Feyen/Weismark ist einer der 19 Ortsbezirke der Stadt Trier in Rheinland-Pfalz und liegt im Trierer Süden. Er lässt sich in die Siedlungen Alt-Feyen, Weismark, Grafschaft und Castelnau unterteilen.
Geographie Geographische Lage Feyen-Weismark ist ein Ortsbezirk der kreisfreien Stadt Trier und befindet sich etwa 3,5 Kilometer südlich der Trierer Innenstadt. Der Ortsbezirk liegt an den Hangterrassen der westlich in Süd-Nord-Richtung fließenden Mosel. Die Weismark stellt den nördlichen Ortsteil des Ortsbezirks, Feyen den südlichen.
Im Westen bildet die Bahnstrecke Saarbrücken-Trier die Abgrenzung zum Ortsbezirk Trier-Süd mit dem Ortsteil St. Medard und dem Gelände der Benediktinerabtei St. Matthias. Nach Osten hin liegt der Ortsbezirk Heiligkreuz hinter den Parkanlagen der Mattheiser Weiher. Die Anlage ist ein beliebtes Erholungsgebiet an der Weismark, der Stadtgarten eines auf der Grafschaft. Südlich der Mattheiser Weiher befindet sich das Südbad. Das Südbad ist das größte und populärste Freibad der Stadt; das zweite der beiden Trierer Freibäder ist das Nordbad, im Ortsbezirk Trier-Nord.
Das Naturschutzgebiet Mattheiser Wald im Südosten und Süden ist eine zusammenhängende Waldfläche am Trierer Stadtrand, die nach jahrelanger militärischer Nutzung zur Ruhe kommen konnte und ein Fauna-Flora-Habitat darstellt. Der höchste Punkt des Stadtteils ist der Maarwiesberg mit 313,7 m ü. NN in der Nähe des ehemaligen Forsthauses Kobenbach im Süden mit seinen Ackerflächen, die an die Stadt Konz angrenzen.
Der Stadtteil wird durchflossen von verschiedenen Bächen, die in westlicher Richtung, von den Berghängen kommend in die Mosel fließen: Kobenbach, Winsbach, Klingelbach, Sandbach und Aulbach.
Geologie Geologisch ist der Boden im Bereich der Talaue direkt an der Mosel dem Quartär und dem Holozän zuzuordnen, vorwiegend mit Sand und Kies. Auf den älteren Terrassen, insbesondere dem Ortsteil der Grafschaft und westlich der Straße Auf der Weismark sind es Sand, Kies, Lehm, in den unteren Schichten dieser Terrassen aus dem Devon und Mitteldevon mit Schiefer durchsetzt. Ansonsten entstammen die Böden dem Devon und Unterdevon mit Hunsrückschiefer in den unteren Bodenschichten.Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz, Geologische Übersichtskarte abgerufen am 7. Februar 2015
Landwirtschaftlich genutzte Flächen befinden sich in Nähe der Mattheiser Weiher mit Kleingärten, nördlich des Ortsteils Feyen Im Pfaffenbungert und Auf der Grucht eine zusammenhängende Fläche mit Nutz- bzw. Hausgärten und Weinbau (letzteres insbesondere an der Hangterrasse zur Bahnstrecke Saarbrücken-Trier), im Esterberg, Ahlenberg und Auf dem Carl mit Weinbau und südlich des Mattheiser Waldes zur Stadtgrenze nach Konz hin Ackerflächen in den Flurbezeichnungen Auf dem Berg, Roscheiderwild und Auf der Maarwies. In der Schätzung der landwirtschaftlich genutzten Flächen der Bodenschätzung durch die Finanzverwaltung ergibt sich eine Ackerzahl in der Regel von 20 bis 60, bessere Böden sind im Im Pfaffenbungert und in den Kleingärten an den Mattheiser Weihern mit Ackerzahlen von 60 bis 80.Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz, Bodenkarten abgerufen am 7. Februar 2015
Klima Feyen-Weismark liegt in der Trierer Talweite und ist durch ein westeuropäisch-atlantisches Klima geprägt, das durch milde Winter, gemäßigte Sommer und hohe jährliche Niederschlagsmengen gekennzeichnet ist. Dadurch gehört die Trierer Talweite auch zu den wärmsten Regionen Deutschlands.
