Planet der Affen ist ein Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1968 von Franklin J. Schaffner mit Charlton Heston in der Hauptrolle. Die Handlung basiert auf dem Roman La Planète des singes (deutscher Buchtitel: Der Planet der Affen) aus dem Jahr 1963 von Pierre Boulle.

Handlung Der Astronaut Taylor ist in einem Raumschiff im Weltraum unterwegs und spricht gerade seinen letzten Logbuch-Report auf Band, bevor er sich zu den mitfliegenden Astronauten Landon, Dodge und Stewart in den künstlichen Tiefschlaf begibt. Obwohl die vier die Erde des Jahres 1972 erst vor sechs Monaten verlassen haben, schreibt man dort inzwischen aufgrund der Zeitdilatation bei annähernder Lichtgeschwindigkeit das Jahr 2673. Taylor bekräftigt, dass er die Erde des 20. Jahrhunderts ohne Bedauern verlassen habe, und kritisiert die Menschheit, die sich in Kriegen gegenseitig umbringe.

Als die Crew ein Jahr später, mehr als 18 Monate nach Verlassen der Erde, im Erdenjahr 3978 wieder aus ihrem Tiefschlaf erwacht, ist das Raumschiff auf einem unbekannten Planeten in einen See gestürzt und versinkt langsam. Wegen eines Defekts der Tiefschlafkammer ist die Astronautin Stewart tot und ihr Körper mumifiziert. Die drei überlebenden Männer können sich mit einer Notausrüstung in ein Schlauchboot retten und das Ufer erreichen. Als Landon dort eine kleine Flagge der Vereinigten Staaten positioniert, kann Taylor darüber nur lauthals lachen.

Nach dem Durchqueren einer Wüstenlandschaft kommen die drei an seltsamen Gebilden vorbei, die wie Vogelscheuchen aussehen, und entdecken dahinter eine Oase mit Wasser. Als sie im Wasser ein Bad nehmen, wird ihnen ihre Ausrüstung und ihre Kleidung gestohlen. Bei der Verfolgung der Diebe treffen sie auf eine Gruppe primitiver und stummer Humanoiden, die auf der Suche nach Nahrung ein Maisfeld plündern. Plötzlich stürmen Horden von aufrecht gehenden, sprechenden, bekleideten und teilweise auf Pferden reitenden, bewaffneten Gorillas heran und machen Jagd auf die Menschen. Dabei wird Dodge erschossen, Landon bewusstlos geschlagen und Taylor mit einer Schusswunde am Hals gefangen genommen.

Zusammen mit anderen gefangenen Menschen, einschließlich einer Frau, der er später den Namen Nova gibt, wird Taylor in die Stadt der Affen gebracht. Wegen der Verletzung seines Kehlkopfes kann er zunächst nicht sprechen und wird wie alle Menschen in Käfigen gehalten. Man erfährt, dass die Menschen früher von den Affen als Haustiere gehalten wurden, da sie aber nicht zu zähmen gewesen seien, ist dies vom Gesetzgeber verboten worden.

Taylor trifft auf die „Tier“-Psychologin Dr. Zira, die mit dem Archäologen Dr. Cornelius verlobt ist. Die beiden Schimpansen sind sehr an den Menschen interessiert: Zira will beweisen, dass die wilden Menschen gezähmt werden können, und auch Cornelius wünscht sich weitergehende Forschungen in Bezug auf die Menschen. Der Orang-Utan Professor Zaius hingegen hält davon nichts und verweigert dies in seiner Funktion als Minister für Wissenschaft und zugleich oberster Verkünder des Glaubens. Cornelius hatte einst bei einer Expedition in der sogenannten „verbotenen Zone“ Spuren einer bislang unbekannten, alten Kultur entdeckt und die Theorie aufgestellt, dass die Affen von einer niederen Art von Primaten – möglicherweise von den Menschen – abstammen könnten. Er darf dies jedoch nicht mehr öffentlich vertreten, da Zaius diese Theorie zur Ketzerei erklärt hat.

