mini|hochkant|Standbild des hl. Arnold Janssen, des Gründers der Steyler Missionare. Standort: Missionshaus St. Arnold mini|hochkant|Missionshaus St. Gabriel in Maria Enzersdorf mini|hochkant|Kirche des Missionshauses in St. Wendel mini|hochkant|Missionshaus St. Arnold in Neuenkirchen-St. Arnold, rechts im Hintergrund das Arnold-Janssen-Gymnasium
Die Steyler Missionare, eigentlich Gesellschaft des Göttlichen Wortes (, daher in anderen Sprachen auch Verbiti, Werbiści oder ähnlich), sind eine Ordensgemeinschaft päpstlichen Rechts in der römisch-katholischen Kirche. Die Bezeichnung der Gemeinschaft ist vom Gründungsort Steyl abgeleitet, der heute ein Stadtteil von Venlo in den Niederlanden ist. Das Ordenskürzel (das an die Namen der Ordensmitglieder angehängt wird) ist SVD.
9.200 Steyler Missionare, Missionsschwestern und Anbetungsschwestern in rund siebzig Ländern der Welt gehören zur Ordensfamilie (Stand 2024). Die Steyler Missionare sind der siebtgrößte Männerorden in der katholischen Kirche.
Ordensgründungen Gesellschaft des Göttlichen Wortes Im niederländischen Steyl gründete Arnold Janssen am 8. September 1875 das Missionshaus St. Michael, aus dem die Gesellschaft des Göttlichen Wortes – SVD ( Societas Verbi Divini) hervorging. In Deutschland war in den 1870er-Jahren eine Klostergründung wegen des Kulturkampfes nicht möglich. Der Bischof von Roermond, Joannes Paredis, nahm Arnold Janssen in seinem Bistum auf und unterstützte ihn.
Die Brüder und Priester der Kongregation leben in internationalen und multikulturellen Gemeinschaften, in denen sie die Botschaft des Evangeliums verkünden. Durch die Ordensgelübde binden sie sich an die Gemeinschaft. Gegenwärtig arbeiten ihre rund 6.000 Priester und Brüder in allen Kontinenten der Welt.
Aus einer Gemeinschaft von sechs Priestern im Jahr 1875 wurde eine internationale Ordensgemeinschaft aus Priestern und Brüdern, die außer den Steyler Missionaren auch zwei Schwesternkongregationen umfasst. Dies sind die Steyler Missionsschwestern (SSpS) – sie setzen sich in über 40 Ländern der Welt für die Menschen ein – und die Steyler Anbetungsschwestern.
Die Kongregationen für Frauen Neben den Steyler Missionaren gründete Arnold Janssen auch zwei Frauenorden, deren Mutterhaus ebenfalls in Steyl gelegen ist: Die Steyler Missionsschwestern, lat. Congregatio Servarum Spiritus Sancti (SSpS), „Dienerinnen des Heiligen Geistes“, sind eine missionarische Kongregation. Die Gemeinschaft wurde 1889 gegründet, erste Oberin wurde die selige Helena Stollenwerk, deren Hauptaufgabe die Ausbildung von Missionsschwestern war. Zu den Gründungsschwestern gehört auch Hendrina Stenmanns. Die Mutterhausprovinz ist in Steyl in den Niederlanden. 2005 gab es 3.738 Steyler Missionsschwestern. Stand 2024 waren es ca. 2.900 Schwestern in 46 Ländern.https://web.archive.org/web/20240818055508/https://www.steyler-missionsschwestern.de/unsere-gemeinschaft/struktur Steyler Missionsschwestern - Wie wir organisiert sind (2024) Die Steyler Anbetungsschwestern, lat. Congregatio Servarum Spiritus Sancti de Adoratione perpetua (SSpSAp), „Dienerinnen des Heiligen Geistes von der ewigen Anbetung“, umgangssprachlich auch wegen der Farbe ihres Habits als „rosa Schwestern“ bezeichnet, wurden als dritte und jüngste Kongregation der Steyler Ordensfamilie 1896 gegründet. Anfangs war die Gemeinschaft nur in Steyl ansässig, sodass die Anzahl der Schwestern gering war. 2006 umfasste die Kongregation 400 Mitglieder und 21 Konvente in Deutschland, den Niederlanden, Polen, den Vereinigten Staaten, Argentinien, Brasilien, Indien, Indonesien, auf den Philippinen, Togo und Chile. Stand 2024 waren es 300 Schwestern in 20 Konventen in den 11 Ländern Deutschland, Niederlande, Polen, Slowakei, USA, Argentinien, Brasilien, Indien, Indonesien, Philippinen und Togo. https://web.archive.org/web/20240525082651/https://www.steyler.de/de/wer-wir-sind/familie.php#anchor_09c672ed_Accordion-Steyler-Anbetungsschwestern Steyler Anbetungsschwestern - Stand 2024 Die immerwährende, auch nächtliche Anbetung vor dem Allerheiligsten ist das dringlichste Anliegen der Nonnen, die für alle beten, die darum bitten. Generaloberin ist seit 2019 Schwester M. Magdalena Kruse.Steyler Anbetungsschwestern wählen Schwester M. Magdalena Kruse aus Dinklage zur Generaloberin, 12. Juli 2019, abgerufen am 10. Juli 2020.
Organisationsstruktur Die Ordensgemeinschaft ist, ähnlich wie andere Orden, gegliedert in Provinzen, in denen mehrere Kommunitäten und Ordenshäuser zusammengefasst sind. An der Spitze stehen ein Provinzial und ein Provinzrat.steyler.eu: Lexikon: Provinz.
An der Spitze des Gesamtordens mit allen Provinzen und örtlichen Gemeinschaften steht der Generalsuperior (auch General genannt), dem alle Ordensangehörigen unterstehen. Er wird von Delegierten aus allen Provinzen auf dem Generalkapitel, dem höchsten Beschlussorgan des Ordens, gewählt, seine Amtszeit beträgt sechs Jahre; der Generalsuperior kann höchstens zweimal wiedergewählt werden. Er leitet den Orden gemeinsam mit dem gewählten Generalrat.steyler.eu: Lexikon: Generalsuperior. Sitz der Ordensleitung und der Generalverwaltung ist das Generalat, das seinen Sitz zunächst in Steyl hatte und sich seit 1928 in Rom befindet, und zwar im Collegio del Verbo Divino („Kolleg des göttlichen Wortes“) nahe der Porta San Paolo. Der deutsche Hauptsitz der Gesellschaft befindet sich in St. Augustin.
Von 2018 bis zu seiner Ernennung zum Erzbischof von Ende im Mai 2024 war der Indonesier Paulus Budi Kleden Generalsuperior des Ordens. Er wurde auf dem 18. Generalkapitel gewählt, das vom 17. Juni bis 14. Juli 2018 im Centro Ad gentes in Nemi bei Rom stattfand, und war der erste Generalobere aus Indonesien. Sein Vorgänger war seit 2012 der Deutsche Heinz Kulüke.Steyler Missionare haben erstmals Generaloberen aus IndonesienXVIII GENERAL CHAPTER, 2018 List of Participants and StaffNew superior general of the Society of the Divine Word named, comes from Indonesia
Schwerpunkte Verkündigung des Wort Gottes Die ersten Missionare, welche nach China entsandt wurden, sollten helfen, christliche Gemeinden zu errichten. Bis heute ist dies die Hauptaufgabe der Steyler Missionare in aller Welt.
Dialog der Kulturen Der christliche Auftrag des Respekts und Achtung vor dem Anderen bestimmte von Beginn an den Umgang der Steyler Missionare mit anderen Kulturen und Traditionen. Für diesen Dialog der Kulturen gründeten sie zahlreiche Institute weltweit, z. B. durch den Schweizer Pater Georg Proksch, der 1955 das Zentrum Gyan Ashram in Mumbai eröffnete. Durch die Vermittlung des Evangeliums in Form des Tanzes wurde Indern das Christentum verkündet.
Mit ihrer Forschung in den Bereichen Völkerkunde, Anthropologie, Religionswissenschaft und Missionswissenschaft helfen die Steyler ihren Missionaren, ein Christentum zu verkünden, das den jeweiligen Völkern angepasst ist und nicht einfach die westliche Tradition in andere Religionen zu übertragen versucht.
Einsatz für Arme Der Einsatz für Benachteiligte der Gesellschaft ist ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit. In verschiedensten Projekten weltweit setzen sich die Steyler Missionare für Gerechtigkeit und Menschenwürde ein.
Bewahrung der Schöpfung Als Christen ist es den Steyler Missionaren angesichts der ökologischen Krise ein Anliegen, sich für das Wohl der ganzen Schöpfung einzusetzen.
Institutionen in Deutschland Arbeitsfelder und Institutionen
Steyler Berufungspastoral Weltweit gibt es mehr als 1.500 junge Männer in der Ausbildung, die sich entschieden haben, für immer Steyler Missionar zu werden.
Steyler Missionarinnen und Missionare auf Zeit Jedes Jahr entsenden die Steyler Missionare rund fünfzehn junge Frauen und Männer als Missionare auf Zeit in ihre Einsatzgebiete weltweit. Dort leisten sie einen freiwilligen Einsatz für Glauben, Frieden und Gerechtigkeit.
mini|Missionshaus St. Augustin; ehemaliger Standort der Philosophisch-Theologischen Hochschule SVD mini|Marienburg Thal, ehemaliges Gymnasium 2012 geschlossen, Kapelle 2021 profaniert Philosophisch-Theologische Hochschule SVD St. Augustin (bis 2020, seitdem als Kölner Hochschule für Katholische Theologie in Trägerschaft des Erzbistums Köln, seit April 2021 am Standort Köln-Lindenthal)
Steyler Mission – Missionsprokur der deutschen Provinz Die Missionsprokur der deutschen Provinz der Steyler Missionare ist die Servicestelle für die deutschen Missionare im Ausland. Zudem sorgt sie für die Finanzierung der Hilfsprojekte im Ausland, die die ganzheitliche Entwicklung der Menschen im pastoralen wie auch im sozialen Bereich im Auge haben. Dazu gehören Ausbildungsmaßnahmen für kirchliche Mitarbeiter, Bibelinstitute und Sprachschulen. Ebenso veranstaltet die Missionsprokur im Sinne ihrer missionarischen Bewusstseinsbildung in Deutschland Begegnungstage und Vortragsreihen, berichtet in Gemeinden und Gruppen und leistet Öffentlichkeitsarbeit. steyl medien Steyler Medienapostolat Die Steyler Missionare geben seit 1878 eine Zeitschrift heraus: Leben jetzt, die seit 2020 als Nachfolgerin der Zeitschrift Stadt Gottes als Familienmagazin erscheint. Bis 2018 erschienen zudem die Weite Welt, die sich an Jugendliche richtete, und die PICO, deren Zielgruppe Kinder waren. Außerdem erscheinen jährlich der Michaelskalender, der Steyler Tisch- und Wandkalender sowie die Steyler Missionschronik.
Wirtschaftsunternehmen Steyler Bank Soverdia (Societas Verbi Divini) Gesellschaft für Gemeinwohl mbH, Wirtschaftsunternehmen zur Vermögensverwaltung „Heimwohl AG Mivremia (Missiehouse voor vreemde Missien)“, später „Rheinwohnungsbau GmbH“ (gegründet 1931, 1982 an das Erzbistum Köln übertragen)steyler.eu: Eine Erfolgsstory feiert Geburtstag. 75 Jahre besteht "Rheinwohnungsbau", 14. September 2006, abgerufen am 8. März 2021. Steyler Mission. Gemeinnützige Gesellschaft für Auswärtige Mission mbH, St. Augustinsteyler-mission.de (früher: Missionsprokur)
Die Ordensgemeinschaft in Österreich Voraussetzung für ein Missionshaus in Österreich war eine aus dem Jahre 1850 stammende kaiserliche Verordnung, wonach der Vorstand einer solchen zu errichtenden Anstalt „in der Regel ein österreichischer Staatsbürger“ sein musste. Die Gemeinde Goggendorf (mittlerweile Katastralgemeinde von Sitzendorf an der Schmida) gewährte dem Ordensgründer über Vermittlung des örtlichen Pfarrers das Heimatrecht und Janssen, der damit die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, konnte darangehen, das Missionshaus Sankt Gabriel in der Gemeinde Maria Enzersdorf bei Mödling südlich von Wien zu gründen, das am 14. Oktober 1889 eröffnet wurde. Im Jahre 1904 gründete Janssen mit dem Missionshaus St. Rupert in Bischofshofen im Land Salzburg ein zweites Missionshaus in Österreich, das von Anfang an als Schule genutzt wurde.
Kloosterdorp Steyl Die Klöster der Steyler Ordensfamilie bilden zusammen das Kloosterdorp Steyl (gelegentlich auch Steijl geschrieben).
Missionsmuseum Das Missionsmuseum Steyl, das seit 1931 unverändert ist, zeigt Gegenstände aus aller Welt. Sinn und Zweck des Museums war es, den Besuchern von damals Informationen und Einblicke von fernen Ländern und Kulturen zu geben.
Centrum St. Michael und Herz-Jesu-Kloster Im Bildungshaus der Steyler Missionare St. Michael und im Herz-Jesu-Kloster der Steyler Missionsschwestern werden Kurse und Seminare zur Stille und Besinnung angeboten.
Bekannte Mitglieder des Ordens
Heilige und Selige Der Gründer dieser drei Missionsgesellschaften, Arnold Janssen, und der Chinamissionar Josef Freinademetz wurden am 5. Oktober 2003 heiliggesprochen.
Am 13. Juni 1999 wurden Grzegorz Frackowiak (hingerichtet im Landgericht Dresden im Mai 1943), Stanislaw Kubista, Alojzy Liguda und Ludwik Mzyk von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.
Opfer des Nationalsozialismus