Die Liste enthält (mutmaßliche) Mitglieder der linksextremistischen terroristischen Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF), die von 1970 bis 1998 in der Bundesrepublik Deutschland existierte.
NameGen.GeborenGestorbenHaftzeit Bemerkung 2 1951 1990–1996 War am Ponto-Mord 1977 und am Anschlag auf General Alexander Haig 1979 beteiligt, 1980 bis 1990 in der DDR untergetaucht. 1 1949 1974–1975 Verhaftet am 4. Februar 1974 in Frankfurt am Main und zu zwei Jahren Haft verurteilt. In der Haft schwer erkrankt, Haftverschonung ab Januar 1975.Nicht Buch geführt, Der Spiegel 6/1975. 1 1947 2025 1970–1982 Gründungsmitglied, an der Baader-Befreiung und mehreren Banküberfällen beteiligt. 1 1949 1973–1980 War seit 1971 Mitglied. 1 1943 1977 1972–1977 (†) Gründungsmitglied und Anführer der ersten Generation, maßgeblich an den Kaufhausbrandstiftungen 1968 beteiligt, verübte 1972 mehrere Bombenattentate, 1977 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt, starb 1977 durch Selbstmord. 2 1952 1980–19841985–1990 Mitglied der Bewegung 2. Juni, unter anderem beteiligt an der Entführung von Walter Palmers. Am 5. Mai 1980 in Paris verhaftet und später an Deutschland ausgeliefert, in Frankfurt zu vier Jahren Haft verurteilt. Später RAF-Mitglied, im August 1985 erneut verhaftet und zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Auch in den 1990er Jahren weiter im RAF-Umfeld aktiv. 1 1948 Wahrscheinlich zwischen 1972 und 1975 – Seit 1972 vermisst. 2 1952 1977–19892009–2016 War erst Mitglied der Bewegung 2. Juni. Wurde 1975 durch die Lorenz-Entführung freigepresst, schloss sich dann der RAF an. 1977 verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt. 2012 wurde sie wegen ihrer Beteiligung an den Morden an Siegfried Buback und seinen Begleitern zu einer erneuten Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. 1 1938 1974–1978 Wahlverteidiger von Andreas Baader. Tauchte 1973 ab und wurde am 4. Februar 1974 in Hamburg gemeinsam mit anderen RAF-Mitgliedern verhaftet und zu viereinhalb Jahren Haft verurteilthttps://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Hamburg-1974-MEK-ueberrascht-RAF-Terroristen-im-Schlaf,raf400.html. 2 1958 1990–1995 Bruder von Wolfgang Beer, war von 1982 bis 1990 in der DDR untergetaucht. 1990 nach Jugendstrafrecht zu sechs Jahren Haft verurteilt. 2 1953 1980 1974–1978 Mitglied ab 1973, 1980 tödlich verunglückt. 1 1942 1970–1988 Gründungsmitglied der RAF, war an der Baader-Befreiung und Bankrauben beteiligt. 1976 aus dem Frauengefängnis Lehrter Straße in Berlin ausgebrochen, zwei Wochen später erneute Verhaftung. 2 1951 1981–1998 Mitglied 1974 bis 1980, baute einen Raketenwerfer für den Anschlag auf die Bundesanwaltschaft 1977, Beteiligung an der versuchten Entführung und Ermordung von Jürgen Ponto und an der Entführung und Ermordung von Hanns Martin Schleyer 1977, bereitete die Entführung des Flugzeugs „Landshut“ mit vor, 1984/1986 mehrfach zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen verurteilt. geb. Liewald 2 1951 1976–1987 Seit 1973 mit Peter-Jürgen Boock verheiratet. An verschiedenen Aktionen der RAF beteiligt. Bei einem Banküberfall in Wien festgenommen und 1977 zu zwölf Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.Irene Bandhauer-Schöffmann: Deutsche Terroristinnen in Österreich. In: Zeitgeschichte 2/37, Jahrgang 2010, S. 111–137 (PDF, 367 kB). 1 1946 1972–1976 Freund von Brigitte Mohnhaupt. Gemeinsam mit dieser im Juni 1972 verhaftet und zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.www.stammheim-prozess.de 1 1942 1981 1975–1981 (†) Die Mitgliedschaft in der RAF ist nicht belegt, trotz seiner Beteiligung an RAF-Hungerstreiks und seiner Erwähnung in der RAF-Abschiedserklärung. Seine Verurteilung erfolgte u. a. wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung. Möglicherweise wollte er eine unabhängige terroristische Stadtguerilla aufbauen. Beging Banküberfall, war im Besitz von Sprengstoff, starb nach Hungerstreik und erfolgter Zwangsernährung. 