Die USS Bogue (AVG/ACV/CVE-9) war ein Geleitflugzeugträger der United States Navy und das Typschiff der Bogue-Klasse. Der aus einem Handelsschiff umgebaute Träger stand zwischen 1942 und 1946 im Dienst der US-Marine und wurde hauptsächlich in der Atlantikschlacht als U-Bootjäger eingesetzt, ab Sommer 1945 folgten Einsätze auf dem pazifischen Kriegsschauplatz. Elf deutsche und zwei japanische U-Boote wurden während der Einsatzzeit durch Bordflugzeuge oder Eskorten der Bogue versenkt.navsource.org: Submarines sunk or contacted by USS Bogue Task Groups, Stand: 3. Februar 2009 Damit gilt sie als erfolgreichster U-Jagdträger während des Zweiten Weltkriegs.uboat.net: The USS Bogue Hunter-Killer Groups. Stand: 3. Februar 2009

Technik Die Bogue war an der Wasserlinie 141,7 Meter lang und 21,2 Meter breit. Die Länge über Alles betrug 151,2 Meter, die maximale Breite 34 Meter. Bei einem Tiefgang von 7,9 Metern hatte der Träger leer eine Verdrängung von 7800 ts, die Einsatzverdrängung betrug 15.400 ts.Terzibaschitsch: Flugzeugträger der U.S. Navy. Geleitflugzeugträger Bernard & Graefe Verlag, Bonn 2001, ISBN 3-7637-6200-0. S. 214f Das Schiff besaß ein Flugdeck mit den Maßen 24 m × 135 m.Barrett Tillmann: Wildcat Aces of World War 2. Osprey Publishing ISBN 978-1-85532-486-2, S. 62

Zwei Wasserrohrkessel mit 19,65 bar Betriebsdruck erzeugten den Dampf für eine einzelne Getriebeturbine, die ihre Leistung von 8500 Wellen-PS an einen einzelnen Propeller abgab. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 18 Knoten, mit den 2413 Tonnen Treibstoff an Bord wurde eine Reichweite von 26.300 Seemeilen bei 15 Knoten und 22.500 Seemeilen bei 17 Knoten erzielt.

Die Bewaffnung der Bogue bestand ursprünglich aus zwei 127-mm-Geschützen auf beiden Seiten am Heck, diese wurden im Laufe der Einsatzzeit durch 40-mm- und 20-mm-Geschütze ergänzt. Ab 1943 wurden an Bord acht 40-mm-Zwillinge sowie 27 20-mm-Einzelgeschütze zur Flugabwehr eingesetzt. Schon von Indienststellung an war die Bogue mit SG- und SC-Radar ausgestattet,Terzibaschitsch: Flugzeugträger der U.S. Navy. Geleitflugzeugträger. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 2001, ISBN 3-7637-6200-0. S. 46. im Mai 1943 erhielt der Träger ein HF-DF-System zur U-Bootortung.

An Bord konnten bis zu 28 Flugzeuge mitgeführt werden, während der Einsätze befanden sich aber selten mehr als 24 Flugzeuge an Bord, zumeist vom Typ F4F Wildcat und TBF Avenger.

Geschichte Bau und Indienststellung Die Bogue wurde ursprünglich 1940 von der Isthmian Steamship Company als Typ-C3-Frachter SS Steel Advocate bei Seattle-Tacoma Shipbuilding geordert. Am 1. Oktober 1941 wurde das Schiff als „Hull #170“ der Maritime Commission im Dock 9 in Tacoma, Washington auf Kiel gelegt.Isthmian Lines: SS Steel Advocate. Stand: 3. Februar 2009 Nach der Schiffstaufe am 15. Januar 1942 wurde der Frachter vom Stapel gelassen, am 1. Mai 1942 übernahm die US Navy das Schiff, um es zum Geleitflugzeugträger umzubauen. Benannt nach dem Bogue-Sund in North Carolina wurde der Träger am 26. September 1942 bei der Marine unter der Kennung ACV-9 (Auxiliary Aircraft Carrier) unter dem Kommando von Captain Giles E. Short in Dienst gestellt.

