mini|Blick über die Autobahn in Richtung Rotkreuz, Ortsteil der Gemeinde Risch ZG. Rotkreuz (schweizerdeutsch: ) ist der Hauptort der politischen Gemeinde Risch im Kanton Zug in der Schweiz. Der Ursprung des Ortes geht auf den 1864 erbauten Bahnhof Rotkreuz nahe dem Zollhaus zum roten Kreuz zurück. Spätestens seit der Ortsplanung 1970 gilt Rotkreuz als eigenständiger Ort. Mit 10'990 Einwohnern (2019) ist Rotkreuz grösster Ort der Gemeinde Risch, seit 1986 durch den Bau des Rathauses Hauptort der Gemeinde und wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Mit dem Hauptsitz und Fortbildungszentren wichtiger Pharma-Unternehmen wie Roche Diagnostics und Novartis ist Rotkreuz wichtiger Pharma-Standort.Zusammenfassung der Geschichte der Gemeinde Risch auf der offiziellen Gemeindewebsite.

Der Ort Rotkreuz liegt im südwestlichen Teil der Gemeinde Risch, auf der Anhöhe zwischen Zugersee und Reuss am Hang des Rooterbergs. Rotkreuz wird von kleineren Bächen durchflossen, hauptsächlich dem Scharelen-, Küntwiler-, Steintobel- und Mühlebach. Als stehende Gewässer existieren der Binzmühleweiher samt Naturschutzgebiet sowie den Küntwiler Staudamm. An Rotkreuz grenzt im Osten der Sijentalwald, im Westen der Bannwald an.

Der Ort Rotkreuz ist seit 1860 aus verschiedenen Weilern und Bauernhöfen zusammengewachsen. Durch die Ortsplanung 1970 und Ortsschutz konnte einzig das als Dorf geprägte Holzhäusern eigenständig bleiben. Rotkreuz wird im Nordwesten, Norden und Osten durch die Autobahn begrenzt. Die zusammenhängende Siedlung Rotkreuz kann in folgende Ortsteile aufgeteilt werden:

Rotkreuz (Ortsmitte) miniatur|Ehemaliges Gasthaus Kreuz, im Hintergrund ist der Turm der reformierten Kirche zu sehen. miniatur|Das umgebaute Gasthaus Kreuz. Die Ortsmitte Rotkreuz wird durch den Bahnhof Rotkreuz und der Bahnlinie Luzern – Zürich beziehungsweise Lenzburg – Gotthard geteilt. Im südlichen Ortsteil steht das namensgebende rote Sandsteinkreuz neben dem Rotkreuzhof und dem ehemaligen Zollhaus am Kreuzplatz. Südlich des Ortskerns stehen auf dem Moränenhügel die Evangelische Kirche, die katholische Kirche Unserer lieben Frau vom Rosenkranze sowie die Schulanlagen Rotkreuz, nördlich davon am Bahnhof das Alterszentrum und das Rathaus im Zentrum Dorfmatt. Wichtigste Strassen, Plätze und Überbauungen sind: Arkadenhof Bahnhofsplatz Buonaserstrasse Dorfmatt Dorfplatz Gössimatt Kirchenstrasse Kreuzplatz Lindenplatz Luzernerstrasse Sonnhaldenstrasse Suurstoffi Chäsimatt

Im nördlichen Ortskern befinden sich die ehemalige Milchverwertungsgenossenschaft, die ehemalige Post sowie das Hotel Bauernhof. Das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofes befand sich ebenfalls hier. Dieser Ortsteil soll durch den Bau eines neuen nördlichen Bahnhofsgebäudes aufgewertet werden. Wichtige Strassen und Überbauungen sind: Alte Chamerstrasse Birkenmatt Chamerstrasse Mattenstrasse Mühlematt Schöngrund Sonnweid Sunneblick

Küntwil, Waldegg, Waldeten und Weid (südliche Ortsteile) Südlich an die Ortsmitte schliesst Waldeten an. Dieser Ortsteil breitet sich vom Waldhof bis zu den Schulanlagen aus. Der Name Waldeten kommt vom althochdeutschen Personennamen Waltrat, welcher bereits in den Acta Murensia um 1100 erwähnt wurde. Wichtige Strassen sind: Küntwilerstrasse (nördlicher Teil) Kirchenweg Meierskappelerstrasse (nördlicher Teil) Waldeggstrasse

Südwestlich an Waldeten schliesst Küntwil an und liegt auf 450 bis 500 M. ü. M. Die natürlichen Grenzen von Küntwil sind der Steintobelbach und der Küntwilerbach. Küntwil ist hauptsächlich durch Wohnnutzung geprägt. Der Name Küntwil wurde bereits 1410 urkundlich erwähnt und geht auf ein alemannisches Gehöft zurück. An Zusammenfluss von Küntwiler- und Steintobelbach liegt die Sagi, ein altes Sägewerk. Des Weiteren sind einige Bauernhöfe im Gebiet zu finden. Wichtige Strassen und Quartiere sind: Eichmatt Küntwilerstrasse (südlicher Teil) Ringstrasse Weihermatt

