Pokerbegriffe sind verschiedene mehr oder auch weniger gebräuchliche, inoffizielle Bezeichnungen für spezielle Spielsituationen, Starthände, Kartenkombinationen und Eigenschaften der Spieler beim Pokerspiel. Da Poker im 19. Jahrhundert in den USA eine rasante Entwicklung nahm, stammen die meisten Ausdrücke aus der englischen Sprache und sind über den Film und andere Medien in den Sprachgebrauch anderer Nationen eingeflossen.

__NOTOC__ Inhaltsverzeichnis Situationen und Eigenschaften: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Karten: Einzelkarten | Hände | Hold’em (Texas Hold’em | Omaha Hold’em → Flops)

Situationen und Eigenschaften Die folgende Liste erklärt viel verwendete Ausdrücke aus der Pokerwelt:

A

Ace to Five eine Methode, bei Lowball Poker die beste Hand zu ermitteln

Ace to Six siehe Ace to Five

Action (Aktion) 1. der Zug eines Spielers 2. jeder Einsatz wird in der Regel als Aktion bezeichnet. 3. ein risikofreudiger Spieler gibt einem anderen Spieler action 4. aktive Beteiligung am Spiel. Einsätze.

Action Button (Aktionsbutton) ein Button, der kennzeichnet, dass ein Stud High/Low-Spieler in der vorigen Hand sowohl den High- als auch den Low-Pot gewonnen hat. Dieser Spieler muss in der Regel einen größeren Mindesteinsatz als die anderen Spieler bringen.

Action Card (Aktionskarte) eine Gemeinschaftskarte in den Hold’em-Varianten, durch die mehrere Spieler ihre Hand wesentlich verbessern und die hohe Einsätze nach sich zieht

Active Player (Aktiver Spieler) ein Spieler, der im aktuellen Pot verbleibt

Active (Aktive Spielweise) Spielweise, die häufiges Erhöhen mit sich bringt. Gegensatz: passive – passiv verbleibt

Add On 1. in einem Cash Game zusätzliche Chips, die eine Person, die sich im Spiel befindet, kauft 2. in einem Turnier zusätzliche Chips, die sich alle Spieler bis zu einem bestimmten Zeitpunkt kaufen können

advertising (werbend) Ein Spieler verändert sein Spiel- und Setzverhalten so, dass die anderen Spieler einen bestimmten Eindruck von ihm erhalten.

Aggression (Aggressivität) hohe Einsätze bei Bet oder Raise

Alexander Treff-König – bei alten französischen Spielkarten stellte der Treff-König Alexander den Großen dar, siehe Entwicklung der Hofkarten im Französischen Bild (Anmerkung: das französische Kartensymbol stellt ein Kleeblatt (franz.: Trèfle) und kein Kreuz dar, darum „Treff“)

All In Ein Spieler setzt alle Chips, die er noch besitzt, auf seine Hand.

Anna Kurnikowa Die Starthand Ass/König beim Texas Hold’em wird oft als „Anna Kurnikowa“ bezeichnet, da sie die gleichen Anfangsbuchstaben (A/K) hat. Mit dieser Namensgebung einher geht der Spruch: „Sieht gut aus, gewinnt aber selten.“ Eine Anspielung auf Kurnikowas Erfolge während ihrer Tenniskarriere, denn sie konnte nie einen Einzeltitel auf der WTA Tour gewinnen, obwohl sie jahrelang zur Weltspitze im Tennis gehörte.

Ante ein Zwangseinsatz, den jeder Spieler bringen muss von lat. ante: vor, davor – hier im Sinne von Vorleistung

B

Backdoor (Hintertür) Die Möglichkeit, Flush oder Straße mit beiden Karten, Turn und River, zu kaufen (wenn am Flop nur drei Karten dafür passen).

Back-Raise Bei einem Einsatz (ohne zu erhöhen) mitgehen, doch nach einer vorgenommenen Erhöhung nochmals erhöhen.

Bad Beat Ein Spieler verliert einen Pot, obwohl er zu dem Zeitpunkt, an dem er den Großteil der Chips gesetzt hat, die klar bessere Hand hielt als sein Gegner.

Bad Beat Jackpot Von einigen Veranstaltern wird ein Preisgeld geboten, wenn ein Spieler mit außergewöhnlich guten Karten von noch besseren geschlagen wird. Welches Blatt der Verlierer halten muss, um Anspruch darauf zu haben, wird allgemein bekannt gegeben und hängt von der Höhe des Preises ab, etwa: Minimum ein Vierling in Jacks. Auch wird meist verlangt, dass der Spieler zwei der Karten davon im Bunker hält. Der Preis wird hier natürlich an den Verlierer des Pots bezahlt.