Zira gibt Taylor den Namen Blankauge (im Original Bright Eyes), bis es diesem schließlich gelingt, Zira ein Blatt Papier zu entwenden und ihr darauf die Nachricht „My name is Taylor“ („Mein Name ist Taylor“) zukommen zu lassen. Daraufhin nimmt Zira den Astronauten entgegen den Vorschriften aus dem Käfig und zu sich nach Hause, wo er ihr und ihrem Verlobten Cornelius schriftlich Fragen beantwortet. Zira glaubt, dass Taylor gut in Cornelius’ wissenschaftliche Theorie passen würde und den Missing Link zwischen Primaten und Affen darstellen könnte. Dies würde jedoch den Thesen der Heiligen Pergamentrollen widersprechen und gegen den Glauben der Affen verstoßen. Zaius lässt Taylor wieder zurück in den Käfig bringen und ordnet an, ihn kastrieren zu lassen. Als er abgeholt werden soll, gelingt Taylor die Flucht. Dabei gelangt er in ein Menschenmuseum, in dem man auch den toten Dodge als ausgestopftes Ausstellungsstück vorführt. Den Affen gelingt es, Taylor wieder einzufangen; kurz darauf erlangt er seine Fähigkeit zu sprechen zurück (im Original: “Take your stinking paws off me, you damn dirty ape!”), was alle anwesenden Affen schockiert.

Taylor wird vor ein Tribunal von drei Orang-Utans der Akademie der Wissenschaften gestellt, dem neben dem Präsidenten der Akademie auch Zaius und der Kommissar für die Behandlung von Tieren, Dr. Maximus, angehören. Der stellvertretende Justizminister Dr. Honorius vertritt als Ankläger die Interessen des Affenstaates. Auf Seiten von Taylor stehen Zira und Cornelius.

Taylors Behauptung, er sei mit zwei weiteren intelligenten Menschen auf den Planeten gekommen, will das Tribunal widerlegen, indem man die Menschen vorführt, die die Jagd überlebt haben. Tatsächlich befindet sich auch Landon unter ihnen. Als Taylor aufgefordert wird, ihn anzusprechen, bemerkt er, dass Landon eine Narbe am Kopf hat und offensichtlich einer Gehirnoperation unterzogen worden ist, die ihn debil und stumm gemacht hat. Cornelius erklärt nun, dass Taylor in der verbotenen Zone gewesen sein müsse, da er diese korrekt beschreiben könne, und dass dort eine Kultur existiert haben müsse, lange bevor die Heiligen Pergamentrollen vor 1200 Jahren geschrieben worden seien. Dies weist Dr. Honorius als Verhöhnung des Glaubens zurück und klagt Zira und Cornelius wegen wissenschaftlicher Ketzerei an, und die Sitzung wird vertagt.

Ziras Neffe befreit Taylor mit einer List aus dem Käfig, und dieser nimmt Nova mit. Zira, ihr Neffe und Cornelius flüchten mit Taylor und Nova in die verbotene Zone, die laut den Heiligen Schriften für alle Affen tabu ist. Als sie dort den Ausgrabungsort von Cornelius aufsuchen wollen, eine Höhle an einem Strand, trifft Zaius mit einer Gruppe Gorillas ein, woraufhin Taylor ihn mit vorgehaltener Waffe zwingt, ohne die Gorillas mit ihnen gemeinsam den Ausgrabungsort aufzusuchen. Cornelius führt die Gruppe dort zu Spuren einer offenbar menschlichen Kultur, die lange vor der Zeit der Affen höher entwickelt war als die heutige Affenkultur. Dabei werden eine „sprechende“ Puppe in Menschengestalt und weitere Artefakte wie eine Zahnprothese, eine Brille sowie eine „Blutpumpe“ (d. h. ein Herzschrittmacher) aus Plastik gezeigt.

Zaius gesteht, dass er schon lange von der Vorgeschichte der Menschen gewusst habe und er sie als eine Rasse ansehe, deren Klugheit Hand in Hand mit ihrer Dummheit gehe und die mit jedem Krieg führe, sogar mit sich selbst. Der Mensch sei der einzige Primat, der aus niederen Beweggründen töte. Die verbotene Zone sei einst ein Paradies gewesen, ehe die Menschen daraus eine öde Wüstenlandschaft gemacht hätten. Zaius will verhindern, dass die anderen Affen hiervon erfahren, und befiehlt, die Höhle sprengen zu lassen, um alle Funde zu vernichten. Ohne diese Beweise für ihre Theorie können auch Zira und Cornelius ihrer Verurteilung wegen Ketzerei nicht mehr entkommen.

Als Taylor unterdessen mit Nova weiter am Strand entlangreitet, stößt er schließlich auf die Überreste eines Gebildes, das sich als die Freiheitsstatue herausstellt. Er erkennt, dass er in Wahrheit die ganze Zeit über auf der Erde war, die von den Menschen unkenntlich gemacht, „in die Luft gesprengt“ worden ist. In seiner Verzweiflung verflucht er die Menschheit.

Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand in den Ateliers der Berliner Synchron GmbH in Berlin. Dialogbuch und -regie führte Dietmar Behnke.

