Euratsfeld ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Amstetten in Niederösterreich.

Geografie Euratsfeld liegt rund acht Kilometer südöstlich von Amstetten im Mostviertel zwischen Ybbsebene und Randegger Hochkogel. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst  Quadratkilometer. Etwa 16 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung Euratsfeld besteht aus drei Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Euratsfeld () Gafring () Großaigen ()

Einzige Ortschaft ist Euratsfeld. Ortsteile sind Aichet, (Groß-)Aigen, Auberg, Braunshof, Distelberg, Euratsfeld, Ferndorf, Gafring, Giemetsberg, Göttersdorf, Grissenberg, Haslau, Hinterberg, (Hinter-)Holz, Kalkstechen, Latzelsberg, (Unter-)Lixing, Mittergafring, Niederaigen, Oberaigen, Obergafring, Oberumberg, Panhalm, Pisching, Pollenberg, Reidl, Schleiferhub, Schnotzendorf, Seibetsberg, Stelzberg, Untergafring, Völkrahof, Walchenöd, Windischendorf sowie zahlreiche Einzellagen.

Nachbargemeinden

Geschichte Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Euratsfeld 1332, im Jahr 1908 erhielt die Gemeinde das Marktrecht.

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Marktgemeinde Euratsfeld ein Arzt, ein Tierarzt, ein Taxiunternehmer, zwei Bäcker, ein Baumeister, eine Binderin, ein Dachdecker, ein Fahrradhändler, drei Fleischer, ein Friseur, fünf Gastwirte, zwei Gemischtwarenhändler, ein Glaser, zwei Hebammen, ein Holzgeräteerzeuger, ein Kalkwerk, drei Landesproduktenhändler, ein Maler, ein Maschinenhändler, ein Maurermeister, ein Mühlenbauer, ein Sägewerk, zwei Sattler, ein Schlosser, zwei Schmiede, vier Schneider und drei Schneiderinnen, vier Schuster, ein Seiler, ein Spengler, drei Tischler, ein Uhrmacher, zwei Viehhändler, ein Viktualienhändler, ein Wagner, zwei Zementwarenerzeuger, ein Zimmermeister, zwei Zuckerwarenhändler und einige Landwirte ansässig.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 238

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Gemeindeamt Euratsfeld mini|Pfarrkirche Euratsfeld

Katholische Pfarrkirche Euratsfeld hl. Johannes der Täufer: Eine gotische Hallenkirche mit einem Bildnis des hl. Florian von Lorch von Martin Johann Schmidt 1770.

Wirtschaft und Infrastruktur Im Jahr 2001 gab es 54 nicht-landwirtschaftliche Arbeitsstätten, 146 land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999. Nach der Volkszählung 2001 betrug die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort 1083, die Erwerbsquote lag 2001 bei 48 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2003 gab es in der Gemeinde 56 Arbeitslose.

Öffentliche Einrichtungen In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Mittelschule.Schulensuche auf Schulen online, abgerufen am 4. September 2020

Sport Die Fußballelf der Marktgemeinde spielt derzeit in der 1. Klasse West.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 19 ÖVP und 2 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 18 ÖVP, 2 SPÖ und 1 Grüne. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 18 ÖVP, 2 SPÖ und 1 Grüne. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, 2 SPÖ und 2 Grüne. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 3 SPÖ und 2 Grüne. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 3 SPÖ und 2 Grüne. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 18 ÖVP, 2 Grüne und 1 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, 2 FPÖ, 1 Grüne und 1 SPÖ.

Bürgermeister (Quelle: )

1850–1876 Michael Pruckner 1876–1879 Georg Resch 1879–1882 Joseph Graßinger 1882–1889 Franz Zehetgruber 1889–1891 Johann Grim 1891–1900 Franz Zehetgruber 1900–1938 Johann Zehetgruber Feb.–März 1938 Richard Bachbauer 1938–1945 Karl Steiner (NSDAP; Gemeindeverwalter) Mai–November 1945 Richard Bachbauer 1945–1970 Josef Zehetgruber 1970–1971 Alois Mock (ÖVP) 1971–1985 Karl Glack (ÖVP) 1985–2010 Franz Menk (ÖVP) seit 2010 Johann Weingartner (ÖVP)

Wappen Der Gemeinde wurde 1958 ein Wappen verliehen.