mini|links|Die Bogue während der Erprobungsfahrten im Puget Sound, Washington Erste Fahrten im Seegebiet vor Seattle dienten der Erprobung des neuen Schiffes. Am 17. November 1942 brach die Bogue dann in Richtung San Diego auf, wo sie mit dem „Composite Squadron 9“ (VC-9) unter Lieutenant Commander William Drane ihre Einsatzstaffel an Bord nahm. Am 11. Dezember verließ der Träger dann die US-Westküste und fuhr durch den Panamakanal nach Norfolk, wo er am 1. Januar 1943 eintraf. In den folgenden eineinhalb Monaten wurden U-Jagdübungen durchgeführt, zudem wurden Verbesserungen an der Schiffstechnik und -bewaffnung vorgenommen, unter anderem wurde das Löschsystem verbessert und Betonballast eingebracht, um die Stabilität zu erhöhen. Am 24. Februar setzte die Bogue dann Kurs auf Argentia in Neufundland, wo sie vier Tage später eintraf.

März bis Juli 1943 Nachdem britische Verbindungsoffiziere und Funker an Bord genommen worden waren, welche die Zusammenarbeit mit dem Geleitschutz des Konvois verbessern sollten, verließ der Träger am 5. März den Hafen zusammen mit den beiden Zerstörern Belknap und George E. Badger, um sich am nächsten Tag dem Konvoi HX-228 anzuschließen, der in Richtung britische Inseln fuhr. Am 10. März sichteten die Flugzeuge des Trägers zum ersten Mal ein U-Boot und griffen es erfolglos an. Am gleichen Tag setzte sich die Bogue vom Konvoi ab und kehrte nach Neufundland zurück, um am 20. März die Eskorte des Konvois SC-123 zu übernehmen. Bis zum 26. März begleitete der Träger den Schiffsverband, dann fuhr er über Argentia nach Boston, wo eines der Katapulte repariert wurde. Am 20. April traf die Bogue wieder in Argentia ein, drei Tage später lief sie dann aus, um sich mit dem Konvoi HX-235 zu treffen. Am 28. April wurde ein U-Boot gesichtet, der Angriff auf das Boot blieb jedoch ohne Erfolg. Am Folgetag übernahm der Träger die Voraussicherung des Konvois, am 30. April trennten sich die Bogue und ihre Eskorten vom Konvoi HX-235 und liefen Belfast an, wo sie am 2. Mai eintrafen. In den folgenden zwei Wochen übten die Einheiten gemeinsam mit britischen Kräften, die in Argentia an Bord genommenen Verbindungsoffiziere verließen die Bogue wieder. Bei einem Werftaufenthalt wurde der Träger mit dem HF-DF-System ausgerüstet, zusätzlich wurde weitere Avenger-Torpedobomber an Bord genommen.

Am 15. Mai lief der Träger von Belfast aus in den Nordatlantik, wo er sich vier Tage vor Island mit dem westwärts fahrenden Konvoi ON-184 traf. Die USS Bogue übernahm mit ihren Eskorten die Nahsicherung des Verbands. Am 21. Mai griff eine TBF Avenger der Bogue etwa 500 Seemeilen südöstlich von Grönland das aufgetaucht fahrende U-Boot U 231 an und beschädigte es so schwer, dass es zur Reparatur nach Brest zurückkehren musste. Am folgenden Tag griff eine weitere Avenger U 468 an, aufgrund einer falschen Positionsmeldung fand die ausgesandte Verstärkung das U-Boot aber nicht. Stattdessen wurde U 305 mehrfach von Torpedobombern angegriffen, das U-Boot konnte aber den Angriffen der Flugzeuge sowie dem Zerstörer Osmond Ingram ausweichen, musste aber ebenfalls wegen schwerer Schäden die Verfolgung des Konvois aufgeben und nach Brest zurückkehren. Am Nachmittag griff dann ein weiterer Avenger-Bomber U 569 an, das sich etwa 20 Seemeilen hinter der Bogue befand. Das U-Boot tauchte zuerst ab, musste dann aber wegen der Schäden an die Oberfläche zurückkehren, wo es erneut bombardiert wurde. U 569 kenterte durch, konnte aber von der Besatzung wieder unter Kontrolle gebracht werden und wurde, nachdem es erneut an die Oberfläche kam, von seiner Besatzung aufgegeben. Der herbeieilende kanadische Zerstörer St. Laurent konnte 24 Überlebende aus dem Wasser retten. Der Konvoi ON-184 erreichte ohne Verluste die amerikanische Küste.

