filme unter der neuen linken Regierung schwierig wurde. Obwohl er keinerlei Affinität zum Science-Fiction-Genre hatte, ergriff er die Chance, seinen ersten Film in den USA zu realisieren.Vgl. die Dokumentation Flesh & Steel: The Making of RoboCop.

Für die Hauptrolle des Polizisten in mechanischer Robotergestalt waren anfänglich Michael Ironside und Arnold Schwarzenegger, der bereits als Cyborg in Terminator, wie RoboCop ein Actionfilm der Filmproduktionsfirma Orion Pictures, eine ähnliche Rolle verkörpert hatte, im Gespräch, die jedoch beide rasch wieder ausschieden. Wegen seiner übermäßig muskulösen Statur passte Schwarzenegger, für den einige Kostümentwürfe angefertigt wurden, nicht in das optische Schema, das den Filmemachern für die Figur des körperlich durchschnittlich gebauten Polizisten Alex Murphy alias RoboCop vorschwebte.The Movies That Made Us – Filme: Das waren unsere Kinojahre Sechszehnteilige Netflix-Dokumentarfilmserie in drei Staffeln, Dritte Staffel, Episode 4: Robocop (54 Min.), 2021. Regie: Brian Volk-Weiss. Autoren: Brian Volk-Weiss und Benjamin J. Frost. Eine Produktion von Netflix und The Nacelle Company, Los Angeles, Kalifornien Ferner signalisierte Peter Fonda, der unangemeldet im Casting-Büro erschien, starkes Interesse an der Hauptrolle. Nach intensiver Suche nach einem geeigneten Hauptdarsteller, der schlank genug sein musste, um in das enge Kostüm des Roboters zu passen, sowie eine attraktive Mund- und Kinnpartie besitzen musste, fiel die Wahl auf Peter Weller. Er hatte in dem Film Buckaroo Banzai, der in der westlichen Hemisphäre kaum erfolgreich war, jedoch in Japan ein größeres Publikum fand, auf sich aufmerksam gemacht und eignete sich auch wegen seiner Kampfsportausbildung für die körperlich anspruchsvolle Rolle. Verhoeven besetzte Schauspieler gerne gegen ihren etablierten Rollentypus. Ronny Cox, der meist als Familienvater zu sehen war, übernahm die Rolle des skrupellosen Vizepräsidenten Richard Jones. Nancy Allen, die meist als oberflächlicher Teenager besetzt wurde, zum Beispiel als intrigante bösartige Mitschülerin in dem Stephen-King-Horrorfilm Carrie – Des Satans jüngste Tochter von 1976, spielt in RoboCop die abgehärtete Kollegin Murphys.

Rob Bottin entwarf das Design des RoboCop, das viele Gestaltungsphasen durchwanderte. Sein favorisierter Entwurf, der sich stark an der Menschmaschine aus Fritz Langs Metropolis orientierte, stieß auf Widerstand: Verhoeven wünschte sich ein progressiveres Design. Schließlich setzte sich Bottins Entwurf als beste Lösung durch, doch als Folge des Streits verweigerte Bottin für die Dauer der Produktion jeden direkten Kontakt mit Verhoeven.

Dreharbeiten Das Budget des Films war mit rund 10 Millionen US-Dollar relativ gering angelegt. Die Dreharbeiten fanden von August bis Oktober 1986 hauptsächlich in Dallas statt. Detroit, der Spielort des Films, schien dem Team nicht futuristisch genug.Die Feinmechanik des stählernen Cops. In: Geheim. Cinema-Filmbuch, Kino Verlag, 1990, S. 81. Das verlassene Fabrikgelände, wohin Polizist Murphy zu Beginn des Films die Verbrecher verfolgt und auf dem es zum Schlusskampf kommt, befand sich in Pittsburgh. Auf Studioaufnahmen wurde weitgehend verzichtet. Stattdessen nutzte das Produktionsteam etwa leerstehende Bürogebäude in Dallas. Einzige Ausnahmen waren die Sets von Dick Jones’ Büro und die Firmentoilette, die auf einem Studiogelände in Dallas aufgebaut wurden. Gedreht wurde auf 35 mm, mit Ausnahme der Fernsehsequenzen: Für die Nachrichten und satirischen Werbespots, welche in die Spielfilmhandlung eingewoben sind, kamen Videokameras zum Einsatz.

Viele Einfälle und Texte entstanden während der Drehzeit. Ed Neumeier erzählte, dass er sich unter anderem von den angelieferten Requisiten inspirieren ließ. Dialoge, die er auf der nächstbesten Schreibmaschine festhielt, wurden noch am selben Tag gefilmt. Die Wiederbelebungssequenz Murphys, gefilmt in einem Krankenhaus in Dallas, bedurfte keines Drehbuchs: Alle Darsteller mit Ausnahme Peter Wellers waren Teil des Krankenhauspersonals, die vor den Kameras ihre Arbeitsabläufe nachstellten. In anderen Szenen steuerten die Schauspieler, insbesondere Kurtwood Smith, durch Improvisation eigene Textzeilen bei, die übernommen wurden. Die Idee, am Ende des Films Stahlschrott aus einem Kran auf RoboCop fallen zu lassen, stand ebenfalls nicht im Skript und wurde aus dem Drehort entwickelt.Vgl. Audiokommentar der Special Edition DVD des Films, MGM Home Entertainment 2002.