Ein Krisenkult ist ein Kult, der in einer Krise entsteht. Meist handelt es sich um völlig verzweifelte und irrationale Handlungen. Mit Krisenkulten soll das Unmögliche Realität werden. Typisch sind Handlungen, welche die Toten wieder zurückbringen sollen und mit den Toten auch den Ausweg aus der Krise.
Krisenkulte bringen Hoffnung in einer Zeit der Hoffnungslosigkeit. Die Kulte enden mit katastrophalen Folgen für die bereits Leidgeprüften. Der letzte Funke Hoffnung wird zerschlagen – die betroffenen Ethnien resignieren.
Begriffsgeschichte Schöpfer des Begriffs ist Weston La Barre, der ihn 1971 definierte als Während La Barre den Begriff auch allgemein verwendete, prägte er ihn besonders für die Entstehung von neuen religiösen Bewegungen unter den Ureinwohnern Nordamerikas, zum Beispiel den Geistertanz. Ein Jahr nach der Erstveröffentlichung bemerkte er zur Entstehung des Begriffs:Geoffrey K. Nelson: Cults, New Religions & Religious Creativity. Routledge, London 1987, S. 203–205. ISBN 0-710-20855-3.
Der Sache nach kann auch auf sozio- und ethnologische Studien verwiesen werden, die sich vor Prägung des Begriffes „Krisenkult“ mit einschlägigen Problemen befassten.Vgl. z. B. Wilhelm Emil Mühlmann, Chiliasmus und Nativismus, 1961.
Literatur Matthias S. Laubscher: Krise und Evolution. Eine kulturwissenschaftliche Theorie zum Begriff „Krisenkult“. In: Peter Eicher (Hrsg.): Gottesvorstellung und Gesellschaftsentwicklung. Kösel, München 1979, ISBN 3-466-25014-5, S. 131ff. (Forum Religionswissenschaft 1).
Siehe auch Cargo-Kult · Lumpa-Bewegung · Viehtötung der Xhosa · Ethnische Religion
Einzelnachweise
Kategorie:Religionsethnologie * Kategorie:Milieu der Armut