mini|Regina Ziegler beim Deutschen Fernsehpreis 2019 Regina Ziegler (geborene Krömer; * 8. März 1944 in Quedlinburg) ist eine deutsche Filmproduzentin. Im Jahre 1973 gründete sie die Filmproduktionsfirma Ziegler Film. Sie hat nach eigenen Angaben etwa 500 Filmprojekte realisiertRegina Ziegler: Geht nicht gibt's nicht!, Autobiografie. München 2017, ISBN 978-3-641-20663-5 und gehört zu den erfolgreichsten Persönlichkeiten der deutschen Filmbranche.

Leben Regina Ziegler ist die Tochter einer Journalistin und eines Brunnenbauers. Am Ende des Zweiten Weltkrieges floh die Familie nach Obernkirchen ins Weserbergland, wo ihre Mutter als Lokalreporterin für die Schaumburger Zeitung in Rinteln arbeitete. Im Anschluss an ihr Abitur 1964 ging sie mit ihrem ersten Ehemann Hartmut Ziegler nach Berlin und begann ein Jurastudium, das sie jedoch nach einem Semester abbrach. Danach machte sie eine Ausbildung zur Wirtschaftsdolmetscherin, arbeitete jedoch nie in diesem Beruf, sondern nahm eine Tätigkeit als Produktionsassistentin beim Sender Freies Berlin auf.

Anfang der 1970er Jahre arbeitete Ziegler für Rosa von Praunheim, u. a. als Produktionsleiterin für seinen Film Berliner Bettwurst und sammelte so ihre ersten Erfahrungen in der Filmproduktion. Nach der Scheidung von ihrem Ehemann 1972 gründete sie ein Jahr später ihre eigene Produktionsfirma, die Regina Ziegler-Filmproduktion, und erhielt für ihre erste Produktion Ich dachte, ich wäre tot den Bundesfilmpreis. Der Film war zugleich die erste Spielfilmregie von Wolf Gremm, den Ziegler beim SFB kennengelernt hatte und den sie 1977 heiratete. Sie war mit ihm bis zu seinem Tod 2015 verheiratet.

Sie konzentrierte sich zunächst auf die Förderung junger, wenig bekannter Regisseure. Später produzierte Ziegler häufig für das Fernsehen. Sie produzierte bisher etwa 500 Filme und Serien. Ihre Tochter aus erster Ehe, Tanja Ziegler (* 1966), stieg im Jahr 2000 in das Unternehmen ein und besitzt seit 2006 die Mehrheit der Anteile.

Im Jahre 2005 wurde Ziegler von der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ zur Honorarprofessorin für das Fach Film- und Fernsehproduktion bestellt. Vom Museum of Modern Art in New York wurde sie im April 2006 mit einer Retrospektive geehrt.Regina Ziegler bei kress.de, abgerufen am 24. Februar 2012 Seit 2011 führt sie mit ihrer Tochter Tanja das Berliner Programmkino Filmkunst 66.

Im Oktober 2017 veröffentlichte Ziegler ihre Autobiografie Geht nicht gibt’s nicht, die in Zusammenarbeit mit der Autorin Andrea Stoll entstanden war.

Ziegler lebt in Berlin-Schlachtensee.Ein Leben wie im Film. In: Schaumburger Nachrichten, 19. Dezember 2017.

Politisches Engagement Ziegler initiierte die kontrovers diskutierte Facebook-Kampagne zur Bundestagswahl 2013 Sag Ja zu Angela, in der sie sich für Kanzlerin Angela Merkel einsetzte.Bastian Klenke: Digitaler Wahlkampf: Zwei Facebook-Seiten im Clinch um Angela Merkel. In: noz.de vom 22. August 2013. Die Seite eröffnete mit der Erklärung: „Ich bin Wechselwählerin. Bei jeder Wahl betrachte ich Programm und Führungsteam der jeweiligen Partei. Am 22. September 2013 werde ich Angela Merkel wählen. Ich hoffe, Sie auch.“ Die Kampagne wurde vom 28. Juni bis zum 26. August über gekaufte Werbeeinblendungen beworben und gewann über 20.000 Fans. Mit Einstellung der Kampagne wurde auch die Website aus dem Netz entfernt.

Ziegler war 2016 Mitinitiatorin der Rosen-Aktion, um Angela Merkel für ihre Asylpolitik zu danken.