Bank (Bank) die Verantwortlichen für die Verteilung und Auszahlung von Chips

Bankroll (Spielkapital) die Chips oder das Geld, das ein Spieler für das Pokerspiel zur Verfügung hat

Bankroll Management ein System zur Verwaltung der eigenen Bankroll/Pokerkasse verstanden unter dem Gesichtspunkt, wann welches Limit gespielt werden kann bzw. sollte, um die Gefahr, durch immer wieder auftretende Schwankungen bankrottzugehen (broke), zu minimieren

Bet (Einsatz) 1. der Eröffnungseinsatz eines Spielers in einer Setzrunde 2. in einem Fixed Limit-Spiel der Standardeinsatz

Betting Structure (Setzstruktur) die Art und Weise, Anzahl und Größe, in der Einsätze und Erhöhungen gebracht werden

Big Bet in einem Fixed Limit-Spiel der Mindesteinsatz, der auf Turn und River gebracht wird

Big Blind der große Mindesteinsatz, den ein Spieler bringen muss; siehe auch Blind

Blank eine Karte, die die Situation für keinen Spieler entscheidend verändert

Blaze eine der inoffiziellen Pokerkombinationen: eine Hand bestehend aus fünf Bildkarten (z. B. zwei Könige, eine Dame und zwei Buben). Ein Blaze schlägt zwei Paare (also insbesondere auch zwei Asse und zwei Könige), verliert aber gegen einen Drilling.

Blind ein Mindesteinsatz, den zwei Spieler bringen müssen; siehe auch Small- und Big Blind

Blind-Off (ausblinden) Der Stack eines Turnierspielers wird durch die Blinds reduziert.

Blind Steal In einem Spiel mit Blinds als Zwangseinsätzen wie Texas Hold’em versteht man unter einem Blindsteal das Stehlen oder Angreifen der Blinds in Form einer Erhöhung vor dem Flop aus später Position oder das Angreifen des Big Blinds aus dem Small Blind heraus, nachdem alle Spieler zuvor ihre Karten abgelegt haben.

Blocker Ein Spieler „stiehlt“ einem anderen Spieler Outs, da er Karten hält, die dem anderen Spieler helfen würden.

Bluff Ein Spieler versucht seine Mitspieler durch hohe Einsätze dazu zu bringen, aus dem Pot auszusteigen, obwohl er eine schwache Hand hält.

Board (Tisch) die offenen Karten, entweder bei Hold’em- oder Stud-Varianten

Bottom End die schlechtestmögliche Straight

Bottom Hand in den Hold’em-Varianten die schlechtest mögliche Hand einer Kombination, also beispielsweise Bottom Pair oder Bottom Set

Boxed Card eine Karte, die durch einen Fehler beim Mischvorgang offen im Deck liegt. Boxed Cards werden üblicherweise einfach ignoriert.

Bring-In ein Einsatz, den der Spieler mit der niedrigsten beziehungsweise höchsten Kombination aus den offenen Karten bringen muss

Broadway die bestmögliche Straight, also diejenige von 10 bis Ass. Im Texas Hold’em werden zwei unterschiedliche Handkarten (siehe Hole Cards) zwischen 10 und Ass (z. B. 10, Dame oder Bube, König) auch als 'Broadway Cards' bezeichnet, da es möglich ist, einen Broadway auf dem Flop zu treffen.

Bubble (Blase) Die Phase eines Pokerturniers, in der nur noch wenige Spieler ausscheiden, bis die Geldränge erreicht sind. Der letzte Spieler in einem Turnier, der kein Geld erhält, heißt Bubble boy; das heißt, dass alle Spieler über ihm Geld erhalten

Bubble Boy Bezeichnung für den Spieler, der bei einem Turnier als Letzter vor dem Preisgeld ausscheidet.

Bubble Deal Der letzte Spieler, der vor den Payout-Rängen aus dem Turnier herausfliegt, erhält seinen Buy-In von den restlichen Spielern zurück.

Bubble Play Bezeichnung für die Spielweise am Bubble. Durch die extremen Umstände (viele Spieler haben Angst, jetzt aus dem Turnier zu fliegen) weicht die korrekte Spielweise hier massiv von allen anderen Turnierphasen ab.

Bullets Bezeichnung für ein Ass-Pärchen. Sind dies die Pocket Karten, wird auch von Pocket Rockets oder All American gesprochen.

Bully auch Big-Stack-Bully. Bezeichnung für sehr aggressiven Spieler, der mehr als das Doppelte an Chips als der aktuell Zweitplatzierte hat.

Busted ein Spieler, der aus einem laufenden Spiel ausscheidet

Button Der Button oder Dealer-Button ist ein extra ausgezeichneter Chip, der anzeigt, welchem Spieler in der aktuellen Spielrunde die Aufgabe des Kartengebers zufällt. Ebenso wird die Position des Spielers, der in der aktuellen Runde der Kartengeber ist, als Button bezeichnet. Man sagt: Der Spieler befindet sich auf dem Button.

