Der Bravo-Starschnitt war eine Rubrik des Jugendmagazins Bravo, die mit Ausgabe 13 im Jahr 1959 erstmals erschien. Sie wurde zu Beginn noch Star-Schnitt genannt. So gab es jede Woche eine, später bis zu zwei Seiten zum Sammeln und Ausschneiden. Die Teile ergaben nach dem Zusammenkleben ein zumeist lebensgroßes Poster des Stars.
Geschichte Der erste Starschnitt zeigte die französische Schauspielerin Brigitte Bardot. Stars aus den Bereichen Film, Fernsehen und Musik folgten.
Bis zum Jahr 2004 wurden insgesamt 118 dieser Starschnitte veröffentlicht. Besonderheiten waren die heute noch begehrten Starschnitte von Kiss, ABBA, Marilyn Monroe, Elvis Presley, Roy Black, Winnetou, den Beatles, Udo Lindenberg sowie der Juliane-Werding-Starschnitt, bei dem sie beinahe lebensgroß in silbern glitzernder Montur auf einem Motorrad sitzt. Dabei wurde erst mit dem letzten Teil – dem Kopf – aufgedeckt, um wen es sich handelte. Diese Art Rätsel veranstaltete Bravo des Öfteren um ihre Starschnitte.
Vereinzelt wurden auch Sportler wie Mark Spitz oder Boris Becker zum Puzzle-Poster. 1974 wurde zur ersten Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland nach und nach eine Tapete mit allen Top-Spielern veröffentlicht, die eine Länge von knapp unter drei Metern erreichte. Zu Bonanza-Zeiten erschien die Cartwright-Ranch als Bastelbogen. Filmfiguren wie E.T. oder Superman wurden ebenso in kleine Stücke zerlegt wie das Filmsternchen Olivia Pascal. Shaun Cassidy, Nena und Shakin’ Stevens waren zu ihrer Zeit so beliebt, dass in relativ kurzer Folge ein zweiter Starschnitt erschien. Sogar dreimal, jedoch in zum Teil etwas größerem Abstand, erschien Pierre Brice. Musste man für den frühen Beatles-Starschnitt noch 39 Wochen lang Teile sammeln, war das Paul-Young-Poster 1984 bereits nach vier Wochen vollständig. Bis alle Teile der Disco-Gruppe Village People zusammen waren, dauerte es etwa ein halbes Jahr; nur war in der Zwischenzeit der Sänger ausgestiegen. Die Bravo-Redaktion löste dieses Problem, indem sie seinen Kopf kurz vor dem Erscheinen als letztes Teil gegen den des neuen austauschte. Ab 1992 gab es bis zum Erscheinen eines Starschnitts mit Britney Spears im Jahr 2000 keinen weiteren Starschnitt.
Die Starschnitte von US5 im Jahr 2005 und Tokio Hotel 2006 bestanden aus DIN-A3-Bögen, die ohne Schneiden der Konturen übereinander gelegt und zusammengeklebt werden konnten. Bei den beidseitig bedruckten Teilen konnte jeweils eines der beiden Starschnitt-Motive gewählt werden. Nach Tokio Hotel gab es elf Jahre lang keinen weiteren Starschnitt. 2017/2018 veröffentlichte Bravo einen neuen Starschnitt der TikTok (ehem. musical.ly)-Sternchen Lisa und Lena.
Liste der Starschnitte 1959: Brigitte Bardot, Peter Kraus, Conny Froboess 1960: Elvis Presley, Freddy Quinn 1961: Rex Gildo 1962: Heidi Brühl, Gus Backus 1963: Caterina Valente, Rock Hudson, Robert Fuller 1964: Pierre Brice, Lex Barker 1965: Cliff Richard, Marie Versini 1966: The Beatles, Roy Black 1967: Graham Bonney, Manuela, Pierre Brice & Marie Versini, Diana Rigg 1968: Ricky Shayne, Michael Landon, Ponderosa, Cliff Richard 1969: Barry Gibb, Roy Black & Uschi Glas, Barry Ryan, Robert Fuller 1970: Mark Slade, Uschi Glas, Ricky Shayne, France Gall, Manuela 1971: Chris Roberts, Ron Ely, Mick Jagger, Creedence Clearwater Revival 1972: T. Rex, Amadeus August, Raimund Harmstorf, Mark Spitz 1973: Alice Cooper, Slade, David Cassidy, Suzi Quatro, Bernd Clüver 1974: Donny Osmond, Deutsche Fußballnationalmannschaft, The Sweet 1975: Terence Hill, Maggie Mae, Shaun Cassidy, Bruce Lee, Bay City Rollers 1976: Juliane Werding, Udo Lindenberg, Jürgen Drews 1977: Shaun Cassidy, Pierre Brice, Smokie, ABBA 1978: Elvis Presley, Leif Garrett, Marilyn Monroe, Status Quo 1979: James Dean, Superman, Village People 1980: The Teens, Thomas Ohrner, Olivia Pascal 1981: Kiss, The Beatles, Adam Ant 1982: Shakin’ Stevens, Kim Wilde, Peter Maffay, Die Profis 1983: Shakin’ Stevens, E.T., Nena, Kajagoogoo, Rod Stewart, Wham! 1984: Limahl, Paul Young, Nino de Angelo, Nena, Nik Kershaw, Duran Duran 1985: Hendrik Martz, Modern Talking, Rick Springfield, Boris Becker, Madonna 1986: a-ha, Radost Bokel, Michael J. Fox 1987: Don Johnson, Pierre Cosso, Den Harrow 1988: Patrick Swayze, Patrick Bach 1989: David Hasselhoff, Jason Donovan 1990: New Kids on the Block 1991: Chesney Hawkes 1992: Jason Priestley 2000: Britney Spears, Eminem 2001: Sarah Michelle Gellar, Crazy Town, Britney Spears 2002: Bro’Sis 2003: Daniel Küblböck, Christina Aguilera 2004: Mr. Spuck (Michael Herbig) 2005: US5 2006: Tokio Hotel 2017: Lisa und Lena
Besonderheiten Ab Januar 1979 gab es einen Starschnitt von James Dean, obwohl er zu der Zeit bereits seit 23 Jahren tot war. Ab April 1981 erschien ein Starschnitt der Beatles, die sich bereits elf Jahre zuvor aufgelöst hatten.
Weblinks Das Bravo-Starschnitt Register (von 1959 bis heute) www.bravo-archiv.de – Das digitale Bravo–Archiv 1956 – heute
Kategorie:Jugend und Freizeit Starschnitt