Zusammen mit den Zerstörern Clemson, George E. Badger, Greene und Osmond Ingram verließ die Bogue am 30. Mai Neufundland, um U-Boote aufzuspüren und zu jagen, die Konvois zwischen den Vereinigten Staaten und Nordafrika angriffen. Die „hunter killer group“ um die Bogue begleitete den Konvoi GUS-7A, der nach Gibraltar fuhr. Am 4. Juni griffen Avenger-Bomber des Trägers drei aufgetaucht fahrende U-Boote an, konnten aber keine Treffer erzielen. Am nächsten Tag versenkten dann eine Avenger und eine Wildcat, die zusammen operierten, das U-Boot U 217, das zur Gruppe „Trutz“ gehörte. Am 8. Juni griffen die Flugzeuge der Bogue wiederholt U 758 an, das aber sowohl den Luftangriffen als auch einem Wasserbombenangriff der USS Clemson widerstand und trotz einer gefluteten Abteilung entkommen konnte.

mini|USS Bogue bei der Rückkehr nach Norfolk, 20. Juni 1943 U 118 und U 460 erhielten den Befehl, die angeschlagene U 758 zu unterstützen, der Befehl wurde jedoch von der amerikanischen Aufklärung abgefangen. Die Bogue und ihr Jagdverband wurden auf Abfangkurs beordert, am 12. Juni griffen dann sieben Flugzeuge des Trägers das U-Boot an und versenkten es 20 Meilen vom Träger entfernt. Rettungsflöße wurden abgeworfen und 17 Überlebende gerettet, die meisten davon Verwundete, die U 118 zuvor von U 758 übernommen hatte. Am 20. Juni kehrte der U-Jagd-Verband nach Norfolk zurück.

Nachdem Captain Joseph B. Dunn das Kommando über die Bogue übernommen hatte, verließ der Träger, mittlerweile als CVE-9 (Escort Carrier) klassifiziert, Mitte Juli 1943 Norfolk, um den nach Gibraltar fahrenden Konvoi UGS-12 zu unterstützen. Obwohl mehrmals U-Boote mittels Funkpeilung geortet wurden, konnten keine erfolgreichen Angriffe vermeldet werden. Am Morgen des 23. Juli ortete die George E. Badger U 613, ein mit Minen beladenes U-Boot Typ VIIC per Sonar. Der Zerstörer fuhr vier Angriffe mit Wasserbomben auf das getauchte Boot und konnte über die Hydrophone das Zerbrechen des Boots hören. Zudem wurden Wrackteile und Öl an der Oberfläche beobachtet. Gegen Mittag sichtete dann eine Avenger zwei aufgetaucht fahrende U-Boote, U 527 und U 648. U 648 tauchte ab, U 527 jedoch versuchte, in eine Nebelbank zu entkommen, wurde aber von Wasserbomben des Torpedobombers getroffen und sank. 13 deutsche Seeleute wurden gerettet. Bogue verließ den Konvoi UGS-12 am 26. Juli, um im Seegebiet um Madeira zu operieren. Am 1. August lief der Trägerverband in Casablanca ein.

August bis Dezember 1943