mini|upright=0.8|Oskar BeregiAus Sport & Salon, 11. April 1903
Oszkár Beregi, auch Oscar Beregi Sr., (geboren 24. Januar 1876 in Budapest, Österreich-Ungarn; gestorben 18. Oktober 1965 in Hollywood) war ein ungarischer Theater- und Filmschauspieler. Als Kinodarsteller wirkte er vor allem in den 1920er- und 1930er-Jahren in Ungarn, Österreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten.
Leben mini|links|hochkant=0.8|Grab auf dem Kerepesi temető: 34/1-1-36, mit Stephen Bekassy (1907–1995) Oskar Beregi stand seit den frühen 1890er-Jahren auf der Bühne und arbeitete unter anderem am Nationaltheater Budapest, wo er beispielsweise den Romeo in Romeo und Julia spielte. Zeitweise trat er unter Regie von Max Reinhardt in Berlin auf, auch hier sehr häufig in Stücken von William Shakespeare. Seine Filmkarriere begann er im Jahr 1916 in Österreich-Ungarn mit einer Hauptrolle im Film Mire megvénülünk. Es folgten weitere Stummfilme in Ungarn, bis er 1919, wie zahlreiche andere ungarische Filmschaffende, auf der Flucht vor dem kommunistischen Béla-Kun-Regime mit seiner Familie nach Österreich übersiedelte. Dort wirkte er unter anderem an dem Monumentalfilm Die Sklavenkönigin (1924) mit.
1925 war Beregi Opfer antisemitischer Kundgebungen in Budapest.Armin A. Wallas (Hrsg.): Eugen Hoeflich. Tagebücher 1915 bis 1927. Wien : Böhlau, 1999, ISBN 3-205-99137-0, S. 392 Ab 1926 trat er in mehreren Filmen in den USA auf, darunter in The Love Thief, The Flaming Forest und Butterflies in the Rain.
Mit der Erfindung und Verbreitung des Tonfilms (ab 1927) war sein Wirkungsfeld aufgrund seiner sprachlichen Fähigkeiten eingeschränkt, und er agierte wieder vermehrt in ungarischen Filmen, spielte aber auch seine heute wohl bekannteste Filmrolle in Deutschland: Als von verbrecherischen Plänen besessener Professor Baum in dem Fritz-Lang-Klassiker Das Testament des Dr. Mabuse aus dem Jahr 1933.
Während des Dritten Reichs hielt er sich in Budapest auf, wo er bedingt durch die antisemitischen Gesetze in Ungarn ab 1939 nur noch als Theaterschauspieler bei Omike auftreten durfte, und entkam dort dem vom Eichmann-Kommando organisierten Holocaust nur knapp. Danach emigrierte er in die Vereinigten Staaten, wo er 1953 in dem Oscar-prämierten Film Madame macht Geschichte(n) in einer Nebenrolle auftrat. Zuletzt stand er im Jahr 1961 für die US-Fernsehserie Peter Loves Mary in der Rolle eines Kellners vor der Kamera.
Oskar Beregi starb 1965 im Alter von 89 Jahren in Hollywood. Der Schauspieler war zweimal verheiratet und hatte zwei Kinder. Er war der Vater von Oscar Beregi junior, der in den USA ebenfalls als Film- und Serienschauspieler wirkte.
Filmografie (Auswahl) 1916: Mire megvénülünk 1917: A gólyakalifa 1919: Der rote Halbmond (Az aranyember) 1919: Jön az öcsém 1919: Ave Caesar! 1922: William Ratcliff 1924: Ssanin 1924: Jiskor 1924: Die Sklavenkönigin 1924: Das Verbotene Land 1925: Der Fluch 1926: Die Kameliendame 1926: Butterflies in the Rain 1926: The Flaming Forest 1926: The Love Thief 1927: Geständnisse einer Frau 1928: Andere Frauen 1928: Liebe im Mai 1929: Der Dieb im Schlafcoupé 1929: Revolution der Jugend 1931: A Kék bálvány 1931: Ein Auto und kein Geld 1933: Rákóczi induló 1933: Iza néni 1933: Yiskor 1933: Das Testament des Dr. Mabuse 1933: Kísértetek vonata 1953: Madame macht Geschichte(n) (Call Me Madam) 1953: Der Legionär der Sahara (Desert Legion) 1961: Peter Loves Mary (Fernsehserie, 1 Folge)
Literatur Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 93.
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Einzelnachweise
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