Rolle Darsteller Deutsche StimmeGeorge TaylorCharlton HestonWolfgang KielingDr. CorneliusRoddy McDowallClaus JurichsDr. ZiraKim HunterRenate DanzProf. ZaiusMaurice EvansFritz TillmannPräsident der AkademieJames WhitmoreWolfgang AmerbacherDr. HonoriusJames DalyKlaus MiedelNovaLinda Harrison(keine Stimme)LandonRobert GunnerRolf SchultLuciusLou WagnerAndreas MannkopffDr. MaximusWoodrow ParfreyDodgeJeff BurtonEdgar Ott

Hintergrund Der im Film von Charlton Heston gesprochene Satz „Take your stinking paws off me, you damn dirty ape!“ wurde im Jahr 2005 vom American Film Institute in die Liste der 100 besten Filmzitate aus US-Filmen aller Zeiten auf Platz 66 gewählt. Dort erscheint er allerdings falsch zitiert als „Get your stinking paws off me, you damned dirty ape!“. In der deutschen Synchronisation hört man an der Stelle: „Könnt ihr nicht eure dreckigen Pfoten von meinem Körper nehmen, ihr blöden Affen“. Die in der Originalversion Dr. Zaius genannte Figur wird in der deutschen Version Prof. Zaius genannt. Taylors Vorname George wird im Film weder erwähnt noch gezeigt und taucht nur im Abspann auf. Der See, in den das Raumschiff gestürzt ist, wird von den Affen Dead Lake genannt. Während der Szene des Untersuchungsausschusses kann man beim Tribunal (dem drei Affen vorsitzen) sehen, wie jeweils einer von ihnen die Augen, die Ohren und den Mund zuhält, was eine Anspielung auf die Drei Affen ist, die nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören und nichts (Böses) sagen. Die Erstaufführung fand am 8. Februar 1968 in New York City statt. Kinostart in den USA war am 3. April 1968, in Deutschland am 3. Mai 1968. Die Produktionskosten des Films wurden auf 5,8 Millionen US-Dollar beziffert. Der Film spielte in den US-Kinos rund 32,6 Millionen Dollar ein und erwirtschaftete weitere 15 Millionen Umsatz im US-Videoverleih.

Produktionsgeschichte

Am 8. März 1966 wurde bei 20th Century Fox eine erste Testaufnahme einer Szene mit einem Budget von 5000 US-Dollar erstellt, die zeigen sollte, dass Schauspieler in Affenmasken glaubhaft darstellbar sind und nicht unfreiwillig komisch wirken. Dabei spielte Charlton Heston die Rolle des Taylor (damals noch Thomas genannt), Edward G. Robinson die Rolle des Zaius, James Brolin stellte Cornelius dar und Kim Hunter spielte die Rolle von Zira. Die Masken der Affen erstellte damals Ben Nye, der leitende Maskenbildner bei Fox. Der Test war erfolgreich, und der Beginn der Dreharbeiten war bereits für Frühjahr 1967 vorgesehen, sodass für die Vorbereitungen nur sieben Monate blieben.

In der ursprünglichen Drehbuchfassung war die Zivilisation der Affen (wie auch in der Romanvorlage) technologisch hochentwickelt, ähnlich dem Entwicklungsstand der 1960er Jahre auf der Erde. Da man die Produktionskosten, etwa für moderne Häuser, Autos und Hubschrauber, nicht finanzieren konnte, stellte man die Affenzivilisation auf eine eher rustikale Entwicklungsstufe mit Pferden und sehr einfachen Häusern.

William J. Creber, künstlerischer Leiter der Produktion, suchte nun nach einer Inspiration für die Architektur der Affenbehausungen und fand sie in den aus Stein gehauenen Wohnhöhlen in Kappadokien.

Das Drehbuch von Rod Serling wurde von Michael Wilson umgeschrieben, der schließlich auch die Endfassung für den Film erstellte. Laut Aussage von Wilson ging es im Film mehr um das Dilemma der Menschen als um Affen. Die Affen stellten lediglich eine Allegorie dar, um die Probleme der Menschheit aufzuzeigen. Durch Wilson bekam der Film auch eine deutlich politischere Dimension. Wilson selbst war direktes Opfer der „Hexenjagd“ in der McCarthy-Ära: Weil man ihm unterstellte, er habe nicht „die richtige“ politische Gesinnung, wurde er auf die entertainment industry blacklist, kurz Hollywood blacklist („schwarze Liste der Hollywood-Studios“), gesetzt, was faktisch einem Berufsverbot gleichkam. Seine Erfahrungen aus der Zeit, insbesondere auch mit dem Komitee für unamerikanische Umtriebe, kann man im Film am deutlichsten in der Tribunal-Szene wiederfinden, als Taylor praktisch rechtlos der Inquisition unterzogen wird.