Östlich von Küntwil liegt das Quartier Weid, welches ab den 1960er Jahren entstanden ist. Wichtigste Strassen sind: Weidstrasse Obere Weidstrasse Untere Weidstrasse

Nördlich an Weid schliesst sich Waldegg an, welches durch die grösste Schulanlage der Gemeinde, Turnhallen und Wohnsiedlungen geprägt ist. Wichtigste Strassen und Quartiere sind: Föhrenweg Lerchenfeld Lerchenweg Waldeggstrasse

Allrüti, Binzmühle, Blegi, Forren und Langweid (nördliche Ortsteile) mini|Binzmühle Nordwestlich des Ortskerns und (nördlich der Bahnlinie) befinden sich die hauptsächlich durch Wohnnutzung geprägten Ortsteile Binzmühle und Allrüti. Wichtigste Strassen und Quartiere sind: Allrüti Berchtwilerstrasse Binzmühlestrasse

Östlich dieser schliessen das Gewerbegebiet Rotkreuz-West (ursprünglich Forren) und das Gewerbegebiet Rotkreuz Ost, nahe dem Weiler Blegi, an. Das Gewerbegebiet ist durch die Chamerstrasse entzweit. Hier befindet sich der Hauptsitz der Roche Diagnostics mit dem Roche-Tower sowie die Feuerwehr. Wichtigste Strassen im Gebiet sind: Birkenstrasse Blegistrasse Chamerstrasse Erlenstrasse / Erlenring Forrenstrasse Grundstrasse Industriestrasse Lettenstrasse Riedstrasse

mini|Bautätigkeit in der Suurstoffi mini|Westliche Suurstoffi Südlich der Blegi, zwischen Ortskern, Bahnlinie und Gewerbegebiet entsteht der neue Stadtteil Langweid. Aktuell (2013) befindet sich hier folgendes Quartier: Suurstoffi

Statistisch gesehen werden die umliegenden Bauernhöfe und Weiler in der Gemeinde Risch zu Rotkreuz gezählt.

Geschichte Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1817 57 1850 92 1900 303 1960 858 1999 5'842 2010 7'580 2015 8'518 2016 8'570 → Dieser Abschnitt befasst sich mit der Geschichte des Ortes Rotkreuz. Für allgemeinere Geschichte siehe Geschichte der Gemeinde Risch.

1808 wird erstmals der Gasthof beim rothen Kreuz erwähnt. 1864 wurde an der Bahnstrecke Zug–Luzern der Zürich-Zug-Luzern-Bahn neben diesem Gasthaus eine Haltestelle, gegen den Willen von Risch, das eine Haltestelle in der Unterrüti bevorzugte, erbaut. Durch den Bau der Aargauischen Südbahn (1881/1882), die in Rotkreuz die Zürich-Zug-Luzern-Bahn kreuzte und in Immensee in die Gotthardbahn überging, entwickelte sich die Haltestelle Rothkreuz zu einem wichtigen Bahnhof im Verkehr zwischen Deutschland und Italien.

Neben dem Gasthaus beim rothen Kreuz entstand auf dem Rotkreuzhof ab 1879 eine Schule, welche 1883 in das neu erbaute Schulhaus an der Landstrasse nach Meierskappel umzog. Am 2. Juli 1926 wurde der Kaufvertrag zwischen der Witwe Anna Gügler-Frey und dem kath. Kultusverein Rothkreuz abgeschlossen, in dem der Kultusverein die „Gebäudlichkeiten und Land zu Walderten, Forren in der Allrüti und Wald im Honauerwald-Risch“ kauft. An der Stelle inmitten des Dorfes neben der neuen Schule wurde ein künstlicher Hügel aufgeschüttet, auf dem die kath. Kirche Rotkreuz erbaut wurde. Der Spatenstich war am 10. September 1937, die Eröffnung des Gotteshauses mit der Ankunft der Glocken am 15. Juli 1938. Die von Lothar Albert geschaffenen Wandbilder stellten im Chor den am Kreuz hängenden, leidenden Christus dar; über dem linken Seitenaltar thronte die Patronin der Kirche, die Rosenkranzkönigin, während rechts die Nebenpatrone Josef und Burkhard die männliche Gottesliebe verkörperten. 1981 wurde die Kirche restauriert und die Wandmalereien durch Kreuzweg-Bilder von Franz Bucher ersetzt.Richard Hediger: Risch – Geschichte der Gemeinde. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz.Siehe auch: Der Kreuzweg in der Katholische Kirche Rotkreuz auf youtube.com.

