Die Fédération Internationale de Hockey, auch , (FIH) ist der Welthockeyverband mit Sitz in Lausanne. Er organisiert verschiedene Hockey-Wettbewerbe wie zum Beispiel die Hockey-Weltmeisterschaften. Präsident ist seit November 2022 Tayyab Ikram aus Macau. Die FIH wurde am 7. Januar 1924 in Paris gegründet und besteht aus 137 Nationalverbänden (Stand: August 2021).

Geschichte Die FIH wurde am 7. Januar 1924 in Paris gegründet. Bereits 1908 (London) und 1920 (Antwerpen) war Hockey Disziplin bei den Olympischen Sommerspielen. Bei den Olympischen Sommerspielen 1924 wurde Hockey nicht berücksichtigt, da es noch keinen Weltverband gab. Deswegen wurde 1924 auf Initiative des Franzosen Paul Léautey die Fédération Internationale de Hockey sur Gazon gegründet. Die Gründungsmitglieder waren Österreich, Belgien, Tschechoslowakei, Frankreich, Ungarn, Schweiz und Spanien. Noch im selben Jahr wurde die FIH Mitglied der olympischen Bewegung. 1925 schloss sich Dänemark an, 1926 folgten die Niederlande (Herren), 1927 die Türkei und 1928 Deutschland, Indien, Polen und Portugal.

Frauen-Hockey-Weltverband 1927 wurde der Weltverband für Damen International Federation of Women’s Hockey Associations (IFWHA) gegründet. Gründungsmitglieder waren Australien, Dänemark, England, Irland, Schottland, Südafrika, USA und Wales. Das Internationale Olympische Komitee erkannte den Verband zeitlebens nicht an. 1982 fusionierte die IFWHA auch unter Mithilfe der Würzburger Sportfunktionärin Bärbel Kolbenschlag, von 1963 bis 1967 auch Präsidentin des IFWHA, mit der FIH.

Olympische Spiele und Weltmeisterschaften

Seit 1928 (Amsterdam) gehört Feldhockey bei den Herren dauerhaft zum Programm der Olympischen Sommerspiele, seit 1980 Moskau wird auch ein Damen-Turnier ausgetragen.

Mit der Feldhockey-Weltmeisterschaft 1971 wurden erstmals Welttitelkämpfe der Herren im Feldhockey ausgetragen. Die erste FIH-Feldhockey-Weltmeisterschaft der Damen wurde drei Jahre später ausgetragen. Allerdings hatte davor bereits der Frauenverband IFWHA 1971 im neuseeländischen Auckland so etwas wie eine Frauen-Feldhockey-Weltmeisterschaft ausgerichtet – beim ersten Wettbewerb aber noch keinen Titel ausgespielt bzw. keinen Pokal vergeben, das erfolgte bei der IFWHA erstmals 1975. Trotz der Fusion 1982 nahm die FIH die drei IFWHA-Weltmeisterschaften 1971, 1975 sowie 1979 – auch Deutschland hatte 1971 bzw. 1979 an den Wettbewerben teilgenommen und jeweils Silber gewonnen – nicht in die offizielle Zählung mit auf.

2003 in Leipzig fanden die ersten Weltmeisterschaften im Hallenhockey für Damen und Herren statt.

Kontinentalverbände mini|hochkant=1.3|Weltkarte mit den Nationalverbänden

Die FIH besteht aus 137 Nationalverbänden, die wiederum Mitglied in 5 Kontinentalverbänden sind: African Hockey Federation (rot markiert) Asian Hockey Federation (gelb markiert) European Hockey Federation (blau markiert) Oceania Hockey Federation (grün markiert) Pan American Hockey Federation (lila markiert)

Großbritannien hat einen Sonderstatus und tritt nur zu Olympischen Spielen an, ansonsten spielen die eigenständigen Mitglieder England, Schottland und Wales. Irland vertritt die gesamte irische Insel: Republik Irland und Nordirland.