2 1952 1977–1995 War an der Geiselnahme und den Morden in Stockholm beteiligt, wurde 1977 zu zweifacher lebenslänglicher Haft verurteilt. 2 1951/1952 1983–1991 Verurteilt zu acht Jahren Haft als „Logistikerin“ der RAF.Acht Jahre Haft für Gisela Dutzi. TAZ, 24. Januar 1987 Später Herausgeberin eines Briefwechsels von Christa Eckes und Hüseyin Çelebi. 2 1950 1979 – 1975 kurzzeitig wegen Waffenschmuggels in Haft, wurde 1979 in Nürnberg von der Polizei erschossen, als sie sich einer erneuten Festnahme widersetzte. 2 1950 2012 1974–19811984–1991 Wegen schweren Raubes und Mitgliedschaft mehrfach verurteilt. 2011 hob der Bundesgerichtshof die Anordnung der Beugehaft gegen sie wegen Verweigerung der Aussage im Prozess gegen Verena Becker als unverhältnismäßig auf. 1 1940 1977 1972–1977 (†) Gründungsmitglied mit leitender Funktion, mit Andreas Baader liiert, beging 1968 zwei Brandanschläge, war an mehreren Bombenanschlägen beteiligt, starb durch Suizid. 3 1984–1988 Nach ihrer Entlassung aktiv in einer Gruppe von „ehemaligen Gefangenen aus der RAF“. Trat bei Solidaritätsveranstaltungen für die Hungerstreikenden 1989 als Rednerin auf. 2 1952 1977–1995 Am Mord von Generalbundesanwalt Siegfried Buback beteiligt, tötete einen Polizisten, wurde zu zweimal lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. 2 1946 1992–? Seit 1977 Mitglied der RAF, tauchte 1980 in der DDR unter, wo er Sigrid Sternebeck heiratete. 3 1968 flüchtig Ging etwa 1990 in den Untergrund. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Zusammen mit Daniela Klette, Ernst Volker Staub und anderen soll er am Sprengstoffanschlag gegen die JVA Weiterstadt beteiligt gewesen sein. Nach ihm wird bis heute gefahndet. 2 1950 1978–1989 Gehörte der Bewegung 2. Juni an. Mehrere Banküberfälle, Fluchthilfe u. a. für Inge Viett und Gefangenenbefreiung von Till Meyer. 1978 mit Meyer und Gabriele Rollnik in Bulgarien festgenommen. 1982 Anschluss an die RAF. Zu 15 Jahren Haft verurteilt und 1989 wegen Haftunfähigkeit vorzeitig entlassen.Gudrun Schwibbe: Erzählungen vom Anderssein: Linksterrorismus und Alterität. Waxmann Verlag, 2013, S. 279. 1 1951 1971–1977 Gründungsmitglied der RAF. Sie war an der Befreiung von Andreas Baader beteiligt. 3 1953 1993 – Zunächst Unterstützer der RAF, dann ab 1984 aktives Mitglied, Beteiligung an der Ermordung Rohwedders 1991. Bei der versuchten Festnahme in Bad Kleinen erschoss Grams einen Polizisten und beging Suizid. 1 1946 1972–1991 Schloss sich 1970 der RAF an. Erschoss 1972 den Polizisten Hans Eckhardt (50), danach verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt. 1 1948 1972–1976 Schloss sich 1970 der RAF an. Er wurde gemeinsam mit Manfred Grashof verhaftet und wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt. 1 1936 1970–1973 War vor allem für die Fahrzeugbeschaffung in der ersten Generation zuständig, wegen Bankraubes von 1970 inhaftiert. 2 1945 1976–1987 1972 Anwalt von Andreas Baader. Später auch von Holger Meins. Ab 1975 Mitglied und Führungsperson der zweiten Generation. Rekrutierte mehrere Mitglieder. An den Vorbereitungen zur Geiselnahme von Stockholm beteiligt. 1 1943 1975 1972–1975 (†) In der Haft erkrankte sie an Krebs, an dem sie 1975 verstarb. Dem Land Berlin wurde wegen „schuldhafter Verletzung der Amtspflicht“ eine Mitschuld an ihrem Tod zugeschrieben. 2 1956 1986–1995 Wurde in Deizisau (Landkreis Esslingen) festgenommen und im März 1986 zu 15 Jahren Haft wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes an Polizisten verurteilt. 3 1954 1986–2007 Überfiel 1984 ein Waffengeschäft und versuchte im gleichen Jahr einen Bombenanschlag auf die NATO-Schule in Oberammergau zu verüben, ermordete 1985 einen US-Soldaten, beteiligt am Sprengstoffanschlag auf die Rhein-Main Air Base in Frankfurt, zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. 2 1952 1975 – Mitglied ab 1974, 1975 an der Geiselnahme von Stockholm beteiligt, starb an den Folgen einer von ihm selbst ausgelösten Bombenexplosion. 