mini|Heiligers Brunnen in der Eilenriede
Ernst Anton Heiliger (* 1. August 1729 in Hannover; † 2. Juli 1803 ebenda) war von 1761 bis 1798 Bürgermeister von Hannover.
Leben Nach seinem Jura-Studium in Braunschweig, Leipzig und Göttingen war Heiliger von 1753 bis 1755 Auditor im Konsistorium in Hannover. 1755 wurde er zum Stadtsyndikus und 1761 als Nachfolger von Christian Ulrich Grupen zum Bürgermeister gewählt, und zwar auf Wunsch vieler Ratsherren, da Heiliger sich während der französischen Belagerung Hannovers im Siebenjährigen Krieg verdient gemacht hatte.Siehe dazu Hans-Carl Hauptmeyer: Die Residenzstadt, in: Klaus Mlynek, Waldemar Röhrbein (Hrsg.): Geschichte der Stadt Hannover, 2 Bde., Hannover 1992, Bd. 1, S. 137–264, hier S. 231. Nach dem Ende des Krieges, der offengelegt hatte, dass die Stadtbefestigung keinen zeitgemäßen Schutz mehr bot, ließ er diese niederreißen und die Georgstraße anlegen – der Anfang des rasanten Ausbaus der Stadt im 19. Jahrhundert. Zu seinen Amtshandlungen zählten auch Verbesserungen beim Brandschutz und beim Armenwesen, eine Reform der Altstäder Lateinschule, des Lyzeums, und die Errichtung einer Freyen Zeichenschule für Handwerkslehrlinge. Außerdem verfasste er den Rathäuslichen Schematismus, eine Beschreibung der wichtigsten Einrichtungen der Stadt. 1798 legte Heiliger sein Amt nieder. Er starb am 2. Juli 1803 in Hannover und wurde auf dem Gartenfriedhof begraben.
Heiliger stand im Austausch mit Gelehrten wie Georg Christoph LichtenbergSiehe den Brief Heiligers an Lichtenberg, Hannover, August 1772, in: Georg Christoph Lichtenberg, Briefwechsel, hrsg. von Ulrich Joost und Albrecht Schöne, Bd. 1, München 1983, S. 134. oder Karl Philipp MoritzSiehe den Brief von Moritz an Heiliger vom 9. September 1780, abgedruckt bei Anneliese Klingenberg: Zwei Briefe von Karl Philipp Moritz nach Hannover, in: Heide Hollmer (Hrsg.): Karl Philipp Moritz, München 1993, S. 10–14, hier S. 12., und Johann Carl Fürchtegott Schlegel bescheinigte ihm eine große literarische Gelehrsamkeit und außerordentliche Kunde der LandesgeschichteJohann Carl Fürchtegott Schlegel, Kirchen- und Reformationsgeschichte von Norddeutschland und den hannoverschen Staaten, 3 Bde., Hannover 1828–1832, Bd. 3, S. 446., wovon auch seine über 7.000 Bände umfassende private Bibliothek zeugt.
miniatur|Die Heiligerstraße mit Legende zum Bürgermeister mini|hochkant|Epitaph für Ernst Anton Heiliger an der Gartenkirche auf dem Gartenfriedhof
Neben einer Straße in der Innenstadt wurde auch eine schwefelhaltige Quelle in der Eilenriede nach ihm benannt, die er 1794 einfassen und an der er einen Stein mit Inschriften aufstellen ließ.Hans Werner Dannowski: Hannover. Weit von nah. In Stadtteilen unterwegs, Hannover 2002, S. 37.
Die Familie Heiliger gehörte im 18. und 19. Jahrhundert zu den sogenannten Hübschen Familien.Klaus Mlynek: Hübsche Familien. In: Stadtlexikon Hannover, S. 310
Literatur Heinrich Wilhelm Rotermund: Das Gelehrte Hannover oder Lexikon von Schriftstellern und Schriftstellerinnen, gelehrten Geschäftsmännern und Künstlern, die seit der Reformation in und außerhalb der sämtlichen zum Königreich Hannover gehörigen Provinzen gelebt haben und noch leben, aus den glaubwürdigsten Schriftstellern zusammengetragen, Band 2, Bremen 1823, S. 295 Johanna May: Vom obrigkeitlichen Stadtregiment zur bürgerlichen Kommunalpolitik. Entwicklungslinien der hannoverschen Stadtpolitik von 1699 bis 1824, in der Reihe Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Band 198, 2000, S. 150ff. Horst Kruse: Stände und Regierung – Antipoden. Die Calenberg-Göttingischen Landstände um 1715–1802, in der Reihe Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, Band 121, S. 250f. Klaus Mlynek: HEILIGER, (1) Ernst Anton]. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 158, online über Google-Bücher Klaus Mlynek: Heiliger, Ernst Anton. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 279.
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Einzelnachweise
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