Mitglieder Afrika (20 Nationen) Ägypten Botswana Burundi Ghana Kamerun Kenia Libyen Malawi Marokko Namibia Nigeria Seychellen Sudan Südafrika Tansania Togo Uganda Sambia Sierra Leone Simbabwe

Asien (31 Nationen) Afghanistan Bangladesh Brunei China Hongkong Indien Indonesien Iran Japan Kambodscha Kasachstan Katar Südkorea Taiwan Nordkorea (DPR) Macao Malaysia Mongolei Myanmar Nepal Oman Pakistan Philippinen Singapur Sri Lanka Tadschikistan Thailand Turkmenistan Usbekistan Vereinigte Arabische Emirate Vietnam

Europa (45 Nationen) Armenien Aserbaidschan Belgien Bulgarien Dänemark Deutschland England Estland Finnland Frankreich Georgien Gibraltar Griechenland GroßbritannienAngeschlossene Mitglieder, FIH Website, Stand Juli 2012 Israel Italien Kroatien Lettland Litauen Luxemburg Malta Moldawien Niederlande Nordmazedonien Norwegen Österreich Polen Portugal Rumänien Russland Schottland Schweden Schweiz Serbien Slowakei Slowenien Spanien Tschechische Republik Türkei Ukraine Ungarn Wales Weißrussland Zypern

Ozeanien (9 Nationen) Amerikanisch-Samoa Australien Fidschi Neuseeland Papua-Neuguinea Salomonen Tonga Vanuatu Westsamoa

Amerika (27 Nationen) Argentinien Bahamas Barbados Bermuda Brasilien Chile Costa Rica Dominikanische Republik Ecuador El Salvador Guatemala Guyana Haiti Jamaika Kaimaninseln Kanada Kuba Mexiko Niederländische Antillen Panama Paraguay Peru Puerto Rico Trinidad & Tobago USA Uruguay Venezuela

Präsidenten 1924–1926 Paul Léautey (Frankreich) 1926–1932 Frantz Reichel (Frankreich) 1932–1936 Marc Bellin du Coteau (Frankreich) 1936–1945 Georg Evers (Deutschland) 1945–1946 Robert Liégeois (Belgien) 1946–1966 Quarles van Ufford (Niederlande) 1966–1983 René Franck (Belgien) 1983–1996 Étienne Glichitch (Frankreich) 1996–2001 Juan Ángel Calzado (Spanien) 2001–2008 Els van Breda Vriesman (Niederlande) 2008–2016 Leandro Negre (Spanien) 2016–2022 Narinder Batra (IND) seit 2022 Tayyab Ikram (MAC)

Welthockeyspieler

Seit 1998 zeichnet die FIH jährlich die besten weiblichen und männlichen Hockeyspieler der Welt aus. Seit 2001 gibt es außerdem Auszeichnungen für Spieler unter 23 Jahren.

Weltranglisten

Seit 2003 führt die FIH Ranglisten der Nationalmannschaften. In die Wertung fließt das Abschneiden der letzten vier Jahre bei den großen internationalen Turnieren ein: Olympische Spiele, Weltmeisterschaften, Champions Trophy bzw. Challenge und Kontinentalmeisterschaften. 2008 wurden weitere Turniere, insbesondere die Qualifikationsturniere für die Olympischen Spiele und die Weltmeisterschaften, in die Wertung einbezogen. Das aktuelle Jahr wird zu 100 % berücksichtigt, die Jahre davor zu 75 %, 50 % bzw. 25 %. Die Aktualisierung wird ca. 4 Mal jährlich jeweils nach den großen Turnieren vorgenommen.World Ranking, FIH Website, Stand Juli 2012

Die Weltrangliste ist in der Regel die Grundlage für die Gruppeneinteilung bei den großen Turnieren und für die Besetzung der Qualifikations-Turniere.

Sponsoren Wichtige Sponsoren sind der indische Motorradhersteller Hero MotoCorp, der indische Bundesstaat Odisha sowie das Schweizer Unternehmen Kudelski. Offiziell werden sie als FIH Global Leadership Partner bzw. FIH Global Partners bezeichnet. Diese Sponsoren treten auch als Titelsponsoren bei internationalen Turnieren auf wie z. B. bei der Feldhockey-Weltmeisterschaft der Herren 2018 (Odisha Hockey Men’s World Cup 2018).

Weblinks

Offizielle Website der FIH (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Hockeyverband Kategorie:Internationaler Sportverband Kategorie:Sportverband (Lausanne) Kategorie:Verbandsgründung 1924 Kategorie:Internationale Organisation (Paris) Kategorie:Hockey (Schweiz)