Der internationale Flughafen Ngurah Rai (, ) ist der Flughafen von Denpasar, der Hauptstadt der Provinz Bali. Er wurde 1931 eröffnet und befindet sich auf einer Landenge im Süden der Insel. Gemessen an der Passagieranzahl ist er nach dem Flughafen Jakarta/Soekarno-Hatta der zweitgrößte Flughafen Indonesiens. Täglich werden rund 40 internationale und 40 nationale Flüge und je 30.000 ankommende und abfliegende Passagiere abgefertigt.
Fluggesellschaften und Ziele Balis Flughafen Denpasar ist ein Drehkreuz der Garuda Indonesia. Von Denpasar fliegen mehrere indonesische Fluggesellschaften sowie mehrere große Fluglinien aus Asien und Australien. Er wird aus deutschsprachigen Ländern nicht angeflogen. Aus Europa fliegen nur KLM von Amsterdam über Singapur und Turkish Airlines von Istanbul nach Bali. Mit Umsteigen lässt sich Bali außerdem mit folgenden Fluggesellschaften von Deutschland aus erreichen: Emirates Airlines fliegt von Dubai, Singapore Airlines von Singapur, Cathay Pacific von Hongkong, Qatar Airways von Doha und Thai von Bangkok. Mit China Airlines kann man über Taipei nach Denpasar fliegen. Amerikanische oder afrikanische Gesellschaften fliegen Bali nicht an.
Geschichte Als der Flugplatz 1931 an der schmalsten Stelle im Süden der Insel Bali gegründet wurde, gab es außer ein paar Hütten nur eine kurze Graspiste. Nördlich der Piste befand sich der Friedhof des Dorfes Tuban und auf der südlichen Seite Brachland. Durch diese Auslegung mit An- und Abflug über dem Meer ist der Fluglärm selbst in nahe gelegenen Orten minimal.
Im Zuge des japanischen Vormarschs in Südostasien während des Zweiten Weltkrieges fiel der Flughafen am 19. Februar 1942 in intaktem Zustand in die Hände der japanischen Streitkräfte. Der Flugplatz konnte ohne Widerstand eingenommen werden, da die balinesische Bevölkerung die niederländischen Kolonialherren vertreiben wollte und man die Japaner als kleineres Übel ansah. Es wurden keine nennenswerten japanischen Kampfflugzeuggeschwader in Denpasar stationiert, obwohl der Flugplatz in taktisch gutgelegener Entfernung zum alliierten Stützpunkt in Surabaya und Städten in Nordaustralien lag. Dennoch befestigten die Japaner die Piste am Flugplatz. Nach einem weiteren Ausbau war sie 1947 bereits 1600 Meter lang und 45 Meter breit. Zu dieser Zeit hieß der Flughafen noch Tuban Airport, benannt nach einem Fischerdorf.
1959 konnten die ersten internationalen Passagiere am Flughafen begrüßt werden, nachdem der Flughafen Anfang der 1950er-Jahre an die internationalen Standards gemäß ICAO angeglichen worden war.
mini|Mautstelle am Eingang des Flughafens von Denpasar
Um auch Düsenflugzeugen die Landung in Bali zu ermöglichen, begann man im Westen Land zu gewinnen. Dort wollte man die Start- und Landebahn ins Meer hinaus erweitern, denn am östlichen Ende der Start- und Landebahn machte ein Fischerdorf samt Tempel einen Ausbau unmöglich. Heute müssen abfliegende Maschinen zuerst etwa 750 Meter über das eigentliche Ufer hinausfahren, bevor sie umdrehen und starten. Am 1. August 1969 konnte die ausgebaute Piste durch den damaligen indonesischen Präsidenten Suharto eingeweiht werden. Die Bahnverlängerung führte zur Störung der natürlichen Sandzirkulation.
Um die stetig steigenden Passagierzahlen bewältigen zu können, erweiterte man von 1965 bis 1969 das internationale Terminal, welches heute die nationalen Passagiere abfertigt. Nach Ende der Bauarbeiten gab man dem Flugplatz seinen heutigen Namen Bandar Udara Ngurah Rai Internasional. I Gusti Ngurah Rai war ein indonesischer bzw. balinesischer Freiheitskämpfer.
1978 erfolgte die Inbetriebnahme des neuen internationalen Passagiergebäudes.