Im Vergleich in einer Zeitspanne von 30 Jahren (1981–2010), d. h. in einem langjährigen Mittel sind es beim Niederschlag 650 bis 800 mm, im Bereich der Höhen des Stadtteils 800 bis 950 mm, der Temperatur der mittleren Tagesmitteltemperatur 10 bis 12,5 Grad Celsius bzw. 7,5 bis 10 Grad Celsius, der mittleren Tagesmaxiumumtemperatur 12,5 bis 15 Grad Celsius, der mittleren Tagesminimumtemperatur 6 bis 8 Grad Celsius bzw. 4 bis 6 Grad Celsius und einer Sonnenscheindauer von 1500 bis 1575 Stunden im meteorologischen Jahr. An Klimatologischen Kenntagen sind es an Eistagen 10 bis 20 bzw. von 20 bis 30 Tage, an Frosttagen 40 bis 60 bzw. 60 bis 80 Tage, an Sommertagen 40 bis 50 bzw. 30 bis 40 Tage, an Heißen Tagen 10 bis 15 bzw. 5 bis 10 Tage.Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz, Klima und Witterung abgerufen am 12. Februar 2015
Bevölkerung Feyen-Weismark hat derzeit 6890 Einwohner (31. Dezember 2018, Ergebnis des MESO-Einwohnerbestandes und Berechnungen der Stadt Trier).Stadt Trier, Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Trier in Zahlen abgerufen am 15. Juni 2019 Der Einwohneranteil an der Stadt Trier beträgt ca. 6,2 %. Von den 6890 Einwohnern sind 3549 (51,5 %) weiblichen und 3341 (48,5 %) männlichen Geschlechtes. Als Hauptwohnsitz nutzen 6811 (98,8 %) und 79 (1,2 %) Einwohner als Nebenwohnsitz den Stadtteil. 6282 (91,2 %) Einwohner sind Deutsche und 609 (8,8 %) Einwohner sind Ausländer.
Altersstruktur Die Einwohner gliedern sich in der Altersstruktur (31. Dezember 2018, Ergebnis des MESO-Einwohnerbestandes und Berechnungen der Stadt Trier), in 10-Jahres-Gruppen, wie folgt auf: Altersgruppe in Jahren Einwohnerzahl Einwohnerzahl in % 0–10 753 10,9 10–20 574 8,3 20–30 882 12,8 30–40 764 11,1 40–50 829 12,0 50–60 886 12,9 60–70 758 11,0 70–80 509 7,4 80–90 428 6,2 90 und älter 95 1,4
Einwohnerentwicklung Die älteste Einwohnerzahl für Feyen stammt aus dem Jahre 1563, damals lebten hier 40 Menschen. Über Jahrhunderte blieb der Ort so klein, zeitweise sank die Zahl der Bewohner sogar. 1702 gab es 35 Bewohner. In napoleonischer Zeit und zu Beginn der preußischen Zeit stieg ihre Zahl so langsam. Der Stadtteil wuchs kontinuierlich, seit den 1930er Jahren, zunächst durch den Bau der „Siedlung“ im Bereich Weismark, ab 1977 durch das Baugebiet Grafschaft, ab 1999 durch Übernahme und teilweise Neubauten im Bereich der ehemaligen Wohnsiedlung der französischen Streitkräfte und aktuell durch die Umwandlung der Konversionsfläche der ehemaligen Kaserne Castelnau. Zeitweise war aber auch eine gewisse Stadtflucht festzustellen.
Die nachfolgenden Einwohnerzahlen ab 1970 sind der Gemeindestatistik und Berechnungen der Stadt Trier, jeweils zum Stichtag 31. Dezember, entnommen: Jahr Einwohnerzahl 1563 40 1702 35 1787 157 1815 265 1850 435 1950 851 1970 3826 Jahr Einwohnerzahl 1980 3508 1990 3609 2000 5272 2005 6034 2010 5743 2015 6095 2019 7081
Religion Feyen-Weismark, wie die gesamte Umgebung von Trier, ist römisch-katholisch geprägt. Der Stadtteil gehört seit Herbst 2003 zur Kirchengemeinde Trier St. Matthias. Die Kirchengemeinde besitzt innerhalb des Stadtteils eine Filialkirche, St. Valerius, die ehemalige Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrei.
Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung gehört der evangelischen Kirche an und ist der evangelischen Kirchengemeinde Trier zugehörig. Eine eigene evangelische Kirche im Bereich des Stadtteils existiert nicht.
Als weitere Weltanschauung besitzen die Zeugen Jehovas ein Gemeindezentrum innerhalb des Stadtteils.
Kommunalpolitik Ortsbeirat
Feyen-Weismark bildet einen Ortsbezirk. Dem Ortsbeirat gehören 15 Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt der direkt gewählte Ortsvorsteher.
Seit der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 setzt sich der Ortsbeirat wie folgt zusammen:
SPD: 5 Sitze CDU: 5 Sitze Grüne: 3 Sitze UBT: 1 Sitz FDP: 1 Sitz
Für historische Daten zum Ortsbeirat siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Trier.