Filmografie (Auswahl) als Produzentin 1973: Ich dachte, ich wäre tot 1975: Anna und Edith 1975: Sommergäste 1976: Die Brüder 1977: Tod oder Freiheit 1977: Heinrich 1980: Fabian 1980: Panische Zeiten 1981: Kein Reihenhaus für Robin Hood 1981: Malou 1981: Nach Mitternacht 1982: Kamikaze 1989 1982: Sei zärtlich, Pinguin 1983: Reise in ein verborgenes Leben 1983: Liebe ist kein Argument 1987: Hexenschuß 1992: Die Antigone des Sophokles nach der Hölderlinschen Übertragung für die Bühne bearbeitet von Brecht 1993: Der flämische Meister (The Dutch Master) 1998: Solo für Klarinette 1999: Sturmzeit (Fernseh-Mehrteiler) 1999: Männer sind wie Schokolade 2001: Frauen, die Prosecco trinken 2001: Die Meute der Erben 2002: Zwei Seiten der Liebe 2003: Alles Samba 2003: Im Schatten der Macht (Fernseh-Zweiteiler) 2003: Wunschkinder und andere Zufälle 2004: Liebe ist die beste Medizin 2005: Herzlichen Glückwunsch 2006: Die Hochzeit meiner Töchter 2007: Einmal Dieb, immer Dieb 2007: Das Wunder der Liebe (Fernsehfilm) Seit 2008: Mordkommission Istanbul (Krimireihe) 2008: Der Besuch der alten Dame (Fernsehfilm) 2009: Die Wölfe (Fernseh-Mehrteiler) 2009: Alle Sehnsucht dieser Erde (Fernsehfilm) 2009: Tatort – Oben und unten 2010: Weissensee (Fernsehserie, 1. Staffel) 2010: Henri 4 2011: Der Mann mit dem Fagott (Fernseh-Zweiteiler) 2011: Der Winzerkrieg 2012: Kennen Sie Ihren Liebhaber? (Fernsehfilm) 2012: Die Holzbaronin (Fernsehfilm) 2013: Die Landärztin – Entscheidung des Herzens (Fernsehfilm) 2013: Bella und der Feigenbaum 2013: Weissensee (Fernsehserie, 2. Staffel) 2013: Im weißen Rössl – Wehe Du singst! 2014: Tatort – Großer schwarzer Vogel 2015: Das Dorf der Mörder 2015: Dresden Mord – Dresdner Dämonen 2015: Süßer September 2016: Dresden Mord: Nachtgestalten 2016: Bergfried 2017: Rückkehr nach Montauk (Return to Montauk) 2018: Gladbeck 2018: Ihr seid natürlich eingeladen 2019: Kommissarin Heller – Herzversagen 2019: Ich war noch niemals in New York 2019: Familie Bundschuh – Wir machen Abitur 2020: Familie Bundschuh im Weihnachtschaos 2022: Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben 2024: In Liebe, Eure Hilde 2026: Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte

Publikationen Als Autorin Geht nicht gibt's nicht!, Autobiografie. München 2017, ISBN 978-3-641-20663-5

Als Herausgeberin Bildband Mongolei – die Karawane. Herausgegeben anlässlich der Erstausstrahlung der gleichnamigen vierteiligen Reisedokumentation im ZDF am 29. November, 6., 13. und 20. Dezember 2005 von Regina Ziegler und Nanni Erben, Text: Heiner Gatzemeier, Fotos: Gordon A. Timpen. Berlin 2005, ISBN 978-3-89602-683-5 Alle nannten sie Trude – Portrait einer Reporterin. Stadthagen 1991, ISBN 978-3-89109-028-2

Auszeichnungen mini|Ziegler bei der Einweihung ihres Sternes auf dem Boulevard der Stars in Berlin mit Wolf Gremm (2012) Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1998) Deutscher Filmpreis Grimme-Preis Berlinale Kamera American Cinema Foundation Award Verdienstorden des Landes Berlin (2001) Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis) (2003) Goldener Julius (2008) Emmy Award (2009) Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin Platin-Romy der Akademie für das Lebenswerk (2016)Kleine Zeitung: Wer heuer für eine Romy nominiert ist. Artikel vom 22. Februar 2016, abgerufen am 22. Februar 2016. Carl Laemmle Produzentenpreis 2018 für ihr Lebenswerk

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 536 f.

Weblinks

ziegler-film.com

(Biografie, Filmografie und Bild)

WDR 5 (Westdeutscher Rundfunk) Tischgespräch – Gesprächskultur mit prominenten Zeitgenossen vom 30. Mai 2018 Regina Ziegler zu Gast beim Radiosender mdr Kultur, 3. März 2019, Dauer 55:17 Minuten, abgerufen am 7. März 2019 Deutschlandfunk Zwischentöne. Musik und Fragen zur Person vom 25. Februar 2018

Einzelnachweise

Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Kino in Berlin Kategorie:Grimme-Preisträger Kategorie:Romy-Preisträger Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Berlin Kategorie:Person (Quedlinburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Frau