Burn Cards Karten, die vor jeder Gemeinschaftskarte abgelegt werden.

Buy-In (Einkauf) die Summe an Chips, für die sich ein Spieler in ein Cash Game einkauft bzw. der Geldbetrag, der zur Teilnahme an einem Turnier gezahlt werden muss

C

Call (mitgehen) Ein bestehender Einsatz wird gezahlt.

Calling Station ein Spieler, der sehr viele Einsätze callt, anstatt selbst zu erhöhen oder zu passen

Cap die Anzahl der Erhöhungen, die ein Spieler in einem Limit-Spiel in einer Setzrunde machen darf Die Zahl liegt gewöhnlich bei 3 oder 4. Oftmals wird das Cap aufgelöst, wenn nur zwei Spieler in einer Hand verbleiben.

Case die letzte Karte eines Wertes im Deck, beispielsweise Case King

Cash Game direktes Spiel um die Einsätze – anders als im Turnier, bei dem der Wert der Chips nicht dem Geldwert entspricht.

Check (schieben) Ein Spieler gibt, ohne einen Einsatz zu bringen, an den nächsten Spieler weiter.

Check-Raise (schieben-erhöhen) Als erstes checken um dann, wenn jemand setzt, zu erhöhen.

Chipleader der Spieler, der die meisten Chips besitzt

Chip Race geschieht in einem Turnier nach einer Blinderhöhung Chips mit kleiner Nomination werden durch größere ersetzt. Der eigentliche Chip Race ist dann das Ausspielen eines aus den nicht umtauschbaren kleineren Chips bestehenden Pots.

Chop 1. ein Split Pot 2. ein Spiel eine kurze Zeit spielen und daraufhin verlassen 3. ein Umtausch von Chips, vom Dealer ausgeführt 4. Blinds setzen 5. eine Vereinbarung aller in einem Turnier verbliebenen Spieler, das Preisgeld aufzuteilen 6. beim Cash Game wenn der Small- und Big-Blind gleich hoch sind: eine Vereinbarung, beide Blinds zurückzunehmen, ohne den Flop zu sehen (vorausgesetzt, es wurde bis zu den Blinds gefolded).

Closed eine abgeschlossene Setzrunde

Coin Flip All-In-Situation im Pre-Flop bei einer ungefähren 50:50-Chance mit niedrigen Pocket Paar gegen zwei hohe Karten, beispielsweise 7 7 gegen A J.

Cold Call einen Raise (außerhalb des Big Blinds) zu callen

Collusion Mehrere im selben Spiel involvierte Spieler verschaffen sich durch unerlaubte Absprachen (oder Zeichen) einen Vorteil.

Color Change oder Color Up siehe Chip Race

Community Card (Gemeinschaftskarte) eine Karte bei den Hold’em-Varianten, die jeder Spieler verwenden darf

Completion (Vervollständigung) eine Art des Einsatzes bei einem Studspiel

Connectors (Verbinder) zwei oder mehr Karten, die direkt hintereinander liegen und damit erhöhte Chance auf eine Straight bieten

Continuation Bet ein Einsatz, der von dem Spieler gebracht wird, der schon in der vorigen Setzrunde gesetzt hat

Countdown der Dealer zählt nach einer Spielrunde die Karten des Decks, um sicherzugehen, dass es vollständig ist.

Counterfeit Die Karten eines Spielers werden mit einer neuen Karte zwar nicht schlechter, machen es aber wahrscheinlich, dass sich die Hand des Gegners verbessert hat.

Cow eine Vereinbarung zweier Spieler, sich das Eintrittsgeld und die Prämie für ein Turnier zu teilen

Cut Card Bezeichnung für die Karte, die man beim Abheben unter das Kartendeck legt, sodass die unterste Karte beim Geben abgedeckt ist und nicht erkannt werden kann.

Cutoff der zur Rechten des Dealers sitzende Spieler

D

Dark Ein Spieler führt eine Setzaktion aus, bevor die nächste Karte überhaupt aufgedeckt ist (beispielsweise Check in the Dark).

Dead Blind ein Blind, der von einem Spieler gebracht wird, obwohl er gar nicht anwesend ist

Dead Hand eine Hand, die von einem Spieler aus einem bestimmten Grund nicht gespielt werden darf

Dead Man’s Hand Bezeichnet beim Texas Hold’em die Kartenkombination Ass und Acht Der Ausdruck stammt aus dem Draw Poker und steht ursprünglich für zwei Paare, Asse und Achten, Pik und Kreuz.

Dead Money