Ortsvorsteher Dirk Steffens (SPD) wurde am 10. Juli 2024 Ortsvorsteher von Trier-Feyen/Weismark. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 58,8 % gegen den CDU-Mitbewerber durchgesetzt und wurde damit für fünf Jahre gewählt.
Steffens Vorgänger Rainer Lehnart (SPD) hatte 2024 nicht erneut als Ortsvorsteher kandidiert. Zuletzt war er am 26. Mai 2019 mit 59,8 % der Stimmen gewählt worden, seine Herausforderin Sabine Schulz-Gerhardt (CDU) erreichte damals 40,2 %. Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 setzte er sich bei der Wahl als Ortsvorsteher mit 61,4 % der Stimmen gegen seinen Konkurrenten von der CDU, Andreas Dalpke, mit 38,6 % bei einer Wahlbeteiligung von 47,1 % durch.Stadt Trier, Informationen zur Kommunalwahl 2014, Feyen-Weismark, Ortsvorsteher, Tabelle Gesamtergebnis, PDF abgerufen am 16. Mai 2015 Bei den Wahlen zuvor am 7. Juni 2009 erreichte Lehnart zunächst nicht die erforderliche absolute Mehrheit gegenüber Michael Jacoby von der CDU und gegen Oliver Müller-Hammerschmidt von der FDP.Stadt Trier, Informationen zur Kommunalwahl 2009, Feyen-Weismark, Ortsvorsteher, Tabelle Gesamtergebnis, PDF abgerufen am 16. Mai 2015 Erst bei der Stichwahl am 21. Juni 2009 entschied sich das Wählervotum mit 53,7 % für ihn und gegen Michael Jacoby mit 46,3 % bei einer Wahlbeteiligung von 19,3 %.Stadt Trier, Informationen zur Kommunalwahl 2009, Stichwahlen der Ortsvorsteher, Endergebnis Feyen-Weismark, PDF abgerufen am 16. Mai 2015
Lehnarts Vorgänger im Amt des Ortsvorstehers waren Anton Junk (CDU), Wolfgang Konder (CDU) und Michael Jacoby (CDU).
Geschichte mini|Feyener Weg, Teil des Ortskerns von Feyen Feyen Der Name Feyen beruht auf dem als „Vienna“ überlieferten keltischen Fluss- oder Bachnamen (siehe Vianden, Vienne/Frankreich, Wien). Im Jahre 1401 wird Feyen noch als „Vianden bei Enxstrich“ bezeichnet.Emil Zenz: Die Straßennamen der Stadt Trier, Ihr Sinn und ihre Bedeutung., Trier 1984 Das Dorf gehörte zuletzt zur Gemeinde Sankt Matthias-Medard-Feyen,Gemeindeverzeichnis der Provinz Rheinland 1888 die 1912 in die Stadt Trier eingemeindet wurde.
Weismark Weismark ist wohl eine Klammerform aus „weiße (Wacken) Mark“. Das Wort Mark bezeichnet Grenzscheide. In Nähe der heutigen Straße Auf der Weismark stand eine „Marck“ als Grenzscheide des Hoheitsgebietes der Benediktinerabtei St. Matthias und der ehemaligen Abtei St. Irminen.Emil Zenz: Die Straßennamen der Stadt Trier, Ihr Sinn und ihre Bedeutung, Trier 1984 Spätestens in den 1920er Jahren entstanden erst im Norden, westlich des Mühlenweihers, und in den 1930er Jahren im Süden (hier als genossenschaftliche Kleinsiedlung) jeweils Baugebiete, die in der Nachkriegszeit zusammenwuchsen.
Grafschaft Grafschaft leitet sich her von einem Flurnamen, welcher sich auf dem Bann von Feyen befindet. Feyen gehörte in fränkischer Zeit zur Trierer Grafschaft.Emil Zenz: Die Straßennamen der Stadt Trier, Ihr Sinn und ihre Bedeutung., Trier 1984 Die Siedlung wurde Ende der 1970er Jahre angelegt und später erweitert.
Castelnau Castelnau weist auf die Infanterie-Kaserne Trier-Feyen hin, die in den Jahren 1938/39 im Zuge der sog. Wiederaufrüstung des NS-Regimes auf einem bis dahin unbebautem Gelände entstanden ist. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernahmen die französischen Streitkräfte die Kaserne und benannten sie zur Erinnerung an den französischen General Noël de Castelnau Quartier Castelnau. Im Umfeld entstand Mitte/Ende der 1950er Jahre eine Wohnsiedlung für französische Militärangehörige.