Blasonierung: In einem schrägrechts von Blau und Silber geteilten Schild ein Bischof in Gold mit Kasel und Mitra, in der Rechten ein Buch, in der Linken einen Stab; zu seinen Füßen einen schwarzen rechtsschreitenden Bären, der auf seinem Rücken ein silbernes Bündel trägt.

Das Schild steht für die Herren von Zelking, die in Euratsfeld Besitzungen hatten. Der Bischof ist der hl. Korbinian, der Stifter des Bistums Freising. Diese waren die ersten Herren von Euratsfeld. Der Bär erinnert an die Gründungslegende, wonach ein Bär das Maultier des Heiligen tötete und zur Strafe dessen Kleiderbündel tragen musste.

Partnergemeinde Seit 1990 unterhält Euratsfeld partnerschaftliche Beziehungen zur mährischen Gemeinde Strání.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Anna Wagner (1914–2026), Altersrekordlerin und ab Januar 2025 älteste in Österreich lebende Person Alois Mock (1934–2017), Politiker (ÖVP), Vizekanzler (1987–1989) und Außenminister (1987–1995) der Republik Österreich Christine Haiden (* 1962), Chefredakteurin der Zeitschrift Welt der Frauen Petrus Pilsinger (* 1964), Ordenspriester und Abt von Stift Seitenstetten Sebastian Leimhofer (* 1998), Fußballspieler Willi Wagner (1951–2026), Triathlonsportler, mehrfacher Europa- und Weltmeister

Literatur Hans Pechaczek, Der österreichische Bienenvater, 1922 verlegt bei Waldheim-Eberle, 1932 Selbstverlag, Die 2. Auflage aus dem Jahr 1932 wurde auf Initiative & Kosten von Franz Raab von der UNI BIB Wien 2025 digitalisiert und ist dort abrufbar. Herbert Berndl-Forstner: Pfarrkirche zum hl. Johannes den Täufer in Euratsfeld, Niederösterreich. Diözese St. Pölten, Bezirk Amstetten. St. Peter, Salzburg 1999, (Christliche Kunststätten Österreichs 334). Irmgard Hampl: Euratsfeld – ein Ort im Wachsen. Betrachtungen über die Bewohner und ihr Leben im Markt Euratsfeld in Niederösterreich. Wien 1992, (Universität Wien, Phil. Diplomarbeit). Franz Menk, Ernst Zehetgruber, Alois Pruckner u. a.: Chronik der Marktgemeinde Euratsfeld. Marktgemeinde Euratsfeld, Euratsfeld 2008. Franz Raab: Festschrift 40 Jahre SCU-Euratsfeld, Titel: Geschichte des Fussball in Euratsfeld, Herausgabe Juli 2015 Alois Pruckner, Ernst Zehetgruber: Euratsfelder Marterlbuch, Zeichen und Zeugen des Glaubens, der Hoffnung und Liebe; Herausgabe 2015 Franz Raab: Festschrift zur Eröffnung vom Pfarr-Gemeinde-Zentrum (PGZ), Titel vom I.-Teil: Vom Pfarrzentrum zum Pfarrgemeindezentrum; Herausgabe 2018 Titel zum II.-Teil ab Seite 57: Chronik: Vom Pfarrheim zum Pfarrzentrum 1968–1972; Herausgabe 2018 Franz Raab: Festschrift 50 Jahre Verein Schönes Euratsfeld 1970–2020 – Gemeinsam für einen schönen Lebensraum; Herausgabe September 2021 Franz Raab unter Mitarbeit von Johann Wagner: Festschrift 50 Jahre Verein Schönes Euratsfeld: II.-Teil: Die Mühlen an der Zauch – Ein Blick von der Geschichte in die Gegenwart; Herausgabe September 2021 Ernst Zehetgruber, FF Euratsfeld: Chronik 150 Jahre - Freiwillige Feuerwehr Euratsfeld 1872-2022; Herausgabe 2022 Franz Raab: Festschrift 50 Jahre SCU Fußballclub Euratsfeld: 50 Jahre Jugend-, Schul-, Damen und Vereinsfußball in Euratsfeld. Eine Chronik seiner Erfolgsgeschichte (1975–2025); Herausgabe Juli 2025

Weblinks

Website der Gemeinde Euratsfeld

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1332