Die Bahnstrecke Friedberg–Hanau ist eine 32,2 Kilometer lange, zweigleisige und elektrifizierte Eisenbahnhauptstrecke in Hessen. Sie verbindet die beiden Mittelstädte Friedberg (Hessen) und Hanau über Nidderau.

Die Strecke ist als in den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) integriert und wird dort als Linie 49 geführt.

Geschichte Die Bahnstrecke wurde durch Gesetz vom 11. Juni 1873 genehmigtGesetzsammlung für die Königlichen-Preussischen Staaten, 1873, S. 305 (Nr. 22) und von der Preußischen Staatsbahn in zwei Bauabschnitten eröffnet: der erste Abschnitt von Hanau nach Heldenbergen-Windecken (heute: Nidderau) am 1. Dezember 1879Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 138f (Nr. 69). und der zweite von Heldenbergen-Windecken zum Bahnhof Friedberg (Hessen) für den Güterverkehr am 15. September 1881 und für den Personenverkehr am 15. Oktober 1881.Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 144f (Nr. 16).

Beim Bau der Nidderbrücke nördlich des heutigen Bahnhofs Nidderau kam es zweimal zum Einsturz von Gewölben: Am 18. September 1879 starb ein Arbeiter, bei dem zweiten Vorfall am 8. November 1879 starben acht Arbeiter.Klaus-Dieter Raack: Schwere Unfälle beim Bahnbau. In: Oberhessische Versorgungsbetriebe AG (OVAG) (Hrsg.): Anschluss an die weite Welt: Zur wechselvollen Entwicklung der Eisenbahn in Oberhessen, Friedberg 2014 (2015), ISBN 978-3-9815015-5-1, S. 168.

Am 16. Juli 2026 entgleisten im Bahnhof Nidderau die beiden letzten Waggons eines Güterzugs. Es waren unbeladene Waggons zum Transport von Autos. Das Gleis von Friedberg nach Hanau ist stärker beschädigt als das Gleis in Gegenrichtung.tagesschau.de Entgleister Güterzug in Nidderau: Bahn rechnet mit Millionenschaden (Stand 17. Juli 2026)

Bedeutung mini|links|Zugbegegnung von GTW 2/6 und Zügen der Niddertalbahn im Bahnhof Nidderau

Die Bedeutung der Strecke liegt vorwiegend im Güterverkehr. Sie bildet einen Teil der Magistrale Ruhrgebiet–Bayern über die Ruhr-Sieg-Strecke, die Dillstrecke, von Gießen bis Friedberg über die Main-Weser-Bahn und weiter ab Hanau über die Main-Spessart-Bahn.

Bei betrieblichen Störungen oder Bauarbeiten, die aufgrund der hohen Auslastung der Main-Weser-Bahn zwischen Friedberg und Frankfurt gelegentlich vorkommen, wird die Strecke als Umleitungsstrecke genutzt. Dann fahren zeitweise auch IC- oder ICE-Züge dort.

Betrieb und Fahrzeugeinsatz mini|links|Güterzug in Nidderau mini|Ehemaliger Hp Erbstadt-Kaichen

Im Personenverkehr wird sie ausschließlich von Regionalbahnen der DB Regio Mitte (anfangs DB Regio Hessen) befahren. Als Rollmaterial wurden – da sich die Zulassung der Talent 2-Triebwagen von 2011 bis 2013 verzögerteRMV: . Pressemitteilung vom 26. Mai 2009, abgerufen am 18. März 2024Hamsterbacke kommt später In: Frankfurter Neue Presse, abgerufen am 28. November 2012 – zunächst Wendezüge mit drei n-Wagen und einer Lok der Baureihe 143 eingesetzt. Ab etwa Januar 2013 kamen dann meist Triebwagen der Baureihe 425 aus dem Bestand des Mittelhessen-Express zum Einsatz. Seit dem 9. März 2013 verkehren die neuen Talent 2-Triebwagen auf der Strecke Gießen–Friedberg–Hanau. Bis Mitte November 2013 noch im Wechsel mit der Baureihe 425, kamen seit Dezember 2013 ausschließlich die neuen Züge des Typs Talent 2 zum Einsatz, und wurden ab 2019 wieder durch die Baureihe 425 abgelöst.

Mit dem Fahrplanwechsel 2012/2013 im Dezember 2012 wurde erstmals wieder der Wochenend- und Feiertagsverkehr aufgenommen und die Fahrten mit der Linie Friedberg–Gießen zu einer durchgehenden Linie 33 verbunden. Vom Ende der 1990er Jahre bis Mitte Dezember 2012 wurde die Strecke durch die Hessische Landesbahn, Standort Butzbach, bedient. Dadurch kamen trotz Oberleitung nur die Dieseltriebwagen GTW 2/6 zum Einsatz, im Jahr 2012 dann im Auftrag der DB Regio und mit eigenem DB-Personal.NN: HLB-Triebzüge mit DB-Personal. In: Eisenbahn-Revue International 1 (2012), S. 6

Am 5. Februar 2017 kam es zwischen Friedberg und Nidderau zu einem Hochspannungsüberschlag von der Oberleitung in die elektronischen Anlagen der Strecke, woraufhin das elektronische Stellwerk in Friedberg für mehrere Tage außer Gefecht gesetzt wurde. Das Stellwerk an sich konnte binnen weniger Tage wieder repariert werden. Da die Reparaturen der Anlagen entlang der hier behandelten Strecke jedoch länger dauerten, war im Abschnitt zwischen Friedberg und Nidderau bis Mitte März ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Seit Fahrplanwechsel 2023/24 betrieb die Hessische Landesbahn die RB49. Es sollen dort Neufahrzeuge der Baureihe 1440 zum Einsatz kommen, wegen Lieferschwierigkeiten betreibt die HLB die Linie jedoch weiterhin mit der Baureihe 442 der DB Regio Mitte, bis die Neufahrzeuge einsatzbereit sind. Seit den Fahrplanwechsel 2024/25 befährt die RB49 nur noch den Abschnitt Friedberg–Hanau, und nicht mehr wie bisher alle zwei Stunden weiter nach Gießen. Die stündliche Bedienung aller Unterwegsbahnhöfe zwischen Friedberg und Gießen wird stattdessen durch die neue Linie RB37 Frankfurt–Gießen übernommen, welche im Stundentakt verkehrt.

Literatur Eisenbahn in Hessen. Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Theiss Verlag, Stuttgart 2005, 3 Bände im Schuber, Bd. 2.2, S. 605ff (Strecke 040), ISBN 3-8062-1917-6 Dieter Eckert: Güterzüge prägten das Bild der Bahn. 135 Jahre Eisenbahn Friedberg–Hanau: Bestandteil einer Hauptdurchgangslinie. In: Hessische Heimat 5, 2006, S. 17–20

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Einzelnachweise

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