2007 gab ACI bekannt, dass der Flughafen von Denpasar mit 35,7 % Wachstum in diesem Jahr zu den drei wachstumsstärksten Flughäfen weltweit – in der Kategorie mit einem jährlichen Fluggastaufkommen größer als fünf Millionen – gehört.ACI-Bericht – Wachstumsstarke Flughäfen weltweit (PDF; 130 kB)Die meisten Informationen entstammen dem Luftfahrtmagazin Aero International, Ausgabe 1/2002, S. 36
Verkehrsanbindung
Straßenpersonennahverkehr Im Netz der Trans Metro Dewata Stadtbusse dient der Flughafen als Startpunkt der Linien 2 und 6. Damit wird Erholungsort in Nusa Dua direkt mit Linie 6 verbunden. Aus Linie 2 gibt es am Busbahnhof Ubung eine Umsteigemöglichkeit zu Linie 4 nach Ubud, zu Linie 1 in Richtung Fernbusbahnhof Mengwi, sowie zu Linie 3 nach Sanur. Debit- bzw. Kreditkarte sind beim Kauf der Fahrkarten per App akzeptiert, aber Guthabenkarte aus Transjakarta (e-Money, Flazz, Brizzi und Tapcash, aber nicht JakCard) sind verwendbar.
Zwischenfälle
Am 22. April 1974 wurde eine Boeing 707-321B der Pan American World Airways (N446PA) im Anflug auf den Flughafen Denpasar 68 km nordwestlich des Flughafens gegen einen Berg auf der Insel Bali geflogen (CFIT, Controlled flight into terrain). Alle 107 Insassen wurden beim Aufprall getötet (siehe auch Pan-Am-Flug 812).Unfallbericht B-707 N446PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
Am 13. April 2013 setzte eine Boeing 737-800 der Lion Air im Anflug auf Denpasar vor der Landebahn im Meer auf und zerbrach in zwei Teile. Alle Insassen überlebten das Unglück.Flugzeug stürzt bei Landung auf Bali ins Meer Die Welt, 13. April 2013Accident: Lionar B738 at Denpasar on Apr 13th 2013, came to stop in sea. The Aviation Herald, 13. April 2013 (englisch).
Flughafenanlage mini|Karte des Flughafenareals mini|Flugsteig am Internationalen Terminal Das Flughafenareal erstreckt sich auf mehr als 300 Hektar; abgerufen am 18. Mai 2023 darin ist die Landaufschüttung inbegriffen. Sämtliche großen Einrichtungen befinden sich nördlich der einzigen Start- und Landebahn. Die Passagierabfertigungsgebäude liegen im Westen des Flughafenareals. Der Flughafen ist seit 2001 ein „Sri Chinmoy Peace-Blossom Airport“ und im Februar 2014 wurde zusätzlich noch eine kleine Statue des Friedensphilosophen vor dem internationalen Arrivals-Terminal aufgestellt.
Großraumflugzeuge können ausschließlich auf den Vorfeldern vor dem internationalen Fluggastgebäude und dem Vorfeld östlich des Inlandterminals abgestellt werden. Insgesamt können bei maximaler Nutzung der Flugzeugparkflächen des Flughafens zehn Boeing 747, drei Boeing 767 und 26 Boeing 737 parken.
Daten zur Flughafeninfrastruktur Passagierkapazität pro Jahr (in Mio.) 6,37 Passagierabfertigungsgebäude 2 Check-in-Schalter 86 Gepäckausgabebänder 8 Flugzeugparkpositionen 39 Frachtabfertigungsgebäude 2 Hangars 2 Vorfeldfläche ~ 160 000 m²
Start- und Landebahnen Sieben An- und Abrollwege verbinden die Start- und Landebahn und den dazu parallel verlaufenden Rollweg. Dazu gehören zwei sogenannte Schnellabrollwege, die in einem 45°-Winkel von der Piste abzweigen. Diese erlauben es den Flugzeugen, die Piste bei höherer Geschwindigkeit und somit früher zu verlassen. Im Regelbetrieb wird die Landebahn für Landungen von Westen aus angeflogen. Alle startenden Flugzeuge fliegen in Richtung Osten ab. Dieses Prinzip erwirkt eine maximale Flugbewegungskapazität, d. h. eine maximale Anzahl von Starts und Landungen pro Stunde. Alle Flugzeuge mit Zielen westlich des Flughafens fliegen nach dem Abheben eine Rechtskurve, selten eine Linkskurve. Hinter dem östlichen Pistenende verläuft eine mittlerweile vierspurige Schnellstraße (Jalan Bypass Ngurah Rai). Sie stellt neben der neugebauten Jalan Tol Bali Mandara-Brücke die wichtigste Straßenverbindung zur Bukit-Halbinsel dar.