Bereits im Zweiten Weltkrieg eröffnete die IPSA (Industrie petrolifère SA) in Rotkreuz die erste schweizerische Erdölraffinerie sowie ein Extraktionswerk, das aus Kaffeesatz Öl und Heizmaterial gewann. 1959 wurde die Gemeindekanzlei von Buonas in das ehemalige Schulhaus an der Meierskappelerstrasse verlegt. Durch den Bau des Zentrum Dorfmatts 1986 in Bahnhofsnähe wurde Rotkreuz endgültig zum Hauptort der Gemeinde Risch und erhielt durch diesen Bau einen kleinstädtischen Charakter. Der Richtplan von 1970 setzte die Grenzen des Ortes Rotkreuz fest. Mit dem Bau der Autobahnverzweigung der A4 und A14 und der Ansiedlung wichtiger internationaler Firmen wie Roche Diagnostics erlebte der Ort zwischen 1960 und 2010 ein rasches Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, durch welchen sich die Bevölkerungszahl fast verzehnfachte. Bis 2012 wurden Grossteile des Ortskerns umgestaltet und neu bebaut, unter anderem mit den Neubauten Arkadenhof. 2010 wurde mit dem Bau des Quartieres Suurstoffi in der Langweid begonnen, wo sich seit 2013 der zentralisierte Hauptverwaltungsstandort von Novartis Schweiz sowie Novartis Pharma, Sandoz Pharmaceuticals, Alcon und Consumer Health befindet.Novartis bündelt Geschäftseinheiten in Rotkreuz, Neue Luzerner Zeitung, 14. Juni 2013.

Im Jahre 2000 wurde der Bau des Legolandes Schweiz in Rotkreuz abgelehnt. An Pfingsten 2002 kam es durch starke Regenfälle zu Überschwemmungen in der ganzen Gemeinde.

Sehenswürdigkeiten

mini|100px|Erlebnisbaum Sehenswert ist der im Jahr 2000 eröffnete Erlebnisbaum im Sijentalwald in Rotkreuz. Der Erlebnisbaum ist ein Gerüst aus Holz, welches um eine ca. 150-jährige und 30 m hohe Eichehttp://www.seetal-plus.ch/Tourismus/RotkreuzRoot.html RotkreuzRoot aufgebaut ist. Auf jedem Stockwerk des Erlebnisbaumes sind Informationstafeln über das jeweilige Baumstockwerk. Auf dem obersten Stockwerk hat man eine sehr gute Sicht auf die Landschaft und den Zugersee. Er ist ein Reiseziel für Familien mit Kindern und Schulen. Momentan steht der Erlebnisbaum nicht mehr. Er wurde abgerissen, da das Holz morsch war. Es ist eine Erneuerung des Erlebnisbaums geplant. Als neue Sehenswürdigkeit gilt der 2011 eröffnete Roche-Tower.

Wirtschaft mini|600px|Blick auf den Hauptsitz von Roche Diagnostics in Rotkreuz. Links ist das Rezeptionsgebäude mit Cafeteria zu erkennen, in der Mitte der Roche-Tower, zweithöchstes Gebäude im Kanton Zug. Die erste Firma in Rotkreuz war der schweizer­ische Tierfutterfabrikant Utro (heute: Utro Fikovit AG), deren Gebäude eines der ersten in Rotkreuz war und dem Rotkreuz sein Wachstum zu verdanken hat. Seit dem Jahre 2000 befindet sich die Produktionsstätte nicht mehr in Rotkreuz. Das Utro-Gebäude wurde 2008 abgerissen. In den 1980er Jahren liessen sich die Unternehmen 3M und Roche Diagnostics in Rotkreuz nieder, 2013 Novartis.

Rotkreuz ist heute wichtiger Wirtschafts- und Unternehmensstandort in der Wirtschaftsregion Zug-West. Neben vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ist Rotkreuz Hauptsitz vieler Firmen, bspw. Roche Diagnostics AG, der Schweizer Vertriebsgesellschaft von Hoffmann-La Roche, AMC International und dem deutschen Drogeriemarktunternehmen Müller.

Weitere Grossbetriebe sind z. B. Novartis (Standortzentralisierung), Komax Holding, SFS Holding, Garaventa AG und das amerikanische Unternehmen 3M.

Verkehr Strassenverkehr Die Autobahnausfahrt Rotkreuz bei der Verzweigung Rütihof, wo die A14 in die A4 mündet, liegt zwischen Rotkreuz und Holzhäusern. Die Ausfahrt 35 Rotkreuz ist durch die Hauptstrasse 4 angebunden.

Durch Rotkreuz verläuft die Hauptstrasse 4. Von Cham und Holzhäusern kommend, überquert sie die A4, und wird zur Ortskernsumfahrungsstrasse, in dem sie den Ortskern entlastet und die Bahnlinie über eine Brücke überquert. Sie verläuft weiter nach Honau und Luzern. Eine zweite Umfahrung entlang der Langweid zur erneuten Entlastung des Ortskerns ist geplant.

Schienenverkehr →Siehe mehr unter Bahnhof Rotkreuz