1/2 1948 2023 1971–19751979–2001 War von 1968 bis 1970 mit dem RAF-Mitglied Brigitte Mohnhaupt verheiratet. Verübte 1971 einen Banküberfall, wofür er zu einer sechsjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, 1975 durch die Lorenz-Entführung freigepresst, erschoss 1978 zwei niederländische Zollbeamte, dafür zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. 2 1953 1990–1995 War an der Schleyer-Entführung 1977 beteiligt, 1980 ging sie in die DDR und lebte zehn Jahre unerkannt in Frankfurt (Oder), nach Kronzeugenregelung zu sieben Jahren verurteilt. Ehefrau des mutmaßlichen RAF-Mitglieds Ekkehard Freiherr von Seckendorff-Gudent. 1 1939 1971 Ihre Wohnung war mehrmals Treffpunkt der Gruppenmitglieder, 1971 vorübergehend verhaftet. 3 1956 1993–2011 War am Mord des US-Soldaten Edward Pimental, am Sprengstoffanschlag auf die Rhein-Main Air Base, am Attentat auf den Finanzstaatssekretär Hans Tietmeyer beteiligt, bei dem GSG-9-Einsatz in Bad Kleinen verhaftet. 2 1945 1980–1999 Beteiligt am Anschlag auf das Gebäude der Bundesanwaltschaft, dem Anschlag auf den NATO-Oberbefehlshaber Alexander Haig, an der Ermordung Jürgen Pontos und der Schleyer-Entführung. Zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. 1 1949 1971–1979 War „Autoknacker“, bei der Verhaftung leistete er bewaffneten Widerstand und wurde wegen versuchten Totschlags verurteilt. 2 1953 oder 1954 1984–1994 1984 verurteilt wegen Mitgliedschaft, 1993, eine Woche vor ihrer anstehenden Haftentlassung, erneut verurteilt u.a wegen Beteiligung am Sprengstoffanschlag auf das NATO-Hauptquartier in Ramstein. Die „Doppelbestrafung“ löste öffentliche und juristische Diskussionen aus.Ex-RAF-Mitglied doppelt bestraft. TAZ, 19. Oktober 1993.Rolf Gössner: RAF-PROZESSE: Stammheim und kein Ende?. In: Neue Kriminalpolitik, Vol. 5, Nr. 4 (November 1993), S. 6–7. 1 1947 1972–1988 1971 mit sechs anderen RAF-Mitgliedern an einem Banküberfall auf die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank in Kaiserslautern beteiligt. Der Polizist Herbert Schoner wurde bei diesem Überfall erschossen. Mit Irmgard Möller in Offenbach festgenommen. Am 2. Juni 1977 zu lebenslanger Haft verurteilt. 2 1952 1982–2008 War seit 1976 Mitglied der RAF, und 1985 u. a. wegen gemeinschaftlichen Mordes an Buback, Ponto und Schleyer zu fünfmal lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. 3 1958 seit 2024 Wird verdächtigt, bei mindestens zwei Anschlägen und einem Überfall mitgewirkt zu haben. Am 27. Februar 2024 verhaftet. 2 1957 1978 – War Mitglied der zweiten Generation, starb an den Folgen eines Schusswechsels mit der Polizei. 2 1950 – Mutmaßlich an der Schleyer-Entführung beteiligt. Ihr heutiger Aufenthaltsort ist unbekannt. 2 1945 1977–1996 War an der Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm 1975 beteiligt, wurde zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt. 2 1957 1978–1995 Schoss am 21. Januar 1978 in einer Apotheke in Hamburg auf zwei Polizisten, nachdem sie versucht hatte, mit gefälschten Rezepten große Mengen Schmerzmittel zu beschaffen, wurde 1979 zu lebenslanger Haft verurteilt. 2 1952 1990–? Ab 1978 Mitglied, tauchte 1980 bis 1990 in der DDR unter, wurde 1991 zu zwölf Jahren Haft verurteilt und später entlassen. Machte umfangreiche Angaben im Rahmen der Kronzeugenregelung. 1 1940 verschollen – Ab 1971 Mitglied, tauchte ab, seit 1972 verschollen, wird gesucht. 1 1936 2025 1970–1980 Gründungsmitglied, 1970 verhaftet und zu 14 Jahren verurteilt. Nach Haftentlassung Wandlung zum Rechtsradikalen. 2 1950 1990–1995 War ab 1977 Mitglied, an der Schleyer-Entführung beteiligt, ab 1980 lebte sie unter falschem Namen in der DDR. 1990 verhaftet und zu sechs Jahren verurteilt. 1 1934 1976 1972–1976 (†) War Journalistin und Gründungsmitglied. Im Mai 1970 nahm sie an der Baader-Befreiung teil. 1972 an dem Bombenanschlag auf das Gebäude des Axel Springer Verlages beteiligt. 1972 verhaftet, 1974 zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. 1976 erhängte sie sich in ihrer Zelle in der JVA Stuttgart. 1 1941 1974 1972–1974 (†) Gründungsmitglied, war 1972 an Anschlägen auf US-amerikanische Einrichtungen in Frankfurt und Heidelberg beteiligt, zusammen mit Andreas Baa