Donsbach ist ein Dorf und als solches ein Stadtteil der Stadt Dillenburg im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.
Geographie Der Ort liegt im nordwestlichen Teil des Kreises, am Rande des Westerwalds und ca. vier Kilometer südwestlich der Kernstadt von Dillenburg. Größere Städte in direkter Umgebung sind, neben Dillenburg, Herborn und Haiger.
thumb|Donsbach aus Richtung Westen
Die Ortschaft liegt im Landschaftsschutzgebiet „Hessischer Westerwald“. Außerdem befinden sich in der Gemarkung drei Naturschutzgebiete: Alteberg und Sauernberg, An der alten Rheinstraße und Hasel bei Donsbach.
Geschichte Ortsgeschichte Das 1100-jährige Donsbach ist der älteste der sieben Stadtteile, einschließlich der Kernstadt. Belegt ist dies durch die Schenkungsurkunde vom 28. April 1048 anlässlich der Weihung der Haigerer Marienkirche durch Erzbischof Eberhard von Trier. Am selben Tage bestätigte Erzbischof Eberhard, kraft seiner bischöflichen Gewalt öffentlich, das umgrenzte Gebiet dieser Kirche so, wie König Konrad I. (911–918) dieses am 24. April 914 urkundlich festgelegt hatte: Dies ist nämlich die Grenze der Kirche in Heigerin, welche der erwähnte König Konrad der heiligen Maria und der heiligen Walburgis in Willanaburg (Weilburg) übergeben hat, welche anfängt zwischen Donesbach (Donsbach) und Heigere (Haiger), wo die Marc Herbore (Herborn) und das Land der freien Männer aneinandergrenzen. mini|Anteilschein des Kupfererzbergwerks Gewerkschaft Haus Nassau und Colonia I aus Donsbach vom 15. April 1902Aktiensammler 01/04, S. 5, Das Terrain der umschriebenen Heigeromarca begann folglich auf der Höhe zwischen Haiger und Donsbach, dem zur Herborner Mark zählenden Grenzort. Beide Urkunden sind kopial in der Wormser Handschrift des 12. Jahrhunderts überliefert. Wichtige Urkunden und Dokumente wurden schon im Mittelalter durch zusätzliche Abschriften in sogenannte Kopialbücher gesichert. Von 1342 bis 1485 wurde das Dorf in Ober – und Niederdonsbach aufgeteilt. Dann erfolgte wieder der Zusammenschluss beider Ortsteile. Im Jahre 1959 wurde das 1914 versäumte 1000-jährige Dorfjubiläum gebührend nachgefeiert.Heimatjahrbuch für das Land an der Dill im Lahn-Dill-Kreis 2014
Bereits 1603 schürfte man im Ort in mehr als zwölf Gruben mit Erfolg Kupfer- und Eisenerz. Einige dieser Bergbaubetriebe bestanden bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Im Jahr 1791 fiel Donsbach einem großen Dorfbrand zum Opfer, der zu großen Verlusten bei der Bevölkerung führte. Amtmann Rühle von Lilienstern, dessen Namen die Grundschule trägt, setzte sich für den Wiederaufbau ein und legte dabei großen Wert auf den Fachwerkbau.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Bis 1976 war Donsbach eine selbstständige Gemeinde im ehemaligen Dillkreis. Am 1. Januar 1977 wurde sie im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen nach Dillenburg Nanzenbach. Für den Stadtteil Donsbach wurde, wie für die anderen eingemeindeten ehemals eigenständigen Gemeinden von Dillenburg, ein Ortsbezirk gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Donsbach angehört(e):
vor 1739: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Dillenburg ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Dillenburg 1806–1813: Großherzogtum Berg,Infolge des Friedens von Tilsit. Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Dillenburg 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Dillenburg ab 1816: Herzogtum NassauInfolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses., Amt Dillenburg ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HerbornAbtrennung der Justiz (Justizamt_Dillenburg) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Dillenburg ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, DillkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Dillenburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt DillenburgAm 1. Januar 1977 als Ortsbezirk zur Stadt Dillenburg. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Dillenburg
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Donsbach 1521 Einwohner. Darunter waren 21 (1,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 246 Einwohner unter 18 Jahren, 645 zwischen 18 und 49, 333 zwischen 50 und 64 und 300 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 633 Haushalten. Davon waren 165 Singlehaushalte, 186 Paare ohne Kinder und 210 Paare mit Kindern, sowie 54 Alleinerziehende und 15 Wohngemeinschaften. In 123 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 414 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit 1885: 688 evangelische (= 95,56 %), 10 katholische (= 1,39 %), 22 (= 3,06 %) andere Christen 1961: 1354 evangelische (= 85,43 %), 143 katholische (= 9,02 %) Einwohner 2018: 912 evangelische (= 63,03 %), 115 katholische (= 7,95 %), 420 andere Einwohner
Politik
Ortsbeirat Für Donsbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Donsbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 37,06 %. Für die Sitzverteilung siehe die nebenstehende Grafik. Der Ortsbeirat wählte Klaus Wagner (SPD) zum Ortsvorsteher.
Wappen Am 25. Juni 1959 genehmigte der Hessische Minister des Innern das Wappen mit folgender Beschreibung:
Kultur Sehenswürdigkeiten Vereine
Quelle:
Bauwerke Ein bemerkenswertes Gebäude ist die Evangelische Kirche Donsbach.
Wildpark mini|Übersicht des Tierparks Donsbach
Der Donsbacher Wildpark befindet sich am Ortseingang aus Richtung Herborn-Burg. Er steht in der Tradition des historischen Tierparks, in dem Graf Ludwig Henrich von Nassau-Dillenburg im 17. Jahrhundert Damwild hielt. Erhalten ist das Jagdhaus Katharinenbronn an der Mündung des Donsbachs in den Ambach mit dem Namen Neues Haus. Es ersetzte das ursprüngliche Jagdhaus Ludwigsbronn, von dem noch ein Ruinenfeld im Donsbachtal zeugt.
Verkehr Von Dillenburg aus ist der Ort mit der Buslinie 101 (Donsbach) zu erreichen.
Persönlichkeiten Rudolf Heinrich Braas (1902–1974). Donsbach ist der Geburtsort des Maschinenbauingenieurs, Unternehmers und Erfinders und Gründer des heutigen Unternehmens Monier Braas.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Einwohnerzahlen der Stadt Dillenburg aus dem Webarchiv: 1999, 2005, 2009, 2014, 2018
Literatur
Weblinks
Stadtteil Donsbach. In: Webauftritt der Stadt Dillenburg.
Kategorie:Ort im Lahn-Dill-Kreis Kategorie:Geographie (Dillenburg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Lahn-Dill-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1048 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977