Internationales Abfertigungsgebäude Geschichte mini|1978 eröffnetes internationales Terminal mini|3D-Schema des internationalen Abfertigungsgebäude 1978 wurde die erste Baustufe des neuen internationalen Passagierabfertigungsgebäudes im Westen des Flughafenareals eröffnet. Damals war eine Kapazitätssteigerung dringend notwendig, da sowohl das internationale als auch das nationale Abfertigungsgebäude chronisch überlastet waren. Gleichzeitig mit der Eröffnung und dem Umzug der internationalen Fluggesellschaften in die neuen Einrichtungen bezogen alle nationalen Fluggesellschaften das alte internationale Fluggastgebäude, welches von diesem Zeitpunkt an alle Inlandsflüge abfertigte. Die erste Baustufe des Bauwerks beinhaltete zum einen ein ebenerdiges Gebäude mit der Gepäckausgabe und einer Passkontrolle für ankommende Passagiere. Zum anderen errichtete man ein zweistöckiges Gebäude mit drei Flugsteigen samt Fluggastbrücken. Von 1989 bis 1992 wurden beide Gebäude ausgebautBaufirma der zweiten Baustufe des internationalen Abfertigungsgebäudes. Während das Gebäude mit der Gepäckausgabe um eine zweite Ebene mit Flugsteigen aufgestockt wurde, erweiterte man das andere Gebäude um einen zweiten Gebäudeflügel.
Daten über Gebäude und VorfeldPassagierkapazität pro Jahr (in Mio.) 5 Flugsteige 10 Flugsteige mit jeweils zwei Fluggastbrücken 8 Check-in-Schalter 62 Gebäudeebenen 2 Gepäckausgabebänder 5 Vorfeldfläche ~ 56 000 m² Bruttofläche des Gebäudes 28 000 m²
Gebäudeaufbau mini|Check-in-Schalter im internationalen Abfertigungsgebäude mini|Anfahrtsstraße mini|Check-in-Schalter Das dreistöckige Abfertigungsgebäude besteht aus zwei Gebäuden, welche durch einen Übergang miteinander verbunden werden. Das größere der beiden Gebäude (Hauptgebäude) gliedert sich in zwei Gebäudeflügel, welche im rechten Winkel zueinander stehen. Einer dieser Gebäudeflügel erstreckt sich parallel zur Küstenlinie, der andere verläuft parallel zur Start- und Landebahn. Im Erdgeschoss des kleineren Gebäudes (Nebengebäude) befinden sich die Einrichtungen für die ankommenden Passagiere. Dazu gehören die Passkontrolle und fünf Gepäckausgabebänder. Im kompletten Fluggastgebäude ist das obere Geschoss ausschließlich den abfliegenden Passagieren gewidmet. Dort befinden sich zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, die Warteräume der Flugsteige, Passkontrollen, Flughafengebührschalter und die Lounges der Fluggesellschaften für deren Erste-Klasse-Passagiere und Vielflieger. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes befindet sich die Check-in-Halle. 62 Check-in-Schalter stehen dort zur Verfügung. Wie im Inlands-Abfertigungsgebäude bieten auch hier Gepäckträger in blau-beiger Uniform den Passagieren ihre Dienste an. Für einen US-Dollar tragen sie das Gepäck zu den Schaltern bzw. von der Gepäckausgabe zum Fahrzeug. Anders als sonstige Gäste dürfen sie die Check-in-Halle gemeinsam mit den Passagieren betreten. In der dritten Gebäudeebene befindet sich eine Besucherterrasse.
Ein abfliegender Passagier kommt zunächst im Parterre, zwischen den beiden Gebäudeflügeln, an und gelangt über den Haupteingang mit den Durchleuchtungsanlagen ins Gebäudeinnere und zu den Check-in-Schaltern im rechten und linken Gebäudeteil. Nachdem man die Bordkarte erhalten und sein Gepäck aufgegeben hat, gelangt man über Fahrtreppen, an den Innenseiten beider Gebäudeflügel, in die darüberliegende Gebäudeebene. Dort entrichtet man die Flughafengebühr. Die Passkontrolle dahinter markiert den Eintritt vom öffentlich zugänglichen Bereich des Flughafens in internationales Territorium. Es folgt ein weitläufiger Bereich mit Geschäften, der sich über die gesamte Ebene erstreckt. Die Geschäfte verkaufen vor allem lokale, handgefertigte Souvenirs, Snacks und Surfer-Zubehör.
Ankommende Fluggäste begeben sich durch die Fluggastbrücken und die Übergänge über der Flughafenstraße in die zweite Gebäudeebene. Dort führen Gänge, die von den Wartelounges abgetrennt sind, zu Treppen bzw. Fahrtreppen. Über diese gelangt man ins Erdgeschoss und wird zu einer Passkontrolle im Nebengebäude geführt. Dorthin werden ankommende Passagiere mit Bussen gefahren, falls ihre Flugzeuge auf Vorfeldpositionen ohne Fluggastbrücken parken. Hinter der Passkontrolle schließt sich die Gepäckausgabehalle mit ihren vier Gepäckausgabebändern an. Nach Durchlaufen der Zollkontrollen folgen etwa zehn Geldwechselbüros, welche um die Gunst der